Asterix-Übersetzer Klaus Jöken: „Meine Lieblingsfigur ist Troubadix“

Heute vor 50 Jahren wurde in Frankreich die erste Asterix-Geschichte veröffentlicht. Die Ruhr Nachrichten haben aus diesem Anlass mit Asterix-Übersetzer Klaus Jöken (51) gesprochen, der die seit 2005 erschienenen beiden Alben ins Deutsche übertragen hat. Zu den Besonderheiten der Comic-Übersetzung gehören laut Jöken folgende Aspekte:

Bei Comics hat man es vor allem mit „gesprochener“ Sprache zu tun. Man darf darum nicht einfach Wort für Wort übersetzen, sondern muss ständig überlegen: „Wie würde das ein Deutscher jetzt sagen?“ Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass durch die Größe der Sprechblasen der Platz vorgegeben ist. Da die deutschen Wörter durchschnittlich länger sind als die französischen, hat man oft ein Problem. Bei einem Roman wird das Buch einfach ein paar Seiten dicker, aber ich kann die Sprechblasen leider nicht vergrößern.

Klaus Jöken auf der Frankfurter Buchmesse 2008

Auf der Frankfurter Buchmesse 2008 war Klaus Jöken im Übersetzer-Zentrum einer der „gläsernen Übersetzer“, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen durfte. Jöken tat dies gut gelaunt und bezog das wissbegierige Publikum mit ein.

Klaus Jöken als gläserner Übersetzer auf der Frankfurter Buchmesse 2008

Der rechte Wandmonitor zeigte den französischen Ausgangstext als PDF-Datei, hier ein damals noch nicht veröffentlichter Lucky-Luke-Band. Auf dem linken Monitor erschien der von Jöken eingetippte Zieltext, so dass die Zuschauer sich gut in den Übersetzer und dessen Gedankengänge hineinversetzen konnten.

Klaus Jöken wurde im niederrheinischen Kleve geboren und studierte in Köln und Löwen/Belgien Niederländisch und Geschichte. Heute lebt er in Moulins in der Nähe von Lyon und übersetzt aus dem Französischen und Niederländischen belletristische Werke, Kinder- und Jugendbücher, Comics und Sachbücher. Seine Fachgebiete: Geschichte, Kulturgeschichte, Kunstgeschichte.

Das Interview können Sie auf der Website der Ruhr Nachrichten lesen. Über Jökens Arbeit hat das Übersetzerportal bereits 2005 berichtet, als er seinen ersten Asterix-Band vorlegte: „Erst einmal zwei Wochen lang die Haare gerauft“ –- Der neue Asterix-Übersetzer Klaus Jöken im Interview

[Text: Richard Schneider. Quelle: Ruhr Nachrichten, 2009-10-27; VdÜ-Mitgliederverzeichnis. Bild: Richard Schneider.]

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