Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs uepo.de - Das Nachrichtenportal für Übersetzer für Januar, 2009.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Dez | Feb » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | |||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | |
- Ausbildung (66)
- Bibel/Koran (12)
- Bücher (75)
- Büroorganisation (13)
- Deutsche Sprache (94)
- Dolmetschen (95)
- Einwanderer (23)
- EU (40)
- Fremdsprachen (52)
- Gebärdensprachdolmetscher (9)
- Gebärdensprache (14)
- Gerichtsdolmetscher (81)
- Geschichte (30)
- Honorare/Gehälter (14)
- Interview (4)
- Literaturübersetzer (112)
- Lokalisierung (12)
- Markt (28)
- Maschinelle Übersetzung (12)
- medizinisch-soziales Dolmetschen (9)
- Missstände (47)
- Nachrichten (73)
- Nachrufe (8)
- Politik (59)
- Porträt (49)
- Qualitätssicherung (9)
- Recht (2)
- Simultandolmetscher (28)
- Sprache allgemein (61)
- Terminologie (24)
- Übersetzen (31)
- Übersetzungsfehler (31)
- Unternehmen (129)
- Veranstaltungen (163)
- Verbände (129)
- Videos (7)
- Werkzeuge (129)
- Wissenschaft (30)
- Wörterbücher (53)
- Zeitschriften (68)
- 21.5.2012: Bram Stokers "Dracula" neu übersetzt
- 20.5.2012: Über die (Un-)Sitte der Filmsynchronisation in Deutschland
- 19.5.2012: Immer weniger luxemburgische Muttersprachler
- 18.5.2012: Focus: Wissenstest zur deutschen Sprache
- 17.5.2012: Anglizismen-INDEX Nr. 10 erhältlich
- 16.5.2012: Brandenburg: Kürzungen beim bilingualen Unterricht geplant
- 15.5.2012: Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation im Internet
- 14.5.2012: Linguee startet Abonnement-Dienste "Premium" und "Professional"
- 13.5.2012: Kurzkrimi "Der Dolmetscher" von Marla B. Singer
- 12.5.2012: 9. Wolfenbütteler Gespräch im Juni
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
Archive für Januar 2009
EnssnerZeitgeist steigt auf Plunet BusinessManager um
21.1.2009 von Richard Schneider.
Die EnssnerZeitgeist GmbH, Agentur für Übersetzung, Dokumentation und Werbung, stellt ab sofort ihr nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziertes Projektmanagement auf den Plunet BusinessManager um. Vor dem Hintergrund wachsender internationaler Strukturen, zunehmender Diversifizierung der anfallenden Projekte und internationaler Qualitätsstandards hat man sich in der Schweinfurter Firmenzentrale zur Einführung des Plunet BusinessManagers als zentrale Projekt- und Workflow-Management-Plattform entschlossen.
Für den Geschäftsführer Christian Enssner (Bild), Enkel des Firmengründers Hans Enssner, der vor über 60 Jahren EnssnerZeitgeist ins Leben rief, nimmt der Einsatz innovativer Lösungen eine zentrale Rolle bei der zukunftsorientierten Ausrichtung des Traditionsunternehmens ein. „Wir haben uns für Plunet entschieden, da wir für alle Geschäftsbereiche ein Business- und Workflowmanagementsystem mit einer hohen Integrations- und Anpassungsfähigkeit benötigen, welches im Rahmen unseres zertifizierten Qualitätsmanagements gezielt standardisierte Arbeitsabläufe bietet. Genau hierin liegt für uns eine der großen Stärken des Plunet BusinessManagers“, verdeutlicht Christian Enssner. Ein weiterer Pluspunkt der server-basierten Branchenlösung stellt für ihn die Plattformunabhängigkeit dar. „Unsere Mitarbeiter und Kunden sind überall auf der Welt, auch unter Berücksichtigung unterschiedlichster Hard- und Softwarevoraussetzungen in der Lage, den Plunet BusinessManager völlig barrierefrei zu nutzen. Das war mit der bisher eingesetzten Softwarelösung so nicht möglich“, resümiert Christian Enssner.
