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Archive für Dezember 2011

Das Jugendwort des Jahres 2011: “Swag”

Jugendwort des Jahres„Swag“ ist das Jugendwort des Jahres 2011. Die jugendlichen Jurymitglieder und ihre journalistischen Kollegen beeindruckte die schnelle und riesige Verbreitung des aus dem US-Amerikanischen stammenden Wortes. „Swag“ landete auf Platz 1 knapp vor „Fail/Epic Fail“ für grober Fehler bzw. Versagen. Den dritten Platz belegt „guttenbergen“ für Abschreiben, „Körperklaus“ – eine Wortneuschöpfung für Tollpatsch und Grobmotoriker – sicherte sich Platz 4 und „googeln“ für suchen, allerdings nicht nur im Internet, sondern auch beispielsweise in einem Lexikon, schließt die Top Five ab. Rund 40.000 Interessierte wählten im Internet auf www.jugendwort.de sowie auf der Jugendmesse „YOU“ in Berlin aus den 30 zur Wahl stehenden Begriffen die Top 15 für die Jurysitzung für das Jugendwort des Jahres 2011. Insgesamt wurden circa 3.000 neue Begriffe eingereicht. Bereits zum vierten Mal rief der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der Jugendzeitschrift SPIESSER und erstmals mit der Jugendmesse YOU zur Wahl des Jugendwortes des Jahres auf.

Die Top Five der Jugendwörter 2011 im Überblick:

  1. Swag
  2. Fail/Epic Fail
  3. guttenbergen
  4. Körperklaus
  5. googeln

Die Meinung der Jury war in diesem Jahr erstmals deckungsgleich mit der der Internet-Voter. Bei der Internetabstimmung legte „Swag“ quasi einen Start-Ziel-Sieg hin. „Swag“ kommt ursprünglich aus dem Song „Turn my swag on“ des amerikanischen Rappers Soulja Boy. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erlangte der Begriff große Bekanntheit durch die Coverversion des österreichischen Rappers Money Boy „Dreh den Swag auf“. Der Begriff steht für eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ sowie eine „charismatisch-positive Aura“.

Ende letzten Jahres diskutierte die Musikszene darüber, ob Money Boy der schlechteste Rapper der Welt sei oder die neue Hoffnung des deutschsprachigen Hip Hops. Zumindest hat er mit seinem Cover „Dreh den Swag auf“ rund 14 Mio. Klicks bei YouTube erreicht und das Wort „Swag“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz in aller Munde gebracht. Nun hat es der Begriff sogar zum Jugendwort des Jahres 2011 geschafft, womit einmal mehr deutlich sein dürfte, wie schnell sich ein Begriff über das Internet verbreitet und in die alltägliche Sprache Einzug findet. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ „stolzieren“ und „swaggerer“ heißt „Aufschneider, Großtuer“.

Besonders interessant war für die diesjährige Jury, dass die beiden Favoriten zum ersten Mal aus dem englischsprachigen Raum stammen. So zeige sich die starke Vernetzung der virtuellen und reellen Kommunikationsebenen.

Im Gegensatz zu „Swag“ fehlte der Jury beim Begriff „Fail/Epic Fail“ das letzte Quäntchen Originalität. „Fail/Epic Fail“ wird zwar in der Jugendsprache häufig gebraucht, ist aber der Computerspielsprache entlehnt und dadurch vielen Erwachsenen bekannt. „Guttenbergen“ konnte aus ähnlichen Gründen nicht zum Gewinner gekürt werden. Zwar empfand die Jury die Aktualität des Begriffs als durchaus gegeben und die Verbalisierung eines Namens sowie den gesellschaftlichen Bezug als sehr originell. Doch der Einwand der jugendlichen Jurymitglieder, das Wort sei doch schon sehr im Sprachgebrauch Erwachsener/Lehrer verankert, ließ den Begriff auf Platz 3 landen.

Platz 4 „Körperklaus“ ist ein Wort aus einem älteren Musiktitel der Gruppe „Seeed“ und erlangte neuen Ruhm durch eine Teilnehmerin der Casting-Show „Germany’s next Topmodel“. Die Häufigkeit der Einreichung des Wortes war groß, konnte allerdings nicht mit der Verbreitung der Besserplatzierten mithalten. Auch „googlen“ als jugendlicher Ausdruck für das Verb „suchen“ konnte zwar in den Top Five landen, da es seinen einstigen modernen Radius Internet verlassen hat und ebenso für das Nachschlagen in einem Lexikon Anwendung findet. Allerdings musste sich dieser Begriff in der Kategorie Originalität geschlagen geben.

