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Archive für Juni 2010

Online-Qualitätssicherung mit CrossCheck

Global Databases Limited bietet seit einigen Wochen einen kostenlosen Online-Qualitätssicherungsdienst mit dem Namen CrossCheck an. Mit seiner künstlichen Intelligenz zur Überprüfung von Übersetzungen in mehr als 30 Sprachen vergleicht CrossCheck übersetzte Dokumente mit ihren Quelldateien und sucht Fehler im Text, in Zahlen, in der Formatierung und im Layout. Wofür ein Mensch Stunden oder sogar Tage benötigen würde, braucht CrossCheck nur wenige Minuten.

CrossCheck verfügt über eine bedienungsfreundliche Schnittstelle, über die Benutzer ihre übersetzten Dateien hochladen und mit der Quellsprachversion vergleichen lassen können – völlig kostenlos und in Rekordzeit.

Neben häufig eingesetzten Übersetzungsspeicher-Dateien, wie z. B. SDL-Trados-Dateien, kann CrossCheck auch eine Qualitätsprüfung für Dateien im PDF-Format von Adobe Acrobat durchführen – eine bequeme Lösung für Benutzer, die keinen Zugriff auf die ursprünglichen Dateien haben und einfach nur sicherstellen möchten, dass die erhaltenen PDF-Dateien ihren Anforderungen entsprechen.

Mit CrossCheck können übersetzte Dateien jederzeit online auf viele verschiedene Fehlertypen überprüft werden, die für den Prozess der Humanübersetzung typisch sind:

  • Zahlenfehler
  • Nicht übersetzter Text
  • Benutzerdefinierte Glossarprüfungen
  • Textkonsistenz
  • und vieles mehr

Fehler werden zur einfachen Nachbearbeitung übersichtlich markiert. Der Prozess ist schnell, verläuft vollautomatisiert und erfolgt vollständig online.

Unterstützte Dateiformate:

  • Adobe Acrobat PDF
  • Trados-TMs (*.rtf, *.ttx)
  • Metatexis
  • TMX

Susan Warham, Marketing-Direktorin von Global Database, sagt dazu: „Die Risiken im Zusammenhang mit schlecht übersetzten Inhalten können beängstigend sein, angefangen bei möglichen Markenschäden bis hin zu verheerendem falschen Einsatz der Produkte. Die Aufgabe der Überprüfung und Korrektur übersetzter Inhalte durch Humankontrollverfahren ist natürlich zeitaufwändig und teuer. CrossCheck vereinfacht diesen Vorgang und reduziert den Zeitaufwand selbst bei Dateien mit Hunderten von Seiten auf einige Minuten. Wir glauben, dass CrossCheck den Qualitätsprüfungsvorgang für die Dokumentation grundlegend neu definieren wird. CrossCheck wird die Kosten und den Zeitaufwand, die zur Erstellung qualitätsgeprüfter Dokumentation notwendig sind, wesentlich beeinflussen. Unser Dienst stellt gestressten Kundenbetreuern ein automatisiertes Hilfsmittel zur Verfügung, mit dem sie schnell feststellen können, ob die erhaltenen Dokumente bestimmte Kriterien erfüllen. Bis jetzt hat es noch nie ein Produkt gegeben, dass bei PDF-Dateien eine derartige Tiefenanalyse übersetzter Texte im Vergleich mit dem Original vornehmen kann. Die Durchführung von Qualitätsprüfungen bei PDF-Dateien ist revolutionär. Wir sind die ersten, die dieses Ziel erreicht haben.“

CrossCheck Online ist eine kostenlose Dienstleistung. Weitere Informationen finden Sie unter folgender Adresse:

www.doc3.com

Global Databases Limited
Global Databases mit Sitz in England ist ein unabhängiger Entwickler von Software-Lösungen, mit denen die Produktion von mehrsprachiger Dokumentation automatisiert werden kann. Das Unternehmen arbeitet mit zahlreichen Firmen rund um den Globus zusammen und spezialisiert sich auf die Überprüfung von Inhalten und die Verwaltung von Sprachspeichern.

[Text: idioma s.r.o. Quelle: Pressemitteilung idioma, 2010-05-01.]

Von simultanfähigen Terminologiesystemen, Benennungsteppichen und eskalierenden Semwolken

Jenseits simultanfähiger TerminologiesystemeIn seiner Dissertation entwickelt Christoph Stoll aus in der Praxis beobachteten Arbeitsverfahren ein Modell der Vorverlagerung von Kognition aus der Phase des Simultandolmetschens in die der Vorbereitung: Analog zum Konsekutivdolmetschen werden Texte in der Vorbereitungsphase verstanden, strukturiert und das Ergebnis fixiert oder dem Gedächtnis anvertraut. Die Ergebnisse des so vorgeleisteten Denkaufwandes der Dolmetschstrategien, der Analyse und Segmentierung der Syntax und Argumentationsstruktur von Redemanuskripten, der Wissensaktivierung sowie der Terminologie wird beim Simultandolmetschen abgerufen, wodurch sich die freie, verfügbare Konzentration erhöht.

Der Autor stellt einen detaillierten Arbeitsablauf professioneller Konferenzdolmetscher vor, Methoden der Lexikographie und Verifikation sowie der wortfeldbasierten, konzeptorientierten Terminologieverwaltung, bei der auch Termini vorbereitet werden, die nicht in den Manuskripten vorkommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch bei der Konferenz. Es entsteht ein flächendeckender Benennungsteppich für das Fachgebiet. Dabei helfen Techniken wie ContentMaps, eskalierende Semwolken und mehrdimensionale semantische Felder. Die richtigen Sichtvorlagen und Tools für die Kabine sowie hochleistungsfähige Mnemotechnik unterstützen dabei die Qualität der Arbeit.

Ziel der Untersuchung ist die Neuordnung und Automatisierung der Arbeitsverfahren beim professionellen Konferenzdolmetschen durch die Entwicklung eines onomasiologischen, offenen CAI-Systems auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Modellierung des gesamten Dolmetschprozesses inklusive der Vorbereitungsphase - einer Conference Interpreter’s Workbench, die in allen Phasen des Arbeitsablaufes im Push-Prinzip Informationen vorselektiert, strukturiert anbietet und dadurch viele Arbeitsschritte vereinfacht.

Der Band kann als Anleitung zur Vorbereitung von Dolmetscheinsätzen Verwendung finden, als Anknüpfpunkt für Forscher und Entwickler, sowie als Einblick in die aktuelle Praxis und Zukunft des Dolmetschens bei anspruchsvollen Fachkongressen.

Christoph Stoll (2009): Jenseits simultanfähiger Terminologiesysteme - Methoden der Vorverlagerung und Fixierung von Kognition im Arbeitsablauf professioneller Konferenzdolmetscher. Trier: WVT. 342 Seiten, 33,50 Euro, ISBN 978-3-86821-186-3.

[Text: WVT Verlag.]

Doku-Dienstleister itl AG: Größte Zuwächse im Bereich Übersetzung

itl AG, München

Einer der führenden Dienstleister im Bereich technischer Dokumentation und Übersetzung, ist umgezogen: Seit Mai dieses Jahres residiert das Institut für technische Literatur (itl) in der Elsenheimerstraße 65 im Westen Münchens (Bild oben). Im großzügigen Areal des modernen Bürogebäudes sind nun alle Abteilungen der Firmenzentrale auf einer Etage untergebracht. „Das sorgt zusätzlich für schnellen Gedankenaustausch – ein gutes Klima für Kommunikation“, sagt Christine Wallin-Felkner (Bild), Vorstandsvorsitzende der itl AG in München.

Christine Wallin-FelknerSeit der Gründung des Unternehmens 1982 hat sich das inhabergeführte Unternehmen mit viel Ideenreichtum vom Branchen-Pionier zum Full-Service-Dienstleister entwickelt. Mit ihren Kernkompetenzen Übersetzung, Redaktion, Publishing und Consulting ist die itl AG heute sicher am deutschen Markt platziert. Seit 1991 wird das gesamte Dienstleistungsangebot auch ins Ausland exportiert. Die itl AG beschäftigt heute am Stammsitz in München und in den Tochtergesellschaften in Wien, Stuttgart und Cottbus über 70 Angestellte und hat weltweit rund 300 freiberufliche Mitarbeiter.

Zu den Kunden von itl zählen Großunternehmen wie BMW, Daimler oder Siemens ebenso wie mittelständische Firmen aus den Branchen Maschinenbau, Medizintechnik oder Gebrauchsgüter zum Beispiel Dräger, Häfele und Stihl. Hauptaufgabe von itl ist es, die Produkte und Dienstleistungen dieser Unternehmen deren internationalen Partnern und Kunden verständlich zu erklären.

Das Leistungsportfolio des Kommunikationsprofis itl ist breit gefächert, um die Erfolge ihrer Kunden im Export zu sichern. Da es gesetzlich vorgeschrieben ist, zusammen mit technischen Produkten eine begleitende Dokumentation in der jeweiligen Landessprache auszuliefern, sind itl-Dienste für viele exportorientierte Unternehmen unerlässlich. Neben dem Kerngeschäft der technischen Dokumentation hat sich deshalb die Übersetzungsdienstleistung zu einem weiteren Schwerpunkt des Unternehmens entwickelt. „Hier verzeichnet itl heute die größten Zuwächse“, erklärt die Firmenchefin. Von der schnellen Ad-hoc-Übersetzung bis hin zum multilingualen Großprojekt bietet der Dienstleister seinen Kunden die passenden Prozesse und das notwendige Projektmanagement.

Für die Übersetzungen greift das Unternehmen weltweit auf Muttersprachler zurück, die zudem in einem bestimmten Fachbereich spezialisiert sind. Zur Unterstützung von Übersetzung und technischer Redaktion entwickelt das Unternehmen seit zwei Jahren eigene Software-Produkte – mit wachsendem Erfolg: Die Abteilung Produktentwicklung und Prozesslösungen wird deshalb im neuen Stammsitz deutlich ausgebaut.

„In der heutigen Zeit kommt es vor allem darauf an, bei der technischen Dokumentation Einsparpotenziale aufzuzeigen, die in Unternehmen bereits vorhanden sind“, betont Vorstandsvorsitzende Wallin-Felkner. Denn das strenge Produkthaftungsgesetz zwingt die Firmen dazu, bei der Qualität der technischen Dokumentation keine Abstriche zuzulassen. Künftig sind deshalb mehr denn je innovative Konzepte gefragt, um einerseits den Marktanforderungen gerecht zu werden, andererseits aber Produktionszeit und -kosten zu sparen.

Die textfreie oder textreduzierte Dokumentation bietet hier schon große Möglichkeiten. Besondere Aufmerksamkeit widmet itl jedoch der Entwicklung so genannter Utility-Filme, die Kunden im Maschinen- und Anlagenbau bereits erfolgreich einsetzen. Gegenüber der herkömmlichen, schriftlichen Dokumentation haben diese visuellen Gebrauchsanleitungen erhebliche Vorteile. Sie werden zum Beispiel im Servicebereich, aber auch zur Unterstützung des Vertriebs oder bei der Schulung von Personal und Kunden eingesetzt: Utility-Filme zeigen realitätsnah und unmissverständlich, was getan werden muss. Sie sind innerhalb weniger Tage produziert und kostengünstig. Ohne Text und Sprache sind diese Videos übersetzungsneutral und weltweit über Internet sofort verfügbar. itl-Chefin Wallin-Felkner ist überzeugt: „Als modernes, interaktives Anleitungsvideo bietet der Utility-Film unseren Kunden künftig enormes Potenzial.“

itl AG
1982 gegründet, beschäftigt itl mit Hauptsitz in München und Niederlassungen und Standorten in Aachen, Cottbus, Stuttgart, Wien, Graz und Linz derzeit rund 70 feste Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen unter anderem Andritz, BMW, Centrotherm, CLAAS, Daimler Chrysler, Dräger, Epcos, Frequentis, Giesecke & Devrient, Gigaset, Häfele, KEBA, KTM, Merck, O2, Rohde & Schwarz, Siemens und viele mehr.
Zu den Kernkompetenzen von itl zählen Übersetzung, Redaktion, Publishing und Consulting, wobei insbesondere Wert auf die Optimierung und Automatisierung der Prozesse im Dokumentlebenszyklus gelegt wird. itl ist aktives Mitglied der tekom, der tecom Schweiz und der Society for Technical Communication STC.

[Text: itl. Quelle: Pressemitteilung itl, 2010-06-20. Bild: itl.]

Infonachmittag an Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln

Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln am Rheinischen Bildungszentrum Köln (RBZ) lädt am Dienstag, 6. Juli 2010, um 17:30 Uhr zu einem Infonachmittag über die neue schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher ein.

Die Veranstaltung findet im RBZ, Universitätstraße 1, in 50937 Köln statt. Die Schulleiterin stellt interessierten Schülern und ihren Eltern das neue, berufsbildende Angebot für die Sprachen Englisch, Spanisch und Türkisch vor und beantworten ihre Fragen. Das Semester startet Anfang September. Angesprochen sind sprachbegabte Schülerinnen und Schüler mit Abitur, Fachhochschul- oder Fachoberschulreife.

Die am RBZ angebotene Ausbildungsform mit staatlicher Prüfung ist in Nordrhein-Westfalen einmalig. Im Gegensatz zu einem IHK-Abschluss, bei dem sich die Prüfungsleistungen vor allem auf das Übersetzen in der Wirtschaftssprache beschränken, werden durch eine staatliche Prüfung auch fundierte Kenntnisse im allgemeinsprachlichen Übersetzen nachgewiesen. Die Übersetzer und Dolmetscher mit staatlicher Prüfung haben auch außerhalb der Wirtschaft gute Job-Perspektiven, weil sie über zusätzliche Kenntnisse aus Technik, Politik, Wissenschaft und Kultur verfügen.

Am RBZ lernen angehende Übersetzer in vier Semestern die Fremdsprache auf hohem Niveau. Sie übersetzen allgemeinsprachliche Texte und können Wahlfächer belegen. Die muttersprachlichen Lehrkräfte legen großen Wert auf die Vermittlung von breitem landeskundlichem Wissen und trainieren mit ihren Schülern den sicheren Umgang mit sprachlich-fachlichen Hilfsmitteln und den elektronischen Medien. Gute Schüler können im dritten Semester zusätzlich die Ausbildung zum Dolmetscher starten. Dann lernen sie die anspruchsvollen Techniken des Gesprächs- und Vortragsdolmetschen. Im Beruf sind Dolmetscher gefragte Experten bei Verhandlungen und Konferenzen auf internationaler Ebene. Die Ausbildung mit Doppel-Abschluss zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher dauert bei entsprechenden Sprachkenntnissen insgesamt 24 Monate. Die Schüler des RBZ können sich je nach individueller Neigung zwischen den staatlich geprüften Ausbildungsabschlüssen oder der IHK-Prüfung entscheiden.

Anmeldungen zum Infoabend per Mail kontakt@dolmetscherschule-koeln.de oder telefonisch im Schulsekretariat unter 0221-355316-18.

www.dolmetscherschule-koeln.de

Mehr zum Thema auf uepo.de
2010-06-07: Köln: Neue schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer

[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 2010-06-15.]

Probleme mit der Künstlersozialkasse? Dieses Buch hilft

KünstersozialversicherungsrechtProf. Dr. Joachim Berndt ist als Rechtsanwalt und Referent zum Sozialversicherungsrecht ein ausgewiesener Experte mit langjähriger Erfahrung. Er lehrt Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. In seinem Buch Künstlersozialversicherungsrecht beschäftigt er sich umfassend mit der umstrittenen Künstlersozialversicherung. Zielgruppe des Werks sind in erster Linie Steuerberater, Unternehmen, Krankenkassen, Rentenversicherungen und Mitarbeiter der Künstlersozialkasse.

Die Deutsche Rentenversicherung prüft erst seit wenigen Jahren, ob die Arbeitgeber die Künstlersozialabgabe rechtzeitig und vollständig entrichten. Bisher wurde diese Aufgabe von der Künstlersozialkasse (KSK) nur unzureichend wahrgenommen. Durch die Neuregelung werden die Abgabepflichtigen Arbeitgeber lückenlos erfasst und die Einnahmen der Künstlersozialkasse massiv erhöht.

Viele Unternehmen haben von der „Künstlersozialversicherung“ noch nichts erfahren und rechnen überhaupt nicht damit, dass sie zu den abgabepflichtigen Unternehmen gehören. Und: Die Künstlersozialabgabe wird rückwirkend für fünf Jahre erhoben.

Das Werk erläutert die Voraussetzungen der Versicherungspflicht selbstständiger Künstler und Publizisten nach dem KSVG und die Künstlersozialabgabepflicht der Unternehmen anhand aktueller Rechtsprechung. Besondere Berücksichtigung finden die den Unternehmen auferlegten Aufzeichnungspflichten und die Betriebsprüfung der Rentenversicherungsträger.

Aus dem Inhalt:

  • Grundlagen und Entwicklung
  • Künstersozialkasse
  • Fallgruppen in der Praxis (Musik, Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Publizistik etc.)
  • Selbständigkeit
  • Versicherungsfreiheit
  • Beiträge und Beitragsverfahren
  • Leistungen (Krankengeld, Leistungen der Agentur für Arbeit, Mutterschafts- und Erziehungsgeld)
  • Internationales Künstlersozialversicherungsrecht
  • Betriebsprüfungen

Joachim Berndt (2008): Künstlersozialversicherungsrecht. Versicherungspflicht, Künstlersozialabgabe, Betriebsprüfung. Wiesbaden: Gabler. (193 Seiten, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-8349-1233-6)

Mehr zum Thema auf uepo.de
2009-11-13: Kulturstaatsminister Neumann: Höhere Subventionen für Literaturübersetzer, KSK bleibt
2008-09-23: Bundesrat: Vorstoß zur Abschaffung der Künstlersozialkasse vorerst gescheitert
2008-09-21: DIHK: Künstlersozialkasse mittelfristig abschaffen

[Text: Gabler. Quelle: Gabler, nach einem Hinweis von Wolfgang Hullmann. Bild: Gabler.]

Goethe-Institut und Buchmesse fordern bessere Übersetzungsförderung

Am 19. Januar 2010 haben das Goethe-Institut und die Frankfurter Buchmesse in Partnerschaft das 2. Hearing zur Übersetzungsförderung veranstaltet. Unter den über 60 Teilnehmern des Hearings waren die wichtigsten Akteure der Übersetzungsförderung vertreten, darunter 12 fördernde Stellen, Vertreter von rund 20 Verlagen und mehrere Literaturmittlerorganisationen. Übereinstimmend halten Goethe-Institut und Frankfurter Buchmesse folgendes Ergebnis fest:

1. Die Vermittlung von Literatur ist das Herzstück des internationalen Kulturaustausches. Übersetzung ist dabei das zentrale Instrument. Eine hohe Qualität der Übersetzung ist essentiell, um interkulturelle Verständigung zu ermöglichen.

2. In den letzten Jahren tritt neben die öffentliche Übersetzungsförderung zunehmend die private Förderung durch Stiftungen, Vereine und Privatunternehmen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass hier ein wachsender Bedarf in der Verlagsszene besteht. Der finanziellen Förderung von Übersetzung kommt für die Verbreitung von Wissenschaft und Literatur deutscher Herkunft eine wichtige Rolle zu. Denn die deutsche Sprache ist international schon lange auf dem Rückzug, immer weniger Verlagsleute weltweit verstehen oder lesen Deutsch. Die finanzielle Förderung von Übersetzungen kann ein entscheidender Anreiz sein für die Entscheidung eines ausländischen Verlags, ein deutsches Buch zu publizieren. Damit minimiert sich das finanzielle Risiko des Verlags.

Nach Jahren des kontinuierlichen Anstiegs der weltweiten Vermittlung von deutscher Literatur ins Ausland ist von 2007 auf 2008 ein starker Abschwung um rund 17 Prozent (7.600 verkaufte Lizenzen) zu beobachten. Wir empfehlen der Bundesregierung, die Förderung von Übersetzungen großzügiger zu unterstützen und die Vermittlung deutscher Literatur nicht dem „Spiel der Kräfte des freien Marktes“ zu überlassen.

3. Wir empfehlen den Ausbau der Aktivitäten der öffentlichen Geldgeber und privaten Stiftungen und Organisationen und gleichzeitig eine vermehrte Abstimmung der Tätigkeiten im Bereich der Übersetzungsförderung. Dazu halten wir es für sinnvoll, den steten Austausch der Förderer und Geförderten durch regelmäßige Treffen zu unterstützen. Ziel ist eine gemeinsame Festlegung der Prioritäten der Förderung und die Ermöglichung konzertierter, gemeinsamer Aktionen der Vermittlung von deutscher Literatur auf bestimmten Märkten und in bestimmten Ländern. Wir streben danach, den Austausch zwischen den Akteuren der Übersetzer- und Übersetzungsförderung in einem europäischen Kontext zu ermöglichen.

4. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg deutscher Autoren und Bücher im Ausland ist die gelungene Vermarktung vor Ort. Hier sollten ausländische Verlage stärker unterstützt werden.

5. Wir setzen uns dafür ein, dass die Tätigkeit von Übersetzern aus dem Deutschen angemessen unterstützt wird - durch die Unterstützung von Lobbyarbeit, durch Fortbildungsmaßnahmen und Förderung des Übersetzernachwuchses sowie durch die enge Verzahnung zwischen Übersetzer- und Übersetzungsförderung gerade in Fragen der Qualität und Honorierung.

6. Wir setzen uns dafür ein, die Gruppe der deutschen Literatur- und Kulturjournalisten stärker in die Aktivitäten der Übersetzungsförderung einzubinden und deren Vernetzung mit Vertretern der Verlagsbranche (Autoren, Übersetzer, Lektoren etc.), aber auch mit ausländischen Journalisten zu fördern. Ziel ist, eine internationale Öffentlichkeit zu schaffen für das Thema Literatur.

Frankfurter Buchmesse
Direktor Juergen Boos

Goethe-Institut
Leiter der Abteilung „Kultur und Information“ Dr. Christoph Bartmann

Hintergrund

Das Goethe-Institut ist der zentrale Mittler der auswärtigen Kulturpolitik. Die finanzielle Förderung von Übersetzungen ist zentrale Aufgabe der Regional-Institute im Ausland. Für die Übersetzung von Literatur, Drehbüchern oder Theaterstücken bereitet das Goethe-Institut durch seine allgemeinen Vermittleraktivitäten im Bereich der Kultur den Boden - es sieht sich als „Interessenwecker“ und seine Aufgabe besteht zuallererst darin, Begegnung zu stiften, zwischen Autor und Leser, zwischen deutschem Buch und ausländischem Verlag.

Für die Frankfurter Buchmesse ist der internationale Handel mit Übersetzungsrechten und damit dem geistigen Eigentum ein wichtiges Kerngeschäft. Auch unterstützt die Frankfurter Buchmesse mit ihren Auslandsbüros und internationalen Messeteilnahmen die Interessen der deutschen Autoren und Verlage im Ausland, indem sie aktiv deutsche Literatur und Fachinformation auf internationalen Märkten anbietet.

[Text: Frankfurter Buchmesse. Quelle: Pressemitteilung Frankfurter Buchmesse, 2010-01-20.]

Brasilien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2013

BrasilienBrasilien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2013. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten diese Woche der brasilianische Kulturminister Juca Ferreira und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, in Brasilia. Damit ist Brasilien - nach 1994 - zum zweiten Mal Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.

Die Vertragsunterzeichnung soll in den nächsten Wochen erfolgen. „Brasilianische Autoren werden - außer den Klassikern wie Jorge Amado und dem Ausnahmefall Paulo Coelho - in den letzten Jahren in Deutschland so gut wie nicht übersetzt. Hier gibt es natürlich einiges aufzuholen“, so Boos. Zeitgenössische Autoren wie Patrícia Melo, Bernardo Carvalho, Milton Hatoum und Paulo Lins liegen in deutscher Übersetzung vor, weitere wie Adriana Lisboa, Joấo Paulo Cuenca und Santiago Nazarian sind bislang noch unentdeckt. Aber auch Klassiker wie Joấo Guimarấes Rosa blieben bislang in deutscher Sprache unübersetzt.

„Unser Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse ist nicht nur für die Verlagsbranche eine Chance, sondern auch für den kulturellen Dialog Brasiliens mit der Welt“, so Juca Ferreira. Der international bekannte Comic-Zeichner Maurício de Sousa, der bei der Unterzeichnung anwesend war, sagte, mit der Teilnahme am Ehrengastprogramm trage man eine große Verantwortung, da die Buchmesse international „das größte Schaufenster im literarischen Bereich“ biete. Der Vertreter der Academia Brasileira de Letras (ABL), Mauricío de Mello, betonte: „Brasilien ist sich im Klaren, dass der ökonomische Erfolg des Landes und der Fortschritt natürlich mit dem kulturellen Engagement einher gehen muss.“

Brasilien ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südamerika. Der brasilianische Buchmarkt zeichnet sich durch ein hohes Maß an Professionalität und eine rege Übersetzungsaktivität aus. Rund 45.000 Titel erscheinen pro Jahr neu. Die Hauptlizenzgeber für Brasilien stammen aus dem englischsprachigen Raum. Für Deutschland ist Brasilien mit 178 (2007: 156) Lizenzen der größte Lizenzabnehmer auf dem amerikanischen Kontinent - noch vor den USA (143). Während spanischsprachige Länder Lateinamerikas unter dem Einfluss spanischer Verlagsgruppen stehen, agiert der brasilianische Buchmarkt völlig autark vom portugiesischen Buchmarkt.

Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.000 Ausstellern aus über 100 Ländern, einer Ausstellungsfläche von 170.000 Quadratmetern, rund 300.000 Besuchern und 10.000 akkreditierten Journalisten die größte Buch- und Medienmesse der Welt.

[Text: Frankfurter Buchmesse. Quelle: Pressemitteilung Frankfurter Buchmesse, 2010-06-23. Bild: Archiv.]

10 Jahre 24translate: Vom Start-up zum Primus der Internet-basierten Sprachdienstleister

Lone Colding Wolf

Flexibilität ist ein Qualitätskriterium, an dem sich Dienstleister heutzutage messen lassen müssen. Unterschiedlichste Anforderungen unbürokratisch und zeitnah zu erfüllen ist seit zehn Jahren die Spezialität der Hamburger Agentur 24translate, Online-Marktführer für Übersetzungsdienstleistungen. Neben maßgeschneiderten Produktlösungen setzt die gerade relaunchte Unternehmens-Website www.24translate.de ein revolutionäres Konzept um, das perfekt auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingeht: Online und in Echtzeit können alle anfallenden Kosten, der Liefertermin und die gewünschte Qualitätsstufe mitbestimmt werden.

Eine innovative Berechnungssoftware (tds5) kalkuliert für jeden Übersetzungsauftrag den jeweiligen Endpreis aus der Textmenge, der inhaltlichen Komplexität der jeweiligen Thematik und dem gewünschten Liefertermin. „Das, was das System angibt, ist absolut verbindlich“, versichert Diplom-Übersetzerin Lone Colding Wolf (Bild oben), Geschäftsführerin der 24translate GmbH. „Bei uns kann der Kunde jetzt frei wählen, ob er sich im persönlichen Gespräch beraten lassen oder die gerade relaunchte, selbst erklärende Website verwenden und viel Zeit sparen möchte.“ Der Clou: Man hat jederzeit klar vor Augen, mit welchem Betrag die Dienstleistung am Ende zu Buche schlägt. „Selbstverständlich haben Express-Aufträge in der Premium-Plus-Qualität einen anderen Preis als langfristige Aufträge im Classic-Segment“, so Lone Colding Wolf. „Diese Innovation ist für uns und die gesamte Branche ein Quantensprung.“

Das Prozedere ist nicht zuletzt dank der selbst erklärenden Eingabemaske denkbar einfach. Den Text online hochladen, Lieferzeitpunkt sowie individuelles Service-Paket auswählen – und zum vereinbarten Termin liegt die Übersetzung im E-Mail-Postfach oder SSL-geschützt zum Herunterladen bereit. Kunden können sich somit jederzeit ein maßgeschneidertes Übersetzungspaket nach ihren individuellen Anforderungen zusammenstellen.

Die Bandbreite reicht hierbei von der klassischen Übersetzung aus der Ausgangs- in die Zielsprache inklusive anschließendem Lektorat bis hin zum so genannten Premium Plus-Service. „In diesem Paket sind Übersetzung und Lektorat von ausgewiesenen Spezialisten enthalten, die über jahrelange Erfahrungen in dem jeweiligen Themengebiet verfügen“, gibt Lone Colding Wolf zu Protokoll. „Dazu kommt auf Wunsch eine gründliche journalistische Überarbeitung, sodass die Texte am Ende absolut druckreif sind.“

Seit zehn Jahren behauptet sich das auf dem Höhepunkt des Börsen- und Dotcom-Booms gegründete ehemalige Start-up erfolgreich im hart umkämpften Markt der Übersetzungs-Dienstleistungen. 2003 wurde das innovative Unternehmen mit dem Deutschen Internet-Preis ausgezeichnet.

24translate

Vor zehn Jahren revolutionär: die Online-Preisberechnung und -Auftragserteilung.

www.24translate.de

Mehr zum Thema im Übersetzerportal

2004-03-19: Marc-Christian Rossig von 24translate: „Ein extrem positiver Markt für extrem gute Leute“
2003-12-26: Marc-Christian Rossig von 24translate: „Gute Übersetzer sind zickig“
2003-10-31: Deutscher Internetpreis 2003 für 24translate.de
2003-10-16: Luca Vidi - vom Skirennfahrer zum Gründer von 24translate.ch

[Text: 24translate. Quelle: Pressemitteilung 24translate, 2010-06-14. Bild: 24translate.]

“Praxis und Studium” in Saarbrücken: Studis fragen, Ehemalige antworten

Uni Saarbrücken

Wie der Berufsalltag von Übersetzern und Dolmetschern aussieht, erfahren Studenten am 2. und 3. Juli 2010 an der Universität des Saarlandes von berufserfahrenen Absolventen der Fachrichtung Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen. Die Veranstaltung „Praxis und Studium“ wird von der Fachrichtung gemeinsam mit der Alumni-Vereinigung AMICALE – Verein der Freunde der FR 4.6 e.V. zum elften Mal ausgerichtet.

Wie schaffe ich am besten den Sprung von der Uni ins Berufsleben? Wie arbeiten Übersetzer und Dolmetscher in der Industrie, im öffentlichen Dienst, in Übersetzungsbüros, bei internationalen Organisationen oder als Freiberufler? Oder: Wie mache ich mich selbständig? Das sind einige der Fragen, die bei der Info-Veranstaltung beantwortet werden sollen. Dazu hat die Fachrichtung „Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen“ wieder Experten aus den verschiedensten Berufen, die in Saarbrücken studiert haben, an die Universität eingeladen.

Im Vortragsprogramm sind folgende Themen vorgesehen:

  • Julia Lemmer: Der Sprachendienst des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Monika Schorr: Dolmetschen bei der EU
  • Daria Schmitt: Hurra, ein Auftrag!

Zwischen den Vorträgen nehmen die Absolventen als Experten an Diskussionsrunden teil. Dabei stehen sieben verschiedene Themen zur Auswahl: Selbständigkeit, Berufsalltag bei verschiedenen Arbeitgebern, Aufgaben eines Projektmanagers, neue Technologien beim Übersetzen, Berufsalltag von Dolmetschern, Übersetzer und Dolmetscher als Kommunikationsexperten im Bildungssektor und das Berufsfeld Sprachendienst.

Die Veranstaltung „Praxis und Studium“ findet alle zwei Jahre statt und dient dem Erfahrungsaustausch zwischen Ehemaligen und Studierenden. In Diskussionsrunden erhalten die Studierenden Einblick in die Berufswelt und die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche von Übersetzern und Dolmetschern. Ausgewählte Vorträge geben einen Eindruck von speziellen Tätigkeitsfeldern des Berufsbildes. Die Veranstaltung richtet sich explizit auch an Studenten der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge, sie stellt eine ideale Gelegenheit dar, in die Berufswelt hineinzuschnuppern und oftmals auch erste berufliche Kontakte zu knüpfen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website der Fachrichtung Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen und im Programmheft der Veranstaltung.

[Text: Rainer Egler. Quelle: Universität des Saarlandes. Bild: Winkler, Presseteam Universität des Saarlandes.]

770.000 Euro mit erfundenen Dolmetschrechnungen ergaunert

Justitia Frankfurter RömerbergVierundsechzig Luftrechnungen über frei erfundene Dolmetschleistungen mit Beträgen zwischen 3.500 und 17.000 Euro stehen derzeit im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Heilbronner Landgericht (Baden-Württemberg). Angeklagt ist ein 51-jähriger Mann, der innerhalb von sieben Jahren seinen Arbeitgeber, einen milliardenschweren Konzern, auf diese Weise um rund 770.000 Euro betrogen haben soll. Die Stuttgarter Zeitung berichtet:

Die Methode, die all die Jahre nicht auffiel, war immer die gleiche gewesen: Der Mann schrieb im Namen seiner Ehefrau Rechnungen für Dolmetscherdienste an die Firma Dürr in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg), wo er als Controller arbeitete. Das Übersetzungsbüro gab es gar nicht, die Kontonummer freilich schon: Dreisterweise ließ er sich das Geld auf sein Gehaltskonto überweisen.

Die Masche flog erst auf, als er Anfang 2010 die Buchhaltung darum bat, eine Rechnung vorzeitig zu begleichen – denn er hatte sein Konto überzogen und benötigte einen schnellen Ausgleich. Ein aufmerksamer Buchhalter stellte dabei fest, dass das Unternehmen gar keinen Auftrag für die abzurechnenden Sprachdienstleistungen erteilt hatte. Daraufhin wurden auch die früheren Rechnungen überprüft.

Vor Gericht gab der geständige Controller an, dass er mit dem Geld lediglich seiner Familie „ein schönes Leben“ habe bereiten wollen. Mit seiner Frau, laut Stuttgarter Zeitung „eine brasilianische Sambatänzerin“, und den gemeinsamen Kindern im Grundschulalter bewohnte der Mann ein unauffälliges Einfamilienhaus.

Mit den ergaunerten Beträgen ging der Schwabe offenbar sparsam um. Für ein Luxusleben des Mannes habe er keinerlei Spur entdecken können, erklärte ein als Zeuge geladener Kriminalhauptkommissar: „Wir standen in seinem Haus und fragten uns, wofür er das ganze Geld eigentlich ausgegeben hatte – von Prunk keine Spur.“

Der Staatsanwalt fordert ein Strafmaß von vier Jahren, die Verteidigerin hält dreieinhalb Jahre für angemessen. Das Urteil soll noch im Lauf dieser Woche verkündet werden.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Stuttgarter Zeitung, 2010-06-19. Bild: Richard Schneider.]