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Archive für Dezember 2008

Legendäre Fehlübersetzung: “Ich schau dir in die Augen, Kleines!”

“Der legendäre Satz aus dem Film Casablanca ist eine Fehlübersetzung.” Darauf weist zu Sylvester und aus Anlass der zum Jahreswechsel üblichen Trinksprüche der Autor Robert Sedlaczek in einem Beitrag für die Wiener Zeitung hin: “In den englischsprachigen Ländern verwendet man als Trinkspruch ‘cheers’, ‘here’s to you’ oder ‘your health’”, führt Sedlaczek aus. Und weiter:

Der berühmteste Trinkspruch aus der Filmwelt lautet: “Ich schau dir in die Augen, Kleines!” Das sagt in Casablanca Rick (Humphrey Bogart) zu Ilsa (Ingrid Bergman). Aber nur in der deutschen Synchronisation, im Original lautet der Satz: “Here’s looking at you, kid!” Bogart spricht den Satz mit sonorer, lispelnder Stimme, fast knurrend. […]
Der Satz stand nicht im Drehbuch. Bogart hat ihn während der Dreharbeiten am 3. Juli 1942 im Burbank Studio der Warner Brothers spontan verwendet. Eigentlich handelt es sich um einen alten Trinkspruch: Zwei Menschen prosten sich zu und schauen sich durchs Glas in die Augen. Bogart verwendet ihn als unterkühlte Offenbarung seiner Gefühle.
Wenn die Übersetzer ihr Handwerk verstanden hätten, würde Bogart in der deutschen Synchronisation in etwa so klingen: “Ich trinke auf dein Wohl, Kleines!” Zur allgemeinen Überraschung heißt es aber: “Ich schau dir in die Augen, Kleines!” Das ist so, wie wenn man “how do you do” nicht mit “wie geht es Ihnen”, sondern mit “wie tun Sie sich denn so” übersetzen würde.

ATICOM-Zeitschrift “Forum” 4/2008 erschienen

Soeben ist die Ausgabe 4/2008 von Forum, der Mitgliederzeitschrift der ATICOM (Fachverband der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher) erschienen. Aus dem Inhalt:

Das aktuelle Thema
- Mitgliederaufruf: Nachweis der „fachlichen Eignung“ für die Ermächtigung/Beeidigung
Veranstaltungsberichte
- Réseau franco-allemand: Wien
- ATICOM-Fachseminar Rechtsenglisch für Übersetzer
- Die DIN EN 15038:2006
- TRANSFORUM: Sitzung in Karlsruhe am 17. und 18. Oktober 2008
- Neue französische Rechtschreibung und Belgizismen in Recht und Verwaltung
Veranstaltungsankündigung
- Anglophoner Tag 2009
Veranstaltungskalender
Kurz berichtet
- GmbH-Gründung mit 1 Euro möglich
- Neue Steuer-Identifikationsnummer auf Lebenszeit
Interkulturelle Kompetenz
- Dolmetschen zwischen den Kulturen
Ausbildung/Fortbildung
- Technischer Redakteur: Ausbildung und Berufsbild
Praxistipp
- www.pons.eu
Tipps zur Existenzgründung
- Zuschuss zum Gründercoaching
Krankenversicherung
- Änderungen zum Krankengeldanspruch
Rezension
- Brüsseler Pralinen & Europäische Häppchen
Deutsch aktuell
- Duden Newsletter
Rechtsberatung
ATICOM-Förderpreis
- Kinderbuchprojekt zum Förderpreis eingereicht
Verschiedenes
- Plain English Campain – Verständliches Englisch
Letzte Meldung
- Reiner Heard neuer Vorsitzender des Lenkungsausschusses von FIT Europe

Diese und ältere Forum-Ausgaben können Sie auf der ATICOM-Website unter folgender Adresse als PDF-Datei herunterladen: www.aticom.de/a-verbzeit.htm

“Lebende Sprachen” wechselt von Langenscheidt zu de Gruyter

Die seit 53 Jahren erscheinende Zeitschrift Lebende Sprachen, die bislang bei der Langenscheidt KG herausgegeben wurde, wird ab Januar 2009 im Verlag Walter de Gruyter GmbH & Co. KG publiziert. Lebende Sprachen versteht sich als “Zeitschrift für fremde Sprachen in Wissenschaft und Praxis” und ist zugleich Fachblatt des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ). Jährlich erscheinen vier Ausgaben.
Durch die gewachsene enge Bindung zwischen den Lesern und der Redaktion hat sich das Fachorgan zu einem Medium entwickelt, das verstärkt praktische Erfahrungen Einzelner einem großen Interessenkreis zugänglich macht. Für den wissenschaftlich Interessierten ist Lebende Sprachen in erster Linie ein Forum linguistischer Diskussion.

