Audis Pläne in China: Übersetzungsfehler stiftet Verwirrung

AudiVolkswagen betreibt in Changchun im Nordosten Chinas ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer FAW und produziert dort recht erfolgreich Modelle der Marke Audi. Vor Kurzem lief das dreimillionste Fahrzeug vom Band, was in einer englischsprachigen Pressemitteilung groß gefeiert wurde.

Darin war auch von einer neuen assembly plant die Rede, die kurz vor der Eröffnung stehe. Plant kann man mit Werk übersetzen. „Und das hat für einige Verwirrungen gesorgt“, so eine Audi-Sprecherin.

So verbreitete die Nachrichtenagentur AFP folgende Meldung: „Audi will im September neues Werk in China eröffnen.“ Reuters meldete: „Zweites Audi-Werk in China nimmt im September Betrieb auf.“ Das Handelsblatt schrieb: „Audi eröffnet eine neue Fabrik im Nordosten Chinas.“ Die Finanzwebsite Börse Go erklärte: „Audi eröffnet im September neue Fabrik in China.“

Alles falsch! Denn mit dem missverständlichen Ausdruck assembly plant war lediglich eine schon seit 2008 im Bau befindliche zusätzliche Montagehalle für das bestehende Werk in Changchun gemeint.

Die Nachrichtenagentur Reuters schickte der von ihr am 17.08.2009 um 8:31 Uhr verbreiteten Falschmeldung deshalb um 13:58 eine Richtigstellung hinterher. Unter der Überschrift „Audi will Produktionskapazität in China verdoppeln“ heißt es nun: „Wegen glänzender Geschäfte in China erweitert der Autobauer Audi seine dortige Fabrik. Im September werde eine neue Montagehalle in Betrieb gehen und so die Produktionskapazität auf 200.000 Fahrzeuge verdoppelt, sagte eine Konzernsprecherin am Montag in Ingolstadt. Ein zweites Werk sei nicht in Planung.“

China ist Audis wichtigster Exportmarkt. Bereits seit 20 Jahren sind die Ingolstädter im Reich der Mitte präsent. Im ersten Halbjahr 2009 liefen die Geschäfte vor Ort so gut wie noch nie.

[Text: Richard Schneider. Quelle: AFP, 2009-07-27; Handelsblatt, 2009-07-28; Donaukurier, 2009-08-17; Reuters, 2009-08-17. Bild: Anatolij Meshkov, Fotolia.de.]

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