Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs uepo.de - Das Nachrichtenportal für Übersetzer für November, 2011.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Okt | Dez » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | ||||
- Ausbildung (67)
- Bibel/Koran (12)
- Bücher (75)
- Büroorganisation (13)
- Deutsche Sprache (94)
- Dolmetschen (95)
- Einwanderer (23)
- EU (40)
- Fremdsprachen (52)
- Gebärdensprachdolmetscher (9)
- Gebärdensprache (14)
- Gerichtsdolmetscher (81)
- Geschichte (30)
- Honorare/Gehälter (14)
- Interview (4)
- Literaturübersetzer (112)
- Lokalisierung (12)
- Markt (28)
- Maschinelle Übersetzung (12)
- medizinisch-soziales Dolmetschen (9)
- Missstände (47)
- Nachrichten (73)
- Nachrufe (8)
- Politik (59)
- Porträt (49)
- Qualitätssicherung (9)
- Recht (2)
- Simultandolmetscher (28)
- Sprache allgemein (61)
- Terminologie (24)
- Übersetzen (31)
- Übersetzungsfehler (31)
- Unternehmen (129)
- Veranstaltungen (163)
- Verbände (129)
- Videos (7)
- Werkzeuge (129)
- Wissenschaft (30)
- Wörterbücher (53)
- Zeitschriften (68)
- 22.5.2012: Universität Hildesheim: Master "Medientext und Medienübersetzung"
- 21.5.2012: Bram Stokers "Dracula" neu übersetzt
- 20.5.2012: Über die (Un-)Sitte der Filmsynchronisation in Deutschland
- 19.5.2012: Immer weniger luxemburgische Muttersprachler
- 18.5.2012: Focus: Wissenstest zur deutschen Sprache
- 17.5.2012: Anglizismen-INDEX Nr. 10 erhältlich
- 16.5.2012: Brandenburg: Kürzungen beim bilingualen Unterricht geplant
- 15.5.2012: Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation im Internet
- 14.5.2012: Linguee startet Abonnement-Dienste "Premium" und "Professional"
- 13.5.2012: Kurzkrimi "Der Dolmetscher" von Marla B. Singer
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
Archive für November 2011
“Er ersetzt uns 30 Außenmitarbeiter” - Buch über Sprachgenie Emil Krebs
30.11.2011 von Jessica Antosik.
Im Oktober 2011 ist im OASE Verlag ein Buch über das Leben und Wirken von Emil Krebs erschienen. Er beherrschte insgesamt 68 Sprachen in Wort und Schrift. Der im Jahre 1867 in Freiburg in Schlesien (heute Świebodzice) geborene Polyglott steht im Zentrum der Monographie Emil Krebs – Kurier des Geistes. Bis heute gilt Krebs, dessen aktive Zeit in die Jahre von 1893 bis 1930 fällt, als eines der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte.
Im Vorwort schreibt Dr. Harald Braun, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Folgendes:
Er sammelte Sprachkenntnisse mit einer Leidenschaft, die allein dem Phänomen der menschlichen Sprache galt. Dabei ging es Krebs nicht in erster Linie darum, in allen seinen Sprachen zu kommunizieren. “Er schwieg in 45 Sprachen”, sagte eine seiner Tischdamen nach einem offiziellen Essen. Emil Krebs wollte vielmehr den Aufbau und die “Philosophie hinter der Sprache” verstehen.
In der Einführung des Buches heißt es:
Emil Krebs war ein Sprachgenie. Im Auswärtigen Amt hieß es, “er ersetzt uns 30 Außenmitarbeiter”. Gemeint waren damit jene Hilfskräfte, die vor allem für “fernere” Sprachen als Übersetzer oder als Dolmetscher herangezogen werden mussten. Die Differenzierung ist notwendig, weil das Übersetzen und das Dolmetschen aus einer Sprache zwei verschiedene Angelegenheiten sind, beide gleichwertig, aber unterschiedlich in der Ausübung. […]
Die vorliegende Publikation wurde von Gunnar Hille und Antonio Reda, den Leitern von Sprachenlernzentrum und Sprachendienst des Auswärtigen Amts angeregt. Ausgangspunkt war die Materialsammlung von Eckhard Hoffmann, dem Großneffen von Emil Krebs. Auf dieser Basis schildert Hoffmann das Leben seines Vorfahren, ergänzend wurden eigene Texte von Emil Krebs eingefügt. Mit einer “neurobiologischen Annäherung” spannt Katrin Amunts, die sich intensiv mit dem Gehirn von Krebs beschäftigt hat, schließlich den Bogen über den Tod des Sprachgenies hinaus. Unabhängig vom politischen Umfeld der Tätigkeit von Emil Krebs in China, die mit der Zeittafel “Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte” und mit dem Beitrag “Ins kuenfftige neu Teutschland” von Jürgen Stich beleuchtet wird, war es nach Ansicht von Autoren und Herausgeber an der Zeit, darauf aufmerksam zu machen, dass im Auswärtigen Dienst exzellente Diplomaten und herausragende Sprachmittler tätig waren und sind. Auf den grundsätzlichen Zusammenhang von “Sprache und Diplomatie” weist Hans-Ulrich Seidt, seit September 2009 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Seoul (Südkorea), in seinem Beitrag hin. Nicht zuletzt ermöglicht die Beschäftigung mit Emil Krebs eine vertiefende Betrachtung der deutsch-chinesischen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, die in unserer rasant zusammenwachsenden Welt einen besonnenen und unaufgeregten Dialog befördern könnte.
