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Archive für 5.8.2008
FIT-Kongress geht weiter
5.8.2008 von Richard Schneider.
Bereits gestern nahmen etwa 1.500 Sprachmittler und Linguisten aus 76 Ländern an der Eröffnung des 18. Weltkongresses der ”International Federation of Translators” im “International Convention Center” in Shanghai teil. Thema des Kongresses ist “Translation and cultural diversity” und die Konferenzsprachen sind die FIT-Sprachen Englisch und Französisch.
Auf dem Kongress werden 4 Hauptvorträge und 88 Seminare und Workshops zu verschiedenen Themenbereichen angeboten (siehe auch Artikel vom 04.08.2008 “Neue FIT-Präsidentin aus Südafrika”.
Der Vortrag des stellvertretenden Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Yohannes Mengesha (rechts im Bild), trug den Titel “Übersetzer und Dolmetscher – stille Partner im diplomatischen Prozess”. Mengesha beschrieb die Rolle der Sprachmittler der UN, die den politischen Dialog und die diplomatischen Verhandlungen zwischen den Mitgliedsstaaten erleichtern. Er betonte die besonderen Bedingungen beim Übersetzen und Dolmetschen für so universelle politische Institutionen wie die Vereinten Nationen, wo die kulturelle und linguistische Vielfalt die diplomatischen Prozesse besonders farbig machen und eine einzigartige Herausforderung für die Sprachmitter sind.
[Text: Helke Heino, ADÜ Nord. Bild: FIT.]
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VolkswagenStiftung fördert Übersetzung wissenschaftlicher Publikationen mit 270.000 Euro
5.8.2008 von Richard Schneider.
Denkstil, Sprache und Kultur sind eng miteinander verknüpft; über die jeweils verwendete Sprache finden spezifische Begriffe, Erkenntnisse und Deutungsmuster Eingang in die Prozesse von Forschung und Lehre. Sie prägen deren Profil, machen in ihrer kulturell geprägten Differenzierung den Nuancenreichtum von Wissenschaft aus - und machen Übersetzungen oft schwierig. Gleichwohl sind diese wesentlich, um etwa in deutscher Sprache niedergeschriebene wissenschaftliche Erkenntnisse in die internationale Diskussion einzuführen.
Als einen von vier Bausteinen in der vor einem Jahr eingerichteten Förderinitiative “Deutsch plus - Wissenschaft ist mehrsprachig” bietet die VolkswagenStiftung daher an, die Übersetzung herausragender deutschsprachiger wissenschaftlicher Arbeiten in eine andere Weltsprache zu finanzieren. Von den zum ersten Stichtag eingereichten Wettbewerbsbeiträgen konnten sich elf Vorschläge durchsetzen; die Übersetzung dieser Publikationen wird mit insgesamt rund 270.000 Euro gefördert.
In der Regel handelt es sich um aktuelle Bücher wie “Die Polizei der Gene. Formen und Felder genetischer Diskriminierung”, “Lebenskunst und Moral, oder: Macht Tugend glücklich?”, “Verfahren der Fertigungssteuerung. Grundlagen, Beschreibung, Konfiguration” oder “Was ist den Menschen gemeinsam? Über Kultur und Kulturen”. Diese sollen ins Englische, ein Buch zusätzlich ins Spanische übersetzt werden. Aber auch ein Klassiker wie Freud ist unter den ausgewählten Werken. Dessen “Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse” werden ins Chinesische übersetzt.
Zur Initiative “Deutsch plus - Wissenschaft ist mehrsprachig”
Wesentliches Ziel der Förderinitiative “Deutsch plus - Wissenschaft ist mehrsprachig” ist es, im Kontext wissenschaftlicher Mehrsprachigkeit dem Deutschen als Wissenschaftssprache und den in deutscher Sprache erarbeiteten wissenschaftlichen Resultaten und Erkenntnissen international angemessene Verbreitung und Gewicht zu geben.
Die Förderinitiative umfasst insgesamt vier Komponenten: Neben den genannten Übersetzungen herausragender deutschsprachiger wissenschaftlicher Werke in eine andere Weltsprache können des Weiteren Forschungsvorhaben zu Fragen der sprachlichen und kulturellen Prägung wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens unterstützt werden. Ferner wird ein Veranstaltungsprogramm zum Thema “Wissenschaft ist mehrsprachig” auf den Weg gebracht. Die Stiftung fördert zudem die Einrichtung von mehrsprachigen Studiengängen, diese Curricula sollen sich zugleich an ausländische und deutsche Studierende richten. Integriertes Studienziel ist die Beherrschung von mindestens zwei Sprachen auf wissenschaftlichem Diskursniveau.
[Text: Dr. Christian Jung. Quelle: Pressemitteilung VolkswagenStiftung, 2008-07-31. Bild: VolkswagenStiftung.]
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