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Archive für 14.7.2010
IGBG wirft nach Anfeindungen anderer Verbände das Handtuch
14.7.2010 von Richard Schneider.
Soeben erreichte uns folgende Mitteilung der IGBG-Vorsitzenden Helena Piprek (Bild):
Die IGBG (Interessengemeinschaft Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher) stellt zum 31.07.2010 ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein. Die bedauerliche Entscheidung erfolgt nunmehr nach 15-monatigem Bestehen der bislang privat finanzierten Tätigkeit der Interessengemeinschaft.
Aufgabenstellung und Zielrichtung der IGBG waren seit April 2009 auf sehr viel Wohlwollen und Interesse durch nationale und internationale Behörden und Organisationen, Rechtsanwaltskanzleien, Rechtsanwaltsverbände und Rechtsanwaltskammern, Richterverbände, Universitäten sowie diplomatische Vertretungen gestoßen.
Besonderer Dank gilt daher der großzügigen Unterstützung des Generalkonsulats der Republik Polen in Hamburg, der Handelskammer Hamburg / Geschäftsbereich Recht & Fair Play, der DPJV Deutsch-Polnischen Juristen-Vereinigung e.V., der Deutsch-Griechischen Juristenvereinigung e.V., dem Hamburgischen Richterverein e.V., der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg, dem Hamburgischen Anwaltverein e.V., der Deutsch-Ukrainischen Vereinigung von Richtern, Rechtsanwälten und Rechtswissenschaftlern und der Vereinigung für deutsch-russisches Wirtschaftsrecht e.V.. Genannt seien an dieser Stelle auch die sehr förderlichen Kontakte einzelner Generaldirektionen der Europäischen Kommission (GD Dolmetschen, GD Übersetzung) sowie zahlloser universitärer Lehrstühle, insbesondere des IALT der Universität Leipzig.
Der Grund für die Einstellung der ehrenamtlichen Tätigkeit liegt in den fortwährenden Versuchen anderer bundesdeutscher Berufsverbände der Dolmetscher und Übersetzer und deren Vertreter, gegen die IGBG und deren Vertreter seit ihrer Gründung außergerichtliche und gerichtliche Schritte einzuleiten. Seien es Aufforderungen zu Richtigstellungen in Veröffentlichungen unter Androhung der Einleitung rechtlicher Schritte, wettbewerbsrechtliche Abmahnungen oder die Einleitung von Gerichtsverfahren. Als Instrumente sind diese bekanntermaßen wenig geeignet, einen konstruktiven und kollegialen Austausch zu eröffnen und Synergien berufsstandintern und –übergreifend zu nutzen. Mittlerweile hat dies jedoch eine Qualität erreicht, wo ehrenamtliches Engagement – wohlgemerkt neben dem laufenden Tagesgeschäft – eindringlich zu hinterfragen ist. Obgleich sämtliche Schritte bislang erfolglos geblieben sind, so stoßen doch junge Initiativen wie die der IGBG und die Bereitschaft zur Übernahme ehrenamtlicher Verantwortung an ihre Grenzen.
Dies ist umso bedauerlicher, als die IGBG Ziele verfolgt hat, die dem gesamten Berufsstand und dem Austausch zwischen Juristen, Dolmetschern und Übersetzern dienlich gewesen wären. Beispielsweise die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Kollegenschaft, das Erfordernis der engen Zusammenarbeit mit den Juristinnen und Juristen im Sinne des Lawyer-Linguist bzw. Linguist-Lawyer, damit verbunden die hohe akademische Qualifikation im Sinne einer translatologisch-juristischen Doppelkompetenz, der Schutz des Berufsbildes, die direkte Beauftragung der Kolleginnen und Kollegen durch die Organe der Justiz und des Inneren, die damit verbundene Unterbindung des Auftragsmakelns, die bundeseinheitliche Vergütung nach JVEG Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (ohne Öffnungsklausel), eine enge Zusammenarbeit mit den akademischen Lehrstühlen und eine pro-aktive Mitsprache bei den Justizdolmetschergesetzen der einzelnen Bundesländer. - Mit dem Ziel, einen hohen Standard der juristischen Verdolmetschung und Übersetzung bei der Gewährung des grundrechtsgleichen Rechts auf rechtliches Gehör in der Bundesrepublik sicherstellen zu helfen.
Ungeachtet dieses Schrittes stehen unsere Kolleginnen und Kollegen natürlich weiterhin für alle Formen der beruflichen Zusammenarbeit mit den Partnern zur Verfügung - wenn auch nicht mehr unter dem Dach der IGBG.
Wir freuen uns daher weiterhin auf die tagtägliche Kooperation, gemeinsame Publikationen, Rezensionen, Veranstaltungen und Präsentationen und die Pflege des disziplinenübergreifenden Austauschs.
Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg
IGBG Interessengemeinschaft
Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher
Dipl. Phil. Helena Piprek
[Text: Helena Piprek. Quelle: Mitteilung vom 2010-07-14. Bild: Piprek.]
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Die IGBG (Interessengemeinschaft Bundesdeutscher Gerichtsdolmetscher) stellt zum 31.07.2010 ihre ehrenamtliche Tätigkeit ein. Die bedauerliche Entscheidung erfolgt nunmehr nach 15-monatigem Bestehen der bislang privat finanzierten Tätigkeit der Interessengemeinschaft.