Es folgt das Inhaltsverzeichnis:
Vorwort (Harald Braun)
Einführung (Peter Hahn)
To-lu-to-lo oder Wie Emil Türke wurde (Otto Julius Bierbaum)
Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte (Peter Hahn)
Ins kuenfftige neu Teutschland (Jürgen Stich)
Von Esdorf über Berlin nach Peking (Eckhard Hoffmann)
Ein Vierteljahrhundert in China (Eckhard Hoffmann)
Wieder in Deutschland (Eckhard Hoffmann)
Über das Chinesisch Lernen (Emil Krebs)
Die Privatbibliothek von Emil Krebs (Eckhard Hoffmann)
Das Gehirn eines Sprachgenies (Katrin Amunts)
Sprache und Diplomatie (Hans-Ulrich Seidt)
Sprachendienst im Auswärtigen Amt (Antonio Reda)
Sprachkenntnisse (Gunnar Hille)
Literaturempfehlungen
Die Autoren
Dokumente
Eine 24-seitige Leseprobe finden Sie hier.
Über das Buch
Emil Krebs – Kurier des Geistes
Herausgeber: Peter Hahn
Umfang: 264 Seiten, zahlr. Abb. und historische Dokumente
Auflage: 1. (2011)
ISBN: 978-3-88922-097-4
Preis: 14,80 Euro
[Text: Jessica Antosik. Quelle: Eckhard Hoffman; auswaertiges-amt.de, 03.11.2011; oaseverlag.de. Bild: oaseverlag.de.]
Geschrieben in Fremdsprachen, Bücher | Drucken | Keine Kommentare »
Nominierungen für “Anglizismus des Jahres 2011″
29.11.2011 von Jessica Antosik.
Am 15. November 2011 ist der Startschuss für die Nominierungsphase des “Anglizismus des Jahres 2011″ gefallen.
Auf der Nominierungsseite anglizismusdesjahres.de heißt es: “Mit der Wahl zum ‘Anglizismus des Jahres’ möchten wir den Beitrag, den die englische Sprache zur Entwicklung des Deutschen macht, angemessen würdigen.“
Nominiert werden kann jedes Wort, das die folgenden Bedingungen erfüllt:
- Das Wort stammt ganz oder in Teilen aus dem Englischen.
- Das Wort ist im Jahr 2011 zum ersten Mal ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiteren Öffentlichkeit gelangt.
- Das Wort füllt eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz, entweder, indem es eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenziert oder indem es ein Wort für etwas bereitstellt, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte.
- Das Wort ist kein Produktname (außer, dieser Produktname hat sich zu einem allgemein gebräuchlichen Begriff weiterentwickelt).
Nominierungen sollten die folgenden Angaben enthalten:
- das nominierte Wort;
- eine authentische Quellenangabe (also ein tatsächliches Beispiel für die Verwendung des Wortes), möglichst mit URL;
- eine Begründung, warum das Wort “Anglizismus des Jahres” werden sollte.
Nominierungen werden bis zum 7. Januar 2012 im Kommentarbereich der Nominierungsseite entgegengenommen.
Bisher nominiert (Stand: 24. November 2011): adden, Bail-out, Bubble Tea, Burn-Out, Carsharing, Casting-Truck, Cloud, circlen, Compliance, Copy & Paste, Copy-and-Paste-Kultur, Cupcake, Cyberwar/Cyberkrieg, Euro-Bonds, Fazialpalmierung, Fratzenbuch, frienden, Hacktivism, Haircut, Handy-Ticketsystem, Liquid Democracy, Nerd, Occupist, Occupy, Occupy-Bewegung, Onleihe, Post-Privacy, Rating/raten, Shitstorm, Smartphone, Stresstest, Tablet, trenden, whistleblowen (Verb). Es werden alle nominierten Wörter aufgeführt; die Überprüfung der Kriterien erfolgt später.
Im Jahr 2010 wurde das Verb “leaken” als Bezeichnung für das gezielte anonyme Veröffentlichen geheimer Informationen zum Wohle der Öffentlichkeit zum Anglizismus des Jahres gewählt. Auf Platz zwei landete das Wort “entfrienden”. “Whistleblower” belegte den dritten Platz.
[Textzusammenstellung: Jessica Antosik. Quelle: anglizismusdesjahres.de.]
Geschrieben in Nachrichten | Drucken | Keine Kommentare »
BDÜ-Fachverlag: Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie
28.11.2011 von Jessica Antosik.
Seit ca. drei Jahrzehnten ist die Gerichts- und Behördenterminologie von Ulrich Daum ein Standardwerk für werdende und praktizierende Dolmetscher und Übersetzer. Da diese Fachsprache in der akademischen Ausbildung der Sprachmittler nicht im Vordergrund steht, so dass viele Dolmetscher und Übersetzer diese Kenntnisse auf anderen Wegen erwerben müssen, sind die meisten Prüfungskandidaten auf eine selbstständige Vorbereitung angewiesen.