Auch Plunet-Gründer und Geschäftsführer Stefan Dümig, der seit vielen Jahren unterschiedlichste Sprachdienstleister erfolgreich hinsichtlich software-basierter Prozessoptimierung berät, unterstreicht den klaren Mehrwert des Plunet BusinessManagers. „Unsere Kunden wickeln Projekte deutlich schneller und transparenter ab, erreichen erhebliche Kosten- und Zeiteinsparungen und erhöhen so nachweisbar ihre Produktivität.“ Für den Vertriebs- und Marketingprofi ist dabei eine persönliche und kontinuierliche Beratung ausschlaggebend. „Wir freuen uns über das von EnssnerZeitgeist ausgesprochene Vertrauen in Plunet und auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Der hochflexible BusinessManager ist genau die richtige Softwarelösung für die Anforderungen eines professionellen und qualitätsorientierten Unternehmens“, erklärt Stefan Dümig abschließend.
EnssnerZeitgeist
Die EnssnerZeitgeist GmbH ist seit über 60 Jahren als Übersetzungsdienstleister für namhafte Industriekunden schwerpunktmäßig aus den Bereichen Automatisierung, Maschinenbau, Medizintechnik, Anlagenbau, Schienenfahrzeuge und Automotive tätig. Als Agentur für technische Kommunikation ist EnssnerZeitgeist den höchsten internationalen Qualitätsstandards verpflichtet und seit 2006 nach ISO 9001:2000 und DIN EN 15038 zertifiziert.
Plunet
Der Plunet BusinessManager ist die Komplett-Softwarelösung für die Übersetzungs- und Dokumentationsbranche. Auf einer webbasierten Plattform bietet das System das perfekte Werkzeug für Business-, Workflow- und Dokumentenmanagement - integriert Übersetzungssoftware, Finanzbuchhaltungssysteme, sowie bestehende Systemlandschaften – für Übersetzungsdienstleister, Sprachendienste, Dokumentationsabteilungen, Organisationen und Behörden.
[Text: Daniel Rejtö. Quelle: Pressemitteilung Plunet, 2009-01-20. Bild: EnssnerZeitgeist.]
Geschrieben in Unternehmen, Werkzeuge | Drucken | Keine Kommentare »
“Notleidende Banken” ist Unwort des Jahres 2008
20.1.2009 von Richard Schneider.
Zum Unwort des Jahres 2008 ist die Formulierung „notleidende Banken“ gewählt worden. Sie stellt nach Ansicht der Jury das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis gerieten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssten, würden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.
Die Jury kritisiert außerdem folgende Formulierungen:
„Rentnerdemokratie“
Als die Renten um ganze 1,1 Prozent erhöht werden sollten, malte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, selbst Bezieher satter Altersbezüge, das Schreckbild eines Staates, einer „Rentnerdemokratie“, in der „die Alten die Jungen ausplündern“.
„Karlsruhe-Touristen“
Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt diffamierte Bürger, konkret die Politiker Gerhart Baum und Burkhard Hirsch, die wegen Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen schon einmal vor das Bundesverfassungsgericht gegangen waren und dies beim neuen BKA-Gesetz noch einmal tun könnten, als „Karlsruhe-Touristen“ – ein bedenkliches Verständnis der Grundrechte.
Die Wahl eines „Unworts des Jahres“ erfolgte zum 18. Mal. Begründet wurde diese sprachkritische Aktion 1991. Diesmal hatten sich 2.117 Einsender aus dem In- und Ausland, auch aus Übersee, mit 1.129 verschiedenen Vorschlägen beteiligt.
Der Jury für das Unwort des Jahres 2008 gehörten an die vier ständigen Mitglieder Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), der Sprecher der Jury Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a. M.) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf). Vertreter der Sprachpraxis war diesmal der Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“, Sergej Lochthofen (Erfurt).
Zeitgleich wurde in Düsseldorf das Börsen-Unwort 2008 verkündet. Es lautet: „Leerverkauf“. Dieser Begriff sei irreführend, weil er befürchten lasse, dass Leerverkäufe ohne jeden „Inhalt“ vonstatten gehen könnten. Jeder Verkäufer aber müsse das Wertpapier, ggf. ein ausgeliehenes, im Depot haben, weil er am Kassamarkt binnen zweier Tage seiner Lieferverpflichtung gegenüber dem Käufer nachkommen müsse.
[Text: Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser. Quelle: Pressemitteilung Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres, 2009-01-20.]
Geschrieben in Deutsche Sprache | Drucken | Keine Kommentare »
1.300 Besucher pro Tag - uepo.de immer beliebter
20.1.2009 von Richard Schneider.

