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Archive für August 2010
Premiere: Across und BDÜ laden zur Freiberuflerkonferenz
13.8.2010 von Jessica Antosik.
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) veranstaltet die Across Systems GmbH am 22. Oktober 2010 in Köln eine Konferenz für freiberufliche Übersetzer. Aufgrund der großen Nachfrage wurde bereits eine Folgeveranstaltung am 22. März 2011 an gleicher Stelle angekündigt. Die Konferenzen sind Teil eines intensiven Schulungs- und Informationsangebotes rund um die Across-Sprachtechnologie, welches der Hersteller in Kooperation mit dem BDÜ konzipiert hat. In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an Übersetzern mit versiertem Across-Know-how drastisch gestiegen. Insbesondere große Industrie-Unternehmen haben vermehrt Across-Technologie im Einsatz. Mit ihrem Schulungsangebot bieten die Kooperationspartner nun gemeinsam ein attraktives Weiterbildungsangebot.
In zwei parallelen Programmästen können die Konferenzteilnehmer Einführungsschulungen, Fortgeschrittenen-Trainings sowie Workshops zu speziellen Themen wählen. Diese sind abgestimmt auf die jeweiligen Vorkenntnisse der Teilnehmer, so dass sich Übersetzer in sehr kompakter Form weiterbilden und Know-how aneignen können. Weltweit setzen derzeit bereits rund 10.000 Übersetzer die Technologie von Across in ihrer täglichen Arbeit ein.
Mit seiner „Personal Edition for Freelance Translators“ bietet Across eine vollwertige Übersetzungsumgebung speziell für freiberufliche Übersetzer. Diese kann wahlweise als Einzelplatzanwendung oder als Client für den Zugriff auf den Across Server des Auftraggebers verwendet werden. Der Hintergrund: Immer mehr Auftraggeber machen eine durchgängige Lieferkette zur Voraussetzung für die Vergabe von Übersetzungsaufträgen und setzen deshalb die Verwendung der Across Personal Edition als Client an ihrem Server voraus.
Über die für freiberufliche Übersetzer kostenlose Software hinaus unterstützt Across diese Zielgruppe in vielfältiger Weise, beispielsweise durch technischen Support und regelmäßige Webinare. Auf der Konferenz wird der Hersteller auch sein neues Qualifizierungsprogramm vorstellen. Dessen wesentlicher Bestandteil ist ein Empfehlungs-Ranking, bei dem Übersetzer sogenannte crossPoints sammeln und sich damit bei Auftraggebern als qualifizierte Anwender ausweisen können.
In Köln haben die Konferenzteilnehmer zudem die Gelegenheit, mit anwesenden Unternehmensvertretern neue Kontakte zu knüpfen. Across-Mitarbeiter aus dem technischen Support und der Übersetzer-Betreuung stehen für Fragen rund um den Einsatz der Across-Technologie zur Verfügung. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, eine verbindliche Anmeldung unter www.seminare.bdue.de ist erforderlich. Die vollständige Agenda ist nachzulesen unter: www.my-across.net/de/userconference.aspx.
Über Across Systems
Across Systems (www.across.net) mit Sitz in Karlsbad bei Karlsruhe und Glendale, Kalifornien, ist Hersteller des Across Language Server – der weltweit führenden unabhängigen Technologie für die „Linguistic Supply Chain“.
[Text: Across Systems GmbH. Quelle: Pressemitteilung, Across Systems GmbH, 12.08.2010. Bild: Across Systems GmbH, BDÜ.]
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Linguee spricht jetzt Französisch, Spanisch und Portugiesisch
12.8.2010 von Jessica Antosik.
Die Online-Übersetzungshilfe Linguee erweitert ihren Service um die Sprachpaare Englisch-Spanisch, Englisch-Französisch und Englisch-Portugiesisch. Die unter den Domains Linguee.es, Linguee.fr und Linguee.pt kostenlos angebotenen Dienste ergänzen seit heute das deutsch-englische Linguee.de, das seit gut einem Jahr zur Verfügung steht.
Die Kölner Betreiber brachten mit Linguee.de eine Neuerung in die Landschaft der Online-Wörterbücher: Statt nur einzelne Vokabeln nachzuschlagen können die Nutzer hier eine Vielzahl von übersetzten Texten durchsuchen. So findet sich auch für zusammengesetzte Begriffe wie “schnelle Antwort”, “schnelle Entwicklung”, “schnelles Auto” oder “schnelle Auffassungsgabe” eine Auswahl treffender Übersetzungen im Satzzusammenhang.
Impuls aus Deutschland
Das neuartige Konzept findet Anklang: Nach eigenen Angaben erhält die Linguee-Website täglich über eine halbe Million Suchanfragen und wächst weiterhin sehr stark. Das Prinzip ist übertragbar auf jede Sprache, für die zweisprachiges Material zur Verfügung steht. “Linguee ist vor allem eine Technologie. Es ist daher ein natürlicher Schritt, den Dienst auf den Weltmarkt auszuweiten. Wir sprechen nun über ein Viertel der weltweiten Internetnutzer an, deren Muttersprache nicht Englisch ist”, sagt Gründer Gereon Frahling (im Bild links). Andere Sprachen wie Italienisch, Chinesisch, Arabisch und Russisch seien in Planung.
Der technische Aufwand, den Linguee betreibt, setzt den Dienst von der Wörterbuch-Konkurrenz ab. Ein Webcrawler analysiert ununterbrochen das Internet und findet neue mehrsprachige Seiten wie beispielsweise Unternehmenspräsentationen, Patentschriften, EU-Dokumente oder wissenschaftliche Veröffentlichungen. Für sprachliche Qualität sorgt eine anschließende automatische Filterung, basierend auf einem eigens entwickelten Verfahren aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Indem die Linguee-Nutzer auf Bewertungsknöpfe neben den Übersetzungen klicken, wird dieses System laufend trainiert und führt zu einer Verbesserung der Suchergebnisse.
Beliebt bei den Profis
Durch die enorme Menge an Textmaterial ist Linguee nicht nur für Fremdsprachenneulinge oder Fachkräfte mit Auslandskontakten nützlich. “Gerade von Sprachexperten bekommen wir viel positives Feedback, und wir wachsen allein durch persönliche Weiterempfehlung schneller als die Konkurrenz”, freut sich Mitgründer Leonard Fink. “In der deutschen Übersetzerbranche ist Linguee bereits eine feste Größe. Wir erfüllen mit dem erweiterten Angebot einen vielfach geäußerten Wunsch.” Da die Übersetzerzunft weltweit bestens vernetzt ist und der spanisch-französisch-portugiesische Sprachraum deutlich größer ist als der deutsche, erwarten die Betreiber einen erfolgreichen Start der neuen Dienste.
[Text: Linguee GmbH. Quelle: Pressemeldung Linguee GmbH, 12.08.2010. Bild: Linguee GmbH.]
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Neues Portal der gds AG sorgt für mehr Transparenz bei Übersetzungsaufträgen
9.8.2010 von Jessica Antosik.
Die gds AG, Full-Service-Dienstleister für die Technische Dokumentation, stellt ab sofort seinen Kunden ein Internetportal zur Verfügung, das für eine schnelle, einfache und transparentere Abwicklung von Übersetzungsaufträgen sorgt.
Mithilfe des benutzerfreundlichen Portals können die für eine Übersetzung relevanten Daten schnell und unkompliziert hochgeladen und übersetzungsspezifische Angaben gespeichert werden. Des Weiteren kann der Status der jeweiligen Übersetzung verfolgt werden. Der gesamte Übersetzungsprozess, von der Anfrage über Angebot bis hin zur Lieferung der fertig übersetzten Dokumente, wird für die Kunden dadurch einfacher und übersichtlicher. Ist ein Auftrag abgewickelt, wird der Kunde automatisch per E-Mail benachrichtigt und kann sich die Übersetzungen herunterladen.
“Für unsere Kunden gehört mit diesem neuen Portal unproduktives Datenhandling bei der Beauftragung von Übersetzungen der Vergangenheit an”, erklärt Ulrich Pelster (Bild), Vorstand der gds AG.
Damit die Kunden das Portal nutzen können, ist eine einmalige, kostenlose Registrierung unter portal.gds.eu notwendig.
Über global document solutions
Kunden der gds AG nutzen vielfältige Lösungen für die Technische Dokumentation. Als Software-Entwickler vertreibt gds die Redaktionsumgebung docuglobe, die mit MS Word als Editor arbeitet. Basierend auf dem Prinzip der Modularisierung, senkt docuglobe die Kosten für produktbegleitende Unterlagen nachweislich um 30-70%. Mit dem Terminologie-Werkzeug docuterm bietet gds eine Lösung zur Sicherstellung konsistenter Benennungen.
Im Dienstleistungsbereich documate nutzen Kunden komplexe Serviceleistungen: Technische Redaktion, Übersetzung und Grafik. Von der Auslagerung kleiner Dokumentationsprojekte bis hin zum vollständigen Outsourcing der Technischen Dokumentation. Nicht zuletzt reduzieren die Kunden durch documate ihr Haftungsrisiko in diesem sensiblen Bereich. Abgerundet wird das Angebot durch docuconsult, dem Fachbereich für Analyse, Beratung, Schulung, Workshops und Seminaren, jeweils mit dem Fokus auf aktuelle Entwicklungen und Trends in der Technischen Dokumentation.
[Text: gds AG. Quelle: Pressemeldung gds AG, 09.08.2010. Bild: gds AG.]
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Mord an Ärzteteam in Afghanistan: Chemnitzer Dolmetscherin unter den Opfern
8.8.2010 von Richard Schneider.
Bei dem Massaker an zehn Mitarbeitern des augenärztlichen Hilfswerks “International Assistance Mission” (IAM) in der abgelegenen afghanischen Bergprovinz Nuristan ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen: Daniela B. (35), die dem Ärzteteam als Dolmetscherin diente. Der stern schreibt:
Die einzige Deutsche im Team war keine Ärztin - sondern Sprachwissenschaftlerin: Daniela B., geboren 1975 in Chemnitz. Sie hatte nach dem Abitur Sprachwissenschaft an der Universität Leipzig studiert, Englisch und Russisch, zusätzlich einen Abschluss als Deutschlehrerin für Ausländer gemacht.
Vier Jahre war sie an der Universität Gloucesterhire in Südengland eingeschrieben, arbeitete als freiberufliche Übersetzerin und kam 2007 nach Afghanistan für die “International Assistance Mission”. Das Land hatte es ihr angetan. In Kabul lernte sie ein knappes halbes Jahr lang Dari, eine der beiden Landessprachen. Amir Mohammed, ihr Lehrer von damals, erinnert sich noch heute an die stille Deutsche mit den blauen Augen: “Als Studentin war sie exzellent, sehr fleißig, hat wahnsinnig schnell gelernt. Sie hat mir immer gesagt: ‘Ich will mit den Menschen reden, will wissen, was die fühlen, denken, sie verstehen!’ Sie wollte alles wissen über Kultur, Sitten, und die Geschichte Afghanistans. […]”
Für ein Jahr ging sie dann nach Faisabad zum “Language Research Program” von IAM in der Nordostprovinz Badakhschan. Ziel ihres Projektes war es, “für die örtlichen Sprachen in den isolierten Bergregionen eine Schriftvariante zu entwickeln, so dass Menschen dort in ihrer eigenen Sprache lesen und schreiben lernen können”, wie ein ehemaliger Kollege sagt. Daniela B. sprach fließend Dari, leidlich Vahi und Mandschi, zwei lokale Sprachen, und war dabei, weitere zu lernen.
Vor einem Jahr verließ sie IAM, um zusammen mit anderen eine neue Nichtregierungsorganisation (NGO) namens “Samar” aufzubauen, die sich vor allem mit der Erforschung und Rettung der lokalen Sprachen beschäftigen wollte. Den Kontakt zu den alten IAM-Kollegen hatte Daniela B. nie abreißen lassen. Als Karen Woo, die britische Ärztin, die vor allem Frauen behandelte, sich auf das “Eye Camp” vorbereitete, brauchte sie eine Frau zum Übersetzen. Daniela B., fließend in Englisch und Dari, war die perfekte Kandidatin. Sie willigte ein mitzukommen. Auf ihre letzte Reise.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Stern, 2010-08-08.]
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Höhere Benutzerfreundlichkeit: ontram jetzt auf Java-Basis
4.8.2010 von Jessica Antosik.
Die Andrä AG hat ihr Online Translation Management Framework ontram auf eine neue technologische Basis gestellt. Im Zuge des Wechsels von Perl auf Java EE (Enterprise Edition) wurden die Werkzeuge zur Administration und Konfiguration optimiert und die Schnittstellen für die Anbindung an externe Systeme erweitert. Zudem ist die neue Version ontram+ nun auch auf den Einsatz in Cloud-Computing-Umgebungen vorbereitet.
ontram+ ist eine Software für das professionelle Übersetzungsmanagement. Die webbasierte Lösung setzt Übersetzungsprozesse inklusive der damit verbundenen Abstimmungs- und Korrekturprozesse um. Denn häufig stellen besonders diese einen großen organisatorischen Aufwand dar. ontram hilft durch eine konfigurierbare Workflow-Engine, diese Abstimmungsprozesse abzubilden und für die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu optimieren.
„Durch den Wechsel von Perl auf Java EE als technologische Plattform erhöhen sich Performance und Skalierbarkeit und es vereinfacht sich die Integration in bestehende IT-Infrastrukturen“, erläutert Vorstand Sven Christian Andrä (Bild) die wesentlichen Vorteile der neuen Version. Auch die Entwicklung neuer Plug-Ins für Standardanwendungen wird durch den Umstieg erleichtert. Bei der Entwicklung berücksichtigte die Andrä AG das Feedback der Anwender, um die Module zur Administration und Konfiguration von Workflows benutzerfreundlicher zu machen. ontram befindet sich bereits bei zahlreichen internationalen Kunden wie Metabo, CLAAS KGaA mbH, Metabowerke GmbH, Daimler AG, Herbstreith & Fox KG, Travian Games GmbH oder auch Raytheon Professional Services.
ontram+ verarbeitet nicht nur Broschüren-, Büro- und Web-Dateiformate, sondern verfügt auch über direkte Schnittstellen zu gängigen Anwendungen in Unternehmen wie ERP-, CMS-, LMS-, PIM- und Redaktions-Systemen. Die Software wird in drei verschiedenen Preismodellen angeboten. So reichen die Kosten von 1.000 Euro für die Nutzung in einzelnen Projekten über ein Mietmodell mit monatlichen Kosten ab 2.000 Euro bis zum Lizenzkauf ab 25.000 Euro.
Der webbasierte Ansatz von ontram ermöglicht kurze Implementierungszeiten und stellt sicher, dass alle Anwender jederzeit auf identische Anwendungen und Inhalte zugreifen. Dank der einfachen Bedienung des Systems entfallen aufwändige und zeitintensive Schulungen.
Bei der Übersetzungsarbeit trennen Filter beim Import von Dokumenten Inhalt von Layout und ermöglichen so eine medienneutrale Bearbeitung. Die Software integriert eine Rechtschreibprüfung für mehr als 30 Sprachen sowie eine Terminologiefunktion, die den konsistenten Umgang mit Fachbegriffen, Markennamen und feststehenden Ausdrücken sicher stellt. Während des Übersetzungsprozesses können Nutzer jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstand im späteren Layout betrachten, um unnötige Korrekturrunden zu vermeiden.
Über die Andrä AG
Die Andrä AG mit Stammsitz im schwäbischen Straubenhardt und Niederlassungen in Berlin, Karlsruhe, Weil im Schönbuch (Stuttgart) und San José (California, USA) wurde 1999 gegründet. Seitdem unterstützt die Andrä AG Unternehmen als unabhängiger Dienstleister und Hersteller hochwertiger Softwareprodukte bei der systematischen Optimierung von Übersetzungs- und Abstimmungsprozessen. ontram, das Online Translation Management Framework der Andrä AG, ist derzeit bei mehr als 2.000 Anwendern im Einsatz, die mit der intuitiv bedienbaren Software jährlich weit über 10.000 Übersetzungsaufträge in sämtlichen Sprachen abwickeln. Durch den vollständig webbasierten Ansatz, offene Schnittstellen und die Integration aller Projektbeteiligten innerhalb eines gemeinsamen Workflows ermöglicht ontram ein effizientes Übersetzungsmanagement und eine Marktabstimmung in Echtzeit.
[Text: Andrä AG. Quelle: Pressemeldung Andrä AG, 29.07.2010. Bild: Andrä AG.]
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Wordfast Anywhere: Online-Übersetzungsprogramm für Jedermann
3.8.2010 von Jessica Antosik.
Es ist wie bei den Autos, die alle Mobilität garantieren. Heute verfügen nahezu alle interaktiven Übersetzungsprogramme über ein breites Spektrum an Funktionen, die für die tägliche Praxis eines Fachübersetzers völlig ausreichen. Man kann damit die übersetzten Sätze in Translation Memories speichern, Terminologie nachschlagen, neue Dokumente analysieren oder Altübersetzungen durch Alignment in ein Memory übernehmen. Unterschiede zwischen den Übersetzungssystemen gibt es bei Spezialfunktionen wie die Wiederverwendung von Wortgruppen oder bei der Integration in andere Applikationen. Diese Unterschiede machen preislich viel aus. Aber muss es immer Kaviar sein?
Das Programm Wordfast gehört zu den Klassikern der Übersetzungsbranche und zählt seit dem Jahr 1999 eine treue Gefolgschaft von ca. 13.000 Übersetzern. Dem Erfinder von Wordfast, Herrn Yves Champollion, und seinem Team ist vor einigen Monaten ein genialer Schachzug gelungen, der die Karten in der Toollandschaft für Übersetzer neu mischt. Das altvertraute Wordfast ist nun als kostenlose webbasierte Version erhältlich. Es verfügt über einen vollen Funktionsumfang (und sogar mehr), kann von jedem beliebigen Rechner über das Internet erreicht werden und bietet private wie auch öffentliche Translation Memories. Damit kann jeder, der professionell übersetzen möchte, vom Urlaubsort, von zu Hause oder in einem Internet-Cafe an seinem Projekt arbeiten. Alles, was er für seine Arbeit benötigt, ist online verfügbar. Die zu übersetzenden Dokumente sind in einem passwortgeschützten Privatbereich eines Webservers gespeichert.
Dies entspricht voll dem Trend, Programme und Daten ins Internet zu verlagern und webbasierte Netzwerke oder Plattformen aufzubauen. Dieser Trend verbirgt sich hinter Stichwörtern wie Web 2.0-Technologien oder Cloud Computing. Sicherheit vorausgesetzt bringt dieser Ansatz natürlich viele Vorteile: Die Software ist immer auf dem neuesten Stand und verfügbar. Man kann von vielen Standorten arbeiten und virtuelle Arbeitsgemeinschaften sind leichter zu organisieren.
Was leistet Wordfast Anywhere eigentlich? Das Programm erreicht man über den Link: www.wordfast.net. Wordfast Anywhere unterstützt verschiedene Formate: Textdateien, xml-basierte zweisprachige Dateien (TMXL), Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, Frame-Maker- (MIF), InDesign- (INX) und PDF-Dateien. Texte kann man laden oder über die Zwischenablage einfügen. Einmal geladen, lassen sich diese Dateien zuerst analysieren. Die Statistik entspricht dem von allen gängigen Übersetzungsprogrammen gelieferten Format, mit Wiederholungen, Fuzzy-Matches und neuen Texten. Damit lassen sich sowohl Arbeitsaufwand als auch Übersetzungskosten ermitteln.
Das Translation Memory kann man entweder privat (”confidential”) oder öffentlich (”public”) nutzen. Aus Datenschutzgründen empfiehlt es sich natürlich, für kommerzielle Aufträge ein privates Translation Memory anzulegen. Ein solches Memory kann man allerdings mit namentlich bekannten Teilnehmern teilen, was für die Arbeit an Projekten sehr nützlich sein kann. Ähnliches gilt auch für Wörterbücher. Aus dem öffentlichen Translation Memory können Übersetzungsvorschläge kommen. Diese kann man mit einem Punktabzug versehen, damit der Übersetzer sie als Fuzzy-Match vor der Übernahme in den Text genauer prüft. Das öffentliche Memory ist auch als Nachschlagewerk über eine Konkordanzfunktion jederzeit abfragbar. Auch Wörterbücher kann man öffentlich oder privat nutzen. Sie sind benennungsorientiert und haben ein einfaches Format: Ausgangswort und Übersetzung. Für den aktiv zu übersetzenden Satz erscheinen die Vorschläge aus dem Wörterbuch im rechten oberen Teil des Übersetzungsfensters.
Das Übersetzungsfenster wird den meisten Wordfast- oder Trados-Übersetzern aus den ersten Stunden vertraut vorkommen. Nach Öffnung des Segments schreibt der Übersetzer seine Übersetzung in ein Feld unterhalb des Ausgangssatzes.
Und wenn Translation Memories keinen Vorschlag für den zu übersetzenden Satz haben? Dann kommt bei entsprechender Aktivierung ein Vorschlag des maschinellen Übersetzungsprogramms Google translate.
Nach Abschluss der Arbeit kann man den übersetzten Text exportieren. Alternativ lässt sich auch der Inhalt des Übersetzungsfensters in die Zwischenablage kopieren und als ungecleante Datei in ein Word-Dokument einfügen. Das Translation Memory ist in ein bilinguales Format TXML exportierbar. Mit wenigen Änderungsschritten kann man dieses Memory in den meisten anderen Übersetzungsprogrammen übernehmen.
Somit bietet Wordfast Anywhere zum Nulltarif ein Rundum-Paket, mit dem nicht nur gelegentliche, sondern auch berufstätige Übersetzer arbeiten können. Das Programm ist bereits sehr stabil und wird weiterentwickelt. Es ist eine ernst zu nehmende kostenlose Alternative zu den bekannten kommerziellen Programmen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2010, mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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EU wirbt um deutschsprachige Übersetzer
2.8.2010 von Jessica Antosik.
Wie schon am 21. Juli berichtet wurde, sucht die Europäische Union dringend deutschsprachige Übersetzer für den weltweit größten Übersetzungsdienst. Derzeit sind in Brüssel 33 Stellen vakant. Vorausgesetzt werden natürlich perfekte Deutschkenntnisse sowie sprachliche Kreativität, denn oftmals müssen Worte beschrieben oder gar neu erfunden werden.
Die EU startete vor einiger Zeit einen Aufruf mit dem provokanten Titel: „Deutsch - vom Aussterben bedroht?“ Andrea Dahmen, Referatsleiterin bei der EU, sieht jedoch kein besorgniserregendes Nachwuchsproblem für die deutsche Sprache, da es mittlerweile immer mehr Übersetzer-Studiengänge in Deutschland gibt.
Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise werden insbesondere Spezialisten aus dem Bereich Wirtschaft und Finanzen gesucht. Das Einstiegsgehalt beläuft sich auf 4200 Euro (netto). Das überschreitet natürlich den Standard in diesem Beruf. Bereits im 18. Jahrhundert wurde den Übersetzern allerdings vorgeworfen, sie verdienen zu viel. Lessing sagte Folgendes: „Unsere Übersetzer verstehen selten die Sprache; sie wollen sie erst verstehen (lernen); sie übersetzen, [um] sich zu üben, und sind klug genug, sich ihre Übungen bezahlen zu lassen.“
Vor dem Hintergrund, dass Übersetzer über alle möglichen Themen übersetzen müssen, von Energieverfahrenstechnik über Tiermedizin bis hin zur Reinigung der Kanalisation, sei die Frage, ob es der Wahrheit entspricht, was Lessing seinerzeit gesagt hat, mal dahin gestellt.
Zu diesem Thema hat u.a. der Soester Anzeiger einen längeren Artikel veröffentlicht.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: Soester Anzeiger, 02.08.2010. Bild: EU.]
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