Initiative Jugendwort

Die Initiative „Jugendwort des Jahres“ wurde im Jahr 2008 vom Langenscheidt Verlag ins Leben gerufen. Ziel und Idee des Wettbewerbs ist es, die Kreativität der schnelllebigen Jugendsprache zu präsentieren und jährlich neu zu dokumentieren. Dabei bietet Langenscheidt mit der Seite www.jugendwort.de die Plattform und Öffentlichkeit, auf der sich Jugendliche einbringen und austauschen können, greift jedoch nicht korrigierend, sondern nur organisierend ein.

Das Jugendwort des Jahres wird nicht vorrangig nach der Häufigkeit seiner Verwendung ausgesucht. Eine Wertung ist damit nicht verbunden. 2008 machte der Begriff „Gammelfleischparty“ als Übersetzung der Ü-30-Party das Rennen. 2009 gewann der Begriff „hartzen“ für „arbeitslos sein“ oder „rumhängen“. Im letzten Jahr bekam das Wort „Niveaulimbo“ für „das ständige Absinken des Niveaus“ den begehrten Platz 1.

In diesem Jahr wurden rund 3000 Wörter eingereicht. Anhand der Kriterien Häufigkeit, Verbreitung, Aktualität und Kreativität wurde eine Liste der Top 30 im Internet unter www.jugendwort.de zur Abstimmung bereit gestellt. Rund 40.000 Interessierte wählten mit ihrer Stimme die Top 15 für das Jugendwort des Jahres 2011. Die finale Top-15-Liste wurde der Jury vorgelegt. Um verschiedenste Blickwinkel des Sprachgebrauchs und der Sprachbeobachtung einfließen zu lassen, setzt sich die heterogene, jährlich wechselnde Jury aus verschiedenen Altersstufen zusammen. Neben dieser Heterogenität wird bei der Wahl der Jurymitglieder vor allem Wert auf deren Kompetenz im Bereich Sprache gelegt.

Jury und Kooperationspartner

Kooperationspartner der Initiative sind die Jugendzeitschrift SPIESSER und die Jugendmesse „YOU“. Die Jury für das Jugendwort des Jahres 2011 bestand aus: Sarah (16), Gewinnerin der Jurymitglied-Aktion der Jugendzeitschrift SPIESSER; Sarah (16) und Corinna (16), Gewinnerinnen der Jurymitglied-Aktion der Jugendmesse YOU; Manja Branß, Mitarbeiterin der Jugendzeitschrift SPIESSER; Matthias Heine, Redakteur bei DIE WELT; Uwe Wittstock, Redakteur bei FOCUS; Eva Betz-Weiß, Redakteurin beim Langenscheidt Verlag.

Das Jugendwort des Jahres 2011 und die Top-5-Begriffe finden sich im aktuellen Buch Hä?? Jugendsprache unplugged 2012. Für die nächste Ausgabe 2013 können auf bis 28. Februar 2012 unter der folgenden Adresse wieder neue Jugendbegriffe eingereicht werden:

www.jugendwort.de

[Text: Langenscheidt. Quelle: Pressemitteilung Langenscheidt, 2011-12-05. Bild: Langenscheidt.]

Schweizer Textking AG gründet Vertriebsgesellschaft in Berlin

TextkingNach ihrem Onlinegang vor gut einem halben Jahr ist das Schweizer Übersetzungsunternehmen TEXTKING AG den nächsten Schritt gegangen und hat im November 2011 die TEXTKING Deutschland GmbH gegründet. Die Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Berlin soll zukünftig deutsche Firmen vom vielfältigen und lösungsorientieren Angebot des Schweizer Dienstleisters überzeugen. Vom breiten Angebot an Übersetzungsdienstleistungen in 78 Sprachen und 15 Fachgebieten konnten seit dem Onlinegang des jungen Kreuzlinger Unternehmens im Mai 2011 sowohl Privat- als auch Firmenkunden profitieren, bislang vornehmlich aus der Schweiz.

“Firmenkunden haben oft ausdrückliche Anforderungen - auch Übersetzungen externer Dienstleister müssen sich reibungslos in ihre internen Prozesse eingliedern”, erläutert die Geschäftsführerin Christine Eberle. “Mit unserem kompetenten Team, modernster Technologie und einem Netzwerk aus über 2700 Übersetzern haben wir die Lösungen, um auf jeden Kunden individuell eingehen zu können.”