Herr Schneider, wie sehen die Zugriffszahlen für das Jahr 2008 aus?
Von März bis Juni 2008 lag das Übersetzerportal brach. Seit Juli 2008 erscheinen wieder neue Artikel. Seitdem sind die Besucherzahlen angestiegen - im Durchschnitt der letzten drei Monate des Jahres auf 40.000 Besucher pro Monat. Das sind 1.300 pro Tag. Erstaunlich ist, dass die Besucherzahl auch in den Monaten, in denen das Portal nicht aktualisiert wurde, nicht unter 800 Besucher pro Tag abgesackt ist. Das liegt wohl daran, dass das riesige Textarchiv unter www.uebersetzerportal.de vollständig von den Suchmaschinen erfasst ist. Wer bei Google nach Informationen zur Übersetzungsbranche sucht, kommt am Übersetzerportal kaum vorbei. Die meisten Besucher landen nach einer Suche bei Google im Portal.
Rund 1.300 Besucher pro Tag - ist das viel oder wenig? Allein in Deutschland gibt es rund 30.000 Übersetzer …
Meiner Ansicht nach ist das ein guter Wert. Viel mehr dürften es auch in den kommenden Jahren nicht werden. Offenbar legt nur eine Minderheit unserer Kollegen Wert darauf, gut informiert zu sein. Die Informationsdrehscheibe uepo.de erreicht also nicht alle, aber durchaus die entscheidenden Leute der Branche.
Aus welchen Ländern kommen die Leser?
Mit großem Abstand natürlich aus Deutschland, gefolgt von Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Polen - in dieser Reihenfolge.
Im Juli 2008 sind Sie auf ein Blog-System umgestiegen. Warum?
Weil das die Arbeit enorm erleichtert. Die alte Website www.uebersetzerportal.de besteht aus statischen HTML-Seiten, die sozusagen von Hand fest miteinander verdrahtet sind. Das neue Blog-System unter www.uepo.de organisiert die Seiten selbsttätig. Ich kann mich darauf konzentrieren, die Artikel zu verfassen - den Rest erledigt das System. Das geht jetzt alles doppelt so schnell wie vorher.
Seit dem Neustart gibt es keine Werbebanner und keine Übersetzerdatenbank mehr. Warum?
Ich konzentriere mich lieber auf das, was mir Spaß macht - die Tagesschau der Branche zu erstellen. Die Banner und die Datenbank zu verschrotten, war eine echte Befreiung. So braucht man auch keine Rücksicht mehr auf Werbekunden zu nehmen.
Einige Berufsverbände bieten inzwischen ebenfalls aktuelle Nachrichten auf ihren Websites an. Wozu dann noch uepo.de?
Klar, gelegentlich wird eine Meldung von ADÜ Nord, BDÜ, ATICOM und uepo.de gleichzeitig verbreitet, aber das ist bei Zeitungen nicht anders. Jeder Herausgeber setzt in seinem Angebot aber andere Schwerpunkte und beleuchtet Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel.
Die Besonderheit von uepo.de besteht darin, dass es immer noch das einzige täglich aktualisierte Informationsangebot der Branche ist. Ein kleiner grüner Verband aus dem hohen Norden hat allerdings aufgeholt und bringt seit Kurzem werktäglich eine neue Meldung auf seiner Website.
Der Hauptunterschied zu anderen Angeboten aber bleibt die verbandspolitische und finanzielle Unabhängigkeit von uepo.de. So kann man offen über Missstände berichten. Im MDÜ steht hingegen grundsätzlich nichts, was dem Ansehen des Berufsstands in der Öffentlichkeit schaden könnte. Über bestechliche Dolmetscher und schurkige Übersetzungsbüros werden Sie daher auch künftig nur bei uepo.de etwas lesen können.
Ist uepo.de eigentlich ein Blog?
Ich nutze für den Betrieb eine Blog-Software, WordPress. Blog-typisch ist auch die tägliche Aktualisierung und die Tatsache, dass es sich um ein Ein-Mann-Projekt handelt.
Im Gegensatz zu Bloggern bemühe ich mich aber, meine persönliche Meinung nicht in die Artikel einfließen zu lassen. Das ist sehr schwierig und gelingt nicht immer. Anders als viele bloggende Übersetzerkollegen langweile ich die Leser nicht mit privaten Belanglosigkeiten. Ebenfalls Blog-untypisch ist die Beständigkeit von uepo.de. Blogs kommen und gehen, sind oft nur Projekte für eine Saison, aber uepo.de gibt es bereits seit 2001.
