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Februar 2009
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Archive für Februar 2009

Peinlich: Tom Cruise grüßt Brasilianer auf Spanisch

Tom Cruise befindet sich zurzeit auf weltweiter Werbetour für seinen Stauffenberg-Film Operation Walküre. In Rio de Janeiro lud er im berühmten Hotel Copacabana Palace zu einer Pressekonferenz.

Dort demonstrierte Cruise gleich zu Beginn seine Spanischkenntnisse und begrüßte die anwesenden Reporter mit einem fröhlichen hola. Und am Ende der Veranstaltung bedankte er sich für deren Aufmerksamkeit mit gracias.

Dass der Schauspieler nicht wusste, wo er sich gerade aufhielt, ist angesichts der weltweit einmaligen und unverwechselbaren Kulisse rund um das Hotel nicht vorstellbar. Offenbar war Cruise einfach nicht bewusst, dass man in Brasilien Portugiesisch spricht.

Für hallo und danke hätte er sich einfach nur die Worte oi und obrigado merken müssen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Seitenblicke, 2009-02-06; Latina, 2009-05-02.]

SDL-Bilanz 2008 übertrifft Erwartungen

Mit seinen Umsatz-und Gewinnzahlen aus dem am 31. Dezember abgeschlossenen Geschäftsjahr 2008 wird SDL, der führende Anbieter von Lösungen für globales Informationsmanagement (GIM), voraussichtlich die Erwartungen der Analysten übertreffen können.

Das Unternehmen erwartet Umsätze in Höhe von £157 bis £158 Millionen, im Vergleich zu £117,4 Millionen im Jahr 2007. Analysten hatten SDL für das Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz in Höhe von £151,8 Millionen zugetraut. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten (EBTA) liegt laut SDL bei etwa £25 bis £25,5 Millionen (2007: £17,0 Millionen); Finanzexperten gingen von £23,9 Millionen aus.

“Das gute Unternehmensergebnis ist auf unser kontinuierliches Engagement zurückzuführen, mit dem wir globale Unternehmen wie Dell, HP, Canon und Philips bei der schnelleren und effizienteren Bereitstellung von Inhalten in einer Vielzahl von Sprachen unterstützen”, erklärt Mark Lancaster (Bild), Chairman und CEO von SDL.

SDL wird die vorläufigen Zahlen und weitere Erläuterungen zum Ergebnis des Geschäftsjahres 2008 voraussichtlich am 24. Februar 2009 veröffentlichen.

Informationen über SDL
SDL ist der führende Anbieter im Bereich globales Informationsmanagement (GIM) und bietet Technologielösungen, mit denen Unternehmen die Bereitstellung qualitativ hochwertiger mehrsprachiger Inhalte für internationale Märkte beschleunigen können.

Die Unternehmenssoftware und Services von SDL werden in bestehende Unternehmenssysteme integriert, um Informationen von der Erstellung bis hin zur Veröffentlichung über den verzweigten Lokalisierungs-Workflow zu verwalten. Marktführer wie ABN-Amro, Best Western, Bosch, Canon, Chrysler, CNH, Hewlett-Packard, Microsoft, Philips, SAP, Sony, SUN Microsystems und Virgin Atlantic vertrauen auf SDL für die Bereitstellung von Unternehmenssoftware oder Hosted-Services für ihre GIM-Prozesse.

SDL hat bereits über 500 Unternehmenslösungen für globales Informationsmanagement implementiert, weltweit sind mehr als 170.000 Softwarelizenzen im Einsatz, und das Unternehmen bietet 10 Millionen Kunden pro Monat Zugriff auf On-Demand-Übersetzungsportale.

Im Rahmen einer globalen Infrastruktur, die über 50 Niederlassungen in 30 Ländern umfasst, bieten mehr als 1.000 Experten Beratungs-, Implementierungs- und Sprachdienstleistungen an.

www.sdl.com

[Text: eloquenza pr. Quelle: Pressemitteilung SDL, 2009-02-09. Bild: SDL.]

Irak: Dolmetscher erschossen

Bei einem Angriff in der Polizeizentrale von Mossul haben zwei irakische Polizisten auf eine Gruppe von US-Soldaten geschossen, die zu Besuch waren. Der Dolmetscher der Amerikaner starb, drei Soldaten wurden verletzt. Die Täter sind auf der Flucht.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Spiegel, 2009-02-24.]

Online-Wörterbuch pons.eu jetzt mit Russisch

Im Online-Wörterbuch unter www.pons.eu kann man seit Oktober kostenlos in sechs Sprachen nachschlagen - seit heute zusätzlich auch in Russisch. Der PONS-Verlag hat die Sprachenplattform um ein deutsch-russisches Wörterbuch - zunächst in einer Betaversion - ergänzt. Die Internet-User können jetzt zusätzlich auf 255.000 Stichwörter, Wendungen und Übersetzungen in der bereits siebten Sprache Russisch zugreifen.

