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November 2008
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Archive für November 2008

UNIVERSITAS und Übersetzergemeinschaft unterstützen Pariser Aufruf

Der österreichische Übersetzer- und Dolmetscherverband UNIVERSITAS sowie die Übersetzergemeinschaft unterstützen den von europäischen Intellektuellen initiierten “Aufruf für eine europäische Übersetzungspolitik”. Anlässlich der bevorstehenden Tagung des Rats der EU-Kulturminister am 20. und 21. November haben die beiden Verbände in einem gemeinsamen Brief um die Unterstützung von Bundesministerin Dr. Claudia Schmied in dieser wichtigen europäischen Angelegenheit ersucht.

“Wir sind überzeugt davon, dass es notwendig ist, die Vielfalt der europäischen Sprachen zu erhalten, denn sie ist eine Grundlage der kulturellen Eigenart Europas”, meint dazu Eva Holzmair-Ronge, die Präsidentin des Österreichischen Übersetzer- und Dolmetscherverbandes UNIVERSITAS, dessen Mitglieder hauptsächlich im Bereich Fachübersetzungen tätig sind.

Mag. Brigitte Rapp, die Geschäftsführerin der Übersetzergemeinschaft, die Literaturübersetzer vertritt, sieht das genauso: “Es wäre bedauerlich, wenn der sprachliche Reichtum Europas durch die Dominanz der ‘großen’ Sprachen - also vor allem Englisch - verdrängt würde. Für das gegenseitige Verstehen bedarf es vor allem einer qualitätvollen Sprachmittlung. Das betrifft sowohl die Kommunikation als auch die Vermittlung von kulturellen und ästhetischen Werten durch die Literatur. Nur eine gezielte Übersetzungspolitik auf europäischer Ebene, die allen beteiligten Akteuren Rechnung trägt, kann dies gewährleisten.”

Zu den Mitgliedern der beiden Berufsverbände gehören, abgesehen von Übersetzern bzw. Dolmetschern für weit verbreitete Sprachen, auch Sprachprofis der weniger verbreiteten Sprachen. Dadurch leisten die Mitglieder in ihrer täglichen Arbeit einen wertvollen Beitrag zum erklärten Ziel der erwähnten Initiative.

[Text: UNIVERSITAS, Übersetzergemeinschaft. Quelle: Pressemitteilung UNIVERSITAS, 2008-11-19.]

“Mehr als eine Sprache” - Pariser Intellektuelle zur Übersetzungspolitik

In diesen Tagen will die Europäische Union über neue Initiativen in ihrer Übersetzungspolitik beraten. Dazu erschien vorab in verschiedenen europäischen Zeitungen der folgende “Appell” von Angehörigen der Pariser Kulturschickeria, unter ihnen auch zwei deutsche Professoren.

Die Resolution war am 26.09.2008 an der Sorbonne von drei Dutzend Geistesgrößen unterzeichnet worden. Innerhalb eines Monats schlossen sich über das Internet 1.300 Personen den sehr allgemein gehaltenen Forderungen an.

Aufruf für eine europäische Übersetzungspolitik

Wenn Europa das europäische Aufbauwerk fortsetzt, ohne die Vielfalt seiner Sprachen zu achten, wird es sich selbst verleugnen. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder einen “Transaktionsdialekt” allgemein anwenden, um den Austausch zu fördern, wobei das Risiko einer kollektiven Verarmung besteht; oder sich über die Sprachenvielfalt freuen und sie im Sinne eines besseren gegenseitigen Verständnisses und eines wahren Dialogs gewährleisten.

Die Europäische Union stellte, zumindest innerhalb ihrer provisorischen Grenzen, den freien Waren-, Kapital- und Personenverkehr sicher. Es ist an der Zeit, dass sie sich darum bemüht, das Wissen, die Werke und die Fantasien frei verkehren zu lassen und somit an die fruchtbaren Momente des historischen Europas anzuknüpfen. Es ist an der Zeit, dass die Europäer lernen, miteinander in ihren Sprachen zu sprechen. Die Aufwertung der Sprachen Europas wird zur Versöhnung der Bürger mit Europa beitragen. Die Übersetzung spielt dabei eine wichtige politische Rolle.