Das so entstandene Nachrichtenarchiv und Langzeitgedächtnis der Branche wirft bereits Probleme ganz eigener Art auf. Schon zweimal haben mich Kollegen gebeten, Berichte über ihre früheren Schandtaten zu anonymisieren. Das habe ich dann auch getan, weil sie glaubhaft versichern konnten, dass die uepo-Berichterstattung ihr berufliches Fortkommen behindert hat.

Geschrieben in Nachrichten | Drucken | Keine Kommentare »
Themenabend in Saarbrücken: Simultandolmetschen bei Nürnberger Prozessen
19.1.2009 von Richard Schneider.
Die Nürnberger Prozesse 1945/46 waren ein Meilenstein in der Geschichte des Völkerrechts wie auch des Dolmetschens und Übersetzens. Über den genauen Ablauf ist jedoch recht wenig bekannt; ebenso wie über die Beteiligten, die vor und hinter den Kulissen dafür sorgten, dass dieser internationale Prozess überhaupt zustande kommen konnte.
Ein Themenabend am 23. Januar 2009 an der Uni Saarbrücken behandelt mit zwei Vorträgen und anschließender Publikumsdiskussion dieses Kapitel der nationalen und internationalen Geschichte. Dabei werden auch zahlreiche Fotos aus dem Gerichtssaal gezeigt, die damals zu Archivzwecken von Ray D’Addario aufgenommen wurden. So erhalten Prozessbeteiligte wie der Hauptankläger Jackson oder die ersten Simultandolmetscher ein Gesicht. Außerdem zeigen die Fotos unter anderem die technische Ausrüstung, die für die Verständigung der Prozessbeteiligten unabdingbar war, sowie die Papierberge, die durch den enormen Übersetzungsaufwand entstanden. Tausende Seiten Beweisdokumente und Protokolle mussten in den vier Arbeitssprachen vorliegen.
Der Themenabend “Der Nürnberger Prozess der Hauptkriegsverbrecher” wird von zwei Vortragenden gestaltet, die sich intensiv mit diesem und den Nachfolgeprozessen auseinandergesetzt haben:
Dr. Theodoros Radísoglou ist Dolmetscher und Übersetzer in Nürnberg und hat für den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), eine Wanderausstellung mit den Fotos von Ray D’Addario konzipiert sowie immer wieder in Aufsätzen und Vorträgen über die Nürnberger Dolmetscher und ihre Arbeitsbedingungen berichtet.
Prof. Dr. Klaus Kastner ist Jurist und arbeitete lange an Nürnberger Gerichten, unter anderem in dem Gebäude, in dessen Schwurgerichtssaal die Kriegsverbrecherprozesse stattfanden. Nun hat er eine Honorarprofessur an der Universität Erlangen-Nürnberg. Auch er veröffentlichte Aufsätze und Bücher, insbesondere zu völkerrechtlichen Aspekten der Prozesse.
Veranstalter des Themenabends sind die Fachrichtung 4.6 Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen und das Europa-Institut der Universität des Saarlandes. Im Anschluss an die Vorträge ist eine ausführliche Diskussion vorgesehen.
Freitag, 23.01.2009, 19 Uhr, Universität des Saarlands, Gebäude A2 2, Konferenzsaal 1.20.
[Text: Saar-Uni-Presseteam. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 2009-01-15.]
Geschrieben in Dolmetschen, Geschichte | Drucken | Keine Kommentare »
Niederländisch ist nicht Afrikaans - Prozess vertagt
18.1.2009 von Richard Schneider.
In Dessau sollte diese Woche der Prozess gegen einen Südafrikaner (54) beginnen, der mit einem Beil auf seine ehemalige Freundin (31) und einen Nachbarn losgegangen war. Ihm werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Doch der Verhandlungstag war „beendet, noch ehe er richtig begann“, wie die Mitteldeutsche Zeitung schreibt: „Und das hatte einen ziemlich profanen Grund: Ein Dolmetscher für die falsche Sprache saß an der Seite des Angeklagten.“ Es handelte sich um einen Sprachmittler für Niederländisch, während der Angeklagte Afrikaans spricht.
