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Archive für 17.7.2008

ProZ.com löscht Jobangebot, weil ausschreibendes Übersetzungsbüro “keine Inder” wünscht

Ein Opfer der political correctness wurde vor Kurzem der Betreiber eines Übersetzungsbüros. Wie schon mehr als 50 Mal vorher schrieb er auf der internationalen Übersetzerplattform ProZ.com einen Übersetzungsauftrag aus.

Da es um einen mehrere Tausend Zeilen langen und zur Veröffentlichung gedachten Text ging, bei dem höchste Qualitätsmaßstäbe einzuhalten waren, fügte er hinzu: “Ausschließlich britische oder amerikanische Muttersprachler. Keine Inder, keine Agenturen, keine Berufsanfänger.” Das wurde ihm zum Verhängnis.

Fünf Stunden war das Jobangebot schon online und zahlreiche Bewerbungen waren bereits eingegangen, als ein ProZ-Moderator Anstoß an der Formulierung “keine Inder” nahm.

Er interpretierte dies als Verstoß gegen ProZ-Regeln und löschte das Jobangebot kurzerhand. Der Ausschreiber wurde per E-Mail darüber informiert. Zur Begründung hieß es: “Jobs posted must respect the principle of equal opportunity.”

“Gut”, sagte sich der Ausschreiber, “lassen wir die Inder halt weg und laden wir das Jobangebot noch einmal hoch.” Aber so einfach war das nicht. Denn er musste feststellen, dass er seine Jobangebote, obwohl er zahlendes “Platinum-Mitglied” bei ProZ.com ist, gar nicht mehr direkt veröffentlichen konnte. Stattdessen wurden diese zwei Wochen lang zunächst einem Moderator vorgelegt und von diesem dann einzeln von Hand und mit zeitlicher Verzögerung freigeschaltet.

Die Inder selbst schien der Hinweis “keine Inder” übrigens nicht zu stören. Denn diese bewarben sich in den fünf Stunden, in denen der Hinweis zu lesen war, natürlich trotzdem eifrig um den lukrativen Auftrag.

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