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Archive für Juni 2011

Marc-Oliver Frisch: “Kein Mensch bei klarem Verstand will Comic-Übersetzer werden”

The Walking DeadMarc-Oliver Frisch studiert in Saarbrücken Amerikanistik. Und er übersetzt Comics ins Deutsche, darunter der Zombie-Reißer The Walking Dead und der Dioxin-Krimi Chew.“ So beginnt ein Interview der Website Fudder.de mit dem Nachwuchsübersetzer.

Auf die Frage, was er jemandem raten würde, der Comic-Übersetzer werden wolle, antwortet Frisch:

Er oder sie sollte sich ‘nen anständigen Job suchen. (lacht) […] Aber im Ernst: Kein Mensch bei klarem Verstand will Comic-Übersetzer werden. Und wenn doch, sollte man sich erst mal auf was Ordentliches spezialisieren, wie zum Beispiel Staubsaugerbetriebsanleitungen, und dann auf seine Chance warten. Ich wüsste nicht, wie man so was karrieremäßig planen sollte. Es gibt zwar sicher Leute, die davon leben können, aber viele sind das nicht.

Seine Arbeitsweise beim Übersetzen von Comics beschreibt Marc-Oliver Frisch wie folgt:

Zunächst gehe ich ganz banal den Comic Seite für Seite durch und schreibe die Übersetzung in ein Dokument. Das wird dann entsprechend formatiert und an Frauke, meine Lektorin, geschickt. Die liest dann den Text, macht Korrekturen und Änderungsvorschläge und schickt das Ganze an mich zurück. Dann streiten wir uns über ein paar der Änderungen lange und ausgiebig, bis wir uns auf eine Fassung einigen oder einer keine Lust mehr hat, und danach schicken wir das Resultat an Filip, unseren Redakteur bei Cross Cult. Filip kümmert sich dann ums Lettering und schickt uns vor Druck nochmal ein PDF des fertigen Comics, den wir dann nochmal beide durchchecken. Und dann geht’s in den Druck.

Das vollständige Interview können Sie auf der Website Fudder.de lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Fudder.de, 2011-06-10. Bild: cross-cult.de.]

SDI München: Grußworte zum Umzug nach Obersendling

SDI MünchenBei der Eröffnung des neuen Campus des SDI München überbrachten Festredner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Grußworte und näherten sich aus verschiedenen Perspektiven dem Institut und seiner Geschichte:

„Odysseus brauchte 20 Jahre, um seine neue Heimat zu finden. Wir haben 40 Jahre gebraucht.“

Den Auftakt machte Dr. Erich Schosser, MdL a.D. und Ehrensenator der Hochschule für Angewandte Sprachen sowie Kurator des Sprachen & Dolmetscher Instituts München. Schosser erinnerte an die zwanzigjährige Irrfahrt des Odysseus – „wir haben 40 Jahre gebraucht, wir haben zwar nicht mit Ungeheuern gekämpft, sondern lediglich mit der öffentlichen Hand und dabei Unglaubliches erlebt.“ Schosser erinnerte in seiner Rede an Beamte, die ihrem eigenen Minister widersprachen, um die Anträge des SDI München zu bearbeiten und auf den Weg zu bringen. Schosser erinnerte daran, dass einen bedeutenden Beitrag zum jetzigen Hochschulstatus des SDI der damalige Kultusminister Hans Zehetmair leistete, dem der Ausbau der Fachhochschulen in seiner Amtszeit ein großes Anliegen war. „Es ist ein großer Tag“, so Schosser zum Abschluss, „wir sind angekommen. Wir werden weiter ringen, denn ich bin Kurator des SDI. Also einer, der sich von Amts wegen kümmert.“

„Nachnutzung des Siemens-Standortes durch Bildungsträger ist ein Gewinn für den Standort“

Hans Bauer vom Bezirksausschuss Sendling überbrachte das Grußwort aus Standort-Sicht. Er begrüßt die Nachnutzung des früheren industriellen Siemens-Standortes in dieser Form. „Nachnutzung ist wichtig für einen Stadtteil wie den unseren. Die alten Industriebrachen weichen Bildungsträgern und Wohnungsbau für Studierende. Wir unterstützen die Anliegen unserer neuen Nachnutzer in allen Belangen und heißen Sie herzlich willkommen hier in Obersendling.“

„Sprachkundige Mitarbeiter und Fachkräfte sind Erfolgsfaktoren für das Exportgeschäft“