Nun ist im BDÜ-Fachverlag das Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie erschienen. In zahlreichen Testprüfungen und Übungen, die genauso in staatlichen Prüfungen gestellt werden könnten, werden die Kenntnisse zu den Themen Zivilprozess-, Strafverfahrens- und Verwaltungsrecht sowie die allgemeine Gerichts- und Behördenterminologie und die in der Fachsprache so beliebten Abkürzungen gefestigt und überprüft. Daneben sind auch die Lösungen zu den Aufgaben der im Hauptwerk Gerichts- und Behördenterminologie abgedruckten Musterprüfungen enthalten.
Die Übungen im Buch führen den Lerner schrittweise von der Theorie zur Praxis. Die Übungsprüfungen des ersten Teils behandeln knapp 800 der wichtigsten Fachbegriffe und Abkürzungen im Bereich der Gerichts- und Behördenterminologie, so wie sie auch im Hauptwerk vorgestellt werden. Die Aufgaben sind nach Fachgebieten unterteilt, sodass der Lernende Wissenslücken leichter abgrenzen und sich dann gezielt einen Teilbereich nochmals ansehen kann. Der zweite Teil enthält hierzu die Lösungen.
Im dritten Teil werden dann Übungen als Fließtext angeboten, die stark an die alltäglich bei Justiz und Behörden vorkommenden Texte angelehnt sind. Der vierte Teil enthält hierzu die Lösungen. Der fünfte Teil schließlich enthält die Lösungen zu den Aufgaben der staatlichen Prüfungen, die im Hauptwerk Gerichts- und Behördenterminologie abgedruckt sind. Der sechste Teil gibt einen Überblick über die in den meisten Bundesländern angebotenen Prüfungen für Übersetzer und Dolmetscher, ausgenommen die Hochschulprüfungen, die sich an ein Vollstudium anschließen.
Nachfolgend ein Ausschnitt aus dem Buch:

Über das Buch
Arbeitsbuch zur Gerichts- und Behördenterminologie
Autoren: Ulrich Daum, Ramón Hansmeyer
ISBN: 9783938430392
Umfang: 137 Seiten
Preis: 13,00 Euro
[Textzusammenstellung: Jessica Antosik. Quelle: bdue.de. Bilder: bdue.de.]
Geschrieben in Bücher | Drucken | Keine Kommentare »
Uni Hamburg: Weiterbildung “Simultandolmetschen an Gerichten”
27.11.2011 von Richard Schneider.
Für professionelle Dolmetscher in den Sprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch bietet die Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg in den Monaten Januar bis März 2012 ein neues Aufbauseminar im Simultandolmetschen an Gerichten an. Vermittelt und trainiert werden juristische Inhalte, dolmetschen in die B-Sprache und Vom-Blatt-Dolmetschen. Das Angebot wendet sich an Absolventen des weiterbildenden Studiums „Dolmetschen und Übersetzen an Gerichten und Behörden“ und an professionelle Dolmetscher.
Die Ausbildung erfolgt in neuen Dolmetschkabinen und durch audiovisuelle Medien in der Arbeitstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg. Für beide Studienangebote kann man sich ab sofort bewerben. Im Zuge von Globalisierung und EU-Erweiterung steigt der Bedarf nach professionellen Sprachmittlern rasant. Im Bereich Dolmetschen an Gerichten und Behörden bieten sich ausgebildeten Dolmetschern sowie ausländischen Muttersprachlern mit exzellenten Deutschkenntnissen sehr gute berufliche Perspektiven.
Hintergrund
Durch Internationalisierung und ständige Erweiterung der EU halten neue, effiziente technische Medien nicht nur in die internationalen, sondern auch in die nationalen Gerichte verstärkt Einzug. Diese neuen Techniken sollen dazu beitragen, dass für alle Beteiligte die Kommunikation auf höchstem, professionellem Niveau stattfinden kann und die Dolmetscher in ihrer anspruchs- und verantwortungsvollen Tätigkeit unterstüzt werden.
Ziele
Im Aufbauseminar „Simultandolmetschen an Gerichten“ sollen vereidigte bzw. beeidigte Dolmetscherinnen und Dolmetscher ihre bereits vorhandenen Erfahrungen mit dem Simultandolmetschen mit Dolmetschanlage (Kabinen) und Flüsteranlage trainieren und vertiefen. Es wird in Kleingruppen praxisorientiert gearbeitet. Ein professionelles Lehrteam aus Dolmetschdozenten, Sprachsachverständigen und Juristen aus der Praxis wird sie dabei unterstützen und begleiten. Das Seminar wird für die Sprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch angeboten.
Inhalte und Didaktik
Folgende drei Schwerpunkte sollen berücksichtigt werden: Nach der Auffrischungs- und ersten Vertiefungsphase (Modul I), konzentriert sich das Modul II auf das Dolmetschen in die Arbeitssprache (B-Sprache). Der Schwerpunkt von Modul III liegt auf der Technik des Vom-Blatt-Dolmetschens.
Modul I: Auffrischung und Vertiefung: In diesem Modul wird zunächst mit Vorträgen interkulturellen und leichteren juristischen Inhalts geübt. Vorrangiges Ziel ist die Perfektionierung der Simultandolmetschtechnik auch Flüster- und Relaisdolmetschen).
Modul II: Dolmetschen in die B-Sprache: Juristische Vorträge mittleren Schwierigkeitsgrades werden in die aktive Arbeitssprache gedolmetscht. Dolmetschdozenten, Sprachsachverständige und Juristen begutachten die Klarheit und sprachliche Korrektheit der Leistungen im Team.