“Als Fachjournal im Bereich der Angewandten Linguistik ergänzt Lebende Sprachen ganz hervorragend unser Angebot an sprachphilologischen Zeitschriften”, freut sich Brigitta Zeller-Ebert, Leiterin des Tübinger Imprints Max Niemeyer, wo die Zeitschrift künftig herausgegeben wird, und fügt hinzu: “Mit dem hoch motivierten Herausgeberteam werden wir für den treuen Leserstamm weiterhin die gewohnt anspruchvolle und diskussionsoffene Fachpublikation herausgeben.”

Dr. Vincent Docherty, Leiter der Redaktion Wörterbücher bei Langenscheidt, begründet den Verkauf: “Heute sucht man ein ausgeprägtes Fachblatt wie Lebende Sprachen kaum mehr bei einem Publikumsverlag wie Langenscheidt. Die Zeitschrift ergänzt nun ideal das Portfolio von de Gruyter, die das Fachblatt erfolgreich weiterentwickeln werden, da dieses Verlagshaus umfangreiche Erfahrungen im Zeitschriftensegment hat.”

[Text: Ulrike Lippe. Quelle: Pressemitteilung de Gruyter, 2008-12-05.]

Dolmetscher bei Bombenanschlag in Afghanistan getötet

Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans ist ein afghanischer Dolmetscher ums Leben gekommen. Neben ihm starben ein Polizist und zwei kanadische Soldaten der internationalen ISAF-Besatzungstruppen. Fünf weitere Personen wurden verletzt, darunter vier Kanadier. Die Explosion des am Straßenrand versteckten Sprengsatzes ereignete sich am 27.12.2008 in der Provinz Kandahar.

[Quelle: Reuters, 2008-12-28.]

Nationale Suisse entscheidet sich für Across

Across Systems hat kürzlich den Schweizer Versicherer Nationale Suisse als neuen Kunden gewonnen. Um die mehrsprachigen Produktbeschreibungen, Broschüren, Vertragstexte, AGBs etc. in gewohnt hoher Qualität und dabei auch zeitnah zur Verfügung zu haben, nutzt Nationale Suisse künftig den Across Language Server. Als zentrale Plattform für alle Sprachressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen soll der Language Server sowohl das Projektmanagement für alle sprachbezogenen Belange als auch die Konsistenz der Texte deutlich optimieren.

Für die Erstellung der Produktbeschreibungen, der Vertragsunterlagen und weiterer Dokumente in den Schweizer Landessprachen ist ein interner Übersetzungsdienst verantwortlich. Für die Lokalisierung in alle anderen Sprachen beauftragt der Versicherer externe Übersetzer. Um einerseits das Projektmanagement und die Zusammenarbeit zu verbessern und andererseits Übersetzungsprozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen, suchte Nationale Suisse nach einer geeigneten Software-Unterstützung.

Der Across Language Server überzeugte durch die umfassende Funktionalität und das weitreichende Leistungsspektrum. Vor allem von der Möglichkeit des vernetzten Arbeitens – über alle Delegationsstufen hinweg – war die Versicherungsgruppe begeistert. Die Aufgabenverteilung an interne und externe Übersetzer soll dadurch signifikant gestrafft werden, der Workflow systemgesteuert oder auch teilautomatisiert erfolgen.

„Die systemgestützte Steuerung mit dem Across Language Server entlastet Übersetzungsprojekte von administrativen und organisatorischen Aufgaben. Das zentrale Translation Memory und das Terminologie-System sorgen darüber hinaus für mehr Konsistenz und Qualität der mehrsprachigen Texte“, erläutert Michael Mannhardt als Regional Sales Manager bei Across zuständig für die Schweizer Kunden.