Afrikaans ist zwar im 17. Jahrhundert aus dem damaligen Niederländisch entstanden, weist jedoch nach mehr als 350 Jahren eigenständiger Entwicklung in Grammatik und Wortschatz gravierende Unterschiede auf. Die Zeitung schreibt: „Und da es um einiges geht in dem Verfahren, wie der Angeklagte selber sagte, wurde der Prozess von der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Dessau-Roßlau noch vor dem Verlesen der Anklage auf den nächsten der anberaumten Termine vertagt.“ Bis dahin soll ein Dolmetscher für die richtige Sprache bestellt werden.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 2009-01-15.]
Geschrieben in Gerichtsdolmetscher | Drucken | Keine Kommentare »
München: Dolmetscherin gibt zu, Drogenhändler gewarnt zu haben
17.1.2009 von Richard Schneider.
Vor dem Landgericht München I muss sich derzeit eine Albanisch-Dolmetscherin dafür verantworten, eine Bande albanischer Drogenhändler vor der Polizei gewarnt und damit deren Flucht ermöglicht zu haben. Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
Mimoza M. ist 32, hat schwarze Haare und ein blasses Gesicht, angeklagt ist sie wegen Strafvereitlung in sechs Fällen. Sie ist selbst Kosovo-Albanerin und wurde in Kiel geboren. Seit 2002 besitzt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie ist zweisprachig aufgewachsen, hat eine Zeitlang Jura und Germanistik in Pristina studiert und schon 1999 begonnen, als Übersetzerin und Dolmetscherin zu arbeiten. Vom Landgericht Kiel, so erzählt sie, sei sie 2003 beeidigt worden, so dass sie fortan auch vor Gericht oder bei Polizeiverhören übersetzte. Ihre weitere berufliche Karriere ist bewegt: Mimoza M. arbeitet in der Schweiz für ein kosovo-albanisches Frauenmagazin, sie ist in Pristina im Wirtschafts- und Finanzministerium tätig, unterrichtet in dieser Zeit aber auch an einer Sprachenschule für Kinder, später ist sie für die Schweizer Botschaft tätig. Schließlich wird sie von der KFOR, der Nato-Schutztruppe im Kosovo, engagiert: Sie sei, erklärt sie vor Gericht, seit Juli 2006 die Dolmetscherin und damit so etwas wie die rechte Hand des damaligen Nato-Truppenbefehlshabers Roland Kather gewesen.
Im Mai 2008 verbrachte sie ihren Urlaub daheim in Kiel. Da wurde sie von einem Kollegen gebeten, in München einzuspringen, wo die Polizei für die Telefonüberwachung dringend eine Albanisch-Übersetzerin brauchte. Dazu verlängerte sie ihren Urlaub und übersetzte fortan SMS-Nachrichten und abgehörte Telefonate.
Eines Abends entschließt sie sich spontan dazu, die Verbrecher zu warnen. Sie geht zu deren Wohnung und schreibt auf einen Zettel: „Die Polizei hört euch ab.” Am nächsten Tag will sie ganz normal mit der Arbeit weitermachen, doch auf den Leitungen wird kaum noch telefoniert. Der Verdacht fällt durch verschiedene Indizien recht schnell auf die Dolmetscherin, die umgehend festgenommen wird. Seit 225 Tagen sitzt sie nun in Untersuchungshaft.
Die Frau ist nicht vorbestraft, hatte nie etwas mit Drogen zu tun und besitzt einen gut bezahlten, sicheren Angestellenjob bei der KFOR im Kosovo. Warum hat sie der Bande den Tipp gegeben? “Ich weiß es nicht, ich habe weder Geld noch Drogen verlangt, als ich die Männer gewarnt habe”, erklärt sie vor Gericht. “Es war, als ob jemand gesagt hätte: Du gehst jetzt da hin und machst das.”
Link zum Thema im Übersetzerportal
München: Dolmetscherin wegen Geheimnisverrats angeklagt
[Text: Richard Schneider. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2009-01-15; Die Welt, 2009-01-15; Berliner Morgenpost, 2009-01-15. Bild: Richard Schneider.]
Geschrieben in Missstände, Gerichtsdolmetscher | Drucken | Keine Kommentare »
U-Jobs-Statistik 2008: Top 10 Sprachen und Sprachrichtungen
16.1.2009 von Richard Schneider.