Modul III: Schwerpunkt Vom-Blatt-Dolmetschen: Bei den Gerichten üblicherweise verlesene Texte werden von Juristen aus der Praxis (Richter, Anwälte) vorgetragen und von den Teilnehmenden gedolmetscht. Es werden die Reaktionsgeschwindigkeit, die Korrektheit der Sprache und der Termini sowie Rhythmus und Vollständigkeit begutachtet.
Alle im jeweiligen Schwerpunkt geübten Techniken werden in jedem Modul wieder aufgenommen.
Teilnahmevoraussetzungen
Das Aufbauseminar wendet sich vorrangig an
- Absolventen der weiterbildenden Studien „Dolmetschen und Übersetzen an Gerichten und Behörden“ der Universität Hamburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal (oder mit äquivalenten Abschlüssen),
- vereidigte/beeidigte Dolmetscher oder Bewerber mit vergleichbaren Qualifikationen.
mit den Sprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch oder Spanisch.
Studienorganisation
- modularisiert, 39 Unterrichtsstunden Präsenzzeit aufgeteilt in 3 Module jeweils
- samstags: 10–17 Uhr und sonntags 9.30–14.30 Uhr
- ca. 40 Stunden Selbststudienzeit für Vorbereitung und Vertiefung
- Arbeit in Kleingruppen
Lehrinfrastruktur:
- drei Dolmetschkabinen
- Personenführungsanlage („Flüsteranlage“)
- audiovisuelle Medien
Termine/Ort
Modul I: Sa/So, 28./29.01.2012
Modul II: Sa/So, 11./12.02.2012
Modul III: Sa/So, 10./11.03.2012
Veranstaltungsort: Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg, Campus Hamburg-Stellingen, Vogt-Kölln-Str. 30, Haus E, 22527 Hamburg
Abschluss
Bei mind. 80 % Anwesenheit wird eine Teilnahmebescheinigung der Universität Hamburg ausgestellt. Diese enthält detaillierte Angaben zu Zielen, Inhalten, Umfang und Arbeitsweise.
Kosten
Das Entgelt beträgt pro Modul 500,00 Euro (inkl. Unterrichtsmaterialien, Getränke, Catering). Bei Erteilung einer Einzugsermächtigung ist Ratenzahlung möglich.
Die Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) in Kürze
Seit über drei Jahrzehnten steht die Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg für Weiterbildung auf höchstem Niveau: für Berufstätige, die wissenschaftlich fundiertes Wissen und Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen benötigen, und auch für alle anderen, die vom universitären Wissensschatz profitieren möchten und auf Qualität Wert legen.
Die AWW wurde 1975 gegründet und gehört heute zu den renommiertesten und größten Einrichtungen der Hochschul-Weiterbildung in Deutschland mit
- 14 festen und ebenso vielen studentischen Mitarbeitern
- ca. 4.500 Teilnehmern pro Semester
- rund 120 Dozenten
Angebot der AWW
- berufsbezogene Weiterbildungsangebote
- E-Learning-Kurse
- Kontaktstudium für ältere Erwachsene
- öffentliche Vorträge (Allgemeines Vorlesungswesen)
- Zugang zur britischen Open University
- eine Internetdatenbank zur wissenschaftlichen Weiterbildung (www.wisswb-portal.de)
und für Partner aus Einrichtungen und Unternehmen
- Inhouse-Schulungen
- gemeinsame Projekte
- Entwicklung von Weiterbildungsangeboten in Kooperation
Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Christiane Driesen, Hamburg/Paris
Lehrende
Prof. Dr. Christiane Driesen (Seminarleitung); Dolmetschdozenten und Sprachsachverständige aus der Universität Hamburg und anderen Hochschulen sowie Juristen aus der
Praxis (u. a. von Hamburger Gerichten).
Bewerbung und Zulassung
Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung an u. g. Adresse (auch per E-Mail möglich) mit folgenden Unterlagen
- Begründungsschreiben und Kurzvita
- Kopien von einschlägigen Zeugnissen/Zertifikaten/Urkunden
Es stehen für die genannten vier Sprachen max. 16 Plätze zur Verfügung. Bei mehr geeigneten Bewerbungen als Plätzen entscheidet das Los.
Bewerbungsschluss: 15.12.2011 (Posteingang)
Sie werden bis zum 10.01.2012 informiert, ob Sie einen Platz erhalten haben. Das Seminar wird ab einer Mindestteilnehmerzahl von 12 durchgeführt.
Kontakt und Beratung
Marlis Adjanor, Dipl.-Phil.
Universität Hamburg
Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung
Vogt-Kölln-Str. 30, Haus E,
22527 Hamburg
Tel.: (040) 42883-2641/-2499
E-Mail: wb@aww.uni-hamburg.de
www.aww.uni-hamburg.de
[Text: AWW. Quelle: Pressemitteilung AWW, 2011-11-21. Uepo.de hat den Text lediglich von der an Universitäten zwingend vorgeschriebenen feministischen Sprachverhunzung mit Binnen-I und Schrägstrichen befreit. Bild: Harald Bolten / Fotolia.de.]
Geschrieben in Veranstaltungen, Ausbildung | Drucken | Keine Kommentare »
Übersetzungsplattform nativy sucht Partner für Expansionsfinanzierung
26.11.2011 von Richard Schneider.
