Richter: „Es hat keinen Zweck, der Dolmetscher taugt nichts.“

Am Hagener Landgericht sollten in einem Mordprozesses zwei englischsprachige Zeuginnen vernommen werden. Doch dies war nicht möglich, weil der Dolmetscher seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Auf DerWesten.de, dem Internetportal der WAZ-Mediengruppe, heißt es:

Für den dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den Lüdenscheider Abbas F., der eine junge Prostituierte in einem Hagener Bordell ermordet haben soll, hatte das Schwurgericht vorgesehen, auch zwei Schwestern der Toten zu vernehmen. Als sich am Donnerstag herausstellte, dass eine Aussage der beiden Schwestern ohne einen Übersetzer unmöglich sein würde, reagierte die Kammer sofort, bestellte einen Dolmetscher – und erlebte dann die nächste böse Überraschung.

Der vermeintliche Fachmann für die englische Sprache vermochte es noch nicht einmal, die Zeugenbelehrung entsprechend zu übersetzen oder gar auf die Wahrheitspflicht hinzuweisen. Vielmehr informierte er die beiden Zeuginnen, was sein Job sei. Der Vorsitzende Richter Dr. Frank Schreiber hatte schließlich genug gehört: „Es hat keinen Zweck, der Dolmetscher taugt nichts.“ Konsequenz: So schnell der Übersetzer gekommen war, so schnell ging er auch wieder. Die Vernehmung beider Zeuginnen wurde auf Mittwoch verschoben.

[Quelle: DerWesten.de, 2010-04-29.]

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