Denn eine Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel oder eine Dienstleistung. Sie ist auch nicht nur ein kulturelles Erbe, eine zu bewahrende Identität. Jede Sprache ist ein anderes Netz, das auf die Welt ausgeworfen wird, sie besteht nur in ihrer Interaktion mit den anderen Sprachen. Indem man übersetzt, vertieft man ihre Eigenheit sowie die der anderen Sprache: Man muss mindestens zwei Sprachen verstehen, um zu wissen, dass man eine spricht.

Da Übersetzen das Überschreiten der Identitäten und die Erfahrung der Unterschiede darstellt, muss es im Zentrum des öffentlichen europäischen Raumes stehen, den in seinen bürgerlichen und institutionellen Dimensionen, in seinen kulturellen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Komponenten zu errichten allen gemeinsam obliegt.

Deshalb rufen wir zur Umsetzung einer wahren europäischen Übersetzungspolitik auf, die auf zwei Prinzipien beruhen sollte: Alle Akteure und Sektoren des kulturellen Lebens (Lehre, Forschung, Dolmetscher- und Verlagswesen, Kunst, Medien) müssen mobilisiert werden; die internen Dynamiken der Union müssen genauso wie auch ihre außenpolitischen Maßnahmen strukturiert werden, indem die Aufnahme der anderen Sprachen in Europa und das Verständnis der Sprachen Europas in der übrigen Welt konkret gewährleistet werden.

Aus der Übersetzung wird das europäische Projekt neue Energie schöpfen.

Die Erstunterzeichner sind: Adonis, Vassilis Alexakis, Etienne Balibar, Tahar Ben Jelloun, Yves Bonnefoy, Barbara Cassin, Michel Deguy, Emmanuel Demarcy-Mota, Claude Durand, Umberto Eco, Paolo Fabbri, Maurizio Ferraris, Michèle Gendreau-Massaloux, Ghislaine Glasson Deschaumes, Yves Hersant, Jean-Noël Jeanneney, François Jullien, Julia Kristeva, Eduardo Lourenço, Amin Maalouf, Robert Maggiori, Federico Mayor, Ariane Mnouchkine, Edgar Morin, Manoel de Oliveira, Jacqueline Risset, Fernando Fernandez Savater, Antonio Tabucchi, Jürgen Trabant, Heinz Wismann.

Wer mitmachen möchte, kann hier elektronisch unterschreiben: plus-dune-langue.eu

Deutsche Welle TV berichtet über Lingua-World

Erst vor wenigen Tagen durfte Nelly Kostadinova (52), Gründerin der Lingua-World, ihr Unternehmen zur besten Sendezeit auf einem reichweitenstarken Sender vorstellen. (Siehe “Nelly Kostadinova von Lingua-World als ‘Geheime Helferin’ bei Sat.1“). Ein Coup, von dem die meisten Konkurrenten nicht einmal zu träumen wagen.

Und doch es ist nicht das erste Mal, dass der Kölner Sprachdienstleister es ins Fernsehen geschafft hat. Bereits zuvor strahlte das „Deutsche Welle TV“ im Rahmen der Sendereihe „Made in Germany“ unter dem Titel „Die Dolmetscherin“ ein Kurzprofil aus. Dieses kann bei YouTube sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch abgerufen werden. Auch die WirtschaftsWoche weist in Ihrem Angebot auf diesen Filmbeitrag hin.

Kern startet mit clicktranslate.net neues Portal für Übersetzungen

Die Kern AG, Global Language Services, ein führender Anbieter von Übersetzungs- und Sprachendienstleistungen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, bietet mit clicktranslate.net ein neues Online-Portal für die schnelle und unkomplizierte Beauftragung von Übersetzungen.

