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Archive für August 2008
Unternehmen in Europa: Geschäftseinbußen durch mangelnde Fremdsprachenkenntnisse
31.8.2008 von Richard Schneider.
Jedes Jahr entgehen tausenden europäischen Unternehmen Geschäfte und Verträge, weil sie nicht über die nötigen Fremdsprachenkenntnisse verfügen – so heißt es in einem Bericht, der vom CILT (National Centre for Languages, UK) 2006 im Auftrag der EU-Kommission erstellt wurde. Die Ergebnisse legen nahe, dass für mittelständische Unternehmen in Europa ein enormes Potenzial für die Ausweitung ihrer Exporttätigkeit besteht, wenn sie mehr in Sprachen investieren und kohärente Sprachstrategien entwickeln würden. Jüngste Forschungsarbeiten zeigen, dass Unternehmen, die ihre Sprachkenntnisse erweitern, besser von den Geschäftsmöglichkeiten des EU-Binnenmarkts – mit fast einer halben Milliarde Einwohner der weltweit größte Markt – profitieren können.
„Investitionen in Sprachkenntnisse stellen für Unternehmen durchaus keine überflüssige Ausgabe dar,“ sagte Leonard Orban (Foto), EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, „sie können vielmehr erheblich zur Ausweitung ihrer Geschäftsmöglichkeiten beitragen. Ich beabsichtige, der Mehrsprachigkeit einen zentralen Platz in der Lissabon-Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung einzuräumen.“
So lautet eine der Schlussfolgerungen der Studie mit dem Titel „ELAN: Effects on the European Economy of Shortages of Foreign Language Skills in Enterprise“. Diese Studie ist der erste Versuch auf europäischer Ebene, die für EU-Unternehmen aufgrund fehlender Fremdsprachenkenntnisse entstehenden Unkosten einzuschätzen. Die präsentierten Daten stützen sich auf eine Stichprobe von 2 000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus ganz Europa, in Verbindung mit Informationen von 30 multinationalen Unternehmen und einer Gruppe von Sachverständigen aus den beteiligten Ländern und ergänzt durch eine Reihe von Fallstudien.
Nahezu 50 % der untersuchten exportorientierten KMU planen, ihre Aktivitäten in den nächsten drei Jahren auf neue ausländische Märkte auszudehnen. Folglich gehen sie davon aus, dass ihr Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen zunehmen wird, damit sie diese Pläne verwirklichen können. Allerdings ziehen sie es vor, sich – statt selber in Sprachkurse zu investieren – auf die nationalen Bildungs- und Ausbildungssysteme zu verlassen und darauf, dass diese Personal mit geeigneten Sprachkenntnissen zur Verfügung stellen. Oder aber sie suchen auf dem Arbeitsmarkt nach geografisch mobilen Menschen, die über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen.
Die Forschung zeigt, dass diese Vorgehensweisen zunehmend unzureichend sind. Vielen europäischen Unternehmen entgehen Exportgeschäfte aufgrund mangelnder sprachlicher und interkultureller Kenntnisse. Die Studie legt nahe, dass höhere Investitionen in die EU-weite Entwicklung von Sprachkenntnissen umfassende wirtschaftliche Vorteile erbringen und sich insbesondere positiv auf die Produktivität und Exporttätigkeit der KMU auswirken würden.
Während der Bericht die Bedeutung von Englisch als Weltwirtschaftssprache bestätigt, kommen bei der Verständigung auch andere Sprachen in großem Umfang zum Einsatz. Die Analyse zeigt insbesondere, dass Bedarf an einer Reihe weiterer Sprachen besteht, wenn geschäftliche Beziehungen erfolgreich sein sollen. Als wichtigste werden u. a. die großen europäischen Sprachen genannt, wie z. B. Deutsch, Französisch und Spanisch, aber auch in zunehmendem Maße andere Weltsprachen wie Mandarin, Arabisch und Russisch.
Die Studie bildet die Grundlage für die künftigen Arbeiten des Unternehmensforums, das EU-Kommissar Orban dieses Jahr gemeinsam mit europäischen Unternehmen einrichten will, um ein besseres Verständnis der Auswirkung von Sprachkenntnissen auf Handel und Beschäftigung in der EU zu erlangen.
