Sie befinden sich aktuell in den uepo.de - Das Nachrichtenportal für Übersetzer Blog-Archiven für den folgenden Tag 13.1.2010.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Nov | Feb » | |||||
| 1 | 2 | 3 | ||||
| 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |
- Ausbildung (38)
- Übersetzen (16)
- Übersetzungsfehler (17)
- Übersetzungswissenschaft (9)
- Bücher (29)
- Berufsverbände (23)
- Bibel/Koran (8)
- Buchhaltung (1)
- Deutsche Sprache (32)
- Dolmetschen (5)
- Dolmetscher (39)
- Einwanderer (9)
- EU (21)
- Finanzen (1)
- Fremdsprachen (17)
- Gebärdensprachdolmetscher (1)
- Gerichtsdolmetscher (55)
- Geschichte (18)
- Honorare/Gehälter (8)
- Kollegen (23)
- Literaturübersetzer (54)
- Lokalisierung (7)
- Markt (7)
- Maschinelle Übersetzung (7)
- medizinisch-soziales Dolmetschen (4)
- Missstände (32)
- Nachrichten (29)
- Nachrichten Ausland (1)
- Nachrufe (4)
- Politik (37)
- Qualitätssicherung (4)
- Recht (5)
- Simultandolmetscher (19)
- Sprache allgemein (7)
- Steuern (2)
- Terminologie (15)
- Unternehmen (85)
- Veranstaltungen (87)
- Verbände (41)
- Videos (4)
- Wörterbücher (26)
- Werkzeuge (91)
- Zeitschriften (43)
- 5.9.2010: LSP.net bringt Online Translation Manager 3.0 auf den Markt
- 4.9.2010: Nelly Kostadinova von Lingua-World als Role Model mit VICTRESS Award ausgezeichnet
- 3.9.2010: Prägt die Sprache unser Denken? Neue Forschungsergebnisse
- 2.9.2010: Dolmetscher in Afghanistan erschossen
- 1.9.2010: Die größten Sprachdienstleister in Deutschland
- 31.8.2010: 2011 ist es wieder so weit: ADÜ-Nord-Tage in Hamburg
- 30.8.2010: BDÜ Service GmbH heißt jetzt BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH
- 29.8.2010: Fleury & Fleury: Neue Seminare für Sprachdienstleister
- 28.8.2010: Mit Brief und Siegel: Document Service Center nach DIN EN 15038 und ISO 9001:2008 zertifiziert
- 27.8.2010: Da weiß man, was man isst: Langenscheidts Praxiswörterbuch Speisen und Getränke
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
Archive für 13.1.2010
EU-Übersetzer wollen mehr Geld. BILD fordert: “Stoppt die Gier!”
13.1.2010 von Richard Schneider.
Mit einem Kompromiss endete ein seit Wochen erbittert geführter Streit über die jährliche Gehaltserhöhung der EU-Beamten, zu denen auch Tausende von Dolmetschern und Übersetzern gehören. Statt der ursprünglich geforderten 3,7 Prozent müssen sich die Staatsdiener nun mit 1,85 Prozent mehr Geld begnügen.
Im Rahmen der Auseinandersetzungen war es am 17. Dezember 2009 zu einem Streik gekommen. Ein Großteil der 3.200 Beschäftigten des Brüsseler EU-Ministerrats erschien nicht zur Arbeit. Der Tagesspiegel schreibt: „Die Flure im Justus-Lipsius-Gebäude [Bild] wirkten wie ausgestorben. Sekretärinnen, Übersetzerinnen und viele andere, die den europäischen Betrieb sonst am Laufen halten, blieben einfach weg.“
Die Gewerkschaft Fédération de la Fonction Publique Européenne (FFPE), forderte für die 42.000 Beschäftigten der EU-Behörden 3,7 Prozent mehr Gehalt – rückwirkend zum 1. Juli 2009. Denn die realen Gehälter seien seit 2004 um 3,9 Prozent gefallen.
2004 war festgelegt worden, dass sich die Gehälter an der durchschnittlichen Beamtenbesoldung in acht westeuropäischen Staaten und an den Lebenshaltungskosten in Brüssel zu orientieren haben. Steigen diese Vergleichswerte, steigen automatisch auch die Bezüge der EU-Beamten. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren.
Angesichts der Weltwirtschaftskrise und leerer Staatskassen wollte diesmal jedoch ein gutes Dutzend der europäischen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, die jährliche Gehaltserhöhung nicht mehr widerspruchslos durchwinken.
Dabei konnten sich die Mitgliedstaaten der Unterstützung durch die Öffentlichkeit sicher sein. Die BILD-Zeitung titelte: „Stoppt die Gier-Beamten der EU! Sie kassieren bis zu 22.000 Euro im Monat. Viele zahlen nur 48 Euro Steuern im Monat. Sie wollen noch mehr Geld.“ Und weiter:
Jetzt kommt raus: Die Eurokraten kassieren doppelt so viel wie deutsche Beamte und zahlen deutlich weniger Steuern. […] Schon das niedrigste EU-Grundgehalt eines technischen Assistenten (verheiratet, zwei Kinder) liegt bei 3714 Euro. Dazu kommen 594 Euro/Monat Auslandszuschlag. Gesamt: 4308 Euro. Darauf zahlt der EU-Beamte nur 48 Euro Steuern in die EU-Kasse und 353 Euro Sozialbeiträge. Netto: 3907 Euro!
Die Nettomonatsbezüge reichen, aufgeteilt in 16 Besoldungsgruppen, von 3.907 Euro bis 15.574 Euro. (Zum Vergleich: Ein deutscher Bundeskanzler erhält rund 20.000 Euro pro Monat.)
Die Dolmetscher und Übersetzer der EU-Institutionen liegen im Mittelfeld dieser Besoldungsspanne. Der Nachrichtenkanal N24 berichtet: „Wer als Nachwuchs-Dolmetscher in den Dienst der Kommission tritt, bekommt nach bisherigen Zahlen ein Grundgehalt von 4190 Euro. In den meisten Fällen kommt eine Auslandszulage von 16 Prozent hinzu, mit der das Gehalt auf 4860 Euro steigt.“
Ian Andersen (Bild), Chef der 650 Dolmetscher der EU-Kommission, erklärte bereits 2003 in einem Zeitungsinterview, dass ein Dolmetscher nach zehn Dienstjahren ungefähr das Doppelte des Einstiegsgehalts von rund 4.000 Euro verdiene, also damals rund 8.000 Euro. Spitzenleute erhielten bis zu 12.000 Euro monatlich. Zu dieser Grundbesoldung kommen noch diverse Zulagen (Ausland, Kinder, Gesundheit) hinzu. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die sichere und nicht knapp bemessene Altersversorgung, zu der die verbeamteten Übersetzer und Dolmetscher in den Jahren ihrer Berufstätigkeit keinen Cent beitragen müssen.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Tagesspiegel, 2009-12-18; N24, 2009-12-18; Bild, 2010-01-06; Märkische Allgemeine, 2003-10-14. Bild: EU.]
Geschrieben in Honorare/Gehälter, EU | Drucken | Keine Kommentare »