Die individuellen Bedürfnisse der deutschen Kunden kennt der Geschäftsführer der neuen TEXTKING Deutschland GmbH sehr gut. Mit Jann-Martin Mauer, ehemals Head of Sales bei tolingo, konnte die TEXTKING AG einen erfahrenen Vertriebsmann für sich gewinnen. “Ich bin froh, den Kunden mit TEXTKING Lösungen bieten zu können, um den Bereich Übersetzung im Unternehmen effizienter zu gestalten. Durch unsere innovative Software bieten wir dem Kunden einen deutlichen Mehrwert gegenüber traditionellen Übersetzungsprozessen”, freut sich Mauer.

In einem Translation Memory werden Begriffe und Sätze samt ihrer Übersetzung abgespeichert und für weitere Aufträge wieder verwendet. Das fördert die Kontinuität und Qualität der Übersetzungen und ermöglicht es, Texte auf Dauer schneller und kostengünstiger bearbeiten zu können. Besonders in Branchen mit hohem Übersetzungsaufwand, jedoch nur geringfügigen Änderungen der Ausgangsdokumente, stellt dies einen klaren Vorteil dar.

TEXTKING ist Spezialist für modernste Lösungen im Bereich Übersetzungsdienstleistungen. Das Angebot umfasst die professionelle Abwicklung von Übersetzungen und Korrektorat in verschiedenen Qualitätsstufen. Dabei ist Transparenz das oberste Gebot. Der Übersetzungsprozess ist bei TEXTKING keine Black Box. Auftraggeber und Dienstleister treten direkt in Kontakt. Dank eines großen Pools an Übersetzern bietet TEXTKING nahezu jede Sprache und jeden Fachbereich.

www.textking.com

Mehr zum Thema auf uepo.de
2011-07-11: TEXTKING geht mit neuem Geschäftsmodell für Übersetzungen online

[Text: Linda Weikert. Quelle: Pressemitteilung Textking AG, 2011.12.06. Bild: Textking.]

GfdS wählt “Stresstest” zum Wort des Jahres 2011

GfdSAm 16. Dezember 2011 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) die Wörter des Jahres bekannt gegeben. Bereits seit 1971 und somit im 40. Jahr kürt die GfdS Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.

Aus einer Sammlung von etwa 3.000 Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden wählte die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern zusammensetzt, zehn Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und dieses Jahr wesentlich geprägt haben.

Für die Auswahl der Wörter des Jahres entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität: Die Liste trifft den sprachlichen Nerv des sich dem Ende neigenden Jahres und stellt auf ihre Weise einen sprachlichen Jahresrückblick dar. Als ein solcher Beitrag zur Zeitgeschichte sind die ausgewählten Wörter jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden. Hier die Rangfolge:

