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Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen – Angebotsvergleich bei Übersetzungen
Dieser Eintrag stammt von Jessica Antosik Am 25.2.2011 @ 11:47 In Übersetzen | Kommentarfunktion deaktiviert
Die Redewendung “Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen” ist eine allseits bekannte Weisheit. Wenn es um Übersetzungsprojekte geht, gilt sie umso mehr, denn Angebotsinhalte sind oft sehr unterschiedlich. Viele schauen auf den Endpreis und wissen nicht, welche Leistungen sie eigentlich dafür erhalten. Während im Supermarkt solche Zustände längst abgeschafft sind und Produktpreise vergleichbar gemacht wurden, stehen wir in der Übersetzungsbranche noch am Anfang. Wer gelegentlich eine Übersetzung zu vergeben hat, spürt die Folgen von Unachtsamkeiten bei Angebotsvergleichen nicht stark. Anders verhält es sich bei Firmen, die in regelmäßigen Abständen Übersetzungen ausschreiben und an den günstigsten Anbieter vergeben.
Welche sind diese einzelnen Leistungen, die zu einem Übersetzungsprojekt gehören? Wenn darüber Klarheit herrscht, lässt sich eine einheitliche Anfrageschablone erstellen, mit der ein wirklicher Vergleich möglich ist. Je langfristiger der Bedarf, desto wichtiger werden erst zweitrangig erscheinende Faktoren wie ein Qualitätssystem nach der DIN EN 15038 Norm oder die Pflege von Translation Memories.
Im Wesentlichen besteht ein Übersetzungsprojekt aus folgenden Aufgaben:
All diese Aufgaben sind mit Arbeit verbunden und so oder so muss sich diese Arbeit im Preis wieder finden, denn niemand arbeitet umsonst. Niedrige Preise bedeuten oft, dass die eine oder andere Tätigkeit gekürzt wird oder gar nicht erfolgt, wie es meistens bei qualitätssichernden Maßnahmen der Fall ist. Manche Anbieter detaillieren einzelne Positionen ihrer Angebote (z. B. Übersetzung, Layout und Projektmanagement), andere nennen einen Pauschalpreis und weitere einen Einheitspreis (Wort oder übersetzte Zeile) mit oder ohne Abstufung für Wiederholungen und Fuzzy Matches.
Für einen echten Vergleich ist es also sinnvoll, eine Anfrageschablone zu erstellen, die vergleichbare Positionen enthält. Wie detailliert alles sein soll, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist es zu definieren, was über die reine Übersetzungsleistung hinaus noch in der Endleistung enthalten sein soll. Man könnte z. B. festlegen, dass man einen Wortpreis für die Übersetzung haben möchte, der alle Leistungen gemäß DIN EN 15038 (sprich Qualitätssicherung des vollständigen Textes nach dem 4-Augen-Prinzip und Datenpflege) einschließlich Projektmanagement enthält, und einen Preis pro Druckseite für das Layout. Das Angebot soll dann Einheitspreis und Mengen (eventuell abgestuft nach Wiederholungskategorie) aufnehmen. Damit lassen sich Äpfel und Äpfel vergleichen und somit das optimale Ergebnis für das Unternehmen erzielen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 1/11. Bild: © HAKOpromotion - Fotolia.com.]
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