“nativy” ist eine neuartige Webplattform für Übersetzungsdienstleistungen, die eine direkte und einfache Vergabe von Übersetzungsaufträgen ermöglicht. Kunden erhalten bei Auftragseingabe einen Vorschlag von drei geeigneten Übersetzern inklusive Gesamtpreis und Liefertermin. Die Idee von nativy wurde 2010 bis 2011 von INiTS, AWS PreSeed und den Gründern Josef Brunner (Bild oben) und Anton Kerschbaummayr (Bild unten) finanziert. Die Sicherung der Basisfinanzierung für 2012 bis 2014 ist abgeschlossen. Nun sucht die nativy GmbH Investitionspartner für eine ambitionierte Expansion 2012 und 2013. In einer ersten Investitionsrunde werden 600.000 Euro angestrebt.
nativy soll 2014 die führende Position unter den Übersetzungsdienstleistern für Hotellerie in Europa und dem mittleren Osten einnehmen. Für weitere Branchen sind ebenfalls spezifische Lösungen für professionelle Übersetzungen im Enterprise Content Management geplant.
Brücke zwischen Übersetzungsbüro und Online Marktplatz
Am Anfang stand die Realisierung einer Online-Plattform für den schnellen und direkten Zugang zu ausgebildeten Übersetzern. Kunden erhalten Entscheidungsmöglichkeiten und das branchenübliche Preisdumping unter Übersetzern wird beendet. nativy ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Kunden und Übersetzern und hat die komplette Abwicklung automatisiert und spart somit durch ein optimiertes Prozessmanagement Zeit und Geld.
Per 1. November 2011 hat nativy ein weiteres Ziel erreicht und das Qualitätszertifikat für Übersetzungsdienstleitungen EN 15038 erhalten. Die Zertifizierung belegt die Qualität und Verlässlichkeit von Übersetzungsanbietern durch ein internationales Gütesiegel. Neben dem Projektmanagement und der Nachvollziehbarkeit der Prozesse sind die Ausbildung, das Vier-Augen-Prinzip und die Übersetzung in die eigene Muttersprache die Kernpunkte der Norm. Somit wurde die Brücke zwischen der Qualität von Übersetzungsbüros und der Schnelligkeit von Online Marktplätzen erfolgreich geschlagen.
Übersetzer beauftragen, wo Texte entstehen, kein Versand von Textdateien
Mit einem Pilotkunden aus dem Bereich der Hotelsoftware wird nun auf Textdateien verzichtet und Übersetzer werden direkt dort beauftragt, wo Texte geschrieben werden. Kunden erhalten die Übersetzung automatisch an den vorgesehenen Speicherort in der Formatierung des Ursprungstextes retour geliefert. Somit entfallen Verwechslung von Dateien und unberechtigte Weiterleitung an Dritte. Aufträge werden über eine den Kundenbedürfnissen angepasste Schnittstelle abgewickelt und nativy hat keinen Zugriff auf die Systeme der Kunden.
Mittelfristig werden 2.400 Sprachkombinationen angestrebt
Für Übersetzungen aus dem Deutschen vermittelt nativy bereits für 32 Sprachen ausgebildete Übersetzer in die jeweilige Muttersprache. Aus dem Englischen 37, aus dem Französischen 22, aus dem Spanischen 15 und aus dem Russischen sind auch schon 11 Sprachen verfügbar.
INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH
Seit 2002 bietet INiTS Beratung und Unterstützung für Jungunternehmer mit innovativen Ideen. Das Service richtet sich an Absolventen, Mitarbeiter und Studenten der Wiener Universitäten und Fachhochschulen, die durch eine Unternehmensgründung ihre Geschäftsidee verwerten möchten.
Mehr zum Thema auf uepo.de
2011-04-26: Nativy: Marktplatz für professionelle Übersetzungen
[Text: nativy. Quelle: Pressemitteilung nativy, 2011-11-17. Bild: nativy.]
Geschrieben in Markt, Unternehmen | Drucken | Keine Kommentare »
Köln: Infotag Türkisch für Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer
25.11.2011 von Richard Schneider.
Die Türkei zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Während die Eurozone schwächelt, legt die Türkei mit Wachstumsraten rekordverdächtig zu. Der Bedarf an gut qualifizierten Fremdsprachenkorrespondenten und Übersetzern für Türkisch ist daher groß. Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln am Rheinischen Bildungszentrum Köln (RBZ) lädt am Donnerstag, dem 1. Dezember 2011 um 17 Uhr zu einem Informationsnachmittag über die schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher und zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten IHK für die türkische Sprache ein. Die Veranstaltung findet statt in der Übersetzer- und Dolmetscherschule, Weißhausstraße 24 (Eingang bei „Real“) in 50939 Köln. Die Schulleitung stellt Schülern und ihren Eltern das berufsbildende Angebot vor und beantwortet Fragen.
Das neue Semester startet am 19. März 2012. Vor Beginn des Semesters wird vom 13. Februar bis zum 9. März ein Intensivkurs Türkisch zur Vorbereitung auf die Ausbildung angeboten.
