CSU will Deutsch im Grundgesetz verankern

Die CSU will die deutsche Sprache zum Wahlkampfthema machen. Markus Ferber, Spitzenkandidat der CSU für die Europawahl, und CSU-Landesgruppenchef Hartmut Koschyk sprachen sich dafür aus, einen Hinweis auf die Landessprache als dem „zentralen Symbol deutscher Identität“ in das Grundgesetz aufzunehmen. Die Sprache sei Voraussetzung der kulturellen Identität, aber auch entscheidendes Bindeglied der Gesellschaft. Deshalb solle die Union diesen Vorschlag auch in ihr Wahlprogramm aufnehmen.

Im Dezember 2008 hatten sich bereits die Delegierten des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart dafür ausgesprochen, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern – gegen den ausdrücklichen Willen der Parteiführung.

Die Verankerung der Landessprache in der Verfassung ist in 18 EU-Ländern eine Selbstverständlichkeit, die keiner Diskussion bedarf. In Deutschland ist dieser Geburtsfehler des Grundgesetzes nicht mehr korrigierbar, weil die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament nicht zustandekommt.

Die tiefere Ursache dieser im internationalen Vergleich höchst merkwürdigen Einstellung der deutschen Politiker gegen die eigene Sprache bleibt unklar.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Focus, 2009-02-12.]

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