Kunden können bei clicktranslate.net jetzt ganz einfach und komfortabel Übersetzungen online beauftragen und dabei zwischen vier Quellsprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch) und über 50 Zielsprachen wählen. Neben den bekannten Weltsprachen bietet die Kern AG bei clicktranslate.net auch Übersetzungen in exotischere Sprachen wie beispielsweise Albanisch, Bengali, Nepalesisch oder Tamilisch.

Weil ausschließlich Muttersprachler mit Spezialisierung in bestimmten Fachbereichen für die Kern AG übersetzen, garantiert der Sprachendienstleister so seinen Kunden qualitativ hochwertige Übersetzungen von geschäftlichen, technischen, juristischen, wissenschaftlichen und allgemeinen Texten.

Statt zunächst ein Angebot anzufragen, bekommen Kunden bei clicktranslate den Preis direkt angezeigt und können eine Übersetzung sofort beauftragen – eine deutliche Zeitersparnis. Der Auftrag wird direkt und kurzfristig von den erfahrenen und qualifizierten Übersetzern der Kern AG bearbeitet.

„Mit clicktranslate haben wir im Bereich des Prozessmanagements für Übersetzungsdienstleistungen eine Lösung entwickelt, die es unseren Kunden ermöglicht, Übersetzungsprojekte jetzt noch schneller zu beauftragen“, erklärt Dr. Thomas Kern (Bild), Vorstandsmitglied der Kern AG. „Mit dem sehr einfach zu bedienenden, webbasierten Angebot realisieren wir eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.“

Das neue Portal clicktranslate.net hat die Kern AG erstmals Anfang November auf der Tekom 2008 in Wiesbaden präsentiert, der Messe des deutschen Fachverbands für Technische Kommunikation. Bei clicktranslate haben Kunden die Möglichkeit, verschiedene Dateien zu übertragen: neben den Quelltexten beispielsweise auch Referenzen oder ältere Übersetzungen. Neben der Standardvariante von clicktranslate plant die Kern AG für Stammkunden auch eine individuell konfigurierte Variante mit einem passwortgeschützten Zugriff, in der Kundendaten gespeichert und der Bearbeitungsstatus verfolgt werden können.

www.clicktranslate.net

Über die Kern AG
Die Kern AG mit Stammsitz in Frankfurt am Main ist ein führender Sprachendienstleister im Bereich weltweiter Kommunikation mit über 40 Geschäftstellen im In- und Ausland. Zu den vielfältigen Dienstleistungen der Kern AG gehören das Übersetzen und Dolmetschen in alle Weltsprachen, Software-, Webseiten- und Dokumenten-Lokalisierung, Terminologieverwaltung, multilinguales Desktop-Publishing, das Vermieten von Dolmetscher- und Personenführungsanlagen, die Kreation nationaler und internationaler Markennamen sowie Sprachentraining in den wichtigsten Sprachen für Firmen und Privatpersonen. Seit der Gründung im Jahr 1969 betreut die Kern Unternehmensgruppe einen stetig wachsenden internationalen Kundenstamm aus unterschiedlichsten Branchen wie beispielsweise Informationstechnologie, Automobiltechnik, Medizin und Pharmazie, Chemie, Maschinenbau sowie Finanz- und Versicherungswirtschaft. Darüber hinaus vertrauen diverse Regierungsstellen, international tätige Verbände und Anwaltssozietäten auf die professionellen Sprachendienstleistungen der Kern AG.

[Text: Gabriele Horcher. Quelle: Pressemitteilung Kern, 2008-11-17. Bild: Kern.]

Wales: Abwesenheitsnotiz des Übersetzers auf Straßenschild

In Wales müssen Straßenschilder zweisprachig auf Englisch und Walisisch ausgeführt werden. Denn immerhin beherrschen rund 750.000 der 2,9 Mio. Waliser noch ihre Landessprache. Und so gab das Straßenverkehrsamt von Swansea per E-Mail den folgenden Text bei einem Walisisch-Übersetzer in Auftrag: “No entry for heavy goods vehicles. Residential site only.” (Keine Durchfahrt für Schwerlastverkehr. Anwohner frei.)

