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Archive für Oktober 2008

Harry Potter: Draesner kritisiert Übersetzung von Fritz

Die Berliner Autorin und Übersetzerin Dr. Ulrike Draesner kritisierte auf einer Tagung der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel die Harry-Potter-Übersetzungen von Klaus Fritz: “Fritz ist ein Übersetzer von Sachbüchern und das merkt man ständig. Es mangelt ihm an Sprachsensibilität, an sprachlicher Erfindungskraft. So geht viel von der Ironie und dem literarischen Biss aus dem Original verloren.” Draesner behauptet, die Übersetzung sei “viel flacher als das Original”: “Er rechnet Meilen korrekt in Kilometer um, aber Sprachwitz und Anspielungsreichtum gehen in der deutschen Version verloren.”

Die Übersetzung sei “nachlässig gemacht”. So werde ein Krapfen wenige Zeilen später als Donut bezeichnet. Tausende von Konjunktiven würden falsch gebraucht: “Es wird nicht zwischen indirekter Rede und Irrealis unterschieden.” Grundsätzlich sei die Fritzsche Übersetzung “viel zu brav”.

Draesner kann sich nicht damit anfreunden, dass die Eigennamen von Fritz zu einem geringen Teil eingedeutscht wurden. Schon das ist ihr zu viel. So missfällt ihr, dass die Figur “Hermione” in der deutschen Fassung zu einer ihrer Ansicht nach altbacken klingenden “Hermine” wurde. “Mir ist vollkommen rätselhaft, wieso das übersetzt worden ist. Dann hätte man statt Harry Potter auch Harald Töpfer sagen müssen und statt Ron Weasley Ronald Wieselchen.”

Die Empfehlung von Draesner lautet: “Es gibt eine bewährte Regel, die lautet: Namen werden nicht übersetzt.” Eine Regel, an die sich die meisten Übersetzer bei der Übertragung der Potter-Welt jedoch bewusst nicht gehalten haben. Bei vielen der 47 Sprachen, in die die Bände übersetzt wurden, ist sogar sehr viel mehr lokalisiert worden. Am weitesten gingen die Niederländer, bei denen 87 Prozent der Eigennamen übersetzt wurden.

Ulrike Draesner hat die sieben Bände der deutschen Übersetzung nach eigener Aussage nur “quer gelesen” - um zu gucken, ob es besser werde. Das sei aber nicht der Fall gewesen.

Die Ansicht, dass die Potter-Bände schlecht ins Deutsche übersetzt wurden, ist neu. In all den Jahren ist dies außer Frau Draesner noch niemandem aufgefallen. Auch nicht den überaus kritischen Fans, die in Online-Foren zwar penibel jeden Schnitzer auflisten, aber insgesamt mit der Leistung von Klaus Fritz mehr als zufrieden zu sein scheinen.

Die Tagung in Wolfenbüttel stand unter dem für eine staatliche Akademie recht provozierenden Titel “Harry, hol schon mal den Besen! - Kehraus nach zehn Potter-Jahren”.

Links zum Thema im Übersetzerportal

2004-08-18: Eigennamen in der Übersetzung am Beispiel der Harry-Potter-Bände
2003-11-09: “Wir waren im Blindflug.” Klaus Fritz zur Übersetzung der Potter-Bände
2003-06-19: 800 Seiten in 12 Wochen: Klaus Fritz übersetzt Harry Potter im Akkord

[Quelle: Neue Westfälische, 2008-10-09; Berliner Morgenpost, 2008-10-06; Ostfriesen-Zeitung, 2008-10-13.]

Übersetzungsfehler in der Weltpolitik: Ahmadinedschad und Israel

“Die millionenfach kolportierte Aussage des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ‘Israel muss von der Landkarte ausradiert werden’ beruht auf einer ungenauen Übersetzung.” Auf diesen schon länger bekannten Umstand weist die Schweizer Zeitung 20 Minuten in einem ausführlichen Artikel hin.

Interessant ist, dass die Fehlübersetzung nicht von MEMRI stammt, dem von einem früheren israelischen Geheimdienstoffizier organisierten Übersetzungsdienst, sondern von den Iranern selbst. Die Meldung “Ahmadinejad: Israel must be wiped off the map” wurde von IRIB News verbreitet, dem staatlichen Rundfunk des Landes (Islamic Republic of Iran Broadcasting News Network).

Auf der Konferenz “Die Welt ohne Zionismus” hat der iranische Präsident am 26. Oktober 2005 Folgendes gesagt: “In rhezim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad.” Unabhängige Sprachwissenschaftler übersetzen dies wörtlich so: “Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss von den Seiten der Zeit gelöscht werden.” Es geht also nicht um Israel, sondern die Regierung und nicht um die Weltkarte, sondern darum, dass diese Regierung “Geschichte wird”. Die treffendste Übersetzung wäre also wohl: Dieses Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss Geschichte werden. So wie das Schah-Regime und die Sowjetunion Geschichte geworden sind, auf die Ahmadinedschad wenige Sätze vorher Bezug nahm.

Diese Feinheiten scheinen niemanden zu interessieren, da es hier um das mit Denk- und Recherchierverbot belegte Thema Antisemitismus geht. Die fehlerhafte Übersetzung wurde von den westlichen Medien begierig aufgesogen und gilt heute allgemein als richtig. Obwohl selbst MEMRI darauf hinweist, dass das Wort “Landkarte” bei Ahmadinedschad nicht vorkommt.

Das Gefährliche daran: Die verfälschte Formulierung lässt sich als Kriegserklärung an Israel werten und könnte einen Präventivschlag gegen die iranischen Atomanlagen rechtfertigen.

Warum die Atommacht Israel und auch die Möchtegern-Atommacht Iran nicht an einer Klarstellung interessiert sind und wie die beiden notorischen Streithanseln mit der sinnverschärfenden Übersetzung ihr eigenes Süppchen kochen, wird in dem Artikel auf 20min.ch beschrieben.

Expolingua Berlin diesmal mit Gastsprache Französisch

Wer für Beruf oder Freizeit eine neue Sprache lernen will, kann sich auf der Expolingua Berlin dazu ausführlich informieren. Deutschlands einzige internationale Messe für Sprachen und Kulturen findet vom 14. bis 16. November im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin statt.

In diesem Jahr ist Französisch Gastsprache. Sprachschulen aus Frankreich, das Berliner Institut Français, das Deutsch-Französische Jugendwerk, das französische Studieninformationszentrum CIDU und weitere Aussteller präsentieren ihre Angebote.

Insgesamt sind 175 Aussteller aus 30 Ländern auf der Expolingua vertreten. Darunter sind Sprachschulen aus dem In- und Ausland, Sprachreiseveranstalter und Austauschorganisationen sowie Botschaften, Kulturinstitute, Fremdenverkehrszentralen und Verlage. Das Vortragsprogramm bietet zudem 100 Beiträge zu den Themen Sprachenlernen und Auslandsaufenthalte. Fremde Sprachen können direkt in Minisprachkursen getestet werden.

Zielpublikum der internationalen Sprachenmesse sind Schüler, Studenten, Auszubildende und Berufstätige mit Interesse an sprachlicher Weiterbildung sowie Lehrer, Dozenten, Dolmetscher, Übersetzer und alle anderen Sprach- und Kulturinteressierten. Erwartet werden mehr als 15 000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet.

Für Übersetzer interessante Vorträge

15.11.2008, 10:30 – 11:15, Raum 616
“Übersetzen von Rechtstexten: Terminologiequellen und Fachkompetenz (am Beispiel des Russischen)”, Dr. Maria Mushchinina, Universität des Saarlandes.
Der Vortrag setzt sich mit den wichtigsten Quellen der Terminologie bei der Übersetzung juristischer Texte - Nachschlagewerke, Gesetzestexte, juristische Fachliteratur, Lehrwerke und andere Textquellen - kritisch auseinander. Schlussfolgernd werden Tipps für Rechtsübersetzer formuliert. Der Vortrag basiert auf den Ergebnissen einer langjährigen wissenschaftlichen empirischen Studie zur russischen Rechtssprache.

15.11.2008, 11:30 – 12:15, Raum 616
“Der Übersetzer - Berufsbild und Ausbildungsmöglichkeiten”, Nadiya Kyrylenko, Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Wörteraustauscher im stillen Kämmerlein? Oder Sprachkünstler am Laptop? Berufsbild, Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeit des Übersetzers sind Thema des Vortrags.

15.11.2008, 12:30 – 13:15, Raum 616
“Der Dolmetscher - Berufsbild und Ausbildungsmöglichkeiten”, Katja Raeke, Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Welche Anforderungen an Qualifikation und Persönlichkeit stellt die Arbeit des Dolmetschers? Welche Arbeitsfelder gibt es und wie wird man Dolmetscher? Ein interessanter Einblick in die Praxis.

15.11.2008, 13:30 – 14:15 Uhr, Raum 616
“Polizei- und Gerichtsdolmetschen”, Dzengizkhan Hasso, Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Ein Job wie im Krimi! Oder nicht? Jedenfalls nichts für schwache Nerven… Ein Praxisbericht über die spannende und verantwortungsvolle Rolle des Dolmetschers bei Polizei- und Gerichtseinsätzen.

Expolingua Berlin 2008
14. – 16. November 2008
Fr – So, 10 – 18 Uhr
Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur
Friedrichstraße 176 – 179
10117 Berlin
www.expolingua.com

BDÜ stellt Weihnachtsgrüße in mehr als 60 Sprachen ins Netz

Die kleine, pfiffige Weihnachtsgrußaktion war bereits im vergangenen Jahr gemessen am Presseecho die erfolgreichste Mitteilung des BDÜ. Grund genug, das Angebot 2008 um zehn Sprachen aufzustocken und die frohe Botschaft noch früher in die Welt hinauszuposaunen:

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest stellt der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) wieder seine Weihnachtsdatenbank online: Dort steht die Übersetzung von „Frohe Weihnachten“ in mehr als 60 Sprachen. Die Grüße zum Fest sind nicht nur in gängigen Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch vertreten, sondern zum Beispiel auch in „Amharisch“ oder „Twi“ - Amharisch spricht man in Äthiopien und Twi in Ghana. Weil für Sprachen wie Chinesisch oder Russisch eigene Schriftsätze nötig sind, stellt der BDÜ die Übersetzungen jeweils in Form einer Grafikdatei zur Verfügung. Die Nutzung der Datenbank sowie das Herunterladen der internationalen Weihnachtsgrüße sind kostenfrei: www.bdue.de

Wer für die Weihnachtspost noch die Übersetzung einer Grußkarte oder eines Briefes braucht, der findet auf der BDÜ-Website eine Übersetzerdatenbank mit den Kontaktdaten von mehr als 5.500 Sprachexperten für 86 Sprachen dieser Welt. Sie sind recherchierbar nach Muttersprache, Fachgebieten und sogar nach Postleitzahl. Hier hat man zusätzlich die Option, in dem selbst definierten Umkreis einer Stadt nach einem Übersetzer zu suchen.

Über den BDÜ
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer vertritt seit über 50 Jahren die Interessen von Dolmetschern und Übersetzern gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Mit mehr als 5.500 Mitgliedern vereint der BDÜ 75 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer auf sich und ist damit der größte Berufsverband für Sprachmittler in Deutschland. Eine BDÜ-Mitgliedschaft steht für Qualität, denn die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Mitglieder sind hoch und werden vor der Aufnahme in den Verband überprüft. Weitere Informationen unter www.bdue.de.

[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2008-10-27. Bild: photocase.de.]

Terminologie in der Softwarelokalisierung: Probleme und Lösungen

In der Fachliteratur zur Softwarelokalisierung wird nur am Rande auf das Thema Terminologie eingegangen. Die wenigen vorhandenen Arbeiten über Terminologie beschränkten sich zudem mehr auf theoretische Ansätze aus der Terminologiewissenschaft, ohne auf einen konkreten Praxiseinsatz oder mögliche Lösungen einzugehen.

Diese Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu ziehen, ist Ziel der Diplomarbeit von Diana Körper. Die zentrale Fragestellung ist die Möglichkeit des Einsatzes terminologischer Arbeit in der Softwarelokalisierung und deren Umsetzbarkeit in der Praxis und im Alltag von Übersetzern.

Nach einer umfassenden Einführung in die Softwarelokalisierung werden gleichermaßen die einzelnen Arbeitsprozesse sowie die dabei eingesetzten computergestützten Hilfsmittel (Translation-Memory-Tools, Softwarelokalisierungstools und Terminologiedatenbanken) vorgestellt. Neben einer kurzen Einführung in die Theorie der Terminologiewissenschaft wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich die Terminologiearbeit in der Softwarelokalisierung von der Terminologiearbeit in anderen Übersetzungsbereichen unterscheidet.

Im späteren Verlauf werden anhand konkreter Probleme in einzelnen Teilbereichen der Softwarelokalisierung (allgemeiner Natur, im Übersetzungsprozess sowie beim Einsatz computergestützten Hilfsmittel) mögliche Lösungsansätze diskutiert. Zur Verdeutlichung der Probleme wird u.a. eine Studie von Kara Warburton bezüglich der Terminologieverwaltung in der Softwarelokalisierung herangezogen. Die aufgezeigten Lösungsansätze sind dabei als Vorschläge für Verbesserungen zu verstehen, erheben aber keinen Anspruch darauf, alle vorher erwähnten einzelnen Probleme vollständig zu beseitigen. Vielmehr wird eine Übersicht möglicher Verbesserungsmöglichkeiten im Übersetzungsprozess gegeben, zu denen Übersetzer greifen können. Aufgezeigt werden dabei auch neuere Hilfsmittel, die erst seit kurzer Zeit auf dem Markt erhältlich sind.

Den Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung aller im Verlauf der Arbeit aufgezeigten Probleme und deren möglichen Lösungsansätze. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Frage, wie Übersetzer ermutigt werden können, aktive Terminologieverwaltung zu betreiben um den gesamten Übersetzungsprozess zu verbessern.

Diana Körper (2007):  Terminologie in der Softwarelokalisierung: Probleme und Lösungen. Hamburg: Diplomica Verlag. 110 Seiten, 38,00 Euro, ISBN-10: 3836653591, ISBN-13: 978-3836653596.

Über die Autorin
Diana Körper, Diplom-Übersetzerin (FH), Studium der Übersetzungswissenschaften an der Fachhochschule Köln im Bereich Kommunikationswissenschaften. Abschluss im Jahr 2005 als Diplom-Übersetzerin. Derzeit tätig als Projektmanagerin für Übersetzungsprojekte.

PONS stellt Onlinewörterbuch www.pons.eu ins Netz

Der Sprachen-Verlag PONS, bekannt für seine grünen Wörterbücher und Sprachkurse im Print- und Audiobereich, hat zur Frankfurter Buchmesse das große Wörterbuchportal www.pons.eu mit über 3,5 Millionen Wörtern als Betaversion ins Netz gestellt. Der kostenfreie Inhalt des werbefinanzierten Angebots besteht aus speziell für das Internet aufgearbeiteten Wörterbüchern in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch, in denen der Internetnutzer in beiden Sprachrichtungen nachschlagen kann. Weitere Sprachen werden in Kürze folgen, wie auch eine Version der www.pons.eu speziell für mobile Geräte wie PDAs und Smartphones.

Open Dictionary: Web 2.0 in Reinform

Neben dem Nachschlagen der 3.589.347 von PONS geprüften Wörter in fünf Sprachen bietet die neue Plattform dem User die Möglichkeit eines Open Dictionary: Jeder kann nach kurzer Anmeldung an diesem Wörterbuch mitschreiben - was als Präsentationsmöglichkeit für Übersetzer und Sprachtrainer besonders interessant ist, denn die neuen Beiträge werden auf der Visitenkarte des jeweiligen Wörterbuch-Autors zusätzlich angezeigt. Eine Web 2.0-Anwendung in Reinform. Die PONS-Wörterbuchredaktion prüft alle neuen Einträge. Der Nutzer kann auf alle Wörter zugreifen, sieht aber immer (farblicher Unterschied), welche neuen Inhalte schon PONS-geprüft sind und welche noch nicht. Die www.pons.eu ist das erste Online-Wörterbuch, in dem Marken-Inhalte und Benutzer-Beiträge zusammenführt sind. Außerdem ist es direkt von www.pons.eu aus möglich, Kontakt zu den Wörterbuchspezialisten in der PONS-Redaktion aufzunehmen.

Direkte Anbindung an PONS-Bildwörterbuch

Ein weiteres Highlight der neuen Wörterbuchplattform ist das PONS Bildwörterbuch, das man unter www.pons.eu ebenfalls in Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch aufrufen kann.

“Blüte”: Blume, Hochzeit oder Falschgeld?

Wer also z. B. unter www.pons.eu das Wort “Blüte” nachschlägt, erfährt, dass es im Englischen dafür 10 verschiedene Übersetzungen gibt, von “bloom” bis “dud”, von der Blume bis zum Falschgeld - je nach Sinnzusammenhang und Bedeutung, von hochsprachlich bis familiär. Auch die passenden Redewendungen werden übersichtlich aufgelistet. Die Suchfunktion in www.pons.eu ist zum Start noch nicht hundertprozentig fehlertolerant, wird aber in den nächsten Wochen stark optimiert. Wer noch eine weitere Bedeutung hinzufügen möchte, kann dies im Open Dictionary mit wenigen Klicks tun, der Eintrag erscheint innerhalb von wenigen Minuten direkt online. Die Tonausgabe spricht das Wort vor, und wer sich die Blüte in allen Einzelheiten anschauen will, klickt einfach auf den Button Bildwörterbuch und landet direkt beim passenden Eintrag.

Angelika Throll, Geschäftsführerin von PONS, sagt über das neue Onlinewörterbuch des Verlags: “Die www.pons.eu ist extrem benutzerfreundlich, bestens strukturiert und schnell. Sie bietet den Kunden im Netz mehr Sprachkombinationen und die Sicherheit, die nur ein renommierter Wörterbuchverlag wie PONS geben kann. Außerdem ist das integrierte PONS-Online-Bildwörterbuch eine echte Neuheit: Endlich ist es möglich, sich im Internet bestimmte Begriffe nicht nur übersetzen zu lassen, sondern sich diese auch als Illustration anzuschauen. Auch das gibt zusätzliche Sicherheit und hilft bei Lernen. Besonders spannend finde ich das Open Dictionary, in dem unsere Nutzer sofort am Onlinewörterbuch mitschreiben können.”

Der Link zum Online-Wörterbuch: www.pons.eu

Über PONS
Seit über 30 Jahren entwickelt PONS grüne Wörterbücher und Selbstlernmaterialien zum Sprachen lernen - für Studenten, Reisende, Übersetzer und Sprachenlerner jedes Alters – für über 30 Sprachen. Weil jeder anders lernt, bietet PONS alles vom klassischen Wörterbuch und der Grammatik über Audio- und Software-Sprachkurse bis hin zu kostenlosen Online-Angeboten wie PONSline, PONSblog und PONScast. Mehr zu den PONS Produkten finden Sie unter: www.pons.de

[Text: PONS. Quelle: Pressemitteilung PONS, Oktober 2008.]

Fest etabliert: Übersetzer-Zentrum auf Frankfurter Buchmesse

Nicht mehr wegzudenken ist das zum sechsten Mal eingerichtete Übersetzer-Zentrum auf der Frankfurter Buchmesse, das sich diesmal in den Farben Grün und Weiß präsentierte. Der großzügige Stand dient als Veranstaltungsplattform sowie Kontakt- und Informationsbörse. Er steht Übersetzern, Dolmetschern und deren Gästen sowie allen Interessierten offen. Literaturagenten, Rechtemanager und Lektoren finden hier Kontakt zu potenziellen Übersetzern ihrer Titel. Wie immer sorgte die integrierte Cafeteria für Erfrischungen.

Eine Übersicht über das umfangreiche Fach- und Unterhaltungsprogramm mit rund 40 Informationsveranstaltungen und Debatten, Werkstattberichten, Praxistipps und Lesungen vermittelt das Programmheft.

Das Übersetzer-Zentrum ist eine Einrichtung der Messegesellschaft, die unter anderem von folgenden Partnern unterstützt wird: Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V. (VdÜ), Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ), Deutscher Übersetzerfonds, Kalima, Goethe-Institut, Institut Français, Berliner Künstlerprogramm des DAAD, litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V., UNESCO Clearing House for Literary Translation, Europäisches Übersetzer-Kollegium Nordrhein-Westfalen in Straelen e.V.


Die zentrale Info-Theke war oft dicht umlagert.


Auf dem Podium fanden zahlreiche der rund 40 Veranstaltungen statt.


Die Zuschauerreihen waren meist bis auf den letzten Platz gefüllt.


Bei ausländischen Gästen auf dem Podium kam die Dolmetschkabine mit modernster Technik zum Einsatz.


Hier die Kopfhörer für die Zuschauer am benachbarten Internationalen Zentrum, das sogar über zwei Dolmetschkabinen verfügte.


Die Ausstellung mit übersetzten Werken.


… und zwischendurch mal ins Freie. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite.

[Text: Richard Schneider. Bild: Richard Schneider.]

Frankfurter Buchmesse 2008 schließt mit neuen Rekorden

Alte Verleger feiern mit jungen Hostessen: Nach Messeschluss ging die Party allabendlich erst richtig los - an einzelnen Ständen und vor allem auf den Empfängen der Verlage, Organisationen und Redaktionen in verschiedenen Hotels, Museen und Privatvillen in der Innenstadt.

Gründe zum Feiern gab es reichlich: Nach fünf Messetagen ist die Frankfurter Buchmesse 2008 mit neuen Rekorden zu Ende gegangen. 299.112 Besucher wurden gezählt, das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mehrzahl davon, 186.240, waren Fachbesucher, das sind 2 Prozent mehr als 2007. 7.373 Aussteller aus 100 Ländern präsentierten insgesamt 402.284 Produkte, darunter 123.496 Neuerscheinungen. Insgesamt rund 2.500 Veranstaltungen fanden zur Buchmesse statt, davon über 400 zum Ehrengast Türkei.

„Deutlich zu spüren ist: die Türkei ist in Bewegung, sowohl kulturell als auch politisch“, so Buchmesse-Chef Jürgen Boos. Über 400 Titel zur Türkei erschienen zur Buchmesse in deutschsprachigen Verlagen, davon rund 80 Übersetzungen jeweils aus den Bereichen Belletristik und Kinderbuch. „Die Türkei hat die Chancen voll genutzt, die der Auftritt auf der größten Weltbühne der Literatur bietet. Nicht nur das Publikum, auch die internationale Verlagswelt reagierte sehr positiv auf die türkischen Autoren“, bemerkte Boos. Insgesamt waren 250 Autoren und 100 Verlage aus der Türkei auf der Messe vertreten.

Nicht nur für Literaturübersetzer, sondern auch für Fachübersetzer ist die Buchmesse eine Pflichtveranstaltung. Nirgendwo sonst kann man sich diesen Überblick verschaffen. Nirgendwo sonst erhält man so preiswert fremdsprachige Fachliteratur und Wörterbücher. Wer beim Bücherkauf geschickt vorgeht, holt die Kosten für Anreise, Eintritt und Katalog gleich mehrfach wieder herein. Gerade am letzten Messetag geben vor allem die ausländischen Verlage gerne ihre Werke ab, damit sie diese nicht wieder für viel Geld nach Hause transportieren müssen.

Im kommenden Jahr steht China im Mittelpunkt der Buchmesse. Überlegenswert ist auch der Vorschlag von Feridun Zaimoglu: “Ich fände es toll, wenn Deutschland Gastland der Frankfurter Buchmesse werden würde.”

Neben der tekom-Tagung ist die Frankfurter Buchmesse nach wie vor die einzige jährlich stattfindende Großveranstaltung im deutschsprachigen Raum, auf der Übersetzer eine bedeutende Rolle spielen.

[Text: Richard Schneider. Bild: Frankfurter Buchmesse/Heimann.]

Notwendigkeit der Professionalisierung von Dolmetschern in der Justiz

Die §§ 184 und 185 GVG schreiben seit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes im Jahr 1879 beinahe unverändert vor: “Die Gerichtssprache ist Deutsch. Bei Beteiligung von fremdsprachigen Personen vor Gericht ist ein Dolmetscher zuzuziehen.”

In seinem Buch hebt Hafez Balaei zunächst hervor, dass der Dolmetschereinsatz, wie im § 185 GVG vorgeschrieben, verfassungsmäßig erforderlich ist, die Gegebenheiten des Dolmetschereinsatz in der Praxis jedoch dem verfassungsmäßigen Erfordernis nicht gerecht werden. Die fehlende Überprüfbarkeit der Dolmetscherleistung, der unzureichende Umfang der Übersetzungspflicht und letztlich die in den meisten Fällen fehlende Kulturkompetenz der Gerichtsdolmetscher können keine Gewähr für die Überwindung sprachlicher Verfahrenshindernisse bieten. Unter Einbeziehung der einschlägigen Theorien aus dem Bereich der Psycholinguistik zeigt der Verfasser auf, wie herausragend die Rolle des Gerichtsdolmetschers und wie einschneidend dessen Leistung in einem Gerichtsverfahren, insbesondere in einem Strafverfahren, sind.

Nach einem Exkurs über den von Paul Watzlawick u. a. entwickelten Kommunikationsbegriff setzt sich der Verfasser mit den Thesen der “Skopostheorie” sowie den Lehren der “channel reduction and channel amplification” sowie von “scenes-and-frames semantics” auseinander. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass eine Professionalisierung von Gerichtsdolmetschern unumgänglich ist und dass die im Ansatz auf diese Professionalisierung zielenden unterschiedlichen Vorschriften der einzelnen Bundesländer zur allgemeinen Beeidigung und/oder öffentlichen Bestellung von Dolmetschern völlig unzulänglich sind.

Abschließend erläutert Balaei seine Vorschläge zur Qualitätssicherung bei Dolmetscheinsätzen im Justizwesen.

Hafez Balaei (2004): Notwendigkeit der Professionalisierung von Dolmetschern im Justizwesen. Hamburg: Dr. Kovac. Studien zur Rechtswissenschaft, Bd. 157; 184 Seiten; ISBN-13: 978-3-8300-1629-8, ISBN-10: 3-8300-1629-8.

[Text: Verlag Dr. Kovac. Bild: Verlag Dr. Kovac.]

Uni Tübingen: Literaturübersetzer als Gastdozenten

An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen startet im Sommersemester 2009 ein Pilotprojekt zum literarischen Übersetzen. Gefördert wird das Projekt von der Robert-Bosch-Stiftung als Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Ziel ist, jedes Semester namhafte Übersetzer aus den slavischen, westeuropäischen und ostasiatischen Sprachen zu gewinnen, die jeweils für einen Monat als „Translator in Residence“ nach Tübingen kommen und für die Studenten Lehrveranstaltungen zum literarischen Übersetzen anbieten. Zunächst ist eine Testphase geplant, um die Übersetzungsmodule einzurichten. Langfristig sollen die Module in einen internationalen Studiengang eingebunden werden.

Die Gastdozenten arbeiten zum Teil im Tandem in die und aus der Fremdprache. Das Programm beginnt im Sommersemester 2009 mit Dr. Andrzej Kopacki aus Warschau (Deutsch > Polnisch; übersetzt u.a. Hans Magnus Enzensberger, Walter Benjamin, Hannah Arendt, Michael Krüger) und Doreen Daume aus Wien (Polnisch > Deutsch; übersetzt u.a. Bruno Schulz und Andrzej Kopacki). Im Wintersemester 2009/2010 sollen Russisch und Norwegisch folgen.

Die Einrichtung solcher Übersetzungsmodule mit professionellen Übersetzern, speziell auch unter Berücksichtigung „kleinerer“ Sprachen, ist in Deutschland bisher einmalig. Kulturelle Veranstaltungen sollen diesem Projekt eine breite Öffentlichkeitswirkung garantieren - dazu zählen sowohl Lesungen international renommierter Autoren als auch übersetzungsspezifische Veranstaltungen.

Initiiert wurde das Projekt durch Prof. Schamma Schahadat und Dr. Renata Makarska vom Slavischen Seminar der Universität Tübingen. Kooperationspartner sind Prof. Jürgen Wertheimer vom Deutschen Seminar, die Hölderlin-Gesellschaft und das Studio Literatur und Theater.

[Text: Michael Seifert. Quelle: Pressemitteilung Uni Tübingen, 2008-10-23.]