  1. Wort des Jahres 2011 ist Stresstest. Dieses Wort, ursprünglich aus der Humanmedizin stammend, begegnete im Laufe des Jahres auffällig oft. Es erwies sich dabei aus sprachlicher Sicht als äußerst produktiv und war in den verschiedensten Bereichen anzutreffen: Nicht nur Banken wurden auf ihre Belastbarkeit getestet, auch etwa das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg und deutsche Atomkraftwerke wurden Stresstests unterzogen. Diese Praxis und somit das Wort erlangten dadurch politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz. So ist Stresstest mittlerweile als fester Bestandteil der Alltagssprache anzusehen.
  2. Platz 2 belegt das Verb hebeln. In der derzeitigen europäischen Schuldenkrise erweiterte dieser Fachbegriff aus der Finanzbranche die Bedeutung des in der Allgemeinsprache bereits bekannten Worts und spiegelt das Bemühen um die finanzielle Rettung der Eurostaaten: Durch Erweiterung des Rettungsschirms um externes Kapital soll die Summe zur Rettung eines Landes vervielfältigt werden. Tatsächlich wird durch das Hebeln weniger Kraft, sprich Kapital, benötigt als beim Akt des Stemmens.
  3. Das ganze Jahr über aktuell und sprachlich interessant ist die Arabellion auf Platz 3 als Oberbegriff für die zahlreichen Revolutionen und politischen Umwälzungen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern.
  4. Merkozy – prägnante Kurzbezeichnung für Angela Merkel und Nicolas Sarkozy – wählte die Jury auf Platz 4. Die Wortkreuzung kennzeichnet die exponierte Stellung und die weitgehende Einigkeit von Deutschland und Frankreich bei Entscheidungen zum Umgang mit der europäischen Finanzkrise.
  5. Zu einem bedeutungsschweren Begriff wurde im Jahr 2011 Fukushima auf Position 5. Der Name des betroffenen Ortes wurde gleichsam zu einer Chiffre für das Atomunglück in Japan und drückt dessen gesamte Spannweite sowie die Folgen für die deutsche Energie- und Atompolitik aus.
  6. Auf den 6. Rang wurde Burnout gewählt. Zwar ist das Wort und insbesondere die Krankheit schon seit längerem verbreitet, doch ist Burnout zunehmend als Ausdruck der Probleme unserer heutigen schnelllebigen Zeit zu verstehen und verbreitet sich als Begriff derzeit geradezu inflationär.
  7. Seit sich herausstellte, dass es sich bei der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg in weiten Teilen um ein Plagiat handelt, ist das Verb guttenbergen, in der Liste auf Platz 7, als Synonym für abschreiben, abkupfern, plagiieren bekannt und längst nicht mehr nur auf das Vorgehen dieses Politikers zu beziehen.
  8. Im Frühjahr sorgte der Darmkeim Ehec für Aufregung und Ducheinander bei der Suche nach seinem Hauptüberträger. Schließlich wurde er gefunden und die Bevölkerung fortan vor den schuldigen Killersprossen, auf Platz 8, gewarnt.
  9. Als Philipp Rösler zum Vorsitzenden der FDP gewählt wurde, versprach er: »Ab jetzt wird geliefert!« In dieser Aussage wird ein neues Verständnis von Politik offenbar, zeitnah konkrete Lösungen zu Problemstellungen vorzulegen, und liefert uns den 9. Platz.
  10. Abschließend wählte die Jury »Wir sind die 99 %« auf Position 10. Hiermit wird das Motto der weltweit auftretenden Occupy-Bewegung thematisiert, das auf die äußerst ungleiche Verteilung von Macht und Geld in der Weltbevölkerung aufmerksam machen soll.

[Text: GfdS. Quelle: Pressemitteilung GfdS, 2011-12-16. Bild: GfdS.]

uepo.de in Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen

erfolgreich-suchen.deUepo.de, das Nachrichtenportal für Übersetzer, hat die Qualitätsprüfung der Redaktion des m.w. Verlags bestanden und wurde in die Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen.

Bei erfolgreich-suchen.de steht die inhaltliche Qualität der Web-Seiten an erster Stelle. Die Suchergebnisse werden nicht nach einem bestimmten automatisierten Algorithmus erzeugt, sondern sind das Ergebnis redaktioneller Arbeit. Im Gegensatz zu maschinellen Suchdiensten, die meist endlos lange Trefferlisten ausspucken, auf denen auch eine Vielzahl an schlechten Seiten zu finden ist, konzentriert sich erfolgreich-suchen.de nur auf die absoluten Top-Seiten zu jedem Themenbereich, alle redaktionell überprüft und ausgewählt.

Der Bestand von erfolgreich-suchen.de wird fortlaufend aktualisiert und erweitert, zudem werden die aufgenommenen Web-Seiten regelmäßig auf ihre Qualität hin überprüft. Dabei unterliegen die Adressen bestimmten Aufnahmekriterien, die erfüllt sein müssen, um in dem Katalog gelistet zu werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Web-Seite muss in deutscher Sprache verfasst sein.
  • Es werden möglichst viele kommentierte Links zum Themengebiet angeboten.
  • Das Angebot der Web-Seite ist kostenlos.
  • Die Bedienerführung ist übersichtlich.
  • Es gibt ein großes Service-Angebot (z. B. Hintergrundberichte, Link-Verzeichnisse, interne Suchmaschinen, Buchbesprechungen, Insidertipps usw.).
  • Die Web-Seite ist auf Dauer angelegt und wird regelmäßig überarbeitet.
  • Nach Möglichkeit müssen die Inhalte der Web-Seite in der Mehrzahl ohne vorherige Anmeldung zugänglich sein.

