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Archive für Januar 2010
Hermes Traducciones entscheidet sich für Plunet BusinessManager
26.1.2010 von Richard Schneider.
Das spanische Übersetzungsunternehmen Hermes Traducciones führt den Plunet BusinessManager als zentrale Lösung für Business- und Translation Management ein. Als eine der führenden Agenturen auf der Iberischen Halbinsel mit Niederlassungen in Madrid und Málaga setzt Hermes konsequent auf höchste Qualitätsstandards bei der Planung, Steuerung und Kontrolle von Übersetzungsprojekten.
„Wir haben uns für Plunet entschieden, weil wir bisher unterschiedliche Systeme für Projektmanagement und Controlling benutzt haben. Das hat unsere gesamte Arbeit sehr verlangsamt. Durch Plunet lassen sich nun alle Daten und Prozesse auf einem System zusammenführen und mit unserem EN-15038-zertifizierten Workflow für Übersetzungsdienstleistungen verknüpfen. Wir können so bei allen Unternehmensprozessen Zeiteinsparungen erreichen und unsere Produktivität deutlich steigern“, sagt Juanjo Arevalillo, Geschäftsführer von Hermes Traducciones.
Bastian Enners, Plunet Vertriebsleiter Europa, fügt abschließend hinzu: „Wir freuen uns sehr, Hermes Traducciones als neuen Kunden begrüßen zu dürfen. Mit dem Plunet BusinessManager lassen sich sämtliche kaufmännische Prozesse von Übersetzungsdienstleistern optimieren. Vom Vertrieb über das Projektmanagement bis hin zur Controlling-Abteilung und der Geschäftsführung - unsere Lösung erhöht die Produktivität und Wirtschaftlichkeit in allen Unternehmensbereichen. Davon wird Hermes nachhaltig profitieren.“
Plunet GmbH
Die Plunet GmbH, mit Niederlassungen in Würzburg, Berlin und New York, entwickelt und vertreibt die Business- und Workflowmanagementsoftware „Plunet BusinessManager“, eine der weltweit führenden Standardsoftwarelösungen für die Übersetzungsbranche.
Auf einer webbasierten Plattform bietet das System das perfekte Werkzeug für Business-, Workflow- und Dokumentenmanagement – integriert Übersetzungssoftware, Finanzbuchhaltungssysteme sowie bestehende Systemlandschaften – für Übersetzungsagenturen und Sprachendienste. Der Plunet BusinessManager bietet ein Höchstmaß an Automatisierung und Flexibilität für professionelle Nutzer. Die vielfältigen Funktionen und Erweiterungen des BusinessManagers passen sich im frei wählbaren Baukastensystem individuellen Bedürfnissen an. Die Grundfunktionen beinhalten unter anderem: Angebots-, Auftrags- und Rechnungsmanagement - inklusive umfassender Finanzreports, flexibles Job- und Workflowmanagement sowie Termin-, Dokumenten- und Partnerverwaltung.
[Text: Daniel Rejtö. Quelle: Pressemitteilung Plunet, 2010-01-26. Bild: Plunet.]
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Swetlana Geier, die Frau mit den fünf Elefanten
22.1.2010 von Richard Schneider.

Swetlana Geier gilt als die größte Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Ihre Neuübersetzungen von Dostojewskijs fünf großen Romanen, genannt die „fünf Elefanten“, sind ihr Lebenswerk und literarische Meilensteine.
