Kein sorbischer Ortsname ohne deutsche Übersetzung

Die Lausitz ist eine Region in Deutschland und Polen. Sie erstreckt sich über den Süden Brandenburgs, den Osten des Sachsen sowie über Teile der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus. Die Lausitz gliedert sich von Nord nach Süd in Niederlausitz, Oberlausitz und Lausitzer Gebirge.

Die während der Völkerwanderung in die Lausitz eingewanderten germanischen Hermunduren vermischten sich mit den neu hinzukommenden Sorben, die die freiwerdenden Gebiete besiedelten. Durch Rodungen um 1100 vergrößerten die sorbischen Bauern die Anbaufläche. Oftmals vermischte sich die Bevölkerung, was das jetzige Siedlungsbild prägt. Es wurden Orte wie Hoyerswerda, Spremberg und Weißwasser gegründet, die heute zum Teil offiziell zweisprachig sind.

In der Region gibt es zahlreiche sorbische Kultureinrichtungen sowie Schulen.
Auch die sorbischen Sprachen sind noch heute in der Lausitz präsent. Bei den westslawischen Sprachen unterscheidet man zwischen Obersorbisch (in der Oberlausitz) und Niedersorbisch (in der Niederlausitz). Insgesamt leben in Deutschland heute schätzungsweise etwa 60.000 Sorben, davon rund 40.000 in Sachsen und 20.000 in Brandenburg. Damit stellen die sorbischen Sprachen nach dem Dänischen und vor dem Friesischen die zweitgrößte Minderheitensprache Deutschlands dar. Die Zahl der aktiven Sprecher ist vermutlich viel geringer. Das Niedersorbische gilt als vom Aussterben bedroht. Hochrechnungen zufolge sprechen etwa 7.000 Menschen aktiv Niedersorbisch. Beim Obersorbischen beläuft sich die Zahl auf fast das Doppelte.

Es gibt sehr viele zweisprachige Straßen- und Ortsschilder. Nach der geplanten Fusion der beiden Orte Panschwitz-Kuckau und Crostwitz am 1. Juli dieses Jahres sollte die neue Gemeinde „Serbski kraj“ heißen. Übersetzt bedeutet dies „Sorbisches Land“. Die deutsche Übersetzung sollte jedoch nicht offiziell Namensbestandteil werden. Anfang der Woche wurde dieser Vorschlag von einer Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten der beiden Orte allerdings abgelehnt, so Alfons Rycer vom Verwaltungsverband „Am Klosterwasser“. Somit wird man in Sachsen keinen sorbischen Ortsnamen ohne deutsche Übersetzung finden. Dies war bisher auch üblich. „Serbski kraj“ sei weder der sorbischen noch der deutschen Bevölkerung zu vermitteln. Die Gemeinderäte müssen dementsprechend einen neuen Namen für die vereinigte Gemeinde suchen, der anschließend von der Namenskommission des Sächsischen Hauptstaatsarchivs bestätigt werden muss. Ein Doppelname sollte jedoch vermieden werden sowie Namen mit mehr als 16 Buchstaben. Ältere Gemeinden wie beispielsweise Morgenröthe-Rautenkranz bleiben davon jedoch unberührt.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: www.mdr.de, 27.01.2011; www.wikipedia.de. Bilder: www.wikipedia.de.]

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