Frank Dollendorf, Kurator des SDI München und Leiter der Abteilung Außenwirtschaft der IHK für München und Oberbayern, betonte die „langjährige gute Beziehung“ zwischen SDI und IHK. Vor 57 Jahren wurde der damalige IHK Hauptgeschäftsführer Frenzel Mitglied im Kuratorium des SDI München. Dollendorf betonte die Wichtigkeit von sprachkundigen Fachkräften und Mitarbeitern für die bayerische Wirtschaft: „Die internationale Ausrichtung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die bayerische Wirtschaft. Rund 145 Mrd. Euro wurden ins Ausland verkauft – made in Bavaria ist ein Wachstumsmarkt. Die wichtigsten Exportmärkte Bayerns sind USA, China und Österreich. Die Grundlagen für jedes Geschäft im Ausland sind qualifizierte und sprachkundige Mitarbeiter. Wir sprechen heute schon von einem Fachkräftemangel, doch der demographische Wandel bringt uns ab 2020 zu neuen Herausforderungen. Dann werden uns, so die Prognosen, rund 620.000 Fachkräfte allein in Bayern fehlen. Eine große Chance für das SDI und seine Schüler und Studierenden.“ Dollendorf schloss sein Grußwort mit einer chinesischen Redewendung: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen. Das SDI ist eine äußerst leistungsfähige Windmühle.“

„Die neuen Räume sind die Erfüllung vieler Träume vergangener Jahrzehnte“

Günther HaenschProf. em. Dr. Günther Haensch (Bild), Gründungsmitglied des SDI und ehemaliger Direktor des SDI München von 1967 – 1969, warf einen weiten Blick zurück in das Gründungsjahr des SDI und berichtete als Zeitzeuge von den damaligen Herausforderungen: „Keine Räume, keine Gelder, keine Studenten, aber viel Idealismus. Es war ein Abenteuer, dieses Institut zu gründen, doch wir wollten ein Dolmetscherinstitut gründen, das sich deutlich von den damaligen Sprachenschulen abhob. Und dazu brauchte es eine Gallionsfigur als Direktor. Dafür reiste ich nach Genf, um sie zu gewinnen.“ Die Genf-Reise war ein voller Erfolg und damit ein prestigeträchtiger Auftakt für den ersten Auftritt des SDI in der Öffentlichkeit: Prof. Dr. Antoine Vellemann wurde als erster Direktor des SDI München berufen. Vellemann war Professor für spanische Sprache und Literatur an der Universität Genf, Gründer des berühmten Dolmetscherinstituts in Genf und einer der besten Übersetzer und bedeutendsten Konferenzdolmetscher in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Er arbeitete u.a. für die Internationale Arbeiterorganisation, für den Völkerbund, beim Internationalen Gerichtshof und eine Reihe weiterer internationaler Institutionen und Konferenzen. „Seiner Erfahrung und seinem Prestige“, so Professor Haensch in seiner Festrede, „hat das SDI München viel zu verdanken.“ Nach einem kurzen Einblick in die räumlichen Herausforderungen im Laufe der Jahrzehnte resümiert der ehemalige Direktor des SDI mit einem zufriedenen Seufzer: „Die neuen Räume sind die Erfüllung vieler Träume vergangener Jahrzehnte. Wir haben heute die Räume, von denen wir seit der Gründung geträumt hatten. Viel Glück!“

„Der neue Campus SDI – Vivat, crescat, floreat“

Prof. h.c. Dr. Ulrich Daum, Direktor des SDI München von 1993 – 2000, warf einen Blick zurück in die Geschichte des Instituts und wusste von den Leistungen seines Vorredners zu berichten. Packende Vorlesungen zu aktuellen Zeitfragen gehörten immer dazu. Daum selbst war über 40 Jahre Dozent am SDI und unterrichtete deutsche und spanische Rechtssprache, nachdem er neben seinem Jura-Studium noch am SDI Spanisch lernte und seine Liebe zur Sprache wuchs. Als Direktor des SDI München wurden in seiner Amtszeit der Alumniclub gegründet, das Sprachprogramm am Abend aufgesetzt und die SDI-Hymne erfunden. Stolz blickte er im Audimax in die Gästeschar und auf seinen Nachfolger Professor Felix Mayer, der dem SDI eine neue Heimat bescherte. Er beendete seine Festrede mit dem akademischen Trinkspruch: „Vivat, crescat, floreat.“

“Grußwort cannot be translated into English.”

Frank Gillard, Direktor und Schulleiter des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde in Erlangen, überbrachte seine besten Wünsche und Grüße im Namen aller bayerischen Fachakademien nach Obersendling. In fließendem Englisch berichtete er von seinen Gesprächen und Treffen mit Direktor Felix Mayer, der ihn über das Suchen und Finden eines geeigneten Objekts für das SDI auf dem Laufenden hielt – stets bei einer guten Tasse Kaffee und nicht - wie gehofft - bei einer guten Tasse „English Tea“. Gillard war sich sicher, dass sich das interkulturelle Flair des SDI zeitnah in Obersendling ausbreiten wird und sich in Form von diversen kulinarischen Stationen (von italienischer Trattoria bis chinesischem Wok to go) niederschlagen und etablieren wird.