Weitere Optimierungspotenziale will Nationale Suisse durch die Integration des Across Language Server in die IT-Landschaft des Unternehmens erschließen. Für die initiale Erstellung von Dokumenten nutzt Nationale Suisse beispielsweise eine spezielle Content-Management-Software. Diese soll direkt an den Across Language Server angebunden werden, um so den Datenaustausch zu vereinfachen und die Übersetzungsprozesse weiter zu automatisieren.

Nationale Suisse
Nationale Suisse ist ein innovativer international tätiger Schweizer Versicherer für erstklassige Risiko- und Vorsorgelösungen sowie für maßgeschneiderte Spezialprodukte. Die Bruttoprämien belaufen sich konsolidiert auf 1,87 Milliarden Schweizer Franken. Rund ein Drittel davon erwirtschaftet Nationale Suisse in ihren Tochtergesellschaften in Deutschland, Belgien, Italien und Spanien. Der Hauptsitz der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft ist in Basel. Die Aktie der Gesellschaft ist an der SWX Swiss Exchange notiert (NATN). U. a. halten die Landesbank Baden-Württemberg, die Basler Kantonalbank, die Basler Lebens-Versicherungs-Gesellschaft und die Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft Aktien. Am 30.06.2008 beschäftigte die Gruppe 1.847 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (1.728 Vollzeitstellen).

Across Systems
Across Systems (www.across.net) mit Sitz in Karlsbad bei Karlsruhe und Glendale, Kalifornien, ist Hersteller des Across Language Server – der weltweit führenden Technologie für die „linguistische Supply Chain“.
Der Across Language Server ist eine zentrale Software-Plattform für alle Sprach-Ressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen. Er vereinfacht, beschleunigt und verbessert die Steuerung, Koordinierung und Durchführung von Übersetzungen. Die Software beinhaltet unter anderem ein Translation-Memory- und Terminologie-System sowie leistungsfähige Werkzeuge zu Projekt-Management und Workflow-Steuerung von Übersetzungen. Insbesondere erlaubt der Across Language Server durchgängige Prozesse, bei denen Auftraggeber, Agenturen und Übersetzer nahtlos und auf Basis der gleichen Daten zusammenarbeiten. Offene Schnittstellen ermöglichen die direkte Integration korrespondierender Systeme, zum Beispiel von CMS-, Katalog- oder ERP-Lösungen.
Zielgruppe sind alle, die professionell übersetzen oder übersetzen lassen – vom exportorientierten Mittelständler über die Sprachendienste weltweit tätiger Konzerne bis hin zu professionellen Übersetzungsdienstleistern. Durch den Einsatz von Across können Übersetzungskosten deutlich reduziert werden, die Investition in Across amortisiert sich üblicherweise innerhalb kürzester Zeit.

[Text: Dr. Claudia Rudisch. Quelle: Pressemitteilung Across, 2008-12-04.]

Der Übersetzungsfehler von der “Jungfrau” Maria

Wegen diverser Ungereimtheiten in ihrer Lehre müssen Christen seit Jahrtausenden den Hohn und Spott von Heiden über sich ergehen lassen. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte von Maria, die als “Jungfrau” ihren Sohn Jesus zur Welt gebracht haben soll. Dabei handelt es sich in diesem Fall schlicht und einfach um einen Übersetzungsfehler.

Die Tageszeitung Die Welt weist aus Anlass des Weihnachtsfestes darauf hin, dass dem Evangelisten Matthäus in seiner Weihnachtsgeschichte ein Fehler unterlaufen ist:

Das Jesaja-Zitat, das er zitiert, hatte er der Septuaginta entnommen. Das ist die erste griechische Version des Alten Testaments, etwa 300 Jahre vor Christus haben 72 Gelehrte in 72 Tagen das Mammutwerk geschaffen. Im Jesaja-Zitat war aber das hebräische Wort “almah” (junge Frau) versehentlich mit “parthenos” (Jungfrau) übersetzt worden.

Ganz ähnlich wird die Problematik im Online-Lexikon Wikipedia beschrieben:

Nach Jes 7,14 EU soll der Messias durch eine Jungfrauengeburt zur Welt gekommen sein, was vielleicht nur ein Missverständnis ist, da das griechische Wort parthenos sowohl Jungfrau im biologischen Sinne als auch einfach “junge Frau” bedeuten kann, und der hebräische Begriff ‘almah bezeichnet eine Frau vor der Geburt ihres ersten Kindes, was dem früheren Gebrauch des Wortes Magd im Deutschen nahe kommt.