In der Mailingliste U-Jobs (Jobangebote für Übersetzer), die rund 2.500 Teilnehmer hat, wurden im Jahr 2008 insgesamt 1.533 Übersetzungsaufträge ausgeschrieben. Durch die breite Basis der Teilnehmer lässt die Statistik der Liste recht genaue Rückschlüsse auf die Übersetzungsbranche in Deutschland zu. Hier die Rangfolge der einzelnen Sprachen und Sprachrichtungen:
Die zehn wichtigsten Sprachen in Deutschland
(in Klammern die Werte des Vorjahres)
1. Englisch 35,02 % (36,9) aller Jobangebote
2. Französisch 13,63 % (12,5)
3. Italienisch 6,91 % (5,6)
4. Spanisch 6,00 % (6,8)
5. Russisch 5,41 % (4,3)
6. Polnisch 3,52 % (2,7)
7. Niederländisch 3,26 % (3,1)
8. Portugiesisch 3,32 % (2,0)
9. Türkisch 2,34 % (2,3)
10. Schwedisch 2,02 % (2,0)
(Platz 11: Tschechisch, 1,82 %; 12: Chinesisch, 1,76 %; 13: Slowenisch 1,50 %; 14: Norwegisch 1,17 %; 15: Arabisch, 1,10 %.)
Insgesamt wurden Aufträge für 73 verschiedene Sprachen ausgeschrieben (Vorjahr: 67). Weltweit gibt es rund 6.000 lebende Sprachen.
Die zehn wichtigsten Sprachrichtungen in Deutschland
1. Deutsch > Englisch 23,09 % (25,9)
2. Englisch > Deutsch 11,93 % (11,0)
3. Deutsch > Französisch 8,08 % (9,5)
4. Deutsch > Spanisch 3,91 % (4,5)
5. Deutsch > Italienisch 3,71 % (3,4)
6. Französisch > Deutsch 3,45 % (3,0)
7. Deutsch > Russisch 3,32 % (2,6)
8. Italienisch > Deutsch 2,47 % (2,2)
9. Deutsch > Niederländisch 2,08 % (2,3)
10. Deutsch > Polnisch 2,08 % (1,9)
Man beachte, dass 7 der 10 Sprachrichtungen vom Deutschen in eine Fremdsprache weisen. Im Land des Exportweltmeisters Deutschland wird überwiegend in die Fremdsprache übersetzt. Ein Umstand, der jedem Übersetzungsbüro bekannt, vielen Einzelübersetzern mit deutscher Muttersprache aber unbekannt ist.
Gewinner und Verlierer 2008
Den prozentual größten Zuwachs verzeichnet Portugiesisch. Macht sich da der Wirtschaftsaufschwung im Schwellenland Brasilien bemerkbar? Ebenfalls stark im Kommen: Russisch. Auch Italienisch konnte zulegen. Nicht unter den ersten zehn zu finden, aber sehr stark verbessert haben sich Tschechisch und Chinesisch.
Den prozentual größten Verlust erleidet Finnisch, gefolgt von Norwegisch sowie in geringerem Umfang Spanisch.
Italienisch und Spanisch liefern sich seit Jahrzehnten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 3, bei dem lange Zeit Italienisch die Nase vorn hatte. Irgendwann in den 1990er Jahren konnte die spanische Sprache wegen ihrer zunehmenden Bedeutung als Weltsprache dann den Rivalen knapp überholen. Nun liegt - vermutlich vorübergehend - Italienisch wieder vorn.
Stellt man eine 5%-Hürde auf, wird diese nur von einer Handvoll Sprachen übersprungen. 2008 ist erstmals auch Russisch dabei, so dass aus dem Kreis der großen vier Sprachen nun eine Fünfergruppe geworden ist, zu der Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch gehören.
Anhand der U-Jobs-Statistik, die für die letzten zehn Jahre vorliegt, lassen sich auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrisen auf die Übersetzungsbranche nachweisen. Mehr dazu hier:
U-JOBS-Statistik belegt: Krise hat Übersetzungsmarkt längst erreicht
[Text: Richard Schneider. Quelle: U-Jobs-Statistik 2008, erstellt von Richard Schneider. Bild: Archiv.]
Geschrieben in Markt | Drucken | Keine Kommentare »
“Die Sprache Deutsch” - eine Ausstellung in Berlin
15.1.2009 von Richard Schneider.