Swetlana Geier: „Für das Übersetzen ist die Vorstellung eines Transports keine zureichende Metapher. Es ist kein Transport, weil das Gepäck niemals ankommt. Mich haben immer die Verluste interessiert. Mich hat das interessiert, was immer jenseits des Neuen, des Übersetzten bleiben muss.“ Ihre Arbeit ist von großem sinnlichen Sprachverständnis und kompromissloser Achtung vor den Autoren geprägt. Sie hat den Anspruch, dass die Übersetzung im Kern den Geist des Werkes und das Wesen des Autors treffen muss. Zugleich ist ihr bewusst, dass jede Übersetzung letztendlich unvollkommen und der Zeit ihrer Entstehung verhaftet bleibt. Sie sagt: „Übersetzungen sind sterblich. Jede Zeit verdient ihre eigenen Übersetzungen.“
Swetlana Geiers Leben wurde von Europas wechselvoller Geschichte überschattet und ihr Schicksal ist außergewöhnlich: 1923 in der Ukraine geboren, erlebt sie mit 15, wie ihr Vater bei Stalins politischen Säuberungen verhaftet wird, 18 Monate später schwer misshandelt entlassen wird und kurz darauf stirbt. Mit 18 verliert sie ihre beste Freundin, als SS-Kommandos in Kiew 30.000 Juden hinrichten. Während der Besetzung der Ukraine arbeitet sie als Dolmetscherin und wird 1943 mit ihrer Mutter in ein Ostarbeiterlager in Dortmund interniert.
Sie erlebt die Gräuel zweier Diktaturen, aber trifft immer wieder auf Menschen mit Zivilcourage und Mut, die sich für sie engagieren und ihr Überleben ermöglichen. „Es gab einen Mann, der sich für mich einsetzte. Er war ein Mitarbeiter im Ministerium für die besetzten Ostgebiete. Und es war nicht so, dass er sich ein Schätzchen ins Bett holen wollte. Ich habe damals unter den Deutschen Menschen getroffen, die vollkommen selbstlos Unmögliches für mich erreichten.“
Nach dem Krieg bleibt sie in Deutschland, studiert, gründet eine Familie und beginnt, russische Literatur ins Deutsche zu übertragen. Heute unterrichtet sie seit 40 Jahren an verschiedenen Universitäten. Sie ist mehrfache Groß- und Urgroßmutter und das Oberhaupt ihrer weit verzweigten Familie.
„Meine Lehrerin hat immer gesagt: ‚Nase hoch beim Übersetzen’. Das heißt, man übersetzt nicht von links nach rechts, wie die Sprache läuft, sondern nachdem man sich den Satz angeeignet hat. Er muss nach innen genommen, ans Herz gelegt werden. Ich lese das Buch so oft, bis die Seiten Löcher kriegen. Im Grunde kann ich es auswendig. Dann kommt ein Tag, an dem ich plötzlich die Melodie des Textes höre.“
Dostojewskijs Werk nimmt in Swetlana Geiers Leben einen besonderen Stellenwert ein. In einem jahrelang dauernden Prozess verleibt sie sich die Texte ein, studiert die Manuskripte Dostojewskijs, reist an die Schauplätze, an denen die Handlungen in den Romanen angesiedelt sind, um deren Geografie zu verstehen und mit den Augen des Schriftstellers sehen zu lernen. „Man muss Dostojewskij lesen wie ein Schatzgräber: an den unscheinbarsten Stellen sind Juwelen vergraben, die man oft erst beim zweiten oder dritten Mal Lesen entdeckt. Er ist unerschöpflich.“
Heute ist Swetlana Geier mit dem Leben und Wirken dieses Dichters vertraut wie wohl kaum sonst jemand. Und seine zentralen Themen, um die seine Romane immer wieder kreisen, faszinieren sie mehr denn je: Die Frage nach der Freiheit des Menschen. Seine Selbsterkenntnis. Und: kann der Zweck die Mittel heiligen?
Mit 85 Jahren reist Swetlana Geier zum ersten Mal seit dem Krieg zurück an die Orte ihrer Kindheit in der Ukraine. Der Regisseur Vadim Jendreyko begleitete sie auf dieser Reise. In Fragmenten zeichnet der Film die Erinnerung der Protagonistin auf, Archivbilder spiegeln dabei die Weltgeschichte wider, deren Zeugin sie war. Er begleitet sie zu den versiegelten Orten ihrer Kindheit und folgt ihr zuhause bei ihren Alltagsaufgaben wie auch bei ihrer literarischen Tätigkeit.
Der Film verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen und spürt dem Geheimnis dieser unermüdlichen Mittlerin zwischen den Sprachen nach. Er erzählt von großem Leid, stillen Helfern und unverhofften Chancen - und einer alles überstrahlenden Liebe für Sprache.