Zusammenfassung der Studienergebnisse auf Deutsch:
http://ec.europa.eu/education/policies/lang/doc/elansum_de.pdf
Vollständiger Text der Studie auf Deutsch:
http://ec.europa.eu/education/policies/lang/doc/elan_de.pdf
[Text: EU. Quelle: Pressemitteilung, 2007-02-23. Bild: EU.]
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Buch “Der Übersetzer” beschreibt Leben und Sterben in Darfur
30.8.2008 von Richard Schneider.
Daoud Hari schildert in seinem Buch Der Übersetzer - Leben und Sterben in Darfur den Völkermord der Araber an den Schwarzafrikanern im Sudan. Bilanz der letzten fünf Jahre: rund 300.000 Tote und etwa zweieinhalb Millionen Menschen auf der Flucht.
Daoud Hari kam 1974 in einem kleinen Dorf in Darfur zur Welt, als Angehöriger der Zaghawa, halbnomadischer Bauern. Er ging zur Schule und lernte Englisch, arbeitete dann in Libyen, Ägypten und Israel.
2003 kehrte er in den Sudan zurück und half als Dolmetscher westlichen Journalisten, aus dem Kriegsgebiet zu berichten. “Der Umstand, dass ich Zaghawa, Arabisch und Englisch sprach, erwies sich als nützlich für die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen”, so Hari. “Ich hatte meine Bestimmung gefunden.”
Doch die Arbeit als Dolmetscher war und ist gefährlich. Immer wieder geriet er zwischen die Fronten, wurde verhaftet, verhört, bedroht und wegen Spionage angeklagt.
Heute lebt Daoud Hari in den USA, wo er sein Buch geschrieben hat.
Daoud Hari: Der Übersetzer - Leben und Sterben in Darfur. Blessing Verlag, 2008. 256 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-89667-376-3. Aus dem Amerikanischen von Elsbeth Ranke.
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mt-g-Bilanz 2007: 24,5 Prozent mehr Umsatz, Zahl der Mitarbeiter verdoppelt
29.8.2008 von Richard Schneider.
Das Ulmer Unternehmen mt-g hat als führender Übersetzungsdienstleister für die Medizin im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einen Rekordwert beim operativen Umsatz erreicht. Mit einem Plus von rund 1,5 Mio. Euro stieg der Umsatz im Jahr 2007 auf 6 Mio. Euro an. Das sind 24,5 Prozent mehr als 2006. Damit setzt sich die dynamische Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre fort. “Unsere positive Entwicklung zeigt, dass mt-g mit seinem Portfolio und seinem tiefen Spezialisierungsgrad im Bereich der Medizin auf dem Markt für Übersetzungsdienstleistungen überzeugen kann”, so der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Bendig angesichts der vorgelegten Kennzahlen.
Seit dem Markteintritt konnte mt-g sein Auftragsvolumen mehr als verfünffachen. Die Zahl der Mitarbeiter verdoppelte sich im vergangenen Geschäftsjahr. In der Zentrale in Ulm arbeiten 36 Beschäftigte, weitere Neueinstellungen sind geplant. Weltweit sind inzwischen 600 muttersprachliche Übersetzer für nationale und internationale Kunden von mt-g im Einsatz. Der Geschäftserfolg spiegelt sich in den neuen erweiterten Büroräumen der Zentrale in Ulm wider. Von ehemals 55 Quadratmetern wächst die Bürofläche in diesem Jahr auf 750 Quadratmeter an.
Als werteorientiertes Unternehmen zieht mt-g auch eine positive Bilanz für seine Beteiligung an sozialen Projekten. 2007 erweiterte mt-g sein Engagement vor Ort und unterstützt nun erfolgreich zwei lokale Nachwuchsfußballteams. Global beteiligte sich mt-g an der Stiftung “WORLD IN BALANCE”, die mit verschiedenen Partnern für eine gerechtere Welt kämpft. Mit der 2007 begonnenen Partnerschaft im Rahmen des trinationalen Bachelor-Studiengangs “International Business Management” zwischen mt-g und der Berufsakademie in Lörrach sichert sich das Unternehmen bereits heute qualifizierten Nachwuchs für zukünftige Erfolge.