Ist die Jungfräulichkeit Marias also ein Dogma? Eigentlich nicht. Selbst einer der größten katholischen Theologen der Gegenwart, Joseph Ratzinger (jetzt Papst Benedikt XVI.), schreibt in seiner Einführung in das Christentum: “Die Lehre vom Gottsein Jesu würde nicht angetastet, wenn Jesus aus einer normalen menschlichen Ehe hervorgegangen wäre.”

Link zum Thema im Übersetzerportal:
“Kamel” durchs Nadelöhr: einer von vielen Fehlern im christlichen Translation Memory

SDI-Absolventin Silvia von Schweden wird 65

Ein unbestrittener Vorteil des Dolmetschberufes liegt darin, dass sich die Einsätze oft auf höchster Ebene abspielen. So gelingt es vielen Sprachmittlern, im Rahmen ihrer Berufstätigkeit Kontakte zu den Reichen, Mächtigen und Berühmten zu knüpfen. Besonders erfolgreich war in dieser Hinsicht Silvia Sommerlath. Die Absolventin des Münchner Sprachen- und Dolmetscher-Instituts (SDI) verdrehte 1972 als VIP-Betreuerin bei den Olympischen Spielen in München (Bild) dem schwedischen Kronprinzen Carl Gustaf den Kopf. Die Tageszeitung Die Welt fasst die bekannten Fakten zum 65. Geburtstag der Monarchin noch einmal zusammen:

Silvia Renate Sommerlath kam am 23. Dezember 1943 in Heidelberg als Tochter eines Deutschen und einer Brasilianerin auf die Welt. Walter Sommerlath hatte zuvor jahrelang ein Stahlwerk in São Paulo geleitet, dann eine Waffenfabrik in Berlin, bis diese 1943 bei einem alliierten Angriff zerstört wurde. Dass er schon seit 1934 Mitglied der NSDAP in São Paulo war, wurde erst später bekannt. Da war Silvia bereits Königin.

Ihre Jugend verbrachte Silvia in Brasilien. Erst 1957 kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland zurück. Nach dem Abitur besuchte sie das Dolmetscher-Institut in München. Sie spricht neben Deutsch sechs Sprachen fließend und betreute als Übersetzerin während der Olympischen Spiele die VIPs. Per Fernglas wurde Carl Gustaf auf die brünette Schönheit aufmerksam – vier Jahre später heirateten sie.

Link zum Thema im Übersetzerportal (24.12.2003): „Mein Herz ist brasilianisch, mein Kopf deutsch, meine Seele schwedisch.“ SDI-Absolventin Silvia von Schweden wird 60

Across integriert Controlled Language Authoring Tool des IAI

Across und IAI intensivieren Zusammenarbeit

Across Systems, Anbieter des Across Language Server, und das IAI (Institut für Angewandte Informationsforschung an der Universität des Saarlandes) vertiefen ihre Zusammenarbeit. Dank der direkten Anbindung des Controlled Language Authoring Tool (CLAT) an die Across-Komponente crossAuthor können international agierende Unternehmen einerseits den Aufwand und die Kosten für Übersetzungen reduzieren, andererseits bei der Erstellung mehrsprachiger Dokumente maximale Qualität sicherstellen.

Künftig können sich die Anwender in einer einzigen Arbeitsumgebung die Fundstellen aus dem Translation Memory und dem Terminologiesystems sowie die Ergebnisse der regelbasierten Qualitätssicherung mit CLAT (Controlled Language Authoring Tool) anzeigen lassen und für die Optimierung ihrer Texte nutzen.

Die integrierte Lösung steht ab dem ersten Quartal 2009 als AddOn für MS Word, MS PowerPoint, Adobe FrameMaker, Adobe InDesign, PTC Arbortext und MadCap Flare zur Verfügung.

Das Controlled Language Authoring Tool CLAT wurde vom IAI entwickelt und basiert auf der gleichen Technologie wie der preisgekrönte „DUDEN Korrektor“, der durch den Brockhaus-Verlag vertrieben wird. Dieses Tool ermöglicht die regelbasierte Qualitätsprüfung von Texten beispielsweise im Hinblick auf die Einhaltung grammatikalischer Regeln oder firmenspezifischer Schreibrichtlinien und Sprachkonventionen.