Heute wird eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin eröffnet, die sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Sie ist unterteilt in die Bereiche “Sprache und Spracherwerb”, “Sprachgeschichte”, “Dichtkunst und Sprachkunst”, “Sprache und Technik” sowie “Lebendige Sprache”. Es sind rund 250 Exponate zu sehen, zu denen Originale aus den Arbeitszimmern der Gebrüder Grimm und das Notizbuch der Donald-Duck-Übersetzerin Erika Fuchs gehören.
Die deutsche Sprachgeschichte wird auf der Website der Veranstalter in folgende Abschnitte unterteilt:
Althochdeutsch (750–1050)
Die europäische Schriftsprache des Mittelalters ist Latein. Erste volkssprachliche Schriftzeugnisse sind Übersetzungen aus dem Lateinischen oder Dichtungen in der theodisca lingua, in regionalen Formen wie dem Bairischen oder Altsächsischen.
Mittelhochdeutsch (1050–1350)
Mit dem Heiligen Römischen Reich entwickelt sich auch eine überregionale diutsche Hochsprache. Während einer ersten kulturellen Blüte kommt es zur Ausbildung einer eigenen oberdeutschen Dichtersprache.
Frühneuhochdeutsch (1350–1650)
Die Schriftsprache der ostmitteldeutschen Kanzleien findet als die Sprache der Reformation überregionale Verbreitung und führt zur Gleichstellung des Deutschen mit dem Lateinischen.
Neuhochdeutsch (nach 1650)
Sprachgesellschaften fördern die Dichtung, die Sprachforschung und die Ausbildung einer einheitlichen hochdeutschen Sprachnorm. An den Universitäten wird nun auch in deutscher Sprache gelehrt und die germanistische Wissenschaft begründet.
Spätneuhochdeutsch (ab ca. 1950)
Die Sprache Deutsch - Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums
15. Januar bis 3. Mai 2009
Deutsches Historisches Museum, Ausstellungshalle von I. M. Pei
Unter den Linden, hinter dem Zeughaus
10117 Berlin
Täglich 10 bis 18 Uhr
Tageskarte 5 Euro, Jugendliche unter 18 Jahren frei.
[Bild: Deutsches Historisches Museum Berlin]
Geschrieben in Deutsche Sprache, Veranstaltungen | Drucken | Keine Kommentare »
Peter Jünnemann dolmetscht für brasilianische Kicker in Leverkusen
14.1.2009 von Richard Schneider.
Der Kölner Stadtanzeiger erwähnt namentlich einen Fußballdolmetscher, den der Bundesligaverein Bayer 04 Leverkusen angeheuert hat. Fremdsprache Nummer 1 im deutschen Fußball ist Portugiesisch, denn das wichtigste Importland für Fußballtalente ist und bleibt Brasilien. Die Zeitung schreibt:
Peter Jünnemann ist der Dolmetscher für die beiden brasilianischen Spieler Renato Augusto (20) und Henrique (22). Sie sind sportlich großartig angekommen in Leverkusen. Mit der deutschen Sprache wird es länger dauern. Ein Jahr lang ist Leverkusen ohne Portugiesisch ausgekommen. Die Saison 2007/08 war die erste seit 20 Jahren, in der der Werksklub ohne einen Spieler aus dem Land des fünffachen Weltmeisters antrat. Mit den beiden Verpflichtungen hat sich der Klub zurückgemeldet auf dem brasilianischen Markt.
Links zum Thema im Übersetzerportal
Traumjob auf Zeit: Roland Martínez Vázquez ist Fußballdolmetscher bei Werder Bremen
Fußball-Dolmetscher: Christoph Schickhardt spricht für Stuttgarts Trainer Trapattoni
„Er ist ein wunderbarer Mensch.“ – Dieter Hoeneß über Fußball-Dolmetscher Alcir Pereira
Dolmetscher bringt Völlers Worte auf den Punkt
Fußball: Klaus Junginger und Jost Vieth dolmetschen für Lothar Matthäus in Brasilien
[Bild: photocase.de]
Geschrieben in Porträt | Drucken | Keine Kommentare »
Im Norden was Neues: ADÜ Nord stellt dynamische Website vor
13.1.2009 von Richard Schneider.