“Unser erklärtes Ziel für 2008 ist, auch in diesem Jahr Wachstum auf Basis der gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit zu realisieren”, so Andreas Bendig. Das Unternehmen rechnet mit einer weiteren operativen Umsatzsteigerung von über 20 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr werden die Tätigkeiten auf dem europäischen Markt intensiviert. Geplant ist es, als Dienstleister für Übersetzungsmanagement auf den Märkten in Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Frankreich Ende des Jahres etabliert zu sein. Bis 2010 ist die Positionierung als marktführendes Unternehmen in Gesamteuropa vorgesehen.
Dem expansiven Anspruch soll auch die renommierte Kundenzeitschrift Beipackzettel gerecht werden (Auflage 7.000). Ab sofort erscheint das Magazin zusätzlich in englischer Sprache (Auflage 2.000).
mt-g - the medical information company - ist das europaweit führende Unternehmen für Übersetzungsdienstleistungen und globales Informationsmanagement exklusiv für die Medizin. Die Hauptfachgebiete sind Medizintechnik und Diagnostik, Zulassung und Pharmazie, Dentalmedizin sowie Chemie.
[Text: mt-g. Quelle: Pressemitteilung, 2007-07-21.]
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Anwalt beschimpft Dolmetscher vor Gericht als “Kleinkriminellen”
28.8.2008 von Richard Schneider.
In Wien hat ein Anwalt bei einem Strafprozess den Gerichtsdolmetscher als “Kleinkriminellen” bezeichnet. Außerdem verließ er echauffiert ohne Erlaubnis für 20 Minuten den Saal.
Dafür wurde ihm eine Geldbuße von 1.000 Euro auferlegt, die nach einer Anhörung vor der Berufungskommission für Anwälte auf 750 Euro reduziert wurde. Dagegen ging der Anwalt vor dem österreichischen Verfassungsgerichtshof vor, da er seine Meinungsfreiheit eingeschränkt sah. Dem folgten die Richter jedoch nicht. Sie bestätigten die zuvor verhängte Geldbuße.
[Quelle: Die Presse, 2008-08-28.]
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Infoblatt 4/2008: Professionelle Auftragsabwicklung, Normen, FIT-Weltkongress
27.8.2008 von Richard Schneider.
Die Ausgabe 4/2008 des vom ADÜ Nord herausgegebenen Infoblatts ist soeben erschienen. Diesmal mit einer ausführlichen Berichterstattung über den FIT-Weltkongress in Schanghai und das ISO-TC37-Treffen in Moskau. Auf 24 Seiten werden unter anderem folgende Themen behandelt:
- Joachim Manzin: Fallstricke bei der Auftragsabwicklung
- Carl-Heinz Gabriel: Grundwissen Normung (2)
- Elisabeth John: Suchleistenanpassung im Browser
- Jutta Witzel: Abgabepflicht an die KSK für Übersetzungen?
- Terry Oliver: FIT-Weltkongress in Schanghai
- Terry Oliver: Treffen des ISO TC37 in Moskau
- Aktuelles aus der Rechtsecke
- Seminare und Veranstaltungen des ADÜ Nord und andere Anbieter
Diese und ältere Ausgaben können Sie auf der Website des ADÜ Nord als PDF-Datei herunterladen. Mehr dazu links im Menü unter Zeitschriften.
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“Die Muttersprache als Geschäftsidee” - Ebru Ouahidi und ihr Übersetzungsbüro
26.8.2008 von Richard Schneider.
Ebru Ouahidi (34) ist als Tochter türkischer Eltern in Deutschland aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Französisch und hängte ein Wirtschaftsstudium an.
Als die Kinder zur Welt kamen blieb sie zu Hause, während ihr Mann, ein Marokkaner, weiter berufstätig war. Mit den Jahren wuchs jedoch die Unzufriedenheit mit der Situation als Nur-Hausfrau.
Es reifte der Gedanke, die eigenen Sprachkenntnisse zu nutzen und ein Übersetzungsbüro zu eröffnen. Die Umsetzung dieser Idee unter dem Namen “Office Management Ebru Ouahidi” brachte ihr bei einem Wettbewerb der Dortmunder Wirtschaftsförderung den dritten Platz und 2.500 Euro ein.
Das erste Jahr lief besser als erwartet, dennoch gibt Ouahidi freimütig zu, von der Übersetzerei noch nicht leben zu können: “Mein Mann ist noch mein größter Sponsor.”
Die ganze Geschichte lesen Sie bei DerWesten.de.
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2008/8/26/news-72158857/detail.html
[Text: Richard Schneider. Quelle: Der Westen, 2008-08-26. Foto: Anneke Wardenbach, Pressestelle Stadt Dortmund.]