„Wir danken fürs Brückenbauen zwischen den Völkern und Kulturen und den Zeiten und Generationen.“

Der weitgereisteste Gast war Rektor Prof. Dr. Oleg Inshakov von der Partner-Universität in Wolgograd, der von David Drevs, Konferenzdolmetscher und Dozent am SDI, gedolmetscht wurde. Der Rektor ließ es sich nicht nehmen, rund 2.400 Kilometer Luftlinie zu reisen, um dem SDI München seinen Dank und seine besten Wünsche persönlich auf Russisch zu überbringen. Die Universität in Wolgograd wurde 1980 gegründet und ist die jüngste Universität Russlands. Rektor Oleg Inshakov berichtete u.a. von seinem ersten Besuch am SDI vor 22 Jahren und wie viele wertvolle Impulse er damals bei seinem dreimonatigen Aufenthalt mitgenommen hatte. „Als wir damals nach Gründung unserer Universität auf der Suche nach Partnern waren, war das Treffen mit dem SDI der Wendepunkt“ so der russische Ehrengast. „Dem SDI verdanken wir Fortschritte, technische und didaktische Methoden und die Art und Weise, wie wir Lehrinhalte vermitteln. Dafür möchten wir danken. Wir freuen uns mit Ihnen, dass das SDI neue Räume hat und alle zur Ruhe kommen. Danke für unsere Partnerschaft! Danke fürs Brückenbauen zwischen den Völkern und Kulturen und auch den Zeiten und Generationen“. Die Rede des russischen Direktors erfreute das SDI-Leitungsgremium und die Gäste gleichermaßen, denn der Klang der russischen Sprache und die hervorragende Übersetzung des Simultandolmetschers illustrierten lebendig, welch wertvollen Beitrag sprachkundige Fachkräfte leisten.

„Sie machen Sprachen zum Beruf. Sprache ist die Kleidung der Gedanken und die Basis demokratischen Handelns.“

Karl-Heinz Keil, Leiter des Referats „Politisches Management und Kommunikation, Medien und Innovation“ bei der Hanns-Seidl-Stiftung, München überbrachte in seinem Grußwort die besten Wünsche des ehemaligen Kultusministers Hans Zehetmair und betonte die Wichtigkeit der Sprachen in einer globalisierten Welt. „Sie machen Sprachen zum Beruf und haben einen wichtigen Auftrag, auch politisch betrachtet. Viele Entwicklungsprojekte sind ohne Dolmetscher gar nicht denkbar. Für uns ist Sprache die Kleidung der Gedanken und die Basis demokratischen Handelns.“ Die Hanns-Seidl-Stiftung kooperiert mit dem SDI München seit vielen Jahren im Seminarbereich, u.a. mit Seminaren in Wildbad Kreuth. Keil schloss seine Rede mit dem Gedanken, dass „Bildung in einer globalisierten Welt entartet von Zeit und Raum zu sein scheint. Ich bin der Meinung, Bildung braucht einen Raum, ja eine Heimat. Sie haben hier eine neue Heimat gefunden – ich wünsche Ihnen, dass Sie hier schnell heimisch werden.“ Und schloss seine Rede mit einem illustren Zitat des Königs von Spanien, Karl V: „Spanisch rede ich mit Gott, Italienisch mit den Frauen, Französisch mit den Herren und Deutsch mit meinem Pferd.“

„Neuer Standort, neues Haus, neue Energie – und unser neues Wir-Gefühl.“

Till Eisenlohr und Peter Randa, Vertreter der Studierenden des SDI München, sprachen im Namen von 1.100 SDI-Studenten über ihre neue Heimat. „Neuer Standort, neues Haus, neue Energie. Man soll ja nicht schlecht über Tote (= die Amalienstraße) reden, doch wir müssen es so sagen: Die neuen Räume bieten nur Vorteile. Alles ist an einem Platz, neu eingerichtet und mit modernster Technik versehen. Und unser Campus liefert endlich echtes Uniflair. Das hatten wir bis dato so nicht. Und wir freuen uns, dass wir Obersendling als Viertel entscheidend mitprägen können.“ So Till Eisenlohr auf dem Rednerpult. Sein Kollege Peter Randa fügte hinzu: „Von den Umzugsturbulenzen selbst haben wir nichts mitbekommen. Wir sind aus dem Wintersemester gegangen (in der Amalienstraße) und haben das Sommersemester in Obersendling begonnen. Keine Umzugsschäden erlitten. Das Schönste daran: Auf einmal haben wir ein WIR-Gefühl auf unserem Campus. Wir wissen, wir gehören zusammen. Und wir sagen Danke, dass wir nun optimale Lernbedingungen haben und freuen uns, den Campus mit Leben zu füllen.“

„Das SDI ist ein Segelschiff, das sich gut gerüstet über die Gewässer des Bildungsmeeres bewegt.“
Prof. Dr. Peter Weber, Vizepräsident der Hochschule für Angewandte Sprachen in München und mit seiner 3,5-jährigen Zugehörigkeit zum SDI-Leitungsgremium der „Jungspund im Bunde“, führte die unternehmerische Erfolgsgeschichte des SDI und die aktuellen Herausforderungen in der Sprachenausbildung und der Vermittlung von Sprachkompetenz aus, die stets den Werteentwicklungen der Gesellschaft ausgesetzt sind und sich darauf einstellen müssen. In seiner Rede sprach Professor Weber vom „Segelschiff SDI“, das je nach Wetterbedingungen und Segelkurs entsprechend erneuert und ausgebaut wurde. Auch die Segelcrew, die SDI-Mannschaft, bildet sich weiter und fort und wird je nach Kurs und geplantem Törn um die notwendigen Besatzungsmitglieder erweitert. Der Vizepräsident ist sicher, dass das SDI-Schiff gut gerüstet ist für den Fall einer Piraterie auf dem Bildungssee. „Plündern und kapern wird nicht gelingen, wir sind stets hart am Wind und erweitern unser Leistungsangebot kontinuierlich und orientieren uns dabei an der Nachfrage vom Markt.“