Die Antwort kam postwendend: „Nid wyf yn y swyddfa ar hyn o bryd. Anfonwch unrhywh waith i’w gyfieithu.“ Das ging ja fix, freute sich die Behörde, druckte den Text aufs Schild und stellte es auf.

Ebenso schnell gingen bei der Behörde jedoch Beschwerden aus der Bevölkerung ein. Fotos des Schildes wurden zur allgemeinen Belustigung in walisischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht.

Bei der vermeintlichen Walisisch-Übersetzung handelte es sich nämlich um eine automatische Abwesenheitsnotiz, verschickt vom E-Mail-Programm des Übersetzers: „Bin zurzeit nicht im Büro. Übersetzungsaufträge bitte einfach zuschicken.“

Ein Foto des inzwischen wieder demontierten Schildes finden Sie bei der BBC.

[Text: Richard Schneider. Quelle: BBC, 2008-10-31; Zeit, 2008-11-02.]

Neu von Langenscheidt: Praxiswörterbuch Marketing Englisch

“Advertainment”, “Above-the-line-Medien” oder “Ad-Booster”: In der Marketing-Welt ist Englisch die Fachsprache und ihre Beherrschung ein absolutes “Must”. Dieser Tatsache trägt der Langenscheidt Fachverlag mit dem neuen Praxiswörterbuch Marketing Englisch Rechnung, das soeben erschienen ist. In Kooperation mit dem spanischen Fachverlag LID Editorial ist ein zweisprachiges Nachschlagewerk entstanden, das neben der Übersetzung von tausenden Fachbegriffen zusätzlich deren Definitionen enthält. Damit bietet es sich nicht nur als Sprach-, sondern auch als Wissenskompendium an, das Marketing-Praktikern aller Couleur im Berufsalltag auf die Sprünge hilft.

Gut zu wissen, dass zum Beispiel “kicker” auf Deutsch “Anreiz” heißt. Noch besser zu wissen, dass sich dahinter ein Merkmal oder eine Bedingung versteckt, die ein Produkt besonders attraktiv macht (oder einen schnellen Abschluss eines Vertrags ermöglicht). Auf seinen rund 200 Seiten präsentiert das Praxiswörterbuch Marketing Englisch zu allen Begriffen in beiden Sprachen eine ausführliche Erklärung. Hintergrund ist die Tatsache, dass viele englischsprachige Vokabeln zwar längst in die “deutsche” Marketingsprache eingeflossen sind, aber gerade von fachfremden Anwendern nicht immer präzise eingesetzt werden. Für eine perfekte Kommunikation, sei es mit deutschen, sei es mit internationalen Partnern, sind die inhaltlichen Erläuterungen daher besonders wertvoll.

Bei der Auswahl der rund 3.000 Ausdrücke haben die Redaktionsteams beider Verlage auf höchste Aktualität geachtet – schließlich ist auch die Marketing-Fachwelt in ständigem Wandel begriffen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum der Branche: vom reinen Marketing über Werbung und Sponsoring bis hin zu Vertrieb und Distribution. Medien und Märkte sind ebenso berücksichtigt worden wie Kommunikationsinstrumente, Markenstrategie und Corporate Identity. Zusätzlich haben häufig verwendete Abkürzungen, etwa “ACCA” für Attention, Comprehension, Conviction und Action (= Werbemodell DAGMAR), aber auch Kürzel nationaler wie internationaler Branchenverbände, zum Beispiel “ASA” (Advertising Standard Authority), Eingang in den Inhalt gefunden.

