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Spiel mir das Lied vom Murmeltier - Filmtitel-Übersetzungen besser als ihr Ruf
Dieser Eintrag stammt von Richard Schneider Am 11.8.2009 @ 05:42 In Übersetzen | Kommentarfunktion deaktiviert
Die Übersetzung von Filmtiteln ist ein schwieriges Unterfangen. Vielleicht spart man sich deshalb heute oft diese Mühe und belässt es bei gut der Hälfte aller Importfilme einfach beim Originaltitel – selbst auf die Gefahr hin, dass der Zuschauer dessen Bedeutung nicht begreift. So dürften die meisten Kinogänger, die Pulp Fiction gesehen haben, nicht wissen, dass das übersetzt “Schundliteratur” bedeutet.
Manchmal wird der englische Titel deshalb so verändert, dass er für Zuschauer mit durchschnittlichen Englischkenntnissen verständlich wird. Diese Strategie verfolgt der Filmverleiher Kinowelt. So wandelte sich Sandra Bullock von Miss Congeniality bei uns zu Miss Undercover. Bei Constantin, dem größten deutschen Filmproduzenten und Filmverleih, werden ausländische Filmtitel grundsätzlich übersetzt, so ein Vorstandsmitglied vor Kurzem in einem Zeitungsinterview: „Wir versuchen mit allen unseren Filmtiteln den jeweiligen Film bestmöglich für unser Publikum zu beschreiben und den Kern der Produktion zu treffen.” Das sei mit deutschen Titeln einfacher. Die Übersetzung erfolge ohne Rücksprache mit dem Lizenzgeber. „Man vertraut auf unsere lokale Marktkenntnis.”
Beispiele für misslungene oder einfach nur dämliche Filmtitel-Übersetzungen werden in den Medien immer wieder angeführt. So wurden etwa aus den Wise Guys mit Danny DeVito und Harvey Keitel im Deutschen Zwei Superpflaumen in der Unterwelt. Tom Hanks und Dan Aykroyd spielten die Hauptrollen in Dragnet, einem Streifen, der als Schlappe Bullen beißen nicht in unsere Kinos kam. Und The Revenge of the Pink Panther wurde hierzulande als Inspektor Clouseau, der irre Flic mit heißem Blick präsentiert.
Gelungene Übersetzungen werden hingegen nur selten von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Filmtiteln, die im Deutschen weit besser sind als das nichts sagende, belanglose Original. Beispiele gefällig?
Manche besonders gelungene Übersetzung hat sich gar zu einem geflügelten Wort entwickelt:
Oft ist die Kritik an Filmtitelübersetzungen oberflächlich und kleinlich. Die meist jugendlichen Kritiker mit ihren rudimentären Englisch- und gänzlich fehlenden weiteren Fremdsprachenkenntnissen haben zudem das Grundprinzip des Übersetzens nicht begriffen. Dieses besagt, dass Inhalte - und nicht Wörter - übersetzt werden. Wer nicht nur lästert, sondern genau hinschaut, erkennt schnell, dass auch bei Filmtiteln die alte Übersetzerweisheit gilt: Gelungene Übersetzungen sind oft besser als das Original.
In der folgenden wissenschaftlichen Arbeit befasst sich Regina Bouchehri eingehender mit dem Thema: [1] Filmtitel im interkulturellen Transfer.
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[2] Studie: Englische Filmtitel werden immer seltener eingedeutscht. 47 Prozent behalten Originaltitel.
[Text: Richard Schneider. Quelle: eigene Notizen; Derwesten, 2009-08-07. Bild: ktsdesign, fotolia.de.]
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[1] Filmtitel im interkulturellen Transfer: http://books.google.de/books?id=QLrqsI6FzqkC&printsec=frontcover&dq=%22f
ilmtitel+im+interkulturellen+transfer%22&source=bl&ots=t0S8AvoS_X&sig=zmoyY3InqJaDJFXdiwlgC2Mjm70&hl=de&ei=uZ8LTOyJAc34OfK--OUP&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CBsQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false
[2] Studie: Englische Filmtitel werden immer seltener eingedeutscht. 47 Prozent behalten Originaltitel: http://www.uebersetzerportal.de/nachrichten/n-archiv/2005/2005-05/2005-05-03.htm
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