In welcher Form das SDI auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt, zeigte Professor Weber anhand des Sponsoring-Engagements auf. „Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und sehen es als Verpflichtung, auch in diesem Bereich aktiv zu sein. CSR (Corporate Social Responsibility) ist für uns programmatisch und kein Schlagwort. Ob sich unser Engagement künftig in Form einer Stiftung realisieren lässt, wird sich zeigen. Kommunikation spielt auch im Sport eine wichtige Rollen und wir freuen uns, nun auf der Bühne eine Vertreterin unseres jüngsten Sponsoring-Engagements zu begrüßen: Frau Barbara Thiel von équipe vélo, übrigens auch eine Absolventin des SDI“.

„Sprache und Radfahren haben einiges gemeinsam.“

Zum Abschluss des Festaktes kam Barbara Thiel, die Vorsitzendes des Radvereins „équipe vélo Oberland e.V.“ und aktive Konferenzdolmetscherin, ans Rednerpult, nicht nur, um sich für das SDI-Engagement zu bedanken. Die ehemalige Absolventin des SDI wies darauf hin, dass körperliche und geistige Fitness nicht voneinander zu trennen sind und zeigte die vielen Gemeinsamkeiten von Dolmetschen und Radfahren auf. U.a. die weitverbreitete Meinung „Radfahren kann jeder. Sprache auch.“ „Gemeinsamkeiten von Dolmetschen und Radfahren“, so Thiel, „sind beispielsweise die schnellen Reaktionen, die schnelle Auffassungsgabe und Wahrnehmung, die hohe Konzentration, die lange gehalten werden muss, und das Teamwork, auf die Radteams und Dolmetscher in ihrem Tun angewiesen sind.“

Erst reden, dann feiern

Im Anschluss an den Festakt im Audimax lud Direktor Mayer alle Gäste zu einem bunten Buffet mit Culinaria aus allen Ländern, deren Sprachen am SDI gelehrt werden, sowie zu Führungen durchs Haus und den neuen Campus ein. Obersendling hieß das SDI und seine Gäste herzlich willkommen – mit bayrisch-blauem Festtagshimmel, strahlendem Sonnenschein und SDI-Studierenden, die in Organisation und Koordination des Festaktes aktiv waren und für den reibungslosen Ablauf im Hintergrund sorgten.

Mehr zum Thema
2011-06-11: SDI München: Ein Blick zurück auf 59 Jahre Übersetzerausbildung in Bayern
2011-06-06: SDI München: Feierliche Neueröffnung nach Umzug

[Text: SDI München. Quelle: SDI München. Bild: SDI München.]

C.H.Beck-Übersetzerpreis 2011 für Martin Pfeiffer

Martin Pfeiffer erhält für die Übersetzung des Buches Du Jane, ich Goethe. Eine Geschichte der Sprache von Guy Deutscher den C.H.Beck-Übersetzerpreis, womit zugleich das bisherige übersetzerische Werk des Preisträgers gewürdigt wird.

Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen: “Guy Deutschers mitreißendes Buch zeigt, wie sich die Vielfalt der sprachlichen Möglichkeiten historisch entwickeln konnte. An Beispielen aus mehr als 50 Sprachen wird dies exakt und witzig veranschaulicht. Martin Pfeiffer ist es gelungen, die ursprünglich für ein englischsprachiges Publikum gedachte Darstellung kongenial ins Deutsche zu übertragen. Mit Könnerschaft und Einfallsreichtum hält er dabei die Balance zwischen wissenschaftlicher Akribie und darstellerischer Leichtigkeit.”

Derzeit setzt sich die Jury aus Prof. Dr. Hendrik Birus, Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Erika Greber, Dr. Paul Ingendaay, Prof. Dr. Ulrich Raulff und Dr. Ute Stempel zusammen.

Bereits zum siebten Mal wurde der Übersetzerpreis des Verlags C.H.Beck verliehen, der alle zwei Jahre Übersetzungen aus dem Bereich der wissenschaftlichen Literatur, des anspruchsvollen Sachbuchs oder der Essayistik auszeichnet und mit 10.000 Euro dotiert ist. Die Übersetzung des Werks muss in den drei Jahren vor der Vergabe in einem deutschsprachigen Verlag erschienen sowie zum Zeitpunkt der Preisverleihung lieferbar sein.

Zu den bisherigen Preisträgern des C.H.Beck-Übersetzerpreises zählen folgende Persönlichkeiten:
Josef Winiger (1999), Grete Osterwald (2001), Stefan Lorenzer (2001), Waltraud Götting (2003), Ruth Keen (2005), Susanne Hornfeck (2007) und Christa Krüger (2009).