“Russisch ist in Deutschland eine der ganz wichtigen Sprachen und gewinnt laufend an Bedeutung. Wir freuen uns daher sehr darüber, allen Russisch-Sprechern und -Lernern unter www.pons.eu ein hochaktuelles neues Russisch-Wörterbuch anbieten zu können”, sagt Angelika Throll, Geschäftsführerin von PONS.

Wie bei den bereits bestehenden Inhalten der Seite sind auch in dem deutschen-russischen Wörterbuch alle Übersetzungen von der Wörterbuchredaktion geprüft und haben die höchste Qualität, für die die Marke PONS seit über 30 Jahren steht.

Seit Oktober 2008 findet man unter www.pons.eu das kostenlose Online-Wörterbuch des PONS-Verlags mit zweisprachigen Inhalten für Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, jetzt auch Russisch und einem Bildwörterbuch. In diesem werbefinanzierten Online-Wörterbuch mit 3,8 Millionen Wörtern, Redewendungen und Übersetzungen und 35.000 grafisch dargestellten Begriffen können die Internetnutzer kostenlos nachschlagen. Das Online-Wörterbuch für die ersten sechs Sprachen hat Ende Januar nach vielen Optimierungen den Betastatus verlassen.

www.pons.eu

[Text: Anne Pelzer. Quelle: Pressemitteilung Pons, 2009-02-23.]

Englisch als Amtssprache? Sturm der Entrüstung in der Schweiz

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) empfahl vor wenigen Tagen, Englisch zur Teil-Amtssprache aufzuwerten. Dies war ein Ergebnis des Forschungsprogramms “Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz”. Die Reaktionen reichen von entrüsteter Ablehnung in den französischsprachigen Kantonen bis hin zu vereinzelter Zustimmung unter den Deutschschweizern.

Kulturminister Pascal Couchepin äußerte sich bislang noch nicht. Der Tages-Anzeiger schreibt: “Aus seinem Umfeld war jedoch zu erfahren, was der Romand von einer Aufwertung des Englischen hält: Gar nichts.” Der Freiburger CVP-Nationalrat Dominique de Buman ist Präsident der Organisation “Helvetia Latina”, die sich der Förderung der romanischen Sprachen verschrieben hat. Er meint zu dem Vorschlag: “Das ist lächerlich und kommt überhaupt nicht in Frage.” Der Neuenburger SP-Nationalrat Didier Berberat, Funktionär der internationalen frankofonen Parlamentariervereinigung, pflichtet dem bei: “Ich wehre mich gegen diesen Kultur-Imperialismus des Englischen. Englisch zu fördern ist zwar sehr in Mode. Wir sollten uns aber auf die Landessprachen konzentrieren.” Falls eine weitere Sprache Teil-Amtssprache werden sollte, schlägt Berberat Portugiesisch oder Albanisch vor. Auch der St. Galler SVP-Nationalrat Theophil Pfister weist darauf hin, dass es in der Schweiz weiter verbreitete Sprachen als das Englische gibt: “Ich sehe nicht ein, warum Englisch Teil-Amtssprache werden soll, nicht aber Albanisch.”

In der Tat nannten im Jahr 2000 bei der Schweizer Volkszählung 1,3 Prozent der Bevölkerung Albanisch als Muttersprache, 1,2 Prozent Portugiesisch und nur 1 Prozent Englisch.

Ungeachtet der Proteste setzt sich der Vormarsch des Englischen weiter fort. Seit Anfang 2009 veröffentlicht der Bund Rechtstexte “von besonderer Tragweite oder internationalem Interesse” auch auf Englisch. Im Tages-Anzeiger heißt es:

«Wir kommen mit der Arbeit kaum noch nach», sagt Stephen Frost, Leiter des englischen Sprachdienstes der Bundeskanzlei. Neben Rechtstexten übersetzen er und seine vier Mitarbeiter vor allem Webauftritte, Reden und Briefe der Bundesräte. Auch die meisten Departemente beschäftigen eigene Englisch-Übersetzer oder beauftragen externe Büros. Wie der Bundesrat 2007 aufgrund einer Anfrage Berberats ausführte, gibt der Bund pro Jahr schätzungsweise 2,1 Millionen Franken für Übersetzungen ins Englische aus.
Noch weiter als die Forscher des Nationalfonds möchte der Zürcher FDP-Ständerat Felix Gutzwiller gehen. 2007 forderte er den Bundesrat auf, Englisch als vollwertige Amtssprache einzuführen. Doch die Regierung lehnte den Vorstoss ab. «Ich bin froh, dass das Thema wieder auf den Tisch kommt», sagt Gutzwiller. Ihm gehe es nicht darum, die Landessprachen zu konkurrenzieren. Eine Aufwertung des Englischen wäre seiner Ansicht nach jedoch ein wichtiger Standortvorteil im Wettbewerb um die besten Talente. «Die Immigration aus englischsprachigen Ländern wird weiter zunehmen. Wir sollten uns darauf vorbereiten», erklärt Gutzwiller.

