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Archive für 18.10.2009
FAZ porträtiert drei Sprachmittler der Frankfurter Buchmesse
18.10.2009 von Richard Schneider.

„Es gibt eine deutlich auszumachende Sehnsucht auf der Messe, China besser zu verstehen. Dabei helfen die unzähligen Gesprächsdolmetscher, die Lizenzverhandlungen, Podien und Konferenzen begleiten“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung und stellt drei von ihnen vor:
- Der in Peking geborene und seit dreiundzwanzig Jahren in Köln lebende Publizist Shi Ming moderiert und verdolmetscht Podiumsdiskussionen des „independent chinese PEN“ auf der diesjährigen Buchmesse.
- Die Sinologin Karin Betz hat Die Sandelholzstrafe, das aktuelle Buch des chinesischen Schriftstellers Mo Yan, ins Deutsche übertragen.
- Die Simultandolmetscherin Gisela Reinhold saß bei der Eröffnungsveranstaltung, an der unter anderem Angela Merkel und der chinesische Vizepräsident Xi Jingping teilnahmen, in der Kabine. Sie muss bei ihrer Arbeit auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen: „Wenn ein Chinese sagt: ,Ich werde darüber nachdenken‘, muss man wissen, dass das eigentlich heißt: ,Vergiss es, ich habe keine Lust, darüber nachzudenken.‘“
Die Chinesisch-Dolmetscher und -Übersetzer leisteten einen wichtigen Beitrag zur Verständigung mit dem diesjährigen Ehrengast China.
„Intensiv ist in dieser Woche über die chinesische Kultur, die Widersprüche des Landes und die notwendige Meinungsfreiheit in China diskutiert worden - vor, bei und nach dem Messebesuch. Die Frankfurter Buchmesse hat das Versprechen eingelöst, eine Begegnung und einen Dialog mit den unterschiedlichen chinesischen Gruppierungen der Welt zu ermöglichen“, so der Vorsitzende des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder.
Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse ergänzt: „Es war richtig, China als Ehrengast einzuladen. Das Land hat sich außerhalb seiner Grenzen zum ersten Mal derart umfassend dieser konzentrierten internationalen Öffentlichkeit gestellt - und damit auch der politischen Kritik. Wir sehen die Aufgabe der Buchmesse darin, das Schlaglicht auf die Literatur, auf das Verlagswesen eines Landes zu werfen. Und wir sind sicher, dass weltweit in dieser Tiefe und zu diesem Detailgrad über die chinesische Literatur und die Arbeitsbedingungen der Literaten bisher nicht diskutiert wurde. Diese Debatte wird sich fortsetzen.“
Den Zeitungsartikel über die Dolmetscher der Frankfurter Buchmesse können Sie auf der Website der FAZ lesen.
Der Umgang mit der komplexen Dolmetschtechnik will gelernt sein - auch bei den Zuhörern. Der Herr links trägt keine elektronische Kippa, sondern einen Kopfhörer. Auch wenn die Empfangsqualität der Dolmetschkanäle bei dieser Trageweise unter Umständen besser ist, zeigt der chinesische Autor Bei Ling, wie sich der Hersteller die Sache mit dem Kopfhörer eigentlich gedacht hat.

Dolmetscherin Jutta Himmelreich bei einer Veranstaltung zum Ehrengast 2010 Argentinien
[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ. 2009-10-21; Pressemitteilung Frankfurter Buchmesse, 2009-10-19. Bild: Presseservice Frankfurter Buchmesse.]
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