Betrieben wird das Angebot von der Redaktion des Web-Adressbuches für Deutschland, dem führenden Internet-Guide auf dem deutschen Buchmarkt, in dem jedes Jahr nur die 6.000 besten deutschsprachigen Web-Seiten präsentiert werden. Bereits seit mehr als 10 Jahren durchforsten die Redakteure das Internet. Die Kompetenz des Redaktions-Teams wurde schon mehrfach von der Presse bestätigt: Dass das Web-Adressbuch als echte “Alternative zu Google & Co.” (Hamburger Abendblatt) bezeichnet wird, ist keine Seltenheit. Der Vorteil eines Buches als Recherchewerkzeug ist, dass man sich durch die Themenbereiche treiben lassen kann, ohne dass ein bestimmtes Stichwort eingetippt werden muss, und dass man “immer neue gut gemachte Web-Seiten findet, die Google & Co. nicht als Treffer anzeigen” (Bayern 3).

www.erfolgreich-suchen.de

[Text: Richard Schneider. Quelle: erfolgreich-suchen.de. Bild: erfolgreich-suchen.de.]

Europäischer Bürgerbeauftragter fordert öffentliche Konsultationen in allen EU-Amtssprachen

P. Nikiforos Diamandouros

Der Grieche P. Nikiforos Diamandouros (69, Bild) ist seit dem 1. April 2003 Europäischer Bürgerbeauftragter und nimmt die Aufgaben eines Ombudsmanns wahr. Jetzt hat er die Europäische Union dazu aufgerufen, Dokumente für öffentliche Konsultationen in allen 23 EU-Amtssprachen zu veröffentlichen oder auf Anfrage Übersetzungen anzubieten.

Ein spanischer Rechtsanwalt hatte sich im Oktober 2010 beschwert, eine öffentliche Konsultation über die Besteuerung im Finanzsektor sei nur in englischer, französischer und deutscher Sprache erhältlich gewesen. Zudem führte er weitere Beispiele für Konsultationen an, die lediglich auf Englisch verfasst wurden, obwohl sie an ein breites Publikum gerichtet seien. Die Sprachenpolitik der EU-Kommission sei im Hinblick auf Konsultationen willkürlich und folge keiner klaren Linie. Sie stehe nicht im Einklang mit den Prinzipien der Transparenz, der guten Verwaltung und der Nichtdiskriminierung.

Diamandourous gab ihm Recht. Die Bürger der Europäischen Union könnten nicht von ihrem Recht gebrauchen machen, am EU-Entscheidungsprozess teilzunehmen, wenn die Dokumente nicht in allen Amtssprachen verfügbar seien. Daraufhin forderte Diamandouros die EU auf, klare Leitlinien für die Sprachenpolitik bei öffentlichen Konsultationen zu erarbeiten.In einer Stellungnahme erkannte die EU-Kommission an, dass Sprachbarrieren für Bürger ein Hindernis für die Teilnahme an öffentlichen Konsultationen darstellen können. Allerdings werde die Umsetzung der Mehrsprachigkeit von Zeitbeschränkungen und den zur Verfügung stehenden Mitteln beeinflusst. Die Kommission sei laut einer Mitteilung über öffentliche Konsultationen aus dem Jahre 2002 nicht verpflichtet, die Dokumente in alle EU-Amtssprachen zu übersetzen.

Diamandouros wies die Argumente der EU-Kommission zurück. Er sei der Ansicht, dass von Bürgern nicht erwartet werden könne, an einer Konsultation teilzunehmen, die sie nicht verstünden. Vielsprachigkeit sei unerlässlich für das Bürgerrecht auf Teilnahme am demokratischen Leben der EU, das vom Vertrag von Lissabon verbürgt sei. Als Ombudsmann kritisierte er die restriktive Sprachenpolitik der Kommission als schlechte Verwaltungspraxis und hält sie dazu an, die Dokumente für öffentliche Konsultationen in allen 23 Amtssprachen zu veröffentlichen oder auf Anfrage Übersetzungen anzubieten. Er argumentiert:

1. The Commission should, as a matter of principle, publish its consultation documents in all the official languages of the Union, or provide the citizens with a translation upon request. In doing so, the Commission should take into account that the Treaty of Lisbon has placed special emphasis on the right of civil society to participate in the democratic life of the Union.

2. Furthermore, the Commission should draft clear, objective and reasonable guidelines concerning the use of the Treaty languages in its public consultations, bearing in mind that any restriction to the principles of democratic citizen participation in the decision-making process and of broad consultation by the Commission, enshrined in Articles 10(3) and 11(3) TEU, must be justified and proportionate. These guidelines should be public and easily accessible. The Commission could include them among its excellent general principles and minimum standards for consultation of interested parties, or, at least, on the Your Voice in Europe website.

Die Kommission soll bis zum 29. Februar 2012 eine begründete Stellungnahme einreichen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: ombudsman.europa.eu