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Essen: Kocarek Übersetzungen jetzt nach DIN EN 15038 zertifiziert
25.8.2008 von Richard Schneider.
Hinsichtlich der Europanorm DIN EN 15038 “Übersetzungs-Dienstleistungen” gibt es in Deutschland derzeit mehrere Hundert registrierte, aber nicht einmal zehn zertifizierte Sprachdienstleister. Der Unterschied: Die Registrierung bei der DIN CERTCO setzt lediglich eine Selbstverpflichtung voraus, während bei der Zertifizierung von einer unabhängigen Organisation die Einhaltung der Normkriterien geprüft wird.
Da es erst wenige zertifizierte Sprachdienstleister gibt, vermeldet jeder neue das Ereignis stolz in einer Pressemitteilung. So auch das seit über 30 Jahren bestehende Unternehmen Kocarek Übersetzungen in Essen, das vor Kurzem vom TÜV Süd zertifiziert wurde. Dabei wurde der gesamte Prozess von der Angebotserstellung bis zur Archivierung nach Abschluss eines Auftrags begutachtet.
Auf der Website von Kocarek heißt es zum Thema Qualitätssicherung:
Wir setzen zwölf unterschiedliche Qualitätsprüfungen ein, jede zugeschnitten auf die Text- und Auftragsart. Jeder Auftrag durchläuft mindestens drei Qualitätsprüfungen, die alle von unterschiedlichen Mitarbeitern durchgeführt werden.
Die Qualitätssicherung beinhaltet selbstverständlich auch Vertraulichkeit und Datensicherheit. Unser Gebäude und die Räume sind durch eine Alarmanlage mit Rufaufschaltung gesichert. Gedruckte Texte werden nach Auftragauslieferung in abgeschlossenen Räumen gelagert und durch ein Fachunternehmen nach DIN 32757 vernichtet.
Dass unser Qualitätsversprechen durch geeignete Prozesse und EDV-Unterstützung sowie qualifizierte Mitarbeiter sichergestellt wird, hat der TÜV SÜD durch die Zertifizierung nach der strengen europäischen Norm DIN EN 15038 Übersetzungs-Dienstleistungen - Dienstleistungsanforderungen bestätigt.
Um unseren Qualitätsanspruch zu unterstreichen, waren wir schon vor der Zertifizierung Gründungsmitglied des QUALITÄTSSPRACHENDIENSTE Deutschlands (QSD) e.V. (www.qsd.de).
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Literaturübersetzer Peter Urban: Mit Füller, Schreibmaschine und Fax bis drei Uhr morgens im Zigarettenqualm
24.8.2008 von Richard Schneider.
Der Literaturübersetzer Peter Urban (67) und der Diogenes Verlag arbeiten an einem kühnen Projekt: eine vollständige deutsche Werkausgabe des russischen Schriftstellers Anton Tschechow. Ein gigantisches Vorhaben - vergleichbar mit der Neuübersetzung der großen Dostojewski-Romane durch Swetlana Geier im Ammann Verlag.
Urban wird in jahrelanger Arbeit alles neu übersetzen - das ergibt geschätzte 5.000 Schreibmaschinenseiten. Ein Drittel hatte er bereits fertig gestellt und dann doch wieder verworfen, weil er nicht zufrieden war. Oft lasse er Übersetzungen ein Jahr liegen und überprüfe sie dann auf ihre Qualität, so die Netzeitung in einem längeren Artikel über Urban.
Die Beschreibung der Arbeitsweise des bekannten, renommierten und vielfach ausgezeichneten Literaturübersetzers mutet an wie ein Gemälde von Spitzweg: Urban arbeitet in einem 300 Jahre alten Bauernhaus auf dem hessischen Vogelsberg (”Hessisch-Sibirien”) mit “Bücherregalen bis unter die Balkendecke” und “ganz ohne Computer”. Die Netzeitung schreibt:
Urbans Fax als Verbindung zur Außenwelt hat fast schon historischen Wert, modernere Geräte gibt es nicht. Meist schreibt er mit der Hand vor. “Ich brauche Stille, um die Sätze zu hören.” Nur das rhythmische Klappern der mechanischen Adler-Schreibmaschine, mit der er die Entwürfe abtippt, darf die Stille stören. Urbans Arbeitszeit ist die Nacht. Oft erlischt das Licht in der Werkstatt erst um zwei oder drei Uhr morgens. Fast ständig qualmen starke Zigaretten.