Weil die Sprache der Werber und Strategen inzwischen breite Teile unseres Alltagslebens beeinflusst, ist das Langenscheidt Praxiswörterbuch Marketing nicht nur für Fachleute von Interesse, sondern hat auch dem aufgeschlossenen Laien viel zu bieten. Für Studenten, Übersetzer, Journalisten und alle professionellen Nutzer, speziell auch für kleine bis mittelständische Unternehmen, ist es ein unverzichtbarer Partner im Berufsalltag.

Langenscheidt Praxiswörterbuch Marketing Englisch. Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch. 1. Auflage 2008. Mehr als 3.000 Fachbegriffe mit zweisprachigen Definitionen, ca. 200 Seiten, 19,95 Euro [D], 20,60 Euro [A], 35,50 CHF. ISBN 978-3-86117-302-1.

[Text: Langenscheidt. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2008-11. Bild: Langenscheidt.]

Bad Urach: Unfähige Dolmetscherin behindert Verhandlung

Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss wirft einem italienischen Geschäftsmann (55) vor, über das Internet gefälschte Boss-Hemden vertrieben zu haben. Vor dem Amtsgericht Bad Urach fand deshalb gestern eine Verhandlung statt. Diese wurde jedoch durch eine unfähige Italienisch-Dolmetscherin so stark behindert, dass die Zeugenbefragung vertagt werden musste. Die Reutlinger Nachrichten schreiben:

Die Verhandlung vor dem Bad Uracher Amtsgericht sollte Klarheit schaffen, doch das blieb zunächst ein fruchtloses Unterfangen. Nach der Anklageverlesung durch Staatsanwalt Benjamin Stolle sah sich die Dolmetscherin, die ja auch für gerichtliche Übersetzung vereidigt ist, weitaus überfordert, ihrer Aufgabe nachzukommen. Sie war mit ihren Italienisch-Kenntnissen überfordert. Hilfe hätte Anwalt Danilo Santin geben können, doch er durfte ja als Verteidiger nicht derart tätig werden. Richterin Dr. Stefanie Rebmann mühte sich redlich aber vergebens, der Übersetzerin einige Übertragungen zu entlocken und wenigstens einige Aufschlüsse zu erhalten. So fanden sich die Parteien immer wieder vor dem Tisch der Richterin zusammen, um an vorliegendem Material Licht in die Vorgänge zu bringen. […] Ohne befähigte Übersetzerin war die Anhörung der Zeugen hinfällig.

Immerhin konnte bei diesem ersten Termin auch ohne Hilfe der Dolmetscherin der Fall so weit geklärt werden, dass der beschuldigte Geschäftsmann, der einen mittelständischen Betrieb in Italien leitet, aller Wahrscheinlichkeit nach unschuldig ist. Offenbar bediente sich ein Betrüger seiner Identität (ähnliche E-Mail-Adresse und Website, gefälschter Briefkopf).

Fazit: Ein teurer Termin für alle Beteiligten, besonders für den offenbar zu Unrecht Beschuldigten, der den langen Weg aus Italien auf die Schwäbische Alb auf sich nahm. Möglicherweise muss er noch ein zweites Mal nach Deutschland kommen, wenn die Verhandlung mit einer des Italienischen mächtigen Dolmetscherin fortgesetzt wird.

Unser Kommentar: Es lohnt sich nicht, am Dolmetscher zu sparen. Hoffentlich wird auch das Gericht aus diesem Schaden klug.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Reutlinger Zeitung, 2008-11-14. Bild: Richard Schneider.]

Ist die Qualitätssicherung automatisierbar? ErrorSpy & Co.

In vielen Produktionsbetrieben ist es bereits Alltagspraxis. Ein Mitarbeiter sitzt vor einem großen Pult mit mehreren Bildschirmen. Rote Lämpchen flackern und melden die Stellen am Fließband, bei denen es Qualitätsprobleme gibt. Am Schwarzen Brett gibt es Aushänge, die den Qualitätsfortschritt dokumentieren. Man möchte vom Phänomen „Montagsauto“ wegkommen.