[Text: Jessica Antosik. Quelle: chbeck.de, 15.06.2011. Bild: AQ (Wikipedia).]

2. Internationale Fachkonferenz “Übersetzen in die Zukunft”

Nach dem Erfolg der ersten Konferenz “Übersetzen in die Zukunft”, die im September 2009 in Berlin mit rund 1.600 Teilnehmern aus über 40 Ländern stattfand, veranstaltet der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) im September 2012 erneut eine dreitägige internationale Konferenz zum Thema “Dolmetscher und Übersetzer: Experten für internationale Fachkommunikation”.

Vorträge, Workshops, Kurzseminare, eine Fachmesse sowie eine Netzwerk- und Stellenbörse sollen Auftraggeber, Behörden, Hochschullehrer, Anbieter von Softwarewerkzeugen, Studierende und professionelle Sprachmittler einander näherbringen.

Dolmetschen und Übersetzen sind heute mehr denn je Expertentätigkeiten. Die zunehmende Ausdifferenzierung von Fachgebieten, Branchen und den zugehörigen Fachsprachen verlangt von Sprachmittlern zudem eine immer tiefere Einarbeitung in den fachlichen Gegenstand der zu übersetzenden Texte bzw. in die zu dolmetschenden Inhalte. Preisdruck, Termindruck und steigende Qualitätsanforderungen treiben ebenfalls zu fachlicher Spezialisierung: Übersetzer, die mit dem bearbeiteten Fachgebiet, der betroffenen Branche, ihrer Fachsprache und Terminologie sowie ihren Gepflogenheiten vertraut sind, können mit vertretbarem Arbeitszeiteinsatz hochwertige Übersetzungen liefern und werden von Auftraggebern eher als Partner “auf Augenhöhe” wahrgenommen.

Der BDÜ veranstaltet vom 28.–30. September 2012 eine internationale Konferenz im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, um die sprachmittelnden Berufe als Expertenberufe ins Rampenlicht zu setzen und die in unterschiedlichen Spezialisierungen zu meisternden Herausforderungen zu beleuchten.

Vorträge und Diskussionen werden simultan in die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch gedolmetscht. In Kurzseminaren und Workshops können sich Sprachmittler in verschiedenen Spezialisierungen weiterbilden, ihr Wissen auf den neuesten Stand bringen oder sich im Hinblick auf eine eventuell beabsichtigte Spezialisierung orientieren.

Auf der begleitenden Fachmesse können sich die Besucher über die neuesten Nachschlagewerke, Werkzeuge zum Informationsmanagement, Translation-Memory-Systeme und Dienstleistungsangebote für Übersetzer und Dolmetscher informieren. Im Rahmen einer Netzwerk- und Stellenbörse können sich Interessierte namhaften Unternehmen/Institutionen vorstellen und direkte Kontakte mit potenziellen Arbeit-/Auftraggebern sowie mit Kollegen gleicher oder ergänzender Spezialisierung knüpfen.

Experten aus den Bereichen Übersetzen und Dolmetschen sowie aus den unten genannten Fachgebieten/Branchen sind eingeladen, bis zum 31. Oktober 2011 Vorschläge für Vorträge, Kurzseminare oder Workshops zu folgenden Themenfeldern einzureichen:

  • Dolmetscher und Übersetzer als Experten – Fachübergreifende Querschnittsthemen (z.B. Vor- und Nachteile einer Aufstellung als Spezialist/Generalist, Terminologiearbeit, interkulturelle Kompetenzen, Wissensmanagement, neue Werkzeuge und Technologien, Normierung/Qualitätsstandards, Projektmanagement, Selbstmarketing als Experte)
  • Übersetzen technischer Dokumentation
  • Übersetzen im IT-Bereich, Softwarelokalisierung
  • Übersetzen und Dolmetschen im medizinischen und pharmazeutischen Bereich
  • Übersetzen und Dolmetschen im juristischen Bereich
  • Übersetzen und Dolmetschen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen
  • Übersetzen und Dolmetschen in Wissenschaft und Forschung
  • Übersetzen und Dolmetschen in der Politik
  • Übersetzen und Dolmetschen im Kultur- und Medienbereich
  • Übersetzen und Dolmetschen in den Bereichen Werbung, Marketing und PR
  • Public Service Interpreting
  • Patentübersetzen
  • Literaturübersetzen/Übersetzen von Sach- und Fachbüchern

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.uebersetzen-in-die-zukunft.de.

[Text: BDÜ. Quelle: BDÜ. Bild: BDÜ.]

Univ.-Prof. Dr. Andreas Gipper neuer Dekan des FTSK Germersheim

Neuer Dekan des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK Germersheim) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist seit dem 2. Mai 2011 Universitätsprofessor Dr. Andreas Gipper. Damit nimmt er den Platz von Prof. Dr. Michael Schreiber ein, der ab dem Jahr 2008 Dekan des FTSK Germersheim war.