Mehr zum Thema im Übersetzerportal
Schweiz: SNF empfiehlt Englisch als Teil-Amtssprache

[Text: Richard Schneider. Quelle: Tages-Anzeiger, 2009-02-17. Bild: Archiv.]

Turbulente Biathlon-WM: Dolmetscherin Kseniya Lomakina schweißgebadet

Biathlon-Weltmeisterschaften sind normalerweise eine an Langeweile kaum zu überbietende Veranstaltung, doch in Südkorea ging es dieses Jahr hoch her. Die Süddeutsche Zeitung interviewt aus diesem Anlass Kseniya Lomakina, eine „gestresste Dolmetscherin in Pyeong Chang“. Auch sie bestätigt, dass sie eine solche Verwirrung und eine so angespannte Stimmung bei Pressekonferenzen noch nicht erlebt habe.

  • Sie schwedische Mannschaft erhielt wegen ihres engagierten Auftretens gegen Doping Morddrohungen per E-Mail aus Russland.
  • Beim Verfolgungsrennen war lange unklar, wer gewonnen hatte. Die Kampfrichter mussten ihre Entscheidung nach Protesten revidieren.
  • Eine deutsche Athletin verwechselte bei Trockenübungen im Aufwärmraum das Magazin ihrer Flinte und gab aus Versehen einen scharfen Schuss ab. Die Offiziellen fanden den glatten Durchschuss in der Holzwand im Gegensatz zu den Mädels der deutschen Mannschaft gar nicht lustig und sperrten die Olympiasiegerin für ein Rennen.
  • Hinzu kamen technische Pannen und ungünstiges Wetter.

Die Zeitung schreibt:

SZ: In der Sitzung ging es ja auch um Doping und Morddrohungen. Es hieß, die Übersetzerin sei hinterher schweißgebadet gewesen.
Lomakina: Ich war erschöpft, stimmt. Man bleibt schon deshalb nicht unberührt, weil man in den Ärger manchmal hineingezogen wird.
SZ: Wie das?
Lomakina: Teile der russischen Medien behaupteten, ich hätte die Russin Saizewa mit den Worten übersetzt: “Doping find ich gut”. Das ist Unfug.

Lomakina spricht außer Russisch noch Ukrainisch, Deutsch, Englisch und ein bisschen Spanisch: „Meine Eltern sind Russen. Ich wurde zu Sowjetzeiten in der Ukraine geboren. Seit sechs Jahren lebe ich in Deutschland. Ich habe Sprachen in der Ukraine studiert und Medienwissenschaften in Tübingen.“

Das vollständige Interview können Sie in der Süddeutschen Zeitung lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2009-02-21.]

Indien: Sahitya Akademi übersetzt Literatur in 24 Landessprachen

Die FAZ berichtet in einem längeren Artikel über das Übersetzungsprogramm der 1954 in Kalkutta gegründeten Sahitya Akademi. Sie überträgt ausgewählte literarische Werke des Subkontinents in große Landessprachen wie Hindi, Bengalisch, Marathi, Gujarati, Panjabi, Tamil, Malayalam und Kannada, aber auch in kleinere Sprachen wie Konkani und Stammessprachen wie Santhali.

In den Anfangsjahren hat die Akademie viel ins Englische übersetzt. Inzwischen kümmern sich um diese Sprachrichtung mehrere große englischsprachige Verlage, darunter Oxford University Press und Penguin Books.

Der Präsident der Akademie, der bengalische Schriftsteller Sunil Gangopadhyay, erklärt, dass auch eine Reihe von Wörterbüchern in Arbeit sei. Lange Zeit habe es keine ausgebildeten Übersetzer gegeben. Diejenigen, die nebenberuflich übersetzt hätten, seien schlecht bezahlt worden. Bis heute gebe es keine professionelle Übersetzungskultur in Indien.

Ihm missfällt, dass gebildete Inder lieber die Literatur der westlichen Länder lesen. Die Bücher der Sahitya Akademi verkauften sich daher nicht so zahlreich, wie es zu wünschen wäre.