Angesprochen sind sprachtalentierte Schülerinnen und Schüler mit Abitur, Fachhochschul- oder Fachoberschulreife mit guten Kenntnissen der türkischen und deutschen Sprache. Die an der Übersetzer- und Dolmetscherschule angebotene Ausbildungsform mit IHK-Prüfung bzw. mit staatlicher Prüfung ist für Türkisch in Deutschland in dieser Form einmalig. Die Prüfungsleistungen beinhalten sowohl die Wirtschaftssprache als auch den Nachweis über fundierte Kenntnisse im allgemeinsprachlichen Übersetzen. Die Ausbildung ist modular aufgebaut. Wer die „kurze“ Variante wählt, kann innerhalb von nur einem Ausbildungsjahr den IHK-Berufsabschluss zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten ablegen. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Prüfung können sich die Schüler für die Fortsetzung und damit für die „längere“ Variante (zweijährige Form) entscheiden. Sie absolvieren dann nach einem weiteren Jahr die staatliche Prüfung zum Übersetzer- und/oder Dolmetscher. Die Vollzeitausbildung kann auf Antrag mit BAföG gefördert werden.
In Köln und Umgebung leben viele sprachtalentierte junge Menschen mit deutsch-türkischem Hintergrund, die in zwei Kulturen zu Hause sind und diese zwei Sprachen sicher beherrschen. Sie verfügen über das wertvolle Kapital der Mehrsprachigkeit, auf das sie bei der Berufswahl aufbauen können.
Anmeldungen zum Infoabend nimmt das Schulsekretariat per Mail kontakt@dolmetscherschule-koeln.de oder telefonisch unter 0221/ 22 20 60 83 entgegen.
www.dolmetscherschule-koeln.de
Rheinisches Bildungszentrum Köln (RBZ)
Die Übersetzer- und Dolmetscherschule am RBZ bietet die ein- oder zweijährige Ausbildung in staatlich anerkannten Fremdsprachenberufen in Englisch, Spanisch, Türkisch, Russisch und Französisch an. Das RBZ Köln ist seit über 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig und engagiert sich als gemeinnützige Institution im Verbund der Rheinischen Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration. Zu den Bildungspartnern gehören unter anderem die Rheinische Akademie Köln und Rheinische Fachhochschule Köln.
[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Pressemitteilung RBZ, 2011-11-23. Bild: RBZ.]
Geschrieben in Ausbildung | Drucken | Keine Kommentare »
Jemen: Dolmetscher des Präsidenten entführt - Opposition kritisiert dessen Doppelrolle
24.11.2011 von Richard Schneider.
In Zeiten des Umsturzes leben auch Dolmetscher gefährlich. Im Jemen hatten Kräfte des abtrünnigen Generals Ali Mohsen in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Sanaa mit Waffengewalt das Auto von Mohamed Sudam (Bild) angehalten und den Mann verschleppt. Sudam ist der persönliche Dolmetscher des seit 33 Jahren diktatorisch regierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih.
Die Regierungspartei protestierte gegen die Entführung und wies darauf hin, dass Sudam ein Vertreter der internationalen Presse sei, weil er für eine amerikanische Nachrichtenagentur arbeite. Tatsächlich ist Sudam nicht nur Dolmetscher des Staatschefs, sondern seit Jahren auch freier Mitarbeiter von Reuters. Sein Name steht unter zahlreichen Reuters-Meldungen über die aktuelle Lage im Jemen, die von Medien auf der ganzen Welt übernommen werden.
Die jemenitische Opposition attackierte daraufhin sowohl den Dolmetscher in seiner vermeintlich zwielichtigen Doppelrolle als auch die Nachrichtenagentur. „Schande über Reuters“, schreiben Regimekritiker auf Facebook und Twitter. Und wie glücklich Sudam sich doch schätzen könne, zweimal bezahlt zu werden, „einmal von [Präsident] Salih für das Fälschen von Nachrichten und ein weiteres Mal von Reuters fürs Veröffentlichen“.
Die New Yorker Reuters-Zentrale war sich zunächst keiner Schuld bewusst. Von der Tätigkeit Sudams im Sprachendienst der Regierung habe man gewusst. Die Beiträge des Journalisten Sudam hätten stets die hohen Standards von Reuters erfüllt, weshalb man die Zusammenarbeit fortzusetzen gedenke. Erst als die Proteste der jemenitischen Opposition nicht abebben wollten, gab Reuters nach. Sudam werde künftig keine Berichte mehr über die Situation im Jemen schreiben – wohl aber über andere Länder der Region.
Sudam wurde von den Entführern nach einigen Tagen in Gefangenschaft auf Druck der Regierung und der jemenitischen Journalistengewerkschaft wieder freigelassen. Die Oppositionellen hatten offenbar gehofft, von ihm interne Informationen über das Regime in Sanaa zu gewinnen und ihn gegen inhaftierte Rebellen auszutauschen. Ob der Freilassung ein Kuhhandel zwischen Regierung und Opposition vorausgegangen ist, ist nicht bekannt.

Mohamed Sudam als Dolmetscher bei einer Begegnung zwischen der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice und dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih im Jahr 2007 in Washington. Neben Rice dolmetscht offenbar gerade der amerikanische Dolmetscher. Die USA unterstützen den Jemen seit vielen Jahren mit großzügigen Finanzhilfen.
Ähnliche Themen im Übersetzerportal
2003-09-16: „Ich habe Angst.“ Saddams Dolmetscher Sadun Al-Zubaydi blickt in eine ungewisse Zukunft
[Text: Richard Schneider. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2011-11-19. Bild: Quelle nicht ermittelbar.]