Für viele ist das in der Sprachindustrie noch Zukunftsvision. Was aber, wenn dies auch hier funktionieren würde? Man stelle sich einmal vor, was man alles mit einer automatischen Qualitätssicherung und Bewertung anfangen könnte. Man könnte beispielsweise auf Fehler viel schneller reagieren und sie im Vorfeld erkennen, bevor sie größere Schäden verursachen. Man könnte feststellen, welche Fehlertypen häufiger vorkommen und nach den Ursachen suchen. Man könnte auch den Erfolg eines Lieferantenqualifizierungsprogramms messen und verfolgen.

Kaum ein Großunternehmen von Rang ist nicht nach einem Qualitätsstandard zertifiziert. Umso erstaunlicher ist es, dass ein so wichtiges Gebiet wie die Qualität der Dokumentation und Übersetzungen nicht systematisch erfasst und gesteuert wird. Zur Systematik gehören Prozesse, Messgrößen, Qualitätskriterien, Audits, die gewährleisten und belegen, dass das Produkt eine hohe Qualität erreicht hat.

Wer regelmäßig mit Übersetzungen zu tun hat weiß, dass Fehler auch bei guten Übersetzern vorkommen. Er verlässt sich nicht auf Aussagen wie „der Übersetzer ist für seine Qualität verantwortlich“ oder „ich habe nichts Negatives gehört“. Übersetzer arbeiten unter hohem Zeitdruck und können etwas übersehen. Ferner begünstigen Übersetzungstechnologien in manchen Fällen Fehler.

Firmen oder Institutionen, die wöchentlich mit vielen Dienstleistern hunderte, wenn nicht tausende, von Seiten in eine Vielzahl von Sprachen übersetzen lassen, stehen vor einer großen Herausforderung. Wenn sie die Qualität sichern, ist dies meistens ein manueller Prozess. Dadurch steigen die Übersetzungskosten um ca. 20-25 %, denn der Lektor kann ungefähr nur 4-5 Mal so viel Text lektorieren wie der Übersetzer übersetzt. Der zusätzliche Zeitaufwand ist bei zeitkritischen Publikationen ein großes Hindernis.

Wie zuverlässig ist aber der Mensch bei der Qualitätskontrolle? Wie kann ein Prüfer bei einer Terminologieliste von 2.000 Einträgen gewährleisten, dass der Übersetzer auf jeder Seite eines Dokuments die vorgegebene Fachterminologie eingehalten hat? Wie sicher erkennt er Zahlenfehler bei langen Zahlenkolonnen? Findet er Inkonsistenzen zwischen mehreren Dateien und Übersetzern?

Auf das Dokumentieren der Fehler wird aus Zeitnot allzu oft verzichtet. Der Übersetzer bräuchte jedoch umgehend eine detaillierte Rückmeldung über seine Fehler, um sie zu korrigieren. Und die Qualitätsbewertung soll reproduzierbar und messbar sein, um Diskussionen zu vermeiden.

Auf Grund der großen Anzahl von Dokumenten und Sprachen ist daher eine rein manuelle Qualitätssicherung von Übersetzungen nicht realistisch. Hier können automatische Prüfprogramme wie beispielsweise ErrorSpy für die Übersetzungen oder acrolinx IQ Suite und CLAT für die Ausgangstexte Abhilfe schaffen.

Die automatische Prüfung eines Dokuments liefert eine Liste potentieller Fehler. Zumindest solcher, die eine Software feststellen kann, wie Terminologie, Zahlen, Konsistenz oder Typographie. Eine Messung der Qualität ist in jedem Qualitätssystem unabdingbar. Mit Hilfe einer fehlertypabhängigen Gewichtung kann man festgestellte Fehler in eine Bewertung der Übersetzung umwandeln. Daraus lassen sich in einem Workflow gewisse Aktionen (Tasks) auslösen. Zum Beispiel das Zurückschicken der Übersetzung an den Dienstleister oder das Versenden einer Nachricht an einen Projektmanager.