Mini Krishnan leitet das Übersetzungsprogramm des indischen Zweigs von Oxford University Press. Sie weiß die Arbeit der Konkurrenz zu schätzen: „[Die Übersetzungen der Sahitya Akademi] vermittelten uns das Bewusstsein, dass die Literatur in unserer Muttersprache einen Wert besitzt.“

Den genannten Artikel können Sie in der FAZ lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ, 2009-02-17. Bild: photocase.de.]

US-Armee: Einwanderer ohne Green Card als Dolmetscher

In seiner verzweifelten Suche nach Dolmetschern senkt das US-Militär die Einstiegsvoraussetzungen. Man will nun auch auf Einwanderer zurückgreifen, die lediglich eine befristete Aufenthaltserlaubnis, also nicht einmal eine Green Card, besitzen. Verlangt wird von den ausländischen Rekruten lediglich, dass sie schon mindestens zwei Jahre in den USA gelebt und in dieser Zeit das Land nicht länger als 90 Tage verlassen haben. Außerdem müssen die Bewerber einen Englischtest absolvieren.

Im ersten Jahr des Programms sollen 1.000 neue Soldaten mit Fremdsprachenkenntnissen gewonnen werden, in den Folgejahren noch mehr. Neben dem Mangel an Dolmetschern soll so auch der Engpass bei Sanitätern gelindert werden.

Es ist das erste Mal seit dem Vietnam-Krieg, dass die Einstiegsvoraussetzungen so stark gesenkt werden. Bislang war für Ausländer die so genannte Green Card, also eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die Grundvoraussetzung.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Reuters, 2009-02-15.]

BDÜ-Konferenz “Übersetzen in die Zukunft” - Jetzt Frühbucherrabatt sichern

Die Globalisierung revolutioniert die Arbeit von Übersetzern und verändert das Berufsbild nachhaltig. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) vom 11. bis 13. September 2009 eine internationale Fachkonferenz in Berlin mit dem Titel “Übersetzen in die Zukunft - Herausforderungen der Globalisierung für Dolmetscher und Übersetzer”. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie das Bundessprachenamt haben die Schirmherrschaft für die Konferenz übernommen. Auf die Teilnehmer warten über 80 praxisnahe Vorträge und Workshops, eine Stellenbörse sowie eine Fachmesse. Ein Auftritt von Entertainerin Gayle Tufts am Samstagabend sorgt für frischen Wind nach einem anregenden Konferenztag.

“Mit der Konferenz will der BDÜ in Europa eine Plattform für den Austausch zwischen Sprachmittlern aus der ganzen Welt schaffen”, erläutert Wolfram Baur, Vizepräsident des BDÜ. Der Verband konnte namhafte Experten aus dem In- und Ausland als Referenten gewinnen. Dazu zählen Wissenschaftler ebenso wie Führungskräfte aus der Wirtschaft. Hauptredner sind Juhani Lönnroth, Generaldirektor der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, sowie der amerikanische Unternehmensberater Donald A. DePalma, ein ausgewiesener Kenner des weltweiten Übersetzungsmarktes.

Der BDÜ rechnet mit 1.000 Teilnehmern. Die Anmeldung ist ab sofort über die Konferenzwebsite möglich. Bis 31. Mai 2009 gibt es einen Frühbucherrabatt. Weitere Informationen zur Fachkonferenz stehen im Internet unter www.uebersetzen-in-die-zukunft.de.

[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2009-02-17. Bild: photocase.de.]

CSU will Deutsch im Grundgesetz verankern

Die CSU will die deutsche Sprache zum Wahlkampfthema machen. Markus Ferber, Spitzenkandidat der CSU für die Europawahl, und CSU-Landesgruppenchef Hartmut Koschyk sprachen sich dafür aus, einen Hinweis auf die Landessprache als dem „zentralen Symbol deutscher Identität“ in das Grundgesetz aufzunehmen. Die Sprache sei Voraussetzung der kulturellen Identität, aber auch entscheidendes Bindeglied der Gesellschaft. Deshalb solle die Union diesen Vorschlag auch in ihr Wahlprogramm aufnehmen.

Im Dezember 2008 hatten sich bereits die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart dafür ausgesprochen, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern - gegen den ausdrücklichen Willen der Parteiführung.

Die Verankerung der Landessprache in der Verfassung ist in 18 EU-Ländern eine Selbstverständlichkeit, die keiner Diskussion bedarf. In Deutschland ist dieser Geburtsfehler des Grundgesetzes nicht mehr korrigierbar, weil die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament nicht zustandekommt.

Die tiefere Ursache dieser im internationalen Vergleich höchst merkwürdigen Einstellung ist vermutlich der neurotische Hass der Deutschen auf alles Deutsche. Darunter hat auch die Sprache zu leiden, die viele offenbar ohnehin am liebsten gegen Englisch eintauschen würden.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Focus, 2009-02-12.]