Eine neu gestaltete Website präsentiert der ADÜ Nord zum neuen Jahr. Seit dem 7. Januar 2009 besitzt die Startseite eine weit höhere Informationsdichte. Neu sind u. a. die werktäglich aktualisierten Branchennachrichten. Die Inhalte der Informationskästen (Aktuelles, Nachrichten, Nächste Seminare, Nächste Termine) werden fortlaufend aktualisiert. Das neue, dynamische Informationsangebot löst die zuvor 10 Jahre lang ähnlich aufgebaute, aber vollkommen statische Internetpräsenz ab.
Ebenso wie die Online-Mitgliederdatenbank basiert das System auf einer Oracle-Datenbankanwendung. Die neue Technik ermöglicht Funktionen, die die verbandsinterne Verwaltungsarbeit erleichtern. So können die Mitglieder jetzt viele ihrer Daten selbst bearbeiten und die Terminanzeige ist flexibler geworden. Die Bestellung von Publikationen und die Buchung von Seminaren wurde teilautomatisiert, sodass der Anwender nun sofort eine Bestätigung erhält.
Äußerlich wurde die gewohnte Struktur übernommen: Titelzeile mit ADÜ-Nord-Logo, linker Menübalken, Kurzvorstellung des Verbands und nur wenige Werbebanner. Neu hinzugekommen sind die Infokästen mit wechselnden Inhalten:
- Unter „Aktuelles“ finden sich kurze, wechselnde Hinweise auf wichtige Ereignisse der letzten Zeit und interessante Termine anderer Anbieter in der nahen Zukunft. Wenn man mit dem Mauszeiger auf den Text eines Hinweises zeigt, bleibt der Hinweis stehen, und man kann ihn in Ruhe lesen und ggf. auf einen Link mit weiteren Informationen klicken.
- Unter „Nachrichten“ wird an jedem Werktag eine neue Nachricht für Sprachmittler präsentiert. Ältere Nachrichten können unter „Frühere Beiträge“ nachgelesen werden.
- Unter „Nächste Seminare“ und „Nächste Termine“ werden immer die nächsten ADÜ-Nord-Veranstaltungen angezeigt. Ein Klick auf die jeweilige Veranstaltung führt zu einer genaueren Beschreibung. Die Liste aller Seminare wird unter „Weitere Seminare“ angezeigt; ein Kalender mit allen Veranstaltungen befindet sich unter „Weitere Termine“.
- Unter „Publikationen“ werden das aktuelle Infoblatt oder neue Publikationen des ADÜ Nord vorgestellt. Außerdem verweist ein Link auf die letzten per E-Mail an die Mitglieder verschickten Informationen.
Ganz neu ist die auffällige Suchmaske für die Mitgliederdatenbank direkt auf der Startseite. Damit möchte der Verband ein Hauptanliegen vieler Mitglieder unterstützen: von potenziellen Kunden möglichst schnell gefunden zu werden. Es gibt auch Neues in der Struktur: Die Suche kann auf ver-/beeidigte/ermächtigte Sprachmittler eingeschränkt werden, man kann eine Muttersprache vorgeben und über das Feld „Freitext“ auch die „Weiteren Informationen“ in Ihrem Profil durchsuchen.
Wenn die Suche mehr als einen passenden Eintrag ergibt, ist die Reihenfolge der Mitglieder in der angezeigten Liste zufällig und jedes Mal anders (bisher war die Reihenfolge alphabetisch). Wenn man den Mauszeiger über einen Namen führen, werden die dazugehörigen Sprachen und Fachgebiete angezeigt.
Nach Anmeldung mit ihrem Benutzernamen und Kennwort können Mitglieder ihren eigenen Eintrag jederzeit bearbeiten und Postadresse, Telefon- und Faxnummern, E-Mail- und Internetadressen sowie Bankdaten ändern. In einem Freitext kann das Angebot genauer beschrieben und ein Bild hochgeladen werden. Alle diese Änderungen werden sofort nach der Eingabe umgesetzt und sind im Internet abrufbar.
“Die Mitgliederresonanz war bisher durchweg positiv”, so Helke Heino, 2. Vorsitzende des Verbands und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die neue Präsenz habe in den vergangenen Tagen ihre Feuertaufe bestanden. Sie laufe stabil und habe schon 35 Online-Anmeldungen zu Seminaren klaglos verarbeitet.
[Text: Richard Schneider mit Material des ADÜ Nord.]
Geschrieben in Verbände | Drucken | Keine Kommentare »