Kurz zum beruflichen Werdegang von Univ.-Prof. Dr. Andreas Gipper:

  • 1980-1991: Studium der Romanistik, der Germanistik und der Philosophie an den Universitäten Bonn, Toulouse, Frankfurt, Hannover. 1991, Promotion in Hannover. Titel der Dissertation: Der Intellektuelle. Konzeption und Selbstverständnis schriftstellerischer Intelligenz in Frankreich und Italien 1918-1930. Stuttgart: Metzler-Poeschel 1992.
  • 1991-1992: Lehraufträge an den Universitäten Hannover und Koblenz
  • 1992-1994: DAAD-Lektor für Deutsche Sprache und Literatur an der Université des Sciences Humaines Strasbourg
  • 1994: Hochschulassistentur für romanische Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität-Bochum
  • 2000: Habilitation in Bochum. Titel der Arbeit: Wunderbare Wissenschaft. Die Literatur der Wissenschaftsvulgarisierung in Frankreich von Cyrano de Bergerac bis zur Encyclopédie. München: Fink 2002.
  • 2003: Berufung an die Universität Mainz auf eine Professur für Französische und Italienische Kulturwissenschaft

[Text: Jessica Antosik. Quelle: fb06.uni-mainz.de. Bild: fb06.uni-mainz.de.]

Sprachvereinfachung: Über die Teufels Küche und weitere Probleme

Kinder lernen spielend Sprachen. Im Gegensatz dazu fällt es Erwachsenen deutlich schwerer, eine, geschweige denn mehrere Fremdsprachen zu lernen. Trotz aller Schwierigkeiten ist das Sprachenlernen im Erwachsenenalter in Zeiten der Globalisierung unumgänglich.

Viele stellen sich Frage: Kann man Sprachen nicht vereinfachen, um sie leichter erlernbar zu machen? Doch was bedeutet dies genau? Sollen deutsche Muttersprachler in einem Gespräch mit einem Ausländer ihr Deutsch vereinfachen und keine verschachtelten und über- oder untergeordneten, sondern kurze, aneinandergefügte Sätze bilden? Wenn möglich auch keine Fachbegriffe einbauen sowie langsam, klar, laut und deutlich sprechen, das heißt also ebenso das Nuscheln wie Dialekteinschläge umgehen? Eine weitere Vereinfachung läge einerseits in der Verwendung von Infinitiven und andererseits in der Vermeidung von Metaphern sowie idiomatischen Wendungen. Eine Ausländer versteht nämlich statt “Dann kommen wir in Teufels Küche” eher “Dann kriegen wir Probleme” sowie “monoton” schneller als “eintönig”.

Oder wäre eine sozusagen institutionalisierte einfachere Sprachvariante die Lösung? Bei der Plansprache Esperanto handelt es sich bereits um leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Verständigung. Allerdings schuf der polnische Augenarzt und Philologe Ludwik Lejzer Zamenhof keine bestimmte vereinfachte Sprache, sondern eine neue, vereinfachte Sprache: Alle Substantive enden auf “o”, Adjektive gehen auf “a” aus und Verben haben eine der Endungen “i”, “as”, “is”, “os”, “us” und “u”. Die Mehrzahlendung ist “j” und jedes Wort wird auf der vorletzten Silbe betont. Esperanto hat sich jedoch nicht durchgesetzt. Als Grund dafür wird oftmals angeführt, dass Esperanto eine “künstliche” Sprache sei und eine neue Sprache wegen der Dominanz des Englischen keine Chance habe.

Dagegen kann man dennoch einwenden, dass sich auch die sog. “natürlichen” Sprachen im Laufe der Zeit entwickelt haben. Des Weiteren gibt es auch durchaus reduzierte Sprachen: die Pidgins. Diese Sprache dient verschiedensprachigen Personen zur Verständigung. Insbesondere während der Zeit der Kolonisation entstanden Pidgin-Sprachen – hauptsächlich auf der Grundlage des Englischen, Französischen, Spanischen, Portugiesischen oder Niederländischen. Der Wortschatz und die Grammatik unterliegen stark dem Einfluss der in Kontakt stehenden Sprachen. Pidgins entstehen zumeist aus einem bestimmten Zweck wie zum Beispiel der Aufrechterhaltung einer Handelsbeziehung zwischen zwei Sprachgemeinschaften. Somit hat ein Pidgin anfangs keine muttersprachlichen Sprecher. Wird ein Pidgin indes in den folgenden Generationen zur Muttersprache, entsteht aus ihm eine sogenannte Kreolsprache.