Bei der Prüfung eines Einzelprojekts soll es nicht bleiben. Aus einer Sammlung projektabhängiger Messungen lassen sich per Knopfdruck Auswertungen über einen Zeitraum gewinnen. So kann man Fragen beantworten wie: „Wie hat sich die Qualität meiner russischen Übersetzungen im letzten Quartal entwickelt?“; „Welche Fehlertypen kommen häufiger vor und warum?“; „Hat der Lieferant XYZ nach den letzten Maßnahmen seine Qualität steigern können?“. Dadurch erhält der für Dokumentation und Übersetzungen Verantwortliche ein mächtiges Instrument, um die Qualität eines großen Übersetzungsaufkommens gleich in mehreren Sprachen in den Griff zu bekommen und zu steigern. Als Zusatzprodukt entstehen Auswertungen, die bei jedem Qualitätsaudit gut verwendbar sind.

Der Nutzen lässt sich auch schnell in barer Münze rechnen. Mitarbeiter, die bisher Übersetzungen manuell geprüft haben, sind entlastet. Sie können sich auf die Fehlerarten konzentrieren, die keine Software feststellen kann nämlich auf Verständnisfehler. Der Gesamtaufwand für die Qualitätskontrolle nimmt ab und Übersetzungen sind schneller verfügbar, weil Fehler und Fehlerquellen frühzeitig beseitigt sind. Ferner profitiert man von einer größeren Rechtssicherheit.

Die Vorteile einer softwaregestützten Qualitätssicherung von Übersetzungen sind noch attraktiver, wenn man verschiedene Technologien miteinander kombiniert, um die Ergebnisse zu verbessern. Hier eignet sich in erster Linie eine Kombination der Qualitätsoptimierung von Ausgangsdokumentationen und von Übersetzungen. Übersetzer erhalten optimierte Texte und ihre Qualitätssicherungssoftware kann ebenfalls nützliche Rückmeldungen zur Konsistenz der Ausgangstexte oder Terminologie geben.

Dieses Szenario ist keine Zukunftsmusik mehr. Es gibt bereits am Markt Technologien wie ErrorSpy, die dies gewährleisten. Die Automatisierung der Qualitätskontrolle ist eine Technologie, an der man bei regelmäßigem Übersetzungsaufkommen zukünftig schwer vorbeikommen wird.

[Text: D.O.G. Dokumentation ohne Grenzen GmbH. Quelle: D.O.G. news 4/2008, mit freundlicher Genehmigung.]

Der gelbe Riese: Langenscheidt macht 253 Mio. Euro Umsatz

Die Langenscheidt KG, München, schließt das Geschäftsjahr 2007 mit einem voll konsolidierten Gesamtumsatz von 253 Millionen Euro weltweit ab. Im Vergleich zu 2006 (263 Millionen Euro) ist dies ein leichter Rückgang um 3,9 Prozent, der sich in den Bereichen Reise/Kartografie im Wesentlichen durch die Dollarschwäche sowie durch die erwarteten Entwicklungen im Bereich Wissen/Deutsche Sprache begründet.

Das Erscheinen des neuen „Duden“ und der 30-bändigen Brockhaus-Enzyklopädie im Jahr 2006 führten zu einem überproportionalen Umsatzsprung (von 70 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 95 Millionen Euro im Jahr 2006) im Segment Wissen/Deutsche Sprache. Mit 90 Millionen Euro im Jahr 2007 hat sich der Umsatz auf einem hohen Niveau gehalten, obwohl es in diesem Jahr keine Neuauflagen des Duden oder der Brockhaus-Enzyklopädie gab.