Geschrieben in Dolmetschen, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
ADÜ Nord: Natascha Dalügge-Momme zur Vizepräsidentin FIT Europe gewählt
23.11.2011 von Richard Schneider.
Auf der Generalversammlung der Region Europa der Fédération Internationale de Traducteurs (FIT Europe) am 19. November 2011 in Bukarest wurde unter anderem der Lenkungsausschuss des Verbandes neu gewählt. Zur Wahl standen sechs Kandidatinnen, wahlberechtigt waren 22 Mitglieder.
Gewählt wurden Eyvor Fogarty (ITI) mit 22 Stimmen, Cristiana Coblis (ATR) und Natascha Dalügge-Momme (Bild, ADÜ Nord) mit jeweils 19 Stimmen, Doris Grollmann (CBTIP) und Sabine Colombe (SFT) mit jeweils 17 Stimmen und Renate Dockhorn (BDÜ) mit 15 Stimmen.
Vorsitzende des Gremiums wird Eyvor Fogarty sein, ihr zur Seite steht Cristiana Coblis als Generalsekretärin. Beide waren bereits in der letzten Wahlperiode Mitglieder des Leitungsgremiums, so dass trotz der neuen Mitglieder eine Kontinuität der Arbeit gewährleistet ist. Vizepräsidentinnen sind Natascha Dalügge-Momme und Renate Dockhorn.
Die FIT ist der internationale Dachverband der Berufsverbände für Übersetzer und Dolmetscher. In den deutschsprachigen Ländern bzw. Ländern mit deutschsprachigen Regionen sind folgende Verbände reguläre Mitglieder der FIT:
- Deutschland: ADÜ Nord, ATICOM, BDÜ, VÜD.
- Österreich: AALST, ÖVGD, Universitas.
- Schweiz: ASTTI.
- Belgien: CBTIP.
[Text: Christiane Sprinz. Quelle: Pressemitteilung ADÜ Nord, 2011-11-22. Bild: ADÜ Nord.]
Geschrieben in Verbände | Drucken | Keine Kommentare »
Verteidigung bemängelt Übersetzung, um Prozess zu verzögern
22.11.2011 von Richard Schneider.
In Heidelberg stehen derzeit vier Mitglieder einer gut organisierten litauischen Bande vor Gericht, der vorgeworfen wird, seit Herbst 2010 zahlreiche Lastkraftwagen im Rhein-Neckar-Raum gestohlen und nach Litauen geschafft zu haben.
Wie bei Prozessen gegen die organisierte Kriminalität üblich, nutzt die Verteidigung jede Möglichkeit, den Fortgang des Verfahrens zu verzögern und zu behindern. Zuletzt waren die beteiligten Übersetzer und Dolmetscher Opfer dieser Taktik. Die Bürstädter Zeitung berichtet:
Verteidiger Dr. […], der einen der mutmaßlichen Lkw-Diebe vertritt, bemängelte eine unvollständige und zu späte Akteneinsicht. Zudem habe die inzwischen abgelöste Dolmetscherin viele Telefonmitschnitte „grob fehlerhaft“ und unvollständig übersetzt. So habe sie „Meine Post ist blöd“ anstatt „Die Post funktioniert nicht“ übersetzt. Der Antrag des Verteidigers, das Verfahren auszusetzen und mehrere tausend Seiten neu übersetzen zu lassen, lehnte das Gericht ab. Einige fehlerhafte Passagen wurden inzwischen durch eine neue Dolmetscherin korrigiert. Übersetzungen seien nun einmal „keine exakte Wissenschaft“, gab Staatsanwalt Markus Krumme zu bedenken.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Bürstädter Zeitung, 2011-11-09. Bild: Richard Schneider.]
Geschrieben in Gerichtsdolmetscher | Drucken | Keine Kommentare »
Schneller lesen - aber wie?
21.11.2011 von Jessica Antosik.
Johannes Gutenberg entwickelte eine Reihe von Verfahren, die die Voraussetzung für den Buchdruck schafften. Die Erfindung und Etablierung des Letterndruckes bildet einen bedeutenden kulturhistorischen Einschnitt, der eine grundlegende Informationsverarbeitung einleitete. Der Buchdruck ermöglichte die exakte Reproduktion von Wissen in einem zuvor nie gekannten Ausmaß. Die gedruckten Bücher waren mit der Zeit nicht mehr so teuer, sodass auch einfache Menschen Zugang zu Büchern bekamen und Lesen sowie Schreiben erlernten. Lesen bedeutet schriftlich niedergelegte, sprachlich formulierte Gedanken aufzunehmen und zu verstehen. Es steht immer für eine Auslese der zu beachtenden Einzelheiten.
Der Verleger Peter Suhrkamp berichtet Folgendes über die Arten des Lesens: „Es gibt viele Arten zu lesen, und man muß zwischen Lesen und Lesen scheiden: Lesen, um zu lernen, Lesen, um in etwas einzudringen, Lesen, um den Geist in Bewegung zu bringen, Lesen als Gespräch, Lesen als Kunst. Alle lassen sich in drei Arten zusammenfassen: Lesen zur Orientierung, Lesen als Übung und schöpferisches Lesen.“
Die steigende Informationsflut will bewältigt werden. Wer von Berufs wegen viel lesen muss, eignet sich sicherlich die Fähigkeit an, überdurchschnittlich schnell zu lesen und dennoch den Inhalt des Textes zu verstehen – Schnelllesen. Doch berufliches Lesen will gelernt sein. Wie kann man das Tempo des Lesens wirksam beschleunigen? Wie muss der Leseplatz beschaffen sein, um Texte rascher erfassen zu können? Diesen Fragen wird im Laufe des Artikels nachgegangen.