Der Across Language Server dient Unternehmen als zentrale Plattform für alle Sprachressourcen und Übersetzungsprozesse. Hier sind die Fach- und Firmen-Terminologie sowie ein sogenanntes Translation Memory zentral hinterlegt. Die Komponente crossAuthor für übersetzungsgerechtes Schreiben erschließt  diese Ressourcen schon für die Quelltext-Erstellung. Sie erlaubt dem Autor, diejenigen Formulierungen zu verwenden, für die Übersetzungen bereits vorliegen.

Die direkte Anbindung von CLAT an crossAuthor erlaubt nun, die Wiederverwendung vorhandener Formulierungen, die terminologische  Konsistenz und linguistische  Korrektheit von Texten bis hin zur Übereinstimmung mit definierten Stilregeln in einem einzigen Arbeitsgang komfortabel zu realisieren.  Diese einzigartige Lösung unterstützt technische Redakteure dabei, den Herausforderungen aus wachsenden Textvolumen, kürzeren Time-to-market-Zeiten, stagnierenden Budgets und steigenden Qualitätsanforderungen gerecht zu werden.

Niko Henschen“Die integrierte Lösung fasst übersetzungsgerechtes Schreiben einerseits und linguistische Qualitätsprüfung zusammen,” sagt Niko Henschen (Bild), Geschäftsführer der Across Systems GmbH. “Sie ist für alle gängigen Editoren verfügbar.” Prof. Johann Haller vom IAI ergänzt: “Die integrierte Lösung bietet mehr als die Summe der Einzelprodukte. Linguistische Qualitätsprüfung von Texten wird dadurch für zusätzliche Zielgruppen attraktiv, die wir bislang nicht erreichen konnten. Schon die Präsentation des Prototypen während der tekom Jahrestagung ist auf enormes Interesse gestoßen.”

IAI
Das IAI (www.iai-sb.de) bringt linguistische Forschung in die Anwendung. Die Grundidee dieses ‚Technologietransfers’ führte vor mehr als 20 Jahren zur Gründung der GFAI (Gesellschaft zur Förderung der Angewandten Informationsforschung an der Universität des Saarlandes e.V.). Das IAI (Institut der GFAI an der Universität des Saarlandes) hat sich auf dem Gebiet der maschinellen Verarbeitung geschriebener Sprache einen internationalen Ruf erworben.
Technologien des IAI sorgen für fehlerfreie und qualitativ hochwertige Texte. Sie erhöhen die sprachliche Kompetenz und verbessern das Informationsmanagement in Unternehmen.
Am bekanntesten sind die IAI Software-Werkzeuge zur Rechtschreib- und Grammatikprüfung von Textdokumenten, die gegenüber den derzeit auf dem Markt verfügbaren Systemen eine weitaus größere linguistische Intelligenz aufweisen (DUDEN Korrektor). Maßgeschneiderte Lösungen zur Terminologie-, Konsistenz- und Stilprüfung werden zur Sicherung der Sprachqualität in vielen Unternehmen weltweit eingesetzt (CLAT).
Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt des IAI ist die Inhaltserschließung von Textdokumenten und deren Klassifizierung sowie der Einsatz dieser Technologien für die Markt- und Meinungsanalyse von Internet-Information.

Across Systems
Across Systems (www.across.net) mit Sitz in Karlsbad bei Karlsruhe und Glendale, Kalifornien, ist Hersteller des Across Language Server – der weltweit führenden Technologie für die „linguistische Supply Chain“.
Der Across Language Server ist eine zentrale Software-Plattform für alle Sprach-Ressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen. Er vereinfacht, beschleunigt und verbessert die Steuerung, Koordinierung und Durchführung von Übersetzungen. Die Software beinhaltet unter anderem ein Translation Memory und ein Terminologiesystem sowie leistungsfähige Werkzeuge zu Projekt-Management und zur Workflow-Steuerung von Übersetzungen. Insbesondere erlaubt der Across Language Server durchgängige Prozesse, bei denen Auftraggeber, Agenturen und Übersetzer nahtlos und auf Basis der gleichen Daten zusammenarbeiten. Offene Schnittstellen ermöglichen die direkte Integration korrespondierender Systeme, zum Beispiel von CMS-, Katalog- oder ERP-Lösungen.
Zielgruppe sind alle, die professionell übersetzen oder übersetzen lassen – vom exportorientierten Mittelständler über die Sprachendienste weltweit tätiger Konzerne bis hin zu professionellen Übersetzungsdienstleistern. Durch den Einsatz von Across können Übersetzungskosten deutlich reduziert werden, die Investition in Across amortisiert sich üblicherweise innerhalb kürzester Zeit.