Der Turmbau zu Babel von Pieter Brueghel, 1563, Kunsthistorisches Museum Wien

In den 20er-Jahren wurde in England ein Projekt zur institutionalisierten Vereinfachung der englischen Sprache ins Leben gerufen. Das Ziel war ein “Basic English”. Charles K. Ogden und Ivor A. Richards wollten zum einen den Englischlernenden entgegenkommen und zum anderen den Weg zur allgemeinen Weltsprache ebnen. Auch Frankreich begann nach dem Zweiten Weltkrieg ein vergleichbares Vorhaben und schuf das “français élémentaire”. Die Franzosen machten sich auf die Suche nach dem Grundwortschatz und befanden insgesamt 1000 Wörter für wichtig. Diese setzten sich aus 270 sog.”grammatischen Wörter” wie “pour” oder “parce que”, 380 Hauptwörtern, 200 Zeitwörtern, 100 Eigenschaftswörtern und 50 weiteren bedeutenden Wörtern zusammen. Letzten Endes wurden die beiden Projekte jedoch nicht umgesetzt. Ein Grund liegt sicherlich in der verstärkten Verbreitung des Englischen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine Sprachvereinfachung ratsam ist, wenn man sich mit Fremdsprachigen unterhält. Es gestaltet sich allerdings schwer, eine Sprache zu vereinfachen – sei es auch nur für einen bestimmten Zweck.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: faz.net, 22.06.2011. Bild: wikipedia.de.]

Empathische Menschen sind talentiertere Aussprachekünstler

Eine Sache ist über einen breit gefächerten Wortschatz in einer Fremdsprache zu verfügen und grammatikalisch fehlerfreie Sätze zu bilden. Eine völlig andere Sache ist jedoch den Akzent einer fremden Sprache zu imitieren.

Forscher vom Institut für Linguistik der Universität Stuttgart haben nun herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen Sprachtalent und Empathiefähigkeit besteht. So sollen empathische und offene Menschen talentiertere Aussprachekünstler sein als verschlossene Personen.

Der Linguist Dr. Matthias Jilka und seine Kollegen analysierten das Aussprachetalent von 102 deutschen Muttersprachlern. Dafür erfassten die Wissenschaftlicher zunächst Informationen u.a. zur Persönlichkeit, zu Sprachkenntnissen sowie zu kognitiven Fähigkeiten der Versuchspersonen. Anschließend hatten die Teilnehmer die Aufgabe, eine Bildergeschichte auf Englisch nachzuerzählen, einen englischen Text vorzulesen sowie den angelsächsischen Akzent zu imitieren.

Um allerdings die wahren Aussprachetalente zu finden, die ein angeborenes Potential für die außergewöhnliche Aussprachefähigkeit haben, führten die Forscher das Experiment zudem in der Sprache Hindi durch, die keine Versuchsperson beherrschte. “Wenn jemand beim Spracherwerb in kurzer Zeit so gut ist, wie ein Muttersprachler, dann kann man sagen, diese Person ist talentiert”, so Jilka. Wenn jemand aber beispielsweise bereits seit zehn Jahren in den USA lebt und nach wie vor mit einem deutschen Akzent Englisch spricht, dann habe diese Person kein Talent für Fremdsprachen.

Das Talent zum schnellen Spracherwerb und zu guter Aussprache sei weder von einer besonderen Intelligenz abhängig noch schichtenspezifisch. Die Forscher fanden lediglich eine Korrelation zwischen Emphatiefähigkeit und Sprachtalent. Dr. Matthias Jilka spricht sich dafür aus, dem Erlernen von Sprachmelodien im Fremdsprachenunterricht mehr Zeit zu widmen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: teachersnews.net, 24.06.2011. Bild: Universität Stuttgart.]

CELAN: Förderung von Sprachen im Wirtschaftsleben

CELAN, das “Netzwerk zur Förderung von sprachlichen Strategien für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit”, soll den wachsenden Bedarf der europäischen Unternehmen an Sprachdienstleistungen erheben und die bestehenden sprachbezogenenen Dienstleistungen und Mittel analysieren. Dazu ist ein Fragebogen für Unternehmen im Internet verfügbar. Ein weiteres Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Sprachen in der Geschäftswelt zu wecken und Online-Anwendungen zur Unterstützung der sprachlichen Bedürfnisse der Geschäftsanwender zu entwickeln.

CELAN hat am 1. Januar 2011 seine zweijährige Arbeit zur Förderung des Dialogs zwischen Wirtschaft und Sprachpraktikern begonnen und läuft 24 Monate. CELAN ist mitfinanziert durch das Programm für “Lebenslanges Lernen” der Europäischen Kommission. Weitere Informationen finden Sie hier.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: celan-platform.eu; ec.europa.eu. Bild: Archiv.]

Dolmetscherschule Köln: Infonachmittag am 8. Juli 2011

Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln am Rheinischen Bildungszentrum Köln (RBZ) lädt zu einem Informationsnachmittag über die schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher ein. Termin: Freitag, 8. Juli 2011, ab 17 Uhr. Ort:Übersetzer- und Dolmetscherschule, Universitätsstraße 1 (Ecke Luxemburger Straße) in 50937 Köln.

Die Schulleitung stellt interessierten Schülern und ihren Eltern das berufsbildende Angebot für die Sprachen Englisch, Spanisch, Türkisch, Russisch und Französisch vor und beantwortet Fragen. Das neue Semester startet am 19. September 2011. Bewerbungen werden noch angenommen. Eine berufliche Erstausbildung ist auch für sprachtalentierte Abiturienten empfehlenswert, die eine praxisbezogene Qualifikation erlangen, eine Sprache beruflich anwenden möchten oder auf einen Studienplatz warten.