Ein nicht geübter Leser liest etwa 120 Wörter pro Minute („words per minute“, wpm). Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit liegt bei 240 wpm. Ein erfahrener Leser hingegen liest ca. 480 wpm. Schnellleser schaffen bis zu 1000 Wörter pro Minute. Beim Vorlesen mit Betonung liest man rund 60 Wörter pro Minute.
Was beeinflusst die Aufnahmegeschwindigkeit eines Lesers? Der Faktor Licht spielt hier eine große Rolle. Schlechtes Licht bremst das Lesetempo. Bei Tageslicht liest man doppelt bis dreimal so schnell als bei Kerzenschein. Eine Sehbeschleunigung ist nicht möglich. Man kann den Sehorganen nicht „Beine machen“. Dies bedeutet, dass das Sehtempo das Lesetempo bestimmt. Nicht nur der Leseplatz, auch das Leseumfeld muss gut ausgeleuchtet sein. Der Raum sollte nur wenig dunkler sein als der Leseplatz. Ansonsten wird die Fixationszeit nicht für das Lesen genutzt. Starke Farbkontraste im Gesichtsfeld sollten ebenfalls vermieden werden. Auch wenn es oftmals nicht bemerkt wird: Hintergrundmusik stört und verhindert womöglich gar das Lesen. Geräusche wirken sich negativ auf den Mechanismus des Subvokalisierens, das innere bzw. stumme Mitsprechen in Gedanken, während des Lesens aus. Systematisch Lesen bedeutet, vor dem Lesen die richtige Ergonomie am Leseplatz herzustellen. Dies beinhaltet u. a. auch den richtigen Lesestuhl – man muss auf dem Stuhl sicher sitzen und gelassen lesen können. Zudem sollte man nur lesen, wenn man ausgeruht ist. Die persönliche Gesundheit ist hier ein wichtiger Faktor.
Beim Lesen sehen wir nicht einzelne Wörter, sondern ganze Scheiben im Text. Dabei wird der Inhalt einer Scheibe nicht verstanden. Die Wörter werden durch Subvokalisation herausgefiltert und zu Klangfolgen verknüpft. Daraus ergeben sich Sprachrhythmus und Satzmelodie. Der Inhalt erschließt sich erst dann, wenn man in den Klangfolgen eines Satzes so weit vorangeschritten ist, dass sich aus dem Teil der Sinn ergeben kann.
Schneller lesen wird derjenige, der mehrere Wörter im Leseblick wie ein einziges Wort erfasst und nicht, wer insbesondere die kleinen, aber sinntragenden Wörter wie „und“, „oder“, „ist“, „war“ überspringt. Dann versteht man nicht, worum es eigentlich in dem Text geht, muss ggf. ein paar Sätze noch einmal lesen, da man ansonsten nur Bahnhof versteht. Dies nimmt viel Zeit in Anspruch und ist nicht der richtige Weg zum Turbolesen. Der Begriff „Scannen“ stand ursprünglich für das auszugsweise Lesen. Heutzutage wird damit jedoch oft das Schnelllesen gemeint, obwohl beim Überfliegen eines Textes das genaue Erfassen des Inhalts eines Lesestücks nicht möglich ist.
In der deutschen Sprache sind Groß- und Kleinbuchstaben von wesentlicher Bedeutung beim (Schnell-)Lesen. Majuskeln und Minuskeln beschleunigen den Leseprozess und erleichtern das Lesen, da Substantive und Satzanfänge, die für das Verständnis des Textes besonders bedeutsam sind, vom Auge schneller erfasst werden.
Abneigung gegen das Thema, den Autor oder den Inhalt verlangsamen die Lesebeschleunigung. Ein ungewöhnlicher Druck oder ein seltenes Textformat wirken sich negativ auf die Lesebeschleunigung aus. Abgesehen davon sollten beim längeren Lesen am Stück kreative Lesepausen eingelegt werden, um das Gelesene zu verarbeiten und abzuspeichern. Da Sprechen diesen Prozess behindert, sollte während der Pausen darauf verzichtet werden.
Schnelles Lesen braucht ein sicheres Lesegefühl. Die Lesemechanik sollte ab und an durch lautes Vorlesen gepflegt werden. Des Weiteren lässt langsames und lautes Lesen das leise Lesen schneller werden. Für berufliches Lesen gilt: Übung macht den Meister.
Zu guter Letzt noch ein Hinweis darauf, dass sog. zweitägige “BrainTrain-Seminare”, “SpeedReading-Seminar” etc. angeboten werden, mit dem Ziel, effizient lesen und damit Zeit sparen zu lernen. Die Preise belaufen sich von etwa 385 Euro bis zu 1.118 Euro inkl. 19% MwSt.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: TurboLesen. Rotraut Michelmann, Walter Uwe Michelmann, 2001: FALKENVerlag, Niedernhausen; Wikipedia.]
Geschrieben in Büroorganisation, Sprache allgemein | Drucken | Keine Kommentare »