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Archive für 6.2.2009
Uni Bochum: IDEMA übersetzt Amtssprache in verständliches Deutsch
6.2.2009 von Richard Schneider.
Das Germanistische Institut der Ruhr-Universität Bochum kämpft seit 2006 mit seinem „Internet-Dienst für eine moderne Amtssprache“ (IDEMA) gegen die Auswüchse der Behördensprache. Die Bundesverwaltung und 15 Stadtverwaltungen nutzen das Angebot bereits.
In Oberursel hat Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) den Anstoß dazu gegeben, mit dem Bochumer Institut zusammenzuarbeiten. Brum war vor seinem Amtsantritt in der Wirtschaft tätig und konnte sich mit der verquasten Sprache seiner Stadtverwaltung nicht anfreunden. Die Stadt zahlt jetzt pro Jahr einen niedrigen vierstelligen Betrag an IDEMA. Dafür können die Hessen eine bestimmte Textmenge in Bochum überarbeiten lassen.
Die Devise lautet: Weg mit Floskeln und Nominalstil, Verschachtelungen, Substantivketten und Passiv-Konstruktionen! Ein Beispiel: „Zur Abklärung der noch offenstehenden Fragen möchte ich Sie bitten, sich zu den obengenannten Sprechzeiten telefonisch mit mir in Verbindung zu setzen.“ Das kann man auch kurz, knapp, freundlich und glasklar formulieren: „Bitte rufen Sie mich an, damit wir die noch offenen Fragen klären können.“
Die auf diese Weise überarbeiteten Verfügungen, Bescheide und Infobroschüren landen in einer Datenbank, damit auch andere Gemeinden davon profitieren können. Projektleiterin Michaela Blaha ist auch Lehrbeauftragte an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Dort zeigt sie angehenden Spitzenbeamten, wie man bürgerfreundlich und verständlich formuliert.
Und wozu der ganze Aufwand? „Ein gut geschriebenes Schreiben erhöht die Akzeptanz der Entscheidung. Und es hinterlässt beim Empfänger das gute Gefühl, als Bürger ernst genommen zu werden“, schreibt die Frankfurter Rundschau, in der ein Artikel über IDEMA erschienen ist.
IDEMA präsentiert sich unter der Adresse www.moderne-amtssprache.de.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Frankfurter Rundschau, 2009-02-04. Bild: IDEMA.]
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Das Berlinale-Geflüster von Caroline Elias
6.2.2009 von Richard Schneider.
Heute beginnen in Berlin die 59. internationalen Filmfestspiele, besser bekannt unter dem Namen Berlinale. Mehr als 19.000 Fachbesucher aus 120 Ländern werden erwartet, darunter 4.000 Journalisten. Mit über 200.000 verkauften Eintrittskarten zu den Filmvorführungen ist die Berlinale nicht nur ein bedeutender Branchentreff, sondern auch weltweit das größte Publikumsfestival dieser Art.
Ein Mammutereignis - auch für Dolmetscher. Diese werden nicht nur für Pressekonferenzen und Interviews der überwiegend ausländischen Filmschaffenden benötigt, sondern vor allem bei den Filmvorführungen selbst. Denn viele davon werden simultan in mehrere Sprachen gedolmetscht.
Caroline Elias (43, Deutsch, Französisch) ist eine der Berlinale-Dolmetscherinnen. Bereits seit 11 Jahren wirkt sie in verschiedenen Funktionen am Festival mit. Seit 2007 betreibt sie „das erste Weblog aus dem Inneren einer Dolmetscherkabine“. In den kommenden zehn Tagen will sie dort unter der Überschrift “Berlinale-Geflüster” der interessierten Fachöffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen.
Links zum Thema im Übersetzerportal
Berliner Filmfestspiele: Großeinsatz für Dolmetscher
„Eine menschliche Institution“ – Tagesspiegel würdigt verstorbene Berlinale-Dolmetscherin Alice Braunstein
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