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Archive für März 2009
Afghanistan: Dolmetscher bei Sprengstoffanschlag getötet
21.3.2009 von Richard Schneider.
In der südafghanischen Provinz Kandahar sind am 20.03.2009 ein Dolmetscher und zwei kanadische Soldaten bei einer Explosion ums Leben gekommen. Fünf weitere Soldaten wurden dabei verletzt. Sie befanden sich im Bezirk Zhari zu Fuß auf Patrouille.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Welt, 2009-03-21.]
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Langenscheidt verkauft Duden an Cornelsen
20.3.2009 von Richard Schneider.
Die Langenscheidt KG, München, verkauft ihren Anteil an der Bibliographischen Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, an die Cornelsen Verlagsholding GmbH & Co., Berlin. Außerdem wollen beide Unternehmen bei nationalen und internationalen Projekten im Bildungssektor zusammenarbeiten.
Die Veräußerung des Aktienpakets geht einher mit einer strategischen Neuausrichtung der Langenscheidt Verlagsgruppe. Sie wird ihre Verlagsaktivitäten in den Bereichen Fremdsprache und Reiseführer deutlich ausbauen. Investitionen in nationale und internationale Vorhaben sollen für entsprechendes Wachstum sorgen. In diesem Zusammenhang ist aktuell die Neugründung des Verlages „Langenscheidt Ibérica“ mit Sitz in Madrid für die Zielmärkte Spanien und Südamerika zu nennen. Des Weiteren soll auch Südostasien zunehmend im Fokus der Unternehmensentwicklung stehen, wo die Langenscheidt-Gruppe bereits seit über zehn Jahren aktiv ist.
Die Cornelsen Verlagsgruppe als gewachsenes Familienunternehmen erstellt und vertreibt Bildungsangebote von der schulischen Ausbildung bis zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Die Programmprofile der einzelnen Unternehmen der Gruppe sind so aufeinander abgestimmt, dass Cornelsen heute für jede Lernsituation optimale Bildungsangebote bereitstellt. „Die neu hinzukommenden Marken sind eine ideale Ergänzung unseres Portfolios“, so Dr. Alexander Bob (Bild oben), Geschäftsführer der Cornelsen Verlagsholding, „und bergen zugleich zusätzliches Wachstumspotenzial in sich.“
Für Verleger Andreas Langenscheidt „passt das Bibliographische Institut mit Marken und Programm sehr gut zur Cornelsen Verlagsgruppe. In diesem Unternehmensverbund können Synergien realisiert und die Marken langfristig weiterentwickelt werden.“
Im Jahr 1988 hatte die Langenscheidt KG die Aktienmehrheit an der Bibliographischen Institut & F.A. Brockhaus AG übernommen und damit den Kauf der Gruppe durch den britischen Medien-Tycoon Robert Maxwell verhindert. Zum Bibliographischen Institut gehören u.a. die Verlage Duden und Meyers, die Duden Paetec GmbH sowie Kalenderverlage.
Mit über 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und über 300 Millionen Euro Umsatz gehört die Cornelsen Verlagsgruppe zu den führenden Bildungsanbietern in Deutschland. Das Spektrum der Angebote und Dienstleistungen für Bildung und Wissen reicht von Schulbüchern, Unterrichtsmaterialien und Fachbüchern bis zu digitalen Bildungsmedien, beruflicher und akademischer Weiterbildung sowie schulischer Nachhilfe.
Die Familie Brockhaus wird sich dem Verkauf ihrer Aktien an Cornelsen mit ihrem Minderheitsanteil zeitgleich anschließen. Die Transaktion soll – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts – im zweiten Quartal 2009 vollzogen werden.
[Text: Bernhard Kellner. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2009-03-20. Bild: Langenscheidt.]
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Localization World: Norbert Walter hält Eröffnungsvortrag
19.3.2009 von Richard Schneider.
Unter dem Motto “Know-how for Global Success” findet in diesem Jahr die Localization World Conference vom 8. bis 10. Juni in Berlin statt. Sie vermittelt den Teilnehmern das notwendige Wissen für eine erfolgreiche Produktvermarktung auf internationalem Parkett. Der Themenbogen spannt sich dabei von der Strategieentwicklung für die Erschließung von Auslandsmärkten bis hin zur effizienten Lokalisierung der Unternehmenskommunikation für die jeweiligen Zielsprachen.