Angesprochen sind Schüler mit Abitur, Fachhochschul- oder Fachoberschulreife. Die an der Übersetzer- und Dolmetscherschule angebotene Ausbildungsform mit staatlicher Prüfung ist in Nordrhein-Westfalen einmalig. Die Prüfungsleistungen beinhalten sowohl Wirtschaftssprache als auch den Nachweis über fundierte Kenntnisse im allgemeinsprachlichen Übersetzen. Übersetzer und Dolmetscher mit staatlicher Prüfung haben daher in verschiedenen Branchen gute Job-Perspektiven, weil sie über zusätzliches Wissen aus Politik und Kultur verfügen.

Die angehenden Übersetzer lernen auf hohem Niveau in vier Semestern Vollzeitunterricht die Techniken des Übersetzens in der gewählten Fremdsprache und können eine Zweitsprache belegen. Die muttersprachlichen Lehrkräfte legen großen Wert auf die Landeskunde, vermitteln zudem den sicheren Umgang mit sprachlich-fachlichen Hilfsmedien und der Bürokommunikation. Sprachlich gute Schüler können parallel im dritten Semester zusätzlich die Ausbildung zum Dolmetscher starten. Die Vollzeitausbildung kann auf Antrag mit öffentlichen Mitteln wie BAföG gefördert werden.

Das RBZ Köln ist seit 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig und engagiert sich als gemeinnützige Institution im Verbund der Rheinischen Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration. Zu den Bildungspartnern gehören unter anderem die Rheinische Akademie Köln und Rheinische Fachhochschule Köln.

www.dolmetscherschule-koeln.de

[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Pressemitteilung Dolmetscherschule Köln, 2011-06-21.]

Verband der Konferenzdolmetscher stellt Mini-Glossar zur Frauen-Fußball-WM ins Netz

FußballfansWer kennt sie nicht, die klassischen Fußballsprüche? Von „Ein Spiel hat 90 Minuten“ über „Das war doch kein Abseits“ bis hin zu „Pfeif doch endlich ab“. Aber wohl kaum jemand beherrscht diese auch in mehreren Sprachen. Das lässt sich mit einer neuen Fußball-App leicht ändern, die der Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in diesem Sommer anbietet.

Am 26. Juni 2011 startet die Fußball-WM der Frauen in Deutschland. Wer fit für das internationale Turnier sein möchte, für den ist die neue Fußball-App des VKD genau das Richtige: Das interaktive Glossar bietet elf Begriffe und Redewendungen aus der Welt des Fußballs und liefert die Übersetzung in allen WM-Sprachen – von Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch über Schwedisch und Norwegisch bis hin zu Japanisch und Koreanisch.

Beispiel gefällig? „Dommeren er jo blind“ heißt es vielleicht bei Spielen des norwegischen Teams: „Der Schiri ist doch blind“. „Varför blåser han av?“ fragen sich dagegen die schwedischen Fans – „Warum pfeift der ab?“ Und wer einen mexikanischen oder kolumbianischen Triumph gebührend feiern möchte, liegt mit „¡Hemos ganado!“ – „Wir haben gewonnen!“ – genau richtig.

Der Clou: Mit nur wenigen Klicks kann die App kostenfrei in die eigene Webseite eingebunden werden. Zudem können alle Begriffe samt Übersetzungen als PDF-Dokument heruntergeladen werden – damit sie bei allen Spielen stets griffbereit sind.

Dass sich die Dolmetscher aus dem VKD mit dem Thema Fußball auskennen, haben sie schon bei zahlreichen internationalen Turnieren unter Beweis gestellt – nicht zuletzt bei der letzten großen Veranstaltung in Deutschland: der WM 2006. „Solche Großereignisse bieten interessante Einblicke hinter die Kulissen, etwa bei der Produktion von TV-Sendungen“, erzählt der Diplom-Dolmetscher Klaus Ziegler, der bei zahlreichen Live-Übertragungen verschiedener TV-Sender im Einsatz war. „Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass die eigene Dolmetschleistung von einem Millionenpublikum gehört wird. Da ist der Adrenalinspiegel schon etwas höher, als er es aufgrund der Dolmetschsituation sowieso schon ist.“ Auch Marten Henschel, der am Heidelberger Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) lange im Bereich Dolmetschen gelehrt hat, war bereits bei Weltmeisterschaften dabei. „Während solcher Turniere folgt meine Wochenplanung völlig dem Spielplan. Faszinierend sind die schnellen Doppelpässe bei Live-Interviews. Hier müssen wir Dolmetscher uns binnen Sekunden in das kommunikative Kurzpassspiel hineinfinden“, fasst er zusammen. „Besonders freut mich, dass meine Patenkinder im Fernsehen live miterleben können, was ich als Dolmetscher eigentlich mache.“

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[Text: VKD. Quelle: Pressemitteilung VKD, 2011-06-14. Bild: Richard Schneider.]