Zuwächse konnten 2007 im Segment Fremdsprachen verzeichnet werden. Mit einem soliden Plus von 2,7 Millionen Euro auf nun 89,7 Million Euro Gesamtumsatz im Jahr 2007 (87 Millionen Euro im Jahr 2006) haben sich die in 2006 vorgenommenen Investitionen in Produktinnovationen und noch kürzere Aktualisierungsrhythmen ausgezahlt. Die Langenscheidt KG ist laut media control GfK klarer Marktführer in der Warengruppe „Fremdsprachige Wörterbücher“ in Deutschland und Österreich. Die wichtigsten internationalen Märkte für das Segment Fremdsprachen sind die USA, Großbritannien, Polen, Frankreich und die Türkei. Mit 89,7 Millionen Euro Umsatz weltweit ist der Bereich Fremdsprachen innerhalb der Verlagsgruppe nun fast gleichauf mit dem Bereich Wissen/Deutsche Sprache (90 Millionen Euro) und unterstreicht damit die Kernkompetenz der Langenscheidt KG.

Die Bedeutung digitaler Inhalte z.B. für E-Books, mobile Kommunikations- und Navigationsgeräte sowie die neuen Mini Notebooks nimmt erkennbar zu. Die erheblichen Investitionen der letzten Jahre in die offene Datenstruktur und Aufbereitung der Inhalte haben die Basis geschaffen, um ein wichtiger Anbieter und Lizenzgeber in diesem Wachstumssegment zu sein.

Als weiterer Wachstumsfaktor ist der Langenscheidt Übersetzungsservice zu nennen, der zum tragenden Bestandteil des Langenscheidt Markenprofils geworden ist.

[Text: Langenscheidt. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2008-10-13. Bild: Langenscheidt.]

TypeTime Translations geht in Hamburg an den Start

Mit TypeTime Translations geht in Hamburg ein weiteres Internet-Start-up an den Start, das den Übersetzungsmarkt aufmischen will. Hier die entsprechende Pressemitteilung:

TypeTime Translations – Start-up mit Qualitäten

Mit seiner ausgefeilten Plattform geht der Übersetzungsdienstleister TypeTime Translations unter www.typetime.de ins Rennen um die beste Übersetzung und überzeugt dabei mit einer intuitiven und einfachen Bedienerführung.

Das TypeTime-Prinzip ist einfach: Die Gründer Gregor Lesnik und Matthias Kirsten haben sich vorgenommen, Übersetzungen in über 60 Sprachen weltweit über das Internet anzubieten. Das ist zwar nicht neu, aber TypeTime geht auf die Bedürfnisse seiner Kunden ein wie kaum ein anderes Unternehmen.

Über ein Jahr wurde geplant, entwickelt und getestet, um nun mit mehr als 1.500 Fachübersetzern und Korrektoren einen Rundum-Service zum Thema Sprachen anzubieten. Von der einfachen Übersetzung bis hin zur komplizierten rechtlichen Fachübersetzung mit Beglaubigung ist bei TypeTime alles möglich. Damit Kunden immer die Kosten im Blick behalten, steht auf der Internetseite 24 Stunden am Tag ein intelligenter Preisrechner zur Verfügung, mit dem die Kosten für eine Übersetzung in wenigen Sekunden online berechnet werden können, einschließlich Korrektorat.

Express-Übersetzungen werden bei TypeTime Translations bereits wenige Stunden nach Beauftragung fertiggestellt. Darüber hinaus stellt TypeTime Translations mit Einhaltung der Norm DIN EN 15038 die Qualität seiner Übersetzungen sicher. Und das alles bei einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Diese Aspekte zeigen, dass die Gründer von TypeTime noch viel vor haben. Mit ihren Qualitätsmaßstäben erfüllen sie die Anforderungen ihrer Kunden, die Übersetzungsprojekte einfach verwalten möchten, sich einen Ansprechpartner für sämtliche Fragen wünschen und maximale Preistransparenz sowie außerordentlich hohe Qualität erwarten.

www.typetime.de

[Text: Gregor Lesnik. Quelle: Pressemitteilung TypeTime Translations, 2008-10-31. Bild: TypeTime Translations.]