[Text: Dr. Claudia Rudisch. Quelle: Pressemitteilung Across, 2008-12-03. Bild: Across.]

GfdS kürt “Finanzkrise” zum Wort des Jahres 2008

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat am 10. Dezember 2008 die Wörter des Jahres 2008 gewählt. Zugrunde lag eine Sammlung von knapp 4000 Wörtern und Wendungen, wobei Zuschriften an die GfdS berücksichtigt wurden. Die Rangfolge:

1. Finanzkrise
2. verzockt
3. Datenklau
4. hessische Verhältnisse
5. Umweltzone
6. multipolare Welt
7. Nacktscanner
8. Rettungsschirm
9. Bildungsfrühling
10. Yes, we can

Als Wort des Jahres wurde Finanzkrise gewählt. Dieser Ausdruck war seit Anfang des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent; er kennzeichnet zusammengefasst die dramatische Entwicklung im Banken-, Immobilien- und Finanzsektor und bezieht „Immobilien-“, „Kredit-“, „Liquiditäts-“ und „Wirtschaftskrise“ ein.

Demselben Zusammenhang entstammt der Ausdruck auf Rang 2: verzockt. Dieses Wort hat seinen Bedeutungsbereich erweitert und wurde immer wieder kritisch auf das Vorgehen der Bankmanager bezogen, die hoch riskante und spekulative Geldgeschäfte betrieben haben (darum die Wahl der Perfektform „verzockt“ anstatt des Infinitivs „verzocken“).

Datenklau (Rang 3) bezieht sich auf die illegale Nutzung und Weitergabe elektronisch gespeicherter Personendaten. In den vergangenen Monaten waren mehrere „Datenpannen“ zu verzeichnen.

Auf Rang 4 steht mit hessische Verhältnisse eine Wendung, die die aktuelle innen- und parteipolitische Lage in Hessen betrifft: Der bisherige Ministerpräsident bleibt geschäftsführend im Amt, während die Opposition mit dem Versuch, eine rot-grüne Landesregierung bei Tolerierung durch die Linkspartei zu bilden, scheitert.

Umweltzone (Rang 5): Dies ist ein in manchen Städten eingerichteter Bereich der Innenstadt, den man mit seinem Auto nur befahren darf, wenn es bestimmten Abgas- und Feinstaubwerten genügt.

Der Ausdruck multipolare Welt (Rang 6) drückt die Entwicklung der internationalen Kräfteverhältnisse aus. Es dominieren nicht mehr nur eine oder zwei Supermächte, sondern es gibt heute mehrere Zentren, das heißt mehrere (eigentlich „viele“) Pole.

Auf Rang 7 wurde Nacktscanner gewählt; das Wort drückt die Entrüstung über die von der EU geplante Einführung einer neuen Technik zur Überprüfung der Passagiere an Flughäfen aus.

Rettungsschirm (Rang 8) ist wie „Rettungspaket“ die bildhafte Bezeichnung der staatlichen Finanzhilfen für in der Krise befindliche Banken und Unternehmen.

Bildungsfrühling (Rang 9) beschreibt die Hoffnung, dass angekündigte Initiativen von Bund und Ländern für die finanziell und personell schlecht ausgestatteten Bildungseinrichtungen spürbare Verbesserungen bringen.

Den Abschluss der Spitzengruppe der von der GfdS ausgewählten Wörter des Jahres bildet auf Rang 10 der aus dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf bekannte Slogan Yes, we can, der auch hierzulande oft aufgegriffen und variiert worden ist.

Der Jury gehörten der Hauptvorstand und die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Sprachgesellschaft an. Ausgewählt wurden wie in der Vergangenheit Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Es geht nicht um Worthäufigkeiten, sondern um eine sprachliche Chronik des zu Ende gehenden Jahres. Auch ist mit der Wortauswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.