Gedanken des Regisseurs Vadim Jendreyko
Seit mehr als 60 Jahren setzt sich Swetlana Geier mit den Möglichkeiten und Grenzen literarischer Übersetzung auseinander. Ihre Leidenschaft gilt dabei besonders den Verlusten, den Grenzbereichen, in denen es für die Worte der einen Sprache keine Entsprechung in der anderen gibt. In diesen Zonen liegen für sie die „übersetzungserotischen Momente“, hier betritt sie Neuland, in dem sie aus ihrem tiefen Verständnis der russischen wie auch der deutschen Kultur heraus neue sprachliche Wege gehen kann. Diese schöpferische Gesinnung, diese Begeisterung für die Suche nach neuen Formen prägen ihre Person wie ihr Werk und haben mich seit meiner ersten Begegnung mit ihr elektrisiert.
Ich begann mich mehr und mehr für Swetlana Geiers Arbeit als Übersetzerin der großen Romane von Dostojewskij zu interessieren, für ihre Art der Verinnerlichung von Texten, ihrem sinnlichen Umgang mit Sprache. Und durch sie traten mir Dostojewskijs Fragen zu Freiheit und dem Verhältnis zwischen Mittel und Zweck lebendig entgegen.
„Wer bin ich?“ Diese Frage ist der innere Antrieb aller zentralen Figuren in den Werken Dostojewskijs. Auf der Suche nach einer Antwort stürzen die Helden in innere Abgründe oder werden zu Mördern, doch hinter dem Desaster steckt immer die Selbsterkenntnis oder ein Schritt in diese Richtung.
Swetlana Geier war in ihrem Leben mit Stalinismus und Nationalsozialismus konfrontiert, sie hat ihre Heimat, die Ukraine, hinter sich gelassen, um in einem ganz anderen Teil Europas schließlich sich selbst zu finden.
Während der Entwicklung dieses Projektes wurde mir bewusst, dass ich mich einmal mehr mit einem Flüchtlings- bzw. Migrantenschicksal auseinandersetze, mit einem Menschen, der seinen eigenen Weg zwischen den Mühlsteinen seiner Zeit hat finden müssen. Ein Thema, das ich in meiner Arbeit nicht explizit suche, das mir aber immer wieder begegnet und hinter dem auch die Frage nach meiner eigenen Identität steht: „Wer bin ich?“
Und so ist die Frage, die Dostojewskijs Figuren antreibt auch der innere Angelpunkt, von dem aus ich selber dieser Frau, ihrem Leben und ihrem Wirken begegne.
Die Frau mit den 5 Elefanten
Ein Film von Vadim Jendreyko
Schweiz, Deutschland, 2009, 93 Minuten
Kinostart: 28.01.2010
www.5elefanten.ch
[Text: Real Fiction Filmverleih. Quelle: Pressemitteilung Real Fiction Filmverleih, Januar 2010. Bild: Real Fiction Filmverleih.]
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Das Unwort des Jahres 2009 heißt “betriebsratsverseucht”
19.1.2010 von Richard Schneider.
Die Jury der sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres hat heute das von ihr ausgewählte Unwort des Jahres für das Jahr 2009 bekannt gegeben. Es lautet „betriebsratsverseucht“.
In der Sendung „Monitor“ (ARD, 14.5.2009) berichtete ein Mitarbeiter einer Baumarktkette, dass dieses Wort von Abteilungsleitern verwendet wird, wenn ein Mitarbeiter von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln will. Dort könnte ihm vorgehalten werden, dass sein bisheriges Vertrauen in eine Arbeitnehmervertretung die Einstellung gefährde. Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen „stört“ zwar viele Unternehmen, sie als „Seuche“ zu bezeichnen, ist indes ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen.
Die Jury kritisiert außerdem folgende Formulierungen:
- „Flüchtlingsbekämpfung“
So hat Bundeskanzlerin Merkel auf einem Bürgerforum der Bertelsmann-Stiftung einen Teil des deutschen Beitrags zum Migrationsproblem, die Abwehr von Flüchtlingen an Europas Grenzen, benannt. Es ist zu hoffen, dass damit nicht tatsächlich militärische Aktionen gemeint sind. In jedem Fall ist die Gleichsetzung einer Menschengruppe mit einem negativen und deshalb zu bekämpfenden Sachverhalt (wie in „Krankheits-“, „Seuchen-“ oder „Terrorismusbekämpfung“) ein dramatischer sprachlicher Fehlgriff. - „Intelligente Wirksysteme“
Hinter dieser nur scheinbar harmlosen Bezeichnung verbergen sich ausschließlich technologisch hochentwickelte Munitionsarten. Sie werden von einem Tochterunternehmen zweier Rüstungskonzerne mit dem gleichfalls verschleiernden Firmennamen „Gesellschaft für Intelligente Wirksysteme mbh“ produziert.
Die Wahl eines „Unworts des Jahres“ erfolgte zum 19. Mal. Begründet wurde diese sprachkritische Aktion 1991. Diesmal hatten sich 2.018 Einsender aus dem In- und Ausland, auch aus Übersee, u.a. aus Japan, mit 982 verschiedenen Vorschlägen beteiligt. Wiederum haben sich auch ganze Schulklassen und Oberstufenkurse an der Unwort-Findung beteiligt, so in der Ernst-Goebel-Schule in Höchst/Odenwald und im Wirtschaftsgymnasium Winsen/Luhe, sowie Seminargruppen an der FU Berlin.
Der Jury für das Unwort des Jahres 2009 gehörten die vier ständigen Mitglieder Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), der Sprecher der Jury, Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a. M.) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf) an. Vertreter der Sprachpraxis waren diesmal das Mitglied der Chefredaktion der „Frankfurter Rundschau“ Stephan Hebel und der Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach S. J. (Ludwigshafen).
Zeitgleich wurde in Düsseldorf das Börsen-Unwort 2009 verkündet. Es lautet: „Bad Bank“. Zur Begründung heißt es: „Es ist für das Publikum schwer nachvollziehbar, dass eine offenbar schlechte Bank eine weitere bad Bank gründet und dies eine gute Lösung für Probleme der Finanzkrise sein soll.“
[Text: Horst-Dieter Schlosser. Quelle: Pressemitteilung Aktion Unwort des Jahres, 2010-01-19.]
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EU-Übersetzer wollen mehr Geld. BILD fordert: “Stoppt die Gier!”
13.1.2010 von Richard Schneider.
Mit einem Kompromiss endete ein seit Wochen erbittert geführter Streit über die jährliche Gehaltserhöhung der EU-Beamten, zu denen auch Tausende von Dolmetschern und Übersetzern gehören. Statt der ursprünglich geforderten 3,7 Prozent müssen sich die Staatsdiener nun mit 1,85 Prozent mehr Geld begnügen.
Im Rahmen der Auseinandersetzungen war es am 17. Dezember 2009 zu einem Streik gekommen. Ein Großteil der 3.200 Beschäftigten des Brüsseler EU-Ministerrats erschien nicht zur Arbeit. Der Tagesspiegel schreibt: „Die Flure im Justus-Lipsius-Gebäude [Bild] wirkten wie ausgestorben. Sekretärinnen, Übersetzerinnen und viele andere, die den europäischen Betrieb sonst am Laufen halten, blieben einfach weg.“
Die Gewerkschaft Fédération de la Fonction Publique Européenne (FFPE), forderte für die 42.000 Beschäftigten der EU-Behörden 3,7 Prozent mehr Gehalt – rückwirkend zum 1. Juli 2009. Denn die realen Gehälter seien seit 2004 um 3,9 Prozent gefallen.
2004 war festgelegt worden, dass sich die Gehälter an der durchschnittlichen Beamtenbesoldung in acht westeuropäischen Staaten und an den Lebenshaltungskosten in Brüssel zu orientieren haben. Steigen diese Vergleichswerte, steigen automatisch auch die Bezüge der EU-Beamten. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren.
Angesichts der Weltwirtschaftskrise und leerer Staatskassen wollte diesmal jedoch ein gutes Dutzend der europäischen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, die jährliche Gehaltserhöhung nicht mehr widerspruchslos durchwinken.
Dabei konnten sich die Mitgliedstaaten der Unterstützung durch die Öffentlichkeit sicher sein. Die BILD-Zeitung titelte: „Stoppt die Gier-Beamten der EU! Sie kassieren bis zu 22.000 Euro im Monat. Viele zahlen nur 48 Euro Steuern im Monat. Sie wollen noch mehr Geld.“ Und weiter:
Jetzt kommt raus: Die Eurokraten kassieren doppelt so viel wie deutsche Beamte und zahlen deutlich weniger Steuern. […] Schon das niedrigste EU-Grundgehalt eines technischen Assistenten (verheiratet, zwei Kinder) liegt bei 3714 Euro. Dazu kommen 594 Euro/Monat Auslandszuschlag. Gesamt: 4308 Euro. Darauf zahlt der EU-Beamte nur 48 Euro Steuern in die EU-Kasse und 353 Euro Sozialbeiträge. Netto: 3907 Euro!
Die Nettomonatsbezüge reichen, aufgeteilt in 16 Besoldungsgruppen, von 3.907 Euro bis 15.574 Euro. (Zum Vergleich: Ein deutscher Bundeskanzler erhält rund 20.000 Euro pro Monat.)
Die Dolmetscher und Übersetzer der EU-Institutionen liegen im Mittelfeld dieser Besoldungsspanne. Der Nachrichtenkanal N24 berichtet: „Wer als Nachwuchs-Dolmetscher in den Dienst der Kommission tritt, bekommt nach bisherigen Zahlen ein Grundgehalt von 4190 Euro. In den meisten Fällen kommt eine Auslandszulage von 16 Prozent hinzu, mit der das Gehalt auf 4860 Euro steigt.“
Ian Andersen (Bild), Chef der 650 Dolmetscher der EU-Kommission, erklärte bereits 2003 in einem Zeitungsinterview, dass ein Dolmetscher nach zehn Dienstjahren ungefähr das Doppelte des Einstiegsgehalts von rund 4.000 Euro verdiene, also damals rund 8.000 Euro. Spitzenleute erhielten bis zu 12.000 Euro monatlich. Zu dieser Grundbesoldung kommen noch diverse Zulagen (Ausland, Kinder, Gesundheit) hinzu. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die sichere und nicht knapp bemessene Altersversorgung, zu der die verbeamteten Übersetzer und Dolmetscher in den Jahren ihrer Berufstätigkeit keinen Cent beitragen müssen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel, 2009-12-18; N24, 2009-12-18; Bild, 2010-01-06; Märkische Allgemeine, 2003-10-14. Bild: EU.]
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BDÜ veröffentlicht neuen Honorarspiegel für Übersetzungen und Dolmetschdienste
12.1.2010 von Richard Schneider.
Der neue Honorarspiegel des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) ist erschienen: Er enthält Honorartabellen für Übersetzungsleistungen in 50 Sprachrichtungen, Korrekturleistungen in 13 Sprachen und Dolmetschleistungen in 20 Sprachkombinationen. Die Zahlen des Honorarspiegels beruhen auf einer branchenweiten Honorarumfrage des Verbandes im vergangenen Juni, mit der die in Deutschland erzielten Honorare aus dem Jahr 2008 erfasst wurden. An der Umfrage beteiligten sich über 1.200 freiberufliche Dolmetscher und Übersetzer sowie Übersetzungsunternehmen.
Das von der Umfrage abgedeckte Marktvolumen beläuft sich auf über 58 Millionen Euro. Damit ist dies die größte und aktuellste Umfrage in der deutschen Übersetzungsbranche. Der BDÜ führt seit 2008 jährlich im Juni eine Honorarumfrage durch. Mit der Publikation der Umfrageergebnisse will der Verband Transparenz in einem unübersichtlichen Markt schaffen.
“Die Honorare für Übersetzungen in den Hauptsprachrichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf bis sechs Prozent gestiegen”, erläutert Wolfram Baur, Geschäftsführer der BDÜ Service GmbH, die den Honorarspiegel verlegt. So sei beispielsweise das durchschnittliche Honorar für Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche für Direktkunden in Wirtschaft und Industrie von 1,27 Euro auf 1,34 Euro pro Zeile gestiegen. Die Tages- und Stundensätze für Dolmetschleistungen hätten ebenfalls deutlich zugelegt.
Baur: “Der Honorarspiegel liefert wichtige Informationen für Übersetzer, Dolmetscher und deren Auftraggeber, die jetzt zum Jahresanfang neue Honorarsätze aushandeln.” Im Schlussteil der 90-seitigen Broschüre stehen ergänzend dazu detaillierte Erläuterungen und Modellrechnungen zur Honorarkalkulation, Musterauftragsbedingungen für
Übersetzungsleistungen und Empfehlungen für die Zusammenarbeit zwischen Übersetzern und Übersetzungsdienstleistern.
Der “Honorarspiegel für Übersetzungs- und Dolmetschleistungen in der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2008″ kostet 15,00 Euro. Interessierte können ihn
über den Buchhandel erwerben oder direkt über die BDÜ-Website unter www.publikationen.bdue.de bestellen.
BDÜ Service GmbH
Die BDÜ Service GmbH, die den Honorarspiegel verlegt und vertreibt, wurde vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) im Jahr 2003 gegründet, um die wirtschaftlichen Aktivitäten des Bundesverbandes auszuführen. Das Leistungsspektrum der BDÜ Service GmbH umfasst unter anderem die Organisation und Durchführung berufsbezogener Seminare und Fachkonferenzen, den Vertrieb branchenspezifischer Publikationen sowie werbeunterstützende Maßnahmen für Mitglieder des BDÜ (www.bdue.de).
[Text: Birgit Golms. Quelle: Pressemitteilung BDÜ, 2010-01-12. Bild: BDÜ.]
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tekom startet Globalisierungsportal tcworld.info
11.1.2010 von Richard Schneider.
Die tekom hat unter der Adresse www.tcworld.info ein neues Internetportal gestartet. Es heißt „tcworld – magazine for international information management“. Jeden Monat liefert die Redaktion mit Fachbeiträgen, Reportagen und Nachrichten detaillierte Antworten auf Fragen rund um die Globalisierung von Informationen, Produkten und Dienstleistungen.
Internationales Management, Übersetzung, Lokalisierung, Informationsentwicklung, Geschäftskultur und Outsourcing lauten die Themenbereiche, mit denen sich das englischsprachige Internetmagazin im Wesentlichen auseinandersetzt. Zu seinen Zielgruppen zählen Fachleute und Unternehmensverantwortliche aus Industrie und Dienstleistung, die ihre weltweiten Geschäftsbeziehungen erfolgreicher voranbringen wollen. Dazu liefert das Medium praxisnahes Fachwissen und sorgt dafür, dass der internationale Markt und dessen Anforderungen transparenter werden.
Zusätzliche Serviceleistungen
Neben Fachbeiträgen, Reportagen und Nachrichten, die monatlich neu erscheinen, bietet das Magazin ein Verzeichnis mit Anbietern von Produkten und Dienstleistungen sowie Fachverbänden an, die Unternehmen bei ihren internationalen Aktivitäten unterstützen sollen. Parallel zum Internetmagazin erscheint jeden Monat ein Newsletter. Die Registrierung für den HTML-Newsletter erfolgt ebenfalls unter www.tcworld.info.
Ein weiterer Magazinbestandteil ist der „tcworld calendar“ mit einer Übersicht über aktuelle internationale Messen und Konferenzen.
Gute Aussichten
Redaktionell betreut wird das Magazin von Corinna Melville. Frau Melville ist seit 2006 für die tekom tätig und kümmerte sich bereits um den gedruckten Vorläufer von tcworld. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Fachbeiträge, die im Archiv von tcworld.info ihren Platz finden sollen. Spätestens Ende 2009 soll das Archiv vollständig verfügbar sein.
Mit dem neuen Online-Magazin zeigt der Fachverband tekom erfolgreiche Strategien und Instrumente, um die technische Kommunikation mit dem internationalen Informationsmanagement zu verknüpfen – zum Vorteil der Exportwirtschaft. Denn auf dieser Plattform wird deutlich, wie sich technische Informationen, die beispielsweise für Anleitungen, Kataloge, Marketing- oder Schulungsunterlagen entstehen, für andere Märkte effizient anpassen lassen.
Mit derzeit 6.700 Mitgliedern ist die tekom Europas größter Fachverband für Technische Kommunikation und Informationsentwicklung. Eine der wesentlichen Aufgaben der tekom liegt in der Weiterbildung von Technischen Redakteuren, Illustratoren und Übersetzern, die sich vorrangig mit der Erstellung von Gebrauchs- und Betriebsanleitungen sowie vertriebsunterstützender Dokumentation befassen.
[Text: Gregor Schäfer. Quelle: Pressemitteilung tekom, 2009-08-12.]
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Uepo-Statistik 2009: 1.983 Besucher pro Tag
9.1.2010 von Richard Schneider.
Im Jahr 2009 verzeichneten uebersetzerportal.de und uepo.de erneut deutlich steigende Zugriffszahlen (uepo.de ist ein Blog innerhalb der Domain uebersetzerportal.de). Im Durchschnitt besuchten pro Tag 1.983 Interessenten das Nachrichtenportal für die Übersetzungsbranche.

Die Zahl der Seitenaufrufe ist mit 3.479 pro Tag im Vergleich zur Zahl der Besucher recht gering. Das liegt an der benutzerfreundlichen Struktur des Portals, bei dem auf der Startseite die letzten zehn Artikel angeboten werden. Diese lassen sich ohne einen einzigen Klick in voller Länge lesen. Auf anderen Websites muss man mindestens zehn Mal klicken, um zehn Artikel zu lesen. Die Zahl der Seitenaufrufe ließe sich durch einen anderen Aufbau der Startseite leicht vervielfachen. Aber als nichtkommerzielles Angebot sind wir nicht darauf angewiesen, unsere Klickzahlen nach oben zu treiben, um höhere Preise für Werbebanner verlangen zu können.

Die Werte für das Jahr 2008 und einige grundsätzliche Anmerkungen zu uepo.de finden Sie in der Statistik des Vorjahres: 1.300 Besucher pro Tag - uepo.de immer beliebter.
[Text: Richard Schneider.]
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Justiz stellt deutschlandweites Gerichtsdolmetscherverzeichnis ins Internet
1.1.2010 von Richard Schneider.

Mit Jahresbeginn 2010 bieten die Justizverwaltungen der deutschen Bundesländer eine Datenbank im Internet an, in der sämtliche allgemein beeidigten, öffentlich bestellten bzw. allgemein ermächtigten Dolmetscher und Übersetzer verzeichnet sind. So können Justizangestellte, Endkunden und Übersetzungsbüros über verschiedene Suchkritierien wie etwa die Postleitzahl schnell entsprechend qualifizierte Sprachmittler ausfindig machen.
Die allgemeine Beeidigung/Ermächtigung von Dolmetschern und Übersetzern ist seit 1945 Ländersache. Dieser Umstand wird seit Jahrzehnten von den Betroffenen beklagt, denn jedes Bundesland regelt die Zulassung anders. Zieht ein Übersetzer in ein anderes Bundesland um, können sich dadurch erhebliche Schwierigkeiten ergeben. Je nach Arbeitssprache kann die beglaubigte Übersetzung von Urkunden einen erheblichen Teil der Einnahmen eines Übersetzers ausmachen.
Einzelne Gerichte und Bundesländer hatten bereits seit einigen Jahren Online-Verzeichnisse von beeidigten bzw. ermächtigten Übersetzern geführt. Die neue bundesweite Datenbank bündelt diese Bemühungen unter einer griffigen Internet-Adresse.
Diensteanbieter im Auftrag des Bundes und der Länder ist das Land Hessen, vertreten durch das hessische „Ministerium der Justiz, für Integration und Europa“. Die praktische Ausführung obliegt dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Die beiden folgenden Adressen sind gleichwertig. Offenbar wird aber die obere vom Anbieter bevorzugt:
www.gerichtsdolmetscherverzeichnis.de
[Text: Richard Schneider. Bild: Richard Schneider.]
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