Bei der Übersetzung hält sich Urban an eine Maxime seines Kollegen Walter Boehlich, der forderte: “Der Stil der Übersetzung muss der Stil des Originals und nicht der Stil des Übersetzers sein.” Bei früheren Übersetzungen sei Tschechows “schlichter, aber kunstvoller Satzbau” vernachlässigt worden. Sie enthielten viel “überflüssigen Schwulst”. Urban hingegen schreibt ein “schlankes, lakonisches, genaues Deutsch”, wie Rezensenten loben.
Eine weitere Erkenntnis von Urban aus jahrzehntelanger Übersetzungsarbeit: Noch entscheidender als die Beherrschung der Sprache, aus der man übersetzt, ist die Beherrschung der Sprache, in die man übersetzt.
Der Artikel schließt mit den Worten: “Aus Urbans Übersetzerwerkstatt wird noch auf Jahre nachts Licht auf den schlafenden Weiler im Vogelsberg fallen.”
Ist das nicht romantisch? Literaturübersetzer müsste man sein! (Wenn man denn davon leben könnte.)
Den genannten Artikel können Sie in der Netzeitung lesen: http://www.netzeitung.de/kultur/1098577.html
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Audi in China: “Wir sind Analphabeten” - zumindest ohne Dolmetscher
23.8.2008 von Richard Schneider.
Johannes Thammer (52) führt seit zwei Monaten die Geschäfte für Audi in China. Die Wochenzeitung Die Zeit porträtiert den Manager und schreibt:
China ist anders, das will Johannes Thammer, der Anfang Juni sein Amt angetreten hat, seinen Gästen deutlich machen. Nachdem er sie im Pekinger Audi Forum begrüßt hat, sagt plötzlich seine Übersetzerin noch einmal alles auf Chinesisch. “Ich wollte Ihnen nur zeigen, wie wir hier arbeiten”, sagt Thammer. “Jeder Satz, den wir sprechen, muss übersetzt werden. Verhandlungen sind interessant, aber langwierig. Wir sind Analphabeten.”
Während andere deutsche Unternehmen China erst jetzt entdecken, kann Audi bereits auf eine Erfahrung von 20 Jahren zurückzublicken. Offenbar haben die Ingolstädter begriffen, wie die Chinesen ticken. Mit einem Anteil von 42,2 Prozent ist Audi im Reich der Mitte die beliebteste Premiummarke. Danach folgen mit großem Abstand BMW, dann Lexus (Toyota) und Mercedes.
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Österreich: Arbeitssprachen der Gerichtsdolmetscher nicht bedarfsgerecht verteilt
22.8.2008 von Richard Schneider.
Die österreichische Tageszeitung Der Standard weist darauf hin, dass die Arbeitssprachen der Gerichtsdolmetscher nicht bedarfsgerecht verteilt sind, obwohl die Liste des “Österreichischen Verbandes der gerichtlich zertifizierten Dolmetscher” (ÖVGD) mehr als 500 Sprachmittler für 50 Sprachen enthält.
Wenig zu tun haben die fünf dort aufgeführten Schwedisch-Dolmetscher, denn im Jahr 2006 gab es nur 76 schwedische Tatverdächtige. Offenbar gar nicht benötigt werden die fünf Japanisch-Dolmetscher, denn im selben Zeitraum wurde kein einziger Japaner angeklagt.
Das andere Extrem: Es gibt in Österreich nur eine einzige zertifizierte Dolmetscherin für Georgisch, aber pro Jahr über 2.000 Tatverdächtige aus der Kaukasusrepublik. Noch schlechter sieht die Versorgung für die 1.600 mutmaßlichen Täter aus Nigeria aus: Für keine der drei Hauptsprachen des Landes (Yoruba, Hausa, Igbo) gibt es in der Verbandsliste einen Dolmetscher.
Daher bleibt im Justizalltag oft gar nichts anderes übrig als zu Notlösungen zu greifen. Das heißt es werden Verwandte oder Bekannte der Prozessbeteiligten oder andere nicht hinreichend qualifizierte Sprachkundige zum Dolmetschen herangezogen. Oder man weicht auf Drittsprachen wie Englisch aus.
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