[Text: GfdS. Quelle: Pressemitteilung GfdS, 2008-12-10.]

Das Jugendwort des Jahres 2008: Gammelfleischparty

GammelfleischpartyDas Jugendwort des Jahres 2008 steht fest: „Gammelfleischparty“ als provokant freche und bildhafte Übersetzung der Ü-30-Parties fand den eindeutigen Zuspruch einer neunköpfigen Jury. Die „Gammelfleischparty“, eine Party für Menschen ü(ber) 30 Jahre, platzierte sich klar vor den Begriffen „Bildschirmbräune“ für die Blässe eines Computerfreaks (2. Platz), „unterhopft sein“ für den Tatbestand noch nicht betrunken genug zu sein und Lust auf Bier zu haben (3. Platz), der jugendsprachlichen Übersetzung des USB-Sticks als „Datenzäpfchen“ (4. Platz) und der verbalen Verbildlichung eines Nordic-Walkers als „Stockente“ (5. Platz).

Das deutliche Votum der äußerst heterogen zusammengesetzten Jury für das Jugendwort des Jahres 2008, „Gammelfleischparty“, wurde unter anderem so begründet: Der Begriff „Gammelfleischparty“ ist alleine schon durch seinen Ekelfaktor ein Stolperstein und somit ein Aufmerksamkeitsmagnet. Der übersetzte Gegenstand, eine Party nur für Menschen über 30 Jahre, habe es verdient, dass sich über ihn lustig gemacht wird, besonders da die Ausgrenzung von Jugendlichen von Ü-30-Parties den Spott der Jugendlichen über diese Form des Fetentums geradezu provoziert.

Die Initiative „Jugendwort des Jahres“ wurde vom Langenscheidt Verlag ins Leben gerufen und fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Ziel und Idee des Wettbewerbs ist es, die Kreativität der oftmals schnelllebigen Jugendsprache zu präsentieren und jährlich neu zu dokumentieren. Dabei bietet Langenscheidt die Plattform und Öffentlichkeit, auf der sich Jugendliche austauschen können, greift jedoch nicht korrigierend, sondern nur organisierend ein.

Das Prozedere: Aus der Vielzahl der von Jugendlichen eingesandten Begriffe wurden 200 neu in den aktuellen Band von „Hä?? Jugendsprache unplugged“ aufgenommen. Insgesamt enthält das Buch 500 Ausdrücke der Jugendsprache. Aus den Neuaufnahmen entstand eine Shortlist von 30 Ausdrücken. Diese wurde im Internet unter www.jugendwort.de zur Abstimmung gestellt. In diesem Jahr folgten 25.000 Interessierte dem Aufruf zur Stimmabgabe. Die daraus entstandene Top-15-Liste wurde der Jury vorgelegt.

Um verschiedenste Blickwinkel der Sprachbeobachtung und -verwendung in die Diskussion mit einfließen zu lassen, war die Jury gewollt aus verschiedenen Altersstufen zusammengesetzt. Neben der Heterogenität wurde bei der Wahl der Jurymitglieder vor allem Wert auf deren Kompetenz im Bereich Sprache beziehungsweise Sprachbeobachtung und -bewertung gelegt.

Die diesjährigen Jurymitglieder waren Eva Betz, 32, Redakteurin in der Redaktion Wörterbücher des Langenscheidt Verlags; Julia Karnahl, 29, Chefredakteurin der Jugendzeitschrift „Spiesser“; Hannes Petzold, 18, Schüler und freier Mitarbeiter bei „Spiesser“; Anna Pfitzer, 18, Schülerin; Sami und Selda, 13 und 16 Jahre, Schüler der Initiative „Lichtblick Hasenbergl“; Jana Scheerer, 30, Schriftstellerin; Julia Vogel, 21, Auszubildende zur Medienkauffrau beim Langenscheidt Verlag und Hendrik Werner, 42, Journalist.

Das Jugendwort des Jahres 2008 und die Top-5-Begriffe finden sich im aktuellen Buch „Hä?? Jugendsprache unplugged 2009“. Für die nächste Ausgabe 2010 können noch bis zum 28. Februar 2009 auf www.jugendwort.de neue Jugendbegriffe abgegeben werden.

[Text: Langenscheidt. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2008-12-10. Bild: Langenscheidt.]