Dazu hat der Veranstalter ein facettenreiches Programm zusammengestellt mit Fachvorträgen und Anwenderbeispielen unter Beteiligung namhafter Unternehmen wie Expedia, der HypoVereinsbank, Roland Berger und Saatchi & Saatchi. Als Key-Note-Sprecher wird Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen-Bank-Gruppe, die Localization World 2009 eröffnen. Anhand aktueller Studien analysiert er die derzeitige weltwirtschaftliche Lage und erläutert deren Auswirkung auf das Auslandsgeschäft für Unternehmen.
Angesichts der weltweit schwierigen wirtschaftlichen Lage sind Unternehmen aufgefordert, sowohl nach zusätzlichen Absatzmöglichkeiten zu suchen als auch ihre Geschäftsprozesse zu optimieren. Internationale Märkte bieten die Chance, neue Zielgruppen zu erschließen. Darüber hinaus liegen in vielen Unternehmen massive Effizienzsteigerungspotenziale bei der Adressierung von Auslandsmärkten brach.
Um Internationalisierungsvorhaben erfolgreich umzusetzen, bedarf es sowohl einer gründlichen Planung als auch einer effektiven Umsetzung. Dazu gehören unter anderem die Analyse möglicher Zielmärkte, die Entwicklung begleitender Marketing-Kampagnen, die Ausweitung des Personalmanagements sowie die Lokalisierung von Webseiten und produktbegleitenden Materialien und deren Verwaltung.
Die Localization World informiert Unternehmen umfassend darüber, wie sie ihre Internationalisierungsvorhaben vorantreiben bzw. die dafür notwendigen Prozesse optimieren können. Das dreitägige Konferenzprogramm mit vier parallelen Vortragsslots ermöglicht eine tiefgehende und zielgruppenspezifische Betrachtung der jeweiligen Themen. Die Mischung aus Fachvorträgen, Anwenderbeispielen und Podiumsdiskussionen stellt die Bereiche aus unterschiedlichen Perspektiven dar. Dazu ergänzend finden fach- bzw. branchenspezifische Workshops statt.
Ulrich Henes, Gründer des Localization Institute in USA und Ausrichter der Localization World, fasst zusammen: “Internationalisierung bedeutet vor allem, die Chancen zu nutzen, die der weltweite Markt bietet. Unternehmen können ihre eigene strategische Position stärken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Unser Anspruch ist es, den Teilnehmern der Localization World das notwendige Wissen kompakt und verständlich zu vermitteln, damit sie ihre Internationalisierungsstrategie erfolgreich umsetzen, erweitern oder optimieren können.”
Die Localization World findet vom 8. bis 10. Juni 2009 im Maritim Hotel proArte in Berlin statt. Sie wird vom Localization Institute organisiert. Die Gebühr für die Teilnahme an der Konferenz beträgt 825 Euro. Bis zum 27. April 2009 gibt es einen Frühbucherrabatt in Höhe von 100 Euro. Interessenten, die die Localization World nur an einem Tag besuchen möchten, zahlen 425 Euro.
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter www.localizationworld.com.
[Text: Nicole Körber. Quelle: Pressemitteilung Localization World, 2009-03-19.]
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Schweiz: Adrian Peter von USG AG im Interview
18.3.2009 von Richard Schneider.
Vor 30 Jahren hat der Werber Adrian Peter (Bild) von Frankfurt aus ein Übersetzungsbüro in Bern gegründet. Heute beschäftigt seine USG AG 15 fest angestellte und 95 freie Mitarbeiter. Die Berner Zeitung hat mit ihm gesprochen. Hier einige Ausschnitte:
Einen lausigen Ausgangstext kann man nicht gut übersetzen. […] Oft besteht unsere erste Aufgabe darin, den Originaltext zu verbessern. Grundsätzlich haben wir das Ziel, mit der Übersetzung stets ein wenig besser zu sein als das Original.
Peter war vor 30 Jahren Werbetexter bei GGK in Frankfurt. Als polyglotter Schweizer wurde er ständig von Kollegen um Übersetzungen gebeten. Er sagt:
Ich gab mein Bestes, ganz wohl war mir dabei aber nicht. Ich fand, das müssten eigentlich Profis machen. Mehr und mehr beauftragte ich ehemalige Klassenkameraden, welche Dolmetscher-Ausbildungen absolviert hatten, mit Übersetzungen. Bald wurde mir klar, dass das eine Marktlücke war. Ich gründete mit meiner damaligen Freundin das Büro in Bern und war selber erstaunt, wie gross die Nachfrage war. Fast jeden Monat stellten wir neue Leute ein, nach fünf Jahren gab es bereits Zweigstellen in Zürich und Genf.
Wir hatten wenig Ahnung, aber viel Enthusiasmus. Die ersten fünf Jahre waren sehr intensiv, wir arbeiteten wie die Verrückten und verdienten gar nichts damit. Dann stellten wir einen Betriebswirtschafter an, der uns zeigte, wo wir Geld verloren und wie wir Geld verdienen konnten.
Vor Kurzem hat die USG ein neues Büro in Stuttgart eröffnet - mitten in der Wirtschaftskrise und noch dazu in einer Autostadt. Adrian Peter dazu: “1979 sind wir auch mitten in einer Wirtschaftsdepression gestartet, und es lief gut. Es ist gar nicht so schlecht, dann Vollgas zu geben, wenn alle anderen auf die Bremse treten.”
Das vollständige Interview können Sie in der Berner Zeitung lesen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Berner Zeitung, 2009-03-16. Bild: USG.]
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240 Teilnehmer auf Across-Anwenderkonferenz in Köln
17.3.2009 von Richard Schneider.

Mit mehr als 240 Teilnehmern ging die zweite Across-Anwenderkonferenz zu Ende. Sie war geprägt durch intensiven Dialog und Austausch der Teilnehmer untereinander. Einblick in aktuelle Projekte gaben namhafte Kunden wie die HypoVereinsbank, die Nero AG und die SMA Solar Technology AG. Auch Neuigkeiten rund um den Across Language Server und Integrationsszenarien, die den Plattform-Charakter des Language Server unterstreichen, standen auf der Agenda. Bereits am Vortag der Konferenz konstituierte sich ein Unternehmensbeirat.
„Die Across Anwenderkonferenz hat sich bereit im zweiten Jahr ihres Bestehens zu einer festen Institution entwickelt“, freut sich Niko Henschen, Geschäftsführer von Across Systems und ergänzt: „In Zeiten knapper Reisebudgets waren mehr als 240 Teilnehmer der Einladung nach Köln gefolgt. Unsere Konferenz ist zum weltweit größten Anwender-Treffen im Bereich Sprachtechnologie geworden.“
Via Live-Präsentation erläuterte Sina Zimmermann, Leiterin des Language Service bei der HypoVereinsbank, die Funktionsweise des konzernweiten Sprachportals bei der HVB. René Petri, Leiter Technischer Service bei der Nero AG, zeigte in seinem Vortrag eine Kostenersparnis von 55 Prozent bzw. mehr als 0,8 Mio. Euro jährlich auf, welche der Softwarehersteller durch den Einsatz des Across Language Server und die Optimierung der Prozesse erzielt. Gerald Salisbury legte in seinem Vortrag den Fokus auf die zentrale Funktion, die der Language Server bei der SMA Solar Technology AG als zentrale Plattform für Sprachressourcen und zur Steuerung von Übersetzungsprozessen einnimmt.
Am Nachmittag standen neben einer Reihe von praxisbezogenen Workshops Integrationsszenarien mit korrespondierenden Technologien auf der Agenda. Sie unterstrichen den Plattform-Charakter des Language Server, mit Schnittstellen beispielsweise zu SAP als ERP-Lösung oder zu Typo3 als Web Content Management System. Zum Thema compliance-konformes Übersetzen wurde die Anbindung an das ECM System von Optimal Systems vorgestellt, außerdem weitere Integrationsszenarien durch die Across Technologiepartner Schema, Ovidius und Lots of Dots.
Der Unternehmensbeirat, der sich am Vortag zur Konferenz konstituiert hatte, versteht sich als ,Sprachrohr strategischer Anwender in Richtung Across’. Gründungsmitglieder sind Olaf Haulsen, Voith Turbo Scharfenberg GmbH & Co. KG, Albert Jostkleigrewe, Walter Maschinenbau GmbH, Frank Neidhart, Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG, Rainer Oeinck, Insta Elektro GmbH, René Petri, Nero AG, Gerald Salisbury, SMA Solar Technology AG, Sebastian Zientek, United Internet AG, Christian Zimmermann, Siemens AG PTD und Sina Zimmermann, HypoVereinsbank AG.
Neben den Fach- und Projektvorträgen begeisterte die Teilnehmer an der Across-Anwenderkonferenz vor allem die Möglichkeit zum intensiven Dialog untereinander. Bereits die Auftaktveranstaltung am Vorabend bot zahlreiche Gelegenheiten zum gezielten Austausch, sogenannte Thementische erleichterten das Zusammentreffen mit ,Gleichgesinnten’ während der Konferenz.
Resonanz der Teilnehmer
Prof. Dr. Johann Haller, Direktor des IAI, Institut für Angewandte Informationsforschung an der Universität des Saarlandes: „Die Anwenderkonferenz bot viel Wissenswertes und Neues rund um den Across Language Server. Wir konnten zahlreiche gute Kontakte knüpfen. Für uns vor allem erfreulich ist die zunehmende Bedeutung des Themas ,Quelltexterstellung’, das für die Qualität der späteren Übersetzung eine entscheidende Rolle spielt.“
Olaf Haulsen, Teamleiter Handbücher/Übersetzungen bei Voith Turbo Scharfenberg: „Die Across-Tagung war eine hochspannende Veranstaltung mit anregenden Vorträgen und intensiven Gesprächen, die immer wieder eines zeigten: Sprache ist Hightech, und bei der Sprachsoftware liegt in den meisten Firmen noch ein riesiges Verbesserungspotential, sowohl struktur- als auch kostenseitig. Die Stände in den einzelnen Firmen sind höchst unterschiedlich, aber am Ziel ist noch niemand.“
Jürgen Sapara, Leiter Technische Dokumentation bei der SMA Solar Technology AG: „Konkrete Lösungen entstehen meist erst, indem man Ideen miteinander teilt, diskutiert und weiterentwickelt. Für diesen offenen Meinungs- und Gedankenaustausch war die Across-Anwenderkonferenz wie geschaffen.“
Sebastian Zientek, Leiter Technische Dokumentation 1&1 Internet AG: „Vielen Dank für zwei gelungene Tage in der Across-typischen angenehmen Atmosphäre. Dank guter Organisation, gelungener Vorträge und den ’Spontan-Workshops’ an den Thementischen fand ein interessanter Austausch statt.”
Across Systems
Across Systems (www.across.net) mit Sitz in Karlsbad bei Karlsruhe und Glendale, Kalifornien, ist Hersteller des Across Language Server – der weltweit führenden Technologie für die „linguistische Supply Chain“.
Der Across Language Server ist eine zentrale Software-Plattform für alle Sprach-Ressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen. Er vereinfacht, beschleunigt und verbessert die Steuerung, Koordinierung und Durchführung von Übersetzungen. Die Software beinhaltet unter anderem ein Translation-Memory- und Terminologie-System sowie leistungsfähige Werkzeuge zu Projekt-Management und Workflow-Steuerung von Übersetzungen. www.across.net
[Text: Dr. Claudia Rudisch. Quelle: Pressemitteilung Across Systems. Bild: Across Systems.]
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BDÜ veröffentlicht “Exotenliste” 2009
16.3.2009 von Richard Schneider.
Hin und wieder benötigen Unternehmen, Behörden und Übersetzungsbüros Sprachmittler für eine in Deutschland wenig verbreitete Sprache wie etwa Hindi. Für diesen Zweck hat der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) seine “Exotenliste” zusammengestellt, die jedes Jahr aktualisiert wird. Sie enthält die Kontaktdaten von mehr als 100 Sprachmittlern für seltene Sprachen - von Afrikaans bis Weißrussisch.
Alle darin aufgeführten Dolmetscher und Übersetzer sind Mitglieder des Verbandes. Die Liste kann als PDF-Datei kostenlos auf der Website des BDÜ heruntergeladen werden.
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BDÜ Hessen: Matthey wiedergewählt, Rieg zur Globalisierung
15.3.2009 von Richard Schneider.
„Das Arbeitsumfeld der freiberuflichen Übersetzerinnen und Übersetzer hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert, besonders für die Technikübersetzer“, erläuterte der Diplomingenieur und Technikübersetzer Clemens Rieg auf der diesjährigen Landesmitgliederversammlung des hessischen BDÜ, die am 14.03.2009 in Offenbach stattfand.
Drei Faktoren spielen dabei eine Rolle: die Globalisierung, die enorme Expansion internationaler Übersetzungsagenturen und der Einsatz so genannter CAT-Programme, das sind Softwarewerkzeuge, die den Übersetzungsvorgang unterstützen sollen. Es findet eine Industrialisierung der Übersetzungsbranche statt, durch die hochqualifizierte Fachleute in die Rolle von Tagelöhnern geraten können, wenn sie diesem Prozess nicht eigenes Handeln entgegensetzen.
Während die Globalisierung zunächst den positiven Effekt hat, dass das Übersetzungsvolumen rapide ansteigt, und zwar zwischen 5 und 12 % jährlich, wächst gleichzeitig die Notwendigkeit für die Industrie, diese mehrsprachigen Übersetzungen kostengünstig anfertigen zu lassen.
Große Unternehmen haben oft umfangreiche Dokumentationen in mehrere Sprachen zu übersetzen. Dafür suchen sie sich häufig Agenturen, die ihre Aufträge dann an Einzelübersetzer weiterleiten – oft zu für die Übersetzer sehr ungünstigen Konditionen. „Diese Agenturen versuchen immer größere Anteile von diesem Kuchen zu erjagen, geraten aber auch unter Preisdruck. Diesen versuchen sie über den Einsatz von CAT-Programmen und durch niedrige Preise für die Leistung freiberuflicher Übersetzer aufzufangen. Um diesem Preisdruck entgegenzuwirken und gleichzeitig einem hohen Qualitätsanspruch zu genügen, sollten viele freiberufliche Übersetzer und Übersetzerinnen ihr bisheriges Einzelkämpferdasein verlassen und sich zu dynamischen, professionell organisierten Teams zusammenschließen, die Projekte für Endkunden gemeinsam durchführen“, so Clemens Rieg.
„Warum können wir uns nicht zusammentun, und die gleiche Leistung als Gemeinschaft gleichberechtigter Freiberufler anbieten?“, fragten viele Teilnehmer in der Diskussion. Diese Idee wollen die hessischen Übersetzer in den nächsten Monaten weiterverfolgen und dazu konkrete Konzepte ausarbeiten. Für den Herbst ist ein Seminar geplant. Dem Thema Globalisierung wird sich auch der internationale Kongress „Übersetzen in die Zukunft“ im September 2009 in Berlin widmen. Viele hessische Übersetzer werden teilnehmen.
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer hat in Hessen über 600 Mitglieder. In Deutschland gibt es ca. 30.000 Übersetzer, davon arbeiten 24.000 freiberuflich und 6.000 im Angestelltenverhältnis. Als Vorsitzende des Landesverbands Hessen wurde Gabriele Matthey (Bild) wiedergewählt.
[Text: Doris Werder. Quelle: Pressemitteilung BDÜ Hessen. Bild: BDÜ Hessen.]
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Neue Statistik: Bibeltexte liegen in 2479 Sprachen vor
14.3.2009 von Richard Schneider.
Einzelne Bücher oder Teile der Bibel gibt es jetzt in 2479 Sprachen, die gesamte Bibel ist in 451 Sprachen übersetzt. Das teilte der Weltbund der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) in Reading/England jetzt in seinem aktuellen Scripture Language Report (Bibelsprachenbericht) mit.
Stichtag für diese Statistik war der 31. 12. 2008. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der übersetzten Vollbibeln um 13 erhöht, die Zahl der einzelnen übersetzten biblischen Bücher um 25. Die Bibel ist damit mit Abstand das am häufigsten übersetzte und am meisten verbreitete Buch der Welt.
Trotz der jährlich kontinuierlich steigenden Zahlen weist der Report auf die Relation hin, dass bei den geschätzten 6900 Sprachen weltweit nur 451 Sprachen eine komplette eigene Bibelübersetzung haben und 1158 Sprachen ein Neues Testament. Zwar hätten 95 Prozent der Weltbevölkerung die Bibel in einer Sprache zur Verfügung, die sie verständen, aber gerade beim Bibellesen könne der Text seine Leser in seiner ganzen Tiefe nur dann erreichen, wenn sie ihn in ihrer Muttersprache verstehen könnten. Die Botschaft der Bibel in allen Sprachen zugänglich und verständlich zu machen, sei die zentrale Aufgabe der Bibelgesellschaften weltweit seit mehr als 200 Jahren.
Unter den neu übersetzten Sprachen befinden sich zum Beispiel die Sprache Sar im Tschad, Dioula in Burkina Faso, Lari in der Republik Kongo und Kono in Sierra Leone. Eine Bibelübersetzung ist das Ergebnis von jahrelanger, manchmal jahrzehntelanger Arbeit. Sie beinhaltet akademische Forschung, Rekrutierung und Zusammenstellung einer Übersetzergruppe, Zusammenarbeit mit Kirchen und Missionsorganisationen und die kontinuierliche Übersetzungsarbeit, die teilweise unter erschwerten Bedingungen stattfindet.
Im Weltbund der Bibelgesellschaften arbeiten 145 nationale Bibelgesellschaften zusammen. Zurzeit sind Übersetzer im Auftrag des Weltbundes oder nationaler Bibelgesellschaften in mehr als 650 Übersetzungsprojekten tätig. Die Übersetzungsarbeit des Weltbundes wird in Deutschland durch die Aktion Weltbibelhilfe, einer Initiative der Deutschen Bibelgesellschaft, gefördert.
Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart. “Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel” nennt die Satzung als Aufgaben. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheinen die Lutherbibel im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Gute-Nachricht-Bibel. Zu den 700 Titeln des Verlages zählen außerdem wissenschaftliche Ausgaben, Hörbibeln, elektronische Medien, fremdsprachige Ausgaben und Kinderbibeln.
[Text: Veronika Ullmann. Quelle: Pressemitteilung Weltbibelhilfe. Bild: Archiv.]
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Sprachlehrer als Dolmetscher? Offener Brief an Ministerin Claudia Schmied
11.3.2009 von Richard Schneider.
Die österreichische Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied (Bild), hat mit einer Äußerung den Unmut der Sprachmittlerzunft auf sich gezogen. Übersetzerverbände und Ausbildungsinstitute für Übersetzer haben deshalb den folgenden offenen Brief verfasst:
Offener Brief an Frau BM Claudia Schmied
Berufsverbände für Dolmetschen und Übersetzen und universitäre Ausbildungsstätten warnen vor Bagatellisierung des Berufes
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
wir nehmen Bezug auf Ihre im Profil 11/09 zitierte und in der Fernsehsendung ‘Im Zentrum’ live wiederholte Aussage: “Eine Sprachlehrerin könnte zur Abwechslung als Dolmetscherin arbeiten, so eine Öffnung kann den Schulen und dem Unterricht nur gut tun.”
Mit einem solchen Aufruf zu unprofessionellem Handeln würdigen Sie die Leistungen aller Frauen und Männer herab, die in diesen äußerst unterschiedlichen und fachlich höchst anspruchsvollen Berufsfeldern - Schulunterricht einerseits und Dolmetschen bzw. Übersetzen andererseits - tätig sind. Fremdsprachenkenntnisse und didaktisches Wissen bedeuten nämlich nicht automatisch Dolmetsch- oder Übersetzungskompetenz. Beispielsweise finden ja auch LehrerInnen für Biologie nicht eine Nebenverwendung als Vertretung in veterinär- oder humanmedizinischen Arztpraxen.
Dass Lehramtsstudien als eigene Studienzweige betrieben werden, ist bekannt. Es dürfte jedoch Ihrer Aufmerksamkeit entgangen sein, dass dies auch auf Dolmetschen und Übersetzen zutrifft. An den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck gibt es seit über 60 bzw. 50 Jahren eigene translationswissenschaftliche Institute, an denen DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen ausgebildet werden. Im tertiären Bereich hat sich also schon längst die Überzeugung durchgesetzt, dass der Sprachunterricht an Schulen andere Kompetenzen erfordert als das Dolmetschen oder Übersetzen.
Auch die EU-Institutionen vertreten diese Meinung. Um zu einem Concours für Dolmetschdienstleistungen zugelassen zu werden, sollten die KandidatInnen neben Berufserfahrung bei internationalen Kongressen tunlichst auch einen translationswissenschaftlichen Ausbildungshintergrund vorweisen.
Mit Ihrer Aussage hat die jahrzehntelange Aufbauarbeit der translatorischen Berufsverbände einen Rückschlag erlitten. Immer wieder verweisen diese Interessengruppen auf die negativen Konsequenzen von unqualifizierten Dolmetschungen und Übersetzungen, müssen dies auch tun, denn die Politik hat den qualifizierten VertreterInnen dieses Fachs bislang den Schutz der Berufsbezeichnung versagt.
Nicht zuletzt deswegen perpetuiert Ihre Aussage ein Bild von unserem Beruf, das der Komplexität moderner Dolmetsch- und Übersetzungsarbeit nicht gerecht wird. Angesichts dieser Komplexität und der verantwortungsvollen Rolle professioneller DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen für die internationale Kommunikation, für den Wissenstransfer und für den Aufbau der Kulturen sehen es die unterzeichneten Verbände und universitären Ausbildungsstätten als ihre Pflicht, auf die Fragwürdigkeit solcher Vorstellungen hinzuweisen.
Unterzeichnet von:
- UNIVERSITAS Austria, Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen
- Österreichischer Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher
- Übersetzergemeinschaft
- Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen-Verband
- AIIC Region Österreich
- Zentrum für Translationswissenschaft, Wien
- Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft (Graz)
- Institut für Translationswissenschaft (Innsbruck)
[Text: Universitas. Quelle: Presseaussendung Universitas, 2009-03-11. Bild: SPÖ.]
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Nelly Kostadinova zum Weltfrauentag in Cosmo TV
5.3.2009 von Richard Schneider.
Am 8. März ist Weltfrauentag und diesmal ist es für Lingua-World-Geschäftsführerin Nelly Kostadinova eine besondere Ehre. An diesem Tag strahlt das WDR Fernsehen nämlich in seiner Sendung Cosmo TV, 15:55-16:25 Uhr, ein Porträt über sie aus.
Die geplanten Themen bei Cosmo TV sind voraussichtlich u.a. der Fall „Kardelen“ und „Der Traum vom Lehrer“, aber insbesondere auch das Thema, wie sich die Unternehmerinnen in der Zeit der Weltwirtschaftskrise verhalten bzw. was das für sie bedeutet. „Für mich ist die Wirtschaftskrise ein ,ebenbürtiger Gegner’, den wir durch flexiblere Strategien in unserem Marktsegment besiegen müssen. Es wäre ein
Fehler, Mitarbeiter zu entlassen, denn gute Leute sind unser Kapital. Wenn ich in der Krise sparen muss, kürze ich lieber mein Gehalt“, so Nelly Kostadinova.
Auf der Website des WDR heißt es zum Beitrag:
Nelly Kostadinova kam nach der Wende in Bulgarien im Herbst 1990 nach Deutschland. Sie arbeitet als Journalistin, lernt Deutsch, beschließt zu bleiben. Hier will sie erfolgreich werden, um dann auch ihren Kindern in Deutschland eine Zukunft zu sichern. Nelly Kostadinova gründet das Übersetzungsbüro ‘Lingua World’, obwohl die Industrie- und Handelskammer ihr davon eindringlich abgeraten hat. Heute beschäftigt sie in Deutschland 40 feste und tausende freie Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Und denkt trotz Wirtschaftskrise an Expansion und vergisst ihre soziale Verantwortung nicht. Die Geschäftsfrau unterstützt eine Hausaufgabenbetreuung in Köln-Chorweiler. Cosmo TV über eine Frau, die keine Grenzen kennt.
Lingua-World ist der 24-Stunden-Übersetzer-, Lokalisierungs- und Dolmetscherservice in Köln. Gegründet wurde das Unternehmen 1997 von Geschäftsführerin Nelly Kostadinova. Mittlerweile verfügt Lingua-World über ein Netz von 15 Standorten und einem ausländischen Franchisebetrieb in Wien. Auch eine weltweite Expansion von Lingua-World ist in Planung.
[Text: Miriam Sommer. Quelle: Pressemitteilung Lingua-World, 2009-03-05. Bild: Lingua-World, Bernd Pütz.]
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