Ramsauers Kampf gegen Anglizismen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will Anglizismen aus der deutschen Sprache bzw. aus seinem Ministerium verbannen. Der CSU-Politiker setzt sich für die Rückübersetzung von Anglizismen in die deutsche Sprache ein. Seit einigen Monaten werden die englischen Begriffe nicht mehr verwendet. Inzwischen ist seine Verdeutschungsliste auf über 100 Wörter angewachsen. Nun eine kleine Auswahl aus der Liste:

  • „Laptop“ – „Klapprechner“
  • „Tickets“ – „Fahrscheine“
  • „Flipcharts“ – „Tafelschreibblock“
  • „Car-Sharing“ – „Gemeinschaftsauto“
  • „Gigaliner“ – „Lang-LKW“
  • „Highway Hero“ – „Held der Straße“
  • „Travel Management“ – „Reisestelle“
  • „Task Forces“ – „Projektgruppen“
  • „Inhouse Meetings“ – „Hauseigene Seminare“
  • „Advisory Board“ – „Beirat“
  • „Beamer“ – „Datenprojektor“
  • „Deadline“ – „Abgabetermin“

Nach Ramsauer schließe die Verwendung von Anglizismen große Teile der Bevölkerung aus. Das Problem beim Denglischen liegt meist nicht in den Kenntnissen der deutschen, sondern vielmehr in denen der englischen Sprache. Die eigentliche Bedeutung des Wortes „body bag“ zum Beispiel ist nicht „Tragetasche“, sondern „Leichensack“. Briten kennen das „public viewing“ gar nicht, in den USA steht es für die öffentliche Aufbahrung verstorbener Berühmtheiten. Zu vermeiden sind zwanghafte Eindeutschungen wie beispielsweise „Auslegware“ für „Teppichboden“ und „Brettsegeln“ für „Surfen“ in der ehemaligen DDR.
„Dem Volk aufs Maul geschaut! Und schon weiß ich, was die Nöte, Sorgen und Probleme der Menschen sind. Und vor allen Dingen, was ich zu tun habe, um Abhilfe zu schaffen.“, so Ramsauer.

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat die Initiative des Ministers ausdrücklich begrüßt. Seit 1997 sucht der VDS nach deutschen Entsprechungen für englische Begriffe in der deutschen Sprache. Nachfolgend einige Beispiele:

  • „Abtaster“ für „Scanner“
  • „Käsehamburger“ „Cheeseburger“
  • „Röstbrot“ für „Toast“
  • „rollen“ für „scrollen“
  • „blitzbloggen“ für „twittern“

Doch der Politiker hat noch viel vor sich, denn v.a. im Bahnhof bzw. bei der Deutschen Bahn ist noch viel zu tun. So müsste der „Service Point“ in „Informationsstelle“ zurückgetauft werden, aus „call a bike“ könnte „Fahrradvermietung“ und
auch „Rail & fly“ umbenannt werden.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: spiegel.de, welt.de, stern.de, jungefreiheit.de, de.news.yahoo.com, 12/2010.]

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