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Archive für Oktober 2008
MDÜ 4/2008 mit Schwerpunktthema “Ausbildung für Dolmetscher und Übersetzer”
24.10.2008 von Richard Schneider.
Sind die Abgänger der neuen BA- und MA-Studiengänge für den Arbeitsmarkt für Dolmetscher und Übersetzer gerüstet? In der Fachzeitschrift für Dolmetscher
und Übersetzer MDÜ, deren Ausgabe 4/2008 soeben erschienen ist, bringt euroscript, einer der zehn größten Übersetzungsdienstleister, seine Unzufriedenheit mit einigen Bewerbern zum Ausdruck: In vielen Fällen sind die Kenntnisse über Translation-Memory-Tools und das allgemeine technische Verständnis unzureichend. Punkten können Bewerber mit einem Auslandssemester und Praktika, denn sie wissen, was es heißt, seinen Teil im immer komplexer und schneller werdenden Übersetzungsprozess beizutragen.
Wie sehen die (Fach-)Hochschulen die Chancen für Absolventen translatorischer Studiengänge? Laut Umfragen bei den ersten Absolventen kommen insbesondere diejenigen in den einschlägigen Bereichen unter, die eine MA-Ausbildung vorweisen können, oft bereits bevor sie ihre Urkunde in der Tasche haben. Die Mehrheit der BA-Absolventen setzt das Studium fort, entweder im sprachmittlerischen Bereich oder in einem ganz anderen Bereich wie Wirtschaft, Jura, Psychologie.
Daher ist die Auswahl eines passenden Studiengangs und einer geeigneten Ausbildungsstätte besonders wichtig. Einen aktuellen Überblick über die translatorischen Studiengänge im deutschsprachigen Raum finden Sie auf den Seiten 26 ff. im MDÜ 4/2008.
Das Arbeitspensum vieler Übersetzer wächst, die Ansprüche der Kunden steigen, damit steigt der Arbeitsdruck. Um so wichtiger ist es, den Arbeitstag effektiv zu organisieren und für Ausgleich zu sorgen. Lesen Sie hierzu die Beiträge über Work-Life-Balance und Zeitmanagement.
Weitere Informationen zum MDÜ links im Menü unter “Zeitschriften”.
Über das MDÜ
Das MDÜ ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Berichte über Arbeitswerkzeuge. Interviews und Hintergrundberichte zu wissenschaftlichen Erkenntnissen oder neuen Normen und Gesetzen bringen Sprachmittler auf den neuesten Stand. Herausgeber des MDÜ ist der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ).
[Text: Jutta Witzel, Chefredakteurin MDÜ. Bild: MDÜ.]
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Bosch Thermotechnik: Auslagerung an transline, Beschleunigung mit Across
24.10.2008 von Richard Schneider.
Die Bosch Thermotechnik GmbH profitiert von einer automatisierten Steuerung der Übersetzungsprojekte mit dem Across Language Server. Damit stehen die Übersetzungen der zahlreichen Produkt-Dokumentationen schnell, konsistent und fristgerecht zur Verfügung. Bosch Thermotechnik erzielt dadurch eine verkürzte „Time-to-Market“ für neue Produkte.
„Es kann nicht sein, dass ein neues Produkt auf seine Einführung im Markt warten muss, weil die Dokumentation noch fehlt“, sagt Jerome Leicht, Abteilungsleiter für Technische Dokumentation bei Bosch Thermotechnik.
Die Bosch Thermotechnik GmbH steht für den Geschäftsbereich Thermotechnik der Bosch-Gruppe und ist ein führender europäischer Hersteller ressourcenschonender Heizungsprodukte und Warmwasserlösungen. Für seine kontinuierlich wachsende Produktpalette sind Bedienungsanleitungen, Installations- bzw. Montageanleitungen, Inbetriebnahmedokumente sowie Service-/Wartungsanleitungen und Planungsunterlagen in die Sprachen der Exportländer zu übersetzen. Eine Vereinheitlichung der Prozesse und klare Kommunikationswege, gekoppelt mit einer automatisierten Steuerung sollten zu mehr Effizienz bei Übersetzungsprojekten verhelfen.
Vor diesem Hintergrund suchte Bosch Thermotechnik eine zentrale Software-Plattform für alle Sprach-Ressourcen und Übersetzungsprozesse. Durch die Einführung eines Translation Memory sollten Übersetzungen standardisiert und die Durchlaufzeiten bei gleichzeitiger Qualitäts- und Prozesssicherheit reduziert werden. Mehr Kosteneffizienz sowie eine transparente Darstellung des Bearbeitungsprozesses waren weitere Ziele.
Die Marktsondierung brachte schnell die Entscheidung für den Across Language Server, der unter anderem ein Translation-Memory- und Terminologie-System sowie leistungsfähige Werkzeuge zum Projekt- und Workflow-Management beinhaltet. Im Zuge der Produkteinführung lagerte Bosch Thermotechnik die Übersetzung der Dokumentationen an einen externen Dienstleister aus, die transline-Gruppe aus Reutlingen.
Prozessautomatisierung mit Across
Heute laufen die Übersetzungen mit Across bei dem Übersetzungsdienstleister weitgehend automatisiert ab: Die Quelltexte und Grafiken werden direkt aus dem Dokumenten-Management-System von Bosch Thermotechnik in den Across Language Server übernommen. Auch alle weiteren projektrelevanten Informationen werden auf dem Server zur Verfügung gestellt: das Referenz- und Kontextmaterial, die Angaben zu Zielsprachen, Endterminen und Qualitätssicherungskriterien. Die Bearbeitung des Auftrags wird durch das System automatisch angestoßen. Über die jeweiligen Zielsprachen und definierte Workflows ergeben sich einzelne Aufgaben, die unter Berücksichtigung von Qualifikationen und Kapazitäten durch den Projektmanager an die zuständigen Übersetzer delegiert werden. Die fertige Übersetzung wird über eine Schnittstelle direkt von dem Across Language Server in das Dokumentenmanagement-System des Thermotechnik-Unternehmens übergeben.
Ein täglicher Statusbericht informiert Bosch Thermotechnik darüber, wo sich welches der laufend 300 bis 500 zu übersetzenden Dokumente gerade befindet. Mit Ende des Projektes erhält Bosch Thermotechnik ein aussagefähiges Reporting, das alle relevanten Kennziffern zu dem entstandenen Aufwand, den Wiederholungsquoten und Qualitätskriterien beinhaltet.
Nutzen für Bosch Thermotechnik: Aufträge zwei Wochen früher abgewickelt
Der Gewinn für Bosch Thermotechnik liegt vor allem in einem gestrafften Zeitplan, der für die termingerechte Lieferung von fremdsprachlichen Dokumentationen sorgt. Insgesamt wird der durchschnittlich benötigte Zeitraum für eine Übersetzung um mindestens zwei Wochen verkürzt.
Über transline
transline ist ein global operierender Übersetzungsservice für technische Übersetzungen, Softwarelokalisierung und andere Sprachdienstleistungen für die Industrie und andere technische Bereiche. Das Unternehmen übersetzt in und aus 164 Sprachen und Idiome und deckt als Übersetzungsservice mit eigenen Abteilungen für technische Dokumentation und DTP die vollständige Prozesskette für technische Dokumentationen ab.
transline entstand 1997 als Zusammenschluss von Dr. Sturz Übersetzungen in Deutschland und weiteren im Eigentum von Dr. Sturz befindlichen Übersetzungsbüros im Ausland. In der Zwischenzeit haben weitere erfahrene Übersetzungsbüros transline verstärkt. Die meisten dieser Übersetzungsbüros besitzen über 15 Jahre Erfahrung in der Übersetzungsbranche. Darüber hinaus arbeiten für transline zahlreiche freiberufliche Übersetzer und Spezialisten weltweit.
www.transline.de
Über Across Systems
Across Systems mit Sitz in Karlsbad bei Karlsruhe und Glendale, Kalifornien, ist Hersteller des Across Language Server – der weltweit führenden Technologie für die „linguistische Supply Chain“.
Der Across Language Server ist eine zentrale Software-Plattform für alle Sprach-Ressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen. Er vereinfacht, beschleunigt und verbessert die Steuerung, Koordinierung und Durchführung von Übersetzungen. Die Software beinhaltet unter anderem ein Translation-Memory- und Terminologie-System sowie leistungsfähige Werkzeuge zu Projekt-Management und Workflow-Steuerung von Übersetzungen. Insbesondere erlaubt der Across Language Server durchgängige Prozesse, bei denen Auftraggeber, Agenturen und Übersetzer nahtlos und auf Basis der gleichen Daten zusammenarbeiten. Offene Schnittstellen ermöglichen die direkte Integration korrespondierender Systeme, zum Beispiel von CMS-, Katalog- oder ERP-Lösungen.
Zielgruppe sind alle, die professionell übersetzen oder übersetzen lassen – vom exportorientierten Mittelständler über die Sprachendienste weltweit tätiger Konzerne bis hin zu professionellen Übersetzungsdienstleistern. Durch den Einsatz von Across können Übersetzungskosten deutlich reduziert werden, die Investition in Across amortisiert sich üblicherweise innerhalb kürzester Zeit.
www.across.net
[Text: Dr. Claudia Rudisch. Quelle: Pressemitteilung across, 2008-10-21.]
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Rechnungsnummern: nicht fortlaufend, sondern einmalig
23.10.2008 von Richard Schneider.
Seit Anfang 2004 schreibt das Umsatzsteuergesetz vor, dass Rechnungsnummern “fortlaufend” vergeben werden müssen. Vor allem Kleinunternehmer ärgerten sich über diese Regelung, da sie sich dadurch gezwungen sahen, gegenüber Auftraggebern die geringe Zahl ihrer Aufträge zu offenbaren.
Im Februar 2008 stellte eine Rundverfügung der Oberfinanzdirektion Koblenz mit bundesweiter Wirkung endgültig klar, dass eine “zahlenmäßige Abfolge der ausgestellten Rechnungsnummern” nicht zwingend erforderlich ist. Den Steuerbehörden gehe es vielmehr darum, dass jede Rechnungsnummer nur einmal vergeben wird. Eine lückenlose Zahlenreihe (etwa nach dem Muster 2008-001, 2008-002 usw.) ist somit nicht erforderlich.
Darauf weist das Wissensportal für Existenzgründer akademie.de in einem vor Kurzem erschienenen Artikel hin. Denjenigen, die die Anzahl ihrer Aufträge nicht über die Rechnungsnummer preisgeben möchten, wird Folgendes empfohlen:
Machen Sie doch einfach das Datum zur Grundlage Ihrer Zahlenfolge - falls erforderlich in Verbindung mit einer laufenden Nummer des jeweiligen Tages. Aus der einmaligen Rechnungsnummer “2008-10-09-01″ kann ein neugieriger Kunde “schlimmstenfalls” ablesen, dass es sich um die erste Rechnung handelt, die am 9. Oktober 2008 geschrieben worden ist.
Den genannten Artikel können Sie bei akademie.de lesen.
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“Schon etwas Besonderes”: Dolmetschen für Obama und McCain
22.10.2008 von Richard Schneider.
Für die Direktübertragung des letzten Rededuells der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten hatte Das Erste die Hamburger Simultandolmetscher Elmar Bott und Niels Hamdorf engagiert. Der Mediendienst teleschau stellt in einem Gespräch Niels Hamdorf (Deutsch, Englisch, Spanisch, Dänisch) näher vor, der seine Stimme dem Republikaner John McCain (Bild) lieh. Elmar Bott (Deutsch, Englisch) übertrug die Beiträge des Demokraten Barack Obama ins Deutsche.
Für Hamdorf war dieser Einsatz etwas Besonderes, denn: „Ich weiß, dass tausende Zuschauer mir zuhören und jedes Wort auf die Waagschale gelegt wird. Und das in dem Bewusstsein, dass sich die Kandidaten sehr intensiv vorbereiten, damit sie nichts sagen, was gegen sie verwendet werden kann. Insofern bin ich in diesen anderthalb Stunden extrem angespannt, weil mir keine Schwäche nachgesehen wird.“
Auf die Frage, ob man sich als Dolmetscher eine persönliche Meinung zu den Personen erlauben dürfe, für die man dolmetsche, antwortet Hamdorf: „Die darf man haben, aber im Endergebnis darf diese nicht zu spüren sein. Wenn man so will, ist Dolmetscher der opportunistischste Beruf, den man sich denken kann - wir reden anderen Leuten nach dem Maul. Natürlich gibt es den einen oder anderen, bei dem es sich einem innerlich umdreht. Aber durch sachgerechte Wiedergabe lässt man dem Zuhörer die Chance, seine eigene Sympathie oder Antipathie zu entwickeln.“
Das Interview wurde auf verschiedenen Websites publiziert. Sie können es unter anderem hier in voller Länge lesen.
[Bild: Pressematerial von www.johnmccain.com.]
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Frankfurter Dolmetscher erhält 10 Monate auf Bewährung und 5.000 Euro Geldstrafe
21.10.2008 von Richard Schneider.
Das Landgericht Frankfurt hat heute den wegen zahlreicher Verstöße gegen das Ausländergesetz angeklagten 49-jährigen Arabisch-Dolmetscher zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 5.000 Euro Geldstrafe verurteilt.
Eigentlich müsste damit auch ein Entzug der allgemeinen Ermächtigung/Beeidigung und ein Ausschluss aus dem Berufsverband verbunden sein. Meist geschieht dies offenbar jedoch nicht, da die zuständigen Gremien über strafrechtliche Verurteilungen nicht informiert werden.
Drahtzieher der Machenschaften war in diesem Fall der mitangeklagte Rechtsanwalt (39). Er erhielt elf Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 33.000 Euro (330 Tagessätze). Zusätzlich muss er sich nun auch vor einem Disziplinargericht verantworten. Weil seine Strafe unter einem Jahr blieb, gilt ein Entzug der Anwaltszulassung jedoch als unwahrscheinlich.
Beide hatten gestanden, zwischen 2000 und 2004 in Dutzenden von Fällen falsche Erklärungen abgegeben zu haben, um Ausländern in Deutschland illegal eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu verschaffen. Zu diesem Zweck wurden auch Scheinehen arrangiert. Der Anwalt kassierte für seine Dienste pro Fall zwischen 50 und 700 Euro, von denen ein Teil auch an den Dolmetscher floss.
Link zum Thema im Übersetzerportal:
14.10.2008: Frankfurt: Betrügerischer Dolmetscher angeklagt
[Quelle: Frankfurter Rundschau, 2008-10-21.]
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“Zukunftsmodell Übersetzer”: ZHAW verabschiedet 44 Absolventen
20.10.2008 von Richard Schneider.
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat am 26.September 2008 den 44 diesjährigen Absolventen der Studiengänge “Übersetzen” und “Dolmetschen” im Casino Winterthur ihr Diplom ausgehändigt (Foto ganz unten).
Übersetzer und Dolmetscher sind gefragte Leute. Dies belegen die Marktbeobachtungen des US-amerikanischen Branchendienstes Common Sense Advisory, der den Markt der Sprachdienstleister auf rund 10 Milliarden Dollar beziffert. Professionelle Sprachmittlung, d.h. das gewerbsmässige Übersetzen und Dolmetschen zwischen verschiedenen Sprachen, ist ein weltweit wachsender Wirtschaftszweig mit einer mittelfristigen Wachstumsrate von 7,5 %, so dass die Absolventen der Studiengänge “Übersetzen” und “Dolmetschen” beruhigt in die Zukunft blicken können.
In ihrem vierjährigen Studium am von Prof. Dr. Urs Willi (Bild) geleiteten Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IUED) der ZHAW haben sie nicht nur ihr Handwerk gelernt, sondern sich auch mit den wissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt, die ihnen helfen, schwierigste übersetzerische Aufgaben zu bewältigen. So vorbereitet und nach einem obligatorischen Auslandjahr, in dem sie eine andere Kultur von innen heraus kennen gelernt haben, kamen ihre übersetzerischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten schliesslich in der Diplomarbeit zur Anwendung. Die Arbeiten beschäftigten sich u.a. mit praktischen Fragen wie der (Un-)Höflichkeit in betrieblichen Reklamationen, mit Übersetzungsproblemen, die durch fehlerhafte Ausgangstexte entstehen, oder mit der Übersetzung von Rechtstexten.
Der Preis der Johann-Jacob-Rieter-Stiftung für die beste Diplomarbeit ging an Barbara Martemucci (Lyss/BE) aus dem Studiengang Übersetzen für eine Untersuchung zur Untertitelung von Spielfilmen: Sie beschäftigte sich damit, wie Übersetzer und Untertitler mit Begriffen und Wendungen umgehen, die fest in einer Kultur verankert sind und die sich somit nicht ohne Weiteres in eine andere Sprache und Kultur übertragen lassen.
So ausgebildet sind die frisch gebackenen Sprachmittler bestens gerüstet für die praktische Arbeit im mehrsprachigen Alltag. Denn obwohl maschinelle Übersetzungen durch Babel Fish und Co. immer beliebter werden, können sie mit menschlichen Übersetzern in punkto Qualität noch lange nicht konkurrieren. Professionelle Übersetzer- und Dolmetscher sind ein Zukunftsmodell und werden in unserer mehrsprachigen Welt mehr denn je gebraucht.
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)
Die ZHAW bietet insgesamt 25 Bachelorstudiengänge, einen konsekutiven Masterstudiengang und einen Aufbaustudiengang an. Zurzeit sind rund 6000 Studenten eingeschrieben.
Das Departement Angewandte Linguistik
1946 Gründung als “Freies Lyceum - Schule für sprachliche und allgemeine Bildung”, ab 1948 “Schule für Maturitätsvorbereitung und Vorbereitung auf die ETH, Dolmetscherschule, Handelsschule, Sprachschule”, ab 1951 “Dolmetscherschule und Freies Lyzeum Dr. P. Bänziger, Zürich”, nach 1967 “Genossenschaft Dolmetscherschule Zürich” (die DOZ); 2000 Integration der DOZ als Fachdepartement in die ZHW. Heute: 2 Bachelorstudiengänge mit 3 Studienrichtungen, 1 Aufbaustudiengang. 789 Studenten, 20 Professoren, 104 Dozenten, 20 Assistenten, 7 wissenschaftliche Mitarbeiter, 17 Mitarbeiter im administrativen und technischen Bereich, 1 Hilfsassistenz, 8 Privatdozenten. 3 Institute, 7 Fachstellen. Direktor: Prof. Dr. Urs Willi.
[Text: Claudia Gähwiler, ZHAW Corporate Communications (um Gender-Mainstreaming-Formulierungen bereinigt). Quelle: Medienmitteilung, 2008-10-07. Bild: ZHAW.]
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Stiftung aus Dubai will ein Buch pro Tag ins Arabische übersetzen
19.10.2008 von Richard Schneider.

Eine Stiftung aus Dubai hat sich zum Ziel gesetzt, 365 Bücher pro Jahr ins Arabische übersetzen zu lassen. Dies erklärte auf der Frankfurter Buchmesse ein Mitarbeiter der Mohammed-bin-Rashid-al-Maktoum-Stiftung gegenüber uepo.de. Damit würde sich die Zahl der gegenwärtig pro Jahr ins Arabische übersetzten Bücher verdoppeln. Ein gigantisches Projekt - doch wer die desolate Lage kennt, weiß, dass auch dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist (siehe Link weiter unten).
Dabei geht es nicht nur um Belletristik, sondern auch um Werke aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die Stiftung will sich darüber hinaus um die Ausbildung von Arabisch-Übersetzern bemühen. Im Frühjahr wurde eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Kulturverein “West-Östlicher Diwan e. V.” vereinbart. Auf einer Veranstaltung zur Vorstellung der Stiftungsaktivitäten im September 2008 in Berlin hatte der für Kultur zuständige Vizepräsident der Stiftung, Yasser Saeed Hareb, bereits angekündigt, dass 50 deutschsprachige Bücher ins Arabische übersetzt werden. Außerdem ist für 2009 im Rahmen des Literarischen Kolloquiums Berlin eine Sommerakademie für Arabisch-Übersetzer geplant.
Namensgeber der Stiftung ist Scheich Mohammed (Foto), der gegenwärtige Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai. Er hat umgerechnet 7,5 Mrd. Euro in die Stiftung eingebracht, die sich dem Wissenstransfer verschrieben hat. Geld für Übersetzerhonorare ist also reichlich vorhanden.
Auf der Frankfurter Buchmesse erhob sich der außen wie innen beeindruckende Stand der Stiftung direkt neben dem Übersetzer-Zentrum. Die traditionell bescheidenen 4-Quadratmeter-Stände anderer arabischer Verlage im unmittelbaren Umfeld wirkten dadurch noch ärmlicher.
Es ist erfreulich, dass die Ölmilliarden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auch für kulturelle Zwecke ausgegeben werden. Mit Projekten wie diesen vermitteln die aufgeklärten Herrscher vom Golf immer wieder eine Ahnung davon, was die arabische Welt sein könnte (und in der Vergangenheit ja auch schon einmal war), wenn ihre Länder und Völker nicht arm, rückständig, politisch zerstritten und religiös verblendet wären.

Kalima, ein weiteres Übersetzungsprojekt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten
Link zum Thema im Übersetzerportal:
14.07.2002: 330 Bücher werden pro Jahr ins Arabische übersetzt – nur ein Fünftel der Bücher, die ins Griechische übersetzt werden
[Bild: Richard Schneider, Mohammed-bin-Rashid-al-Maktoum-Stiftung, Frankfurter Buchmesse.]
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Übersetzen und Lokalisieren ist nicht das Gleiche
18.10.2008 von Richard Schneider.
Im aktuellen Newsletter der Locatech GmbH, Dortmund, ist der nachfolgende Artikel von Leif Sonstenes erschienen, den wir hier mit freundlicher Genehmigung wiedergeben:
Die fortschreitende Globalisierung der Märkte und der daraus resultierende Wettbewerb bringen neue Herausforderungen mit sich, denen Unternehmen sich stellen müssen. Dabei beeinflusst die Globalisierung nicht nur das Verhalten der großen Konzerne, sondern immer mehr auch die Vorgehensweisen vieler mittelständischer Unternehmen. Diese sehen sich unter anderem durch den wachsenden Kostendruck auf den heimischen Märkten sowie durch eine zunehmende technische Komplexität industrieller Produkte einem immer größeren Konkurrenzdruck ausgesetzt. Durch eine erfolgreiche Präsenz in ausländischen Märkten können sie jedoch von Umsatzsteigerungen profitieren, die im Verhältnis mit der zusätzlichen Investition für die Lokalisierung sehr lukrativ sein können.
Unternehmen, die erklärungsbedürftige Produkte produzieren, müssen sich hier einer weiteren Herausforderung stellen. Sie können ihre Produkte nur dann im Ausland verkaufen, wenn sie in der jeweiligen Landessprache vertrieben werden. Gerade technische Produkte wie Maschinen und Arbeitsgeräte, die im produzierenden Gewerbe zum Einsatz kommen, unterliegen dabei besonderen gesetzlichen Vorgaben. Ihre Bedienung muss nach bestimmten Richtlinien, etwa nach EUDirektiven, in der entsprechenden Landessprache beschrieben sein. Da die Hersteller für Schäden haften, die auf eine unzureichende oder unverständliche Bedienungsanleitung zurückzuführen sind, ist dabei besondere Sorgfalt.
Übersetzen mit Bedacht
Bei einer technischen Lokalisierung bieten Lokalisierungsdienstleister den Herstellern ein besonderes Know-how an. Ihre Aufgabe ist es, Ideen und Begriffe von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Dabei geht jedoch die technische Lokalisierung weit über das bloße Übersetzen hinaus. Zahlreiche Prozesse müssen berücksichtigt werden, um einen Text so wirken zu lassen, als sei er bereits ursprünglich im jeweiligen Land erstellt worden. Lokalisierungsexperten beachten bei ihren Projekten stets die Besonderheiten der jeweiligen Landessprache. So gibt es beispielsweise von Land zu Land Unterschiede in der Darstellung von Zahlen, der Uhrzeit oder des Datums. Und auch im grafischen Bereich gilt es, länderspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen.
Nicht jede Farbe kann bedenkenlos in jedem Land verwendet werden. Steht in Europa beispielsweise die Farbe Weiß für „Reinheit“ und „Unschuld“, bedeutet sie in Asien „Trauer“ und „Tod“. Auch dürfen aus ethischen Gründen Männer und Frauen nicht in jedem Land zusammen auf einem Foto abgebildet sein. Während die Darstellung von Menschen ab 50 Jahren in Westeuropa je nach Kontext mit positiven Assoziationen verbunden wird, wäre dies in Rumänien keineswegs der Fall, da dort viele ältere Menschen in wirtschaftlich armen Verhältnissen leben. Abbildungen von nackter Haut sind in Europa weitgehend unproblematisch, in China allerdings gelten etwa nackte Schultern oder in Taiwan nackte Fußsohlen als Tabu.
Besondere Achtsamkeit ist bei der Darstellung von Gesten geboten, da verschiedene Kulturkreise diese unterschiedlich auffassen und sie unter Umständen sogar als obszön gelten können. Selbst ein Produktname kann nicht ohne weiteres einheitlich verwendet werden. So ist beispielsweise auf dem englischen Markt ein Parfum mit dem Namen „Mist“ (englisch für „Nebel“ oder „Hauch“) erhältlich. In Deutschland würde sich ein Parfum mit diesem Namen gar nicht oder nur sehr schlecht verkaufen.
Fachwissen ergänzt Sprachkenntnisse
Für eine qualitativ hochwertige, technische Lokalisierung ist neben den ethischen Gesichtspunkten aber auch ein besonderes Fachwissen über technische Hintergründe erforderlich. Eine Fremdsprache fließend zu sprechen, befähigt beispielsweise nicht automatisch dazu, die Bedienungsanleitung für einen Bohrturm erstellen zu können. Höchste Qualität bei der Lokalisierung kann nur mit Muttersprachlern erreicht werden. Zudem sollte der Übersetzer auch in dem Land leben, für das er lokalisiert, denn nur so bekommt er aktuelle Sprachentwicklungen hautnah mit.
Auch die Qualität des Ausgangstextes hat Einfluss auf das Lokalisierungsprojekt. Oft dokumentieren jene Personen Bedienungsanleitungen oder Softwareanwendungen, die mit der Entwicklung beschäftigt waren. Ihnen fällt es jedoch nicht immer leicht zu beschreiben, wie das, was sie entwickelt haben, bedient wird. Sie setzen oft Wissen voraus, das nicht bei allen Endbenutzern vorhanden ist.
Ist also der Ausgangstext nicht aus der richtigen Perspektive geschrieben und dadurch für den Bediener unverständlich oder generell unlogisch aufgebaut, gestaltet sich die Arbeit der Übersetzer entsprechend kompliziert. Daher trägt die Person, die den Ausgangstext erstellt, eine besondere Verantwortung für den weiteren Verlauf der Lokalisierung.
Bei allen Projekten ist darüber hinaus ein besonderer Weitblick gefragt. Änderungen in letzter Minute, beispielsweise bei neuen technologischen Entwicklungen, lösen gegebenenfalls eine Änderungsflut an den bereits lokalisierten Texten aus. Selbst wenn sich nur ein einziger Begriff in der Ursprungsversion ändert, muss diese Änderung in allen Projektbereichen, etwa der parallel erstellten Onlinehilfe oder einer Dokumentation, übernommen werden. Damit verbundene Erklärungen oder Abhängigkeiten müssen ebenfalls angepasst werden. Bei Lokalisierungsprojekten, die in mehrere Sprachen gleichzeitig zu übersetzen sind, müssen Änderungen am Basistext für jede Sprache separat überprüft und berücksichtigt werden.
Ablauf einer Lokalisierung
Wenn Projekte über eine reine Übersetzung hinausgehen, gestalten sie sich sehr speziell. So wird gelegentlich gewünscht, dass ein bestimmtes „Corporate Wording“ mit der Übersetzung in Einklang gebracht werden muss. Formulierungen, die von Marketingabteilungen geprägt wurden, sollen sich unbedingt auch im lokalisierten Text wieder finden. Dies kann der Fall sein, wenn beispielsweise ein Onlineportal auf eine weltweit einheitliche Plattform umgestellt werden soll und dadurch allen Nutzern einheitliche Funktionen und Werkzeuge zur Verfügung stehen sollen.
Hier gilt es, unterschiedlichste Wünsche und Vorgaben aufeinander abzustimmen. Ein gemeinsamer Workshop vor Beginn der Übersetzung und das daraus erarbeitete gegenseitige Verständnis der Firmen, Aufgaben und Abhängigkeiten können ein wichtiger Bestandteil für die erfolgreiche Zusammenarbeit sein.
Der Projektmanager bildet den Mittelpunkt eines jeden Projekts. Er kommuniziert mit dem Kunden, entwickelt den Projektplan, bildet das Projektteam, überwacht die Qualität, die Termine und das Budget. Grundsätzlich werden die übergeordneten Aufgaben wie Kommunikation, Verwaltung, Analyse, Vorbereitung, Nachbereitung und so weiter kundennah abgewickelt, also in dem Land, in dem der Kunde sich befindet. Alle sprachlichen Arbeiten werden später hingegen in den jeweiligen Ländern von Muttersprachlern durchgeführt.
Bevor die eigentliche Lokalisierungsarbeit beginnt, wird alles geprüft, was später den Projektverlauf zeitlich beeinträchtigen könnte. So werden Zeit und Kosten gespart. Im ersten Schritt erfolgt also eine ausführliche technische Analyse der Basisdateien durch einen Techniker. Dazu ermittelt dieser zunächst die Anzahl der Wörter, Seiten und Grafiken. Außerdem untersucht er die Basisdateien auf mögliche Kompatibilitäts- oder Formatierungsprobleme.
Eine Sprachkraft prüft im Vorfeld kulturelle Aspekte wie etwa Wortspiele, die sich nicht in eine andere Sprache übertragen lassen, oder Grafiken, die nicht verwendet werden dürfen. Zudem sichtet sie das vorhandene Referenzmaterial, bereits übersetzte Dokumente sowie gleichzeitig zu übersetzendes Material, wie etwa Software- und Onlinehilfen, erkennt Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen diesen Materialien und dokumentiert diese.
Der Projektmanager entwickelt im nächsten Schritt einen ausführlichen Plan, dem alle Mitarbeiter wichtige Schnittpunkte, Termine und Prozessstufen für die Textarbeit entnehmen können. Danach wird ein Projektteam gebildet, das aus Fachübersetzern mit den entsprechenden technischen Kenntnissen, Lektoren der jeweils erforderlichen Sprachen, Grafikern und Technikern besteht.
Ein Terminologe fasst im nächsten Schritt die wichtigsten Fachbegriffe in so genannten Terminologielisten zusammen. Diese werden übersetzt und von den Landesrepräsentanten des Kunden vorab genehmigt. Damit ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter wichtige Begriffe im Sinne des Kunden lokalisieren. Außerdem wird so vermieden, dass innerhalb des Projekts unterschiedliche mögliche Übersetzungen für den jeweiligen Fachbegriff verwendet werden. Das Projektteam entwickelt zudem individuelle Stilrichtlinien, die es ebenfalls mit dem Kunden abstimmt. So kann die Übersetzung vollständig im Sinne des Kunden durchführt werden.
Sind die Dokumente in der Quellsprache fertig und zur Übersetzung freigegeben, bereitet der Projektmanager sie auf und sendet sie an die Übersetzer in den jeweiligen Ländern. Bei umfangreicheren Lokalisierungen arbeiten häufig mehrere Übersetzer gleichzeitig an verschiedenen Projektteilen. Die im Vorfeld definierten Terminologielisten und Stilrichtlinien stellen sicher, dass sie auf derselben Basis arbeiten.
Darüber hinaus werden Übersetzungsspeicher oder Translation-Memory- Tools eingesetzt. Die Übersetzungen werden von Menschen und nicht von Übersetzungsprogrammen durchgeführt. Die Übersetzer werden dabei von einem Tool unterstützt, das jeden übersetzten Satz in einer Datenbank speichert, während der Übersetzer arbeitet. Kommt derselbe oder einer ähnlichen Satz später noch einmal im Text vor, schlägt das Tool die bereits gespeicherte Übersetzung vor. So spart der Übersetzer Zeit, und die Kosten der Übersetzungsarbeit werden reduziert.
Die übersetzten Teile gehen an den Projektmanager zurück, der sie dann einem Lektor übergibt. Dieser stellt sicher, dass die vereinbarten und gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien befolgt wurden und sorgt dafür, dass das gesamte Dokument einen einheitlichen Stil aufweist.
Ist die Arbeit am sprachlichen Teil abgeschlossen, wird das ursprüngliche Seitenbild von spezialisierten Grafikern wie Layoutern oder Desktop-Publishing-Spezialisten wieder hergestellt. Einige Sprachen benötigen mehr oder weniger Wörter und damit auch Platz, um den Ausgangsinhalt wiederzugeben. Daher werden die Zeilen- und Seitenumbrüche stets kontrolliert. Auch die Grafiken müssen an die richtige Stelle in Bezug zum beschreibenden Text gebracht werden.
Abschließend finden verschiedene Qualitätssicherungsschritte statt, um zu gewährleisten, dass das lokalisierte Dokument wirklich genau dem Ausgangsdokument entspricht. Damit ist die Lokalisierung abgeschlossen, und die druckfertigen Dateien können an den Kunden ausgeliefert werden.
[Text: Leif Sonstenes, Locatech GmbH, Dortmund. Quelle: Locatech-Newsletter, Oktober 2008, www.locatech.com.]
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Infoblatt 5/2008: Qualitätsprodukt Übersetzung, Gesundheitsreform aus Sicht einer PKV etc.
17.10.2008 von Richard Schneider.
Die Ausgabe 5/2008 des vom ADÜ Nord herausgegebenen Infoblatts ist soeben erschienen.
Auf 24 Seiten werden unter anderem folgende Themen behandelt: 
Themen in diesem Infoblatt:
- Qualitätsprodukt Übersetzung: Abwärtstrend gestoppt?
- Professionelle Auftragsabicklung (Teil 2)
- Grundwissen Normen (Teil 3)
- Gesundheitsreform: Überblick von der DKV
- Rechtsecke: Ü/D-Gesetz in Schleswig-Holstein
- Literaturübersetzer: Wolfenbütteler Gespräch
- Seminarbericht “Mess- und Prüftechnik” (Hildesheim)
- Sprachmittlertreffs in Bremen und Osnabrück
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[Text: Helke Heino. Bild: ADÜ Nord.]
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SDL-Fallstudie: Chrysler senkt Übersetzungskosten um 35 Prozent
17.10.2008 von Richard Schneider.
Mit der Unternehmensvorgabe, die Kosten um 5 % pro Jahr zu senken und gleichzeitig die Produktivität zu erhöhen, stand die Chrysler Group vor der Herausforderung, den Prozess zur Bereitstellung qualitativ hochwertiger Fahrzeugdokumentationen deutlich zu verbessern. Nach Abschluss eines Erfolg versprechenden Pilotprojekts wurde das SDL-Knowledge-based-Translation-System (KbT) implementiert, dessen Ergebnisse die Erwartungen bei Weitem übertrafen.
Mit einem Jahresumsatz von 67 Milliarden USD und jährlich 2,7 Millionen weltweit verkauften Fahrzeugen und Ersatzteilen, darunter die Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Mopar, ist die Chrysler Group einer der größten Automobilhersteller der Welt. Immer wenn Chrysler ein neues Produkt oder Modell auf den Markt bringt, müssen Tausende von Seiten an Dokumentation produziert werden, damit die zum einwandfreien Betrieb der Fahrzeuge notwendigen Informationen rechtzeitig für Techniker, Händler und Käufer verfügbar sind. Verzögerungen in der Produktion der Dokumentation haben Umsatzeinbußen für das Unternehmen zur Folge. Die Herausforderungen:
- Für jedes Modell sind 5.000 bis 8.000 Seiten an Dokumentation erforderlich
- Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Modellen führt zu häufigen Aktualisierungen der Dokumentation
- Die Dokumentation muss möglichst schnell bearbeitet werden, um den Zeitvorgaben der Automobilfertigung zu entsprechen
- Der Preisdruck erfordert Lösungen mit niedrigen Kosten
- Die Lösung muss nahtlos in die automatisierten Prozesse der Chrysler Group integriert sein
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat die Chrysler Group die Firma Tweddle Litho ans Steuer gesetzt, die für das Management der Übersetzung dieser Dokumentationen verantwortlich ist. Da die Chrysler Group auf so vielen globalen Märkten aktiv ist, mussten große Mengen neuer und aktualisierter Inhalte schnell und zu geringeren Kosten übersetzt werden, als dies mit den gängigen Methoden möglich gewesen wäre. Tweddle suchte die Partnerschaft mit SDL, um herauszufinden, wie das KbT die Prozesse automatisieren und Kosten senken könnte.
Pilotprojekt
Tweddle und SDL führten ein Pilotprojekt durch, in dessen Rahmen kleinere Textmengen aus der Dokumentation durch das System geschleust wurden. Die Ergebnisse waren beeindruckend: hochwertige mehrsprachige Inhalte wurden bei potenziellen Kosteneinsparungen von bis zu 30 % produziert.
Automatisierung und Integration für effizientere Abläufe
Da der Produktionsprozess für Dokumentationen in der Chrysler Group bereits zahlreiche automatisierte Schritte enthielt, musste die Lösung auf die vorhandenen Technologien abgestimmt werden.
Darüber hinaus ermöglicht die ausschlaggebende Komponente der Lösung, das SDL-Translation-Management-System, die automatische Steuerung des Informationsflusses sowohl während als auch außerhalb der normalen Bürostunden. Große Mengen von Dateien, die im System zu verschiedenen Zeiten eingehen und häufige Aktualisierungen erfordern, werden automatisch durch das System verwaltet und wieder an die richtige Stelle gesetzt, sobald der Übersetzungsprozess abgeschlossen ist.
Die Ergebnisse übertrafen selbst die höchsten Erwartungen aus dem Pilotprojekt. Die Übersetzungskosten wurden um über 35 % reduziert. In einer Industrie, in der die Fristeinhaltung von entscheidender Bedeutung ist, stellt diese Prozesseffizienz sicher, dass die Dokumentation im Einklang mit den Fristen für die Fahrzeugfertigung und zu wesentlich geringeren Kosten produziert werden kann.
- Reduzierung der Übersetzungskosten um mehr als 35 %
- Übersetzung von ca. 35.000 Seiten technischer Dokumentation ins Französische, Italienische, Deutsche und Spanische - in weniger als 4 Monaten
- Verbesserte Qualität durch erhöhte Konsistenz
- Erhöhung der Effizienz interner Teams
- Implementierung einer erheblich besser skalierbaren Lösung anstelle von traditionellen Übersetzungsmethoden
Übersetzungsqualität darf nicht leiden
Eines der Schlüsselkriterien für die Übersetzungslösung war die Anforderung, dass die Qualität unter den Kostensenkungen nicht leiden darf. Das Team von Chrysler war erfreut festzustellen, dass die Qualität der Übersetzungen höher als erwartet und konsistenter als in vorhergehenden Dokumentationen war.
Das SDL-KbT-System ist eine anspruchsvolle Lösung, die qualitativ hochwertige und konsistente Übersetzungen liefert. Zunächst wird die Terminologie extrahiert und übersetzt, um ihre korrekte Verwendung im gesamten Prozess sicherzustellen. Dann wird sie in das Wörterbuch importiert, das konsistent sowohl diese Terminologie als auch branchenspezifisches Wissen anwendet.
Der Inhalt wird mit dem Translation Memory abgeglichen, sodass der gleiche Satz nie zweimal übersetzt werden muss. Jede Sprache hat verschiedene Regeln, was die Wortstellung oder die Verwendung von Endungen bei Adjektiven und Substantiven betrifft. Das SDL-KbT-System kennt diese Regeln und wendet sie an. Ein Übersetzer mit fundierten Kenntnissen der Automobilindustrie sorgt für die Nachbearbeitung und die Prüfung der Übersetzung. Alle Änderungen werden in die Wissensdatenbank des Chrysler Systems übertragen, was zusätzlich zur Steigerung der Qualität von zukünftigen Übersetzungen beiträgt.
Zusammenfassung und Zukunftspläne
Die Lösung von SDL reduzierte die Übersetzungskosten um über 35 %, erhöhte die Produktivität des Übersetzungsprozesses um mehr als 40 % und sorgte für eine deutliche Qualitätssteigerung in den für Kunden und Händler der Chrysler Group bereitgestellten Inhalten. Das Unternehmen ist vom Erfolg des Systems so begeistert, dass man derzeit untersucht, wie das System auch in anderen Projekten am effektivsten eingesetzt werden kann, um die Time-to-Market zu beschleunigen und weiterhin Umsatzsteigerungen auf den globalen Absatzmärkten zu erzielen.
Über das SDL-Knowledge-based-Translation-System
Das SDL-Knowledge-based-Translation-System ist eine leistungsstarke Kombination aus automatisierter Übersetzungssoftware und linguistischen Fähigkeiten, die im Vergleich zur herkömmlichen Übersetzung bis zu dreimal mehr Durchsatz liefert. Das SDL Translation Management System, die SDL Technologie zur Extrahierung von Terminologie und die SDL Lösung für automatisierte Übersetzung arbeiten auf Grundlage einer gemeinsamen Wissensdatenbank zusammen, um eine Vielzahl von Übersetzungsaufgaben zu automatisieren.
Die Nachbearbeitung und das Lektorat werden von kompetenten Fachkräften durchgeführt. Die resultierenden Übersetzungen erhalten das erforderliche DTP oder durchlaufen entsprechende Engineering-Prozesse, um die übersetzten Inhalte in ihre endgültige Form zu bringen. Das System basiert auf den gängigen Industriestandards, einschließlich XML und TMX, was zum Schutz der Investition in Sprachdaten beiträgt und die problemlose Integration in vorhandene Unternehmenssystemen ermöglicht.
[Text: SDL. Quelle: Pressemitteilung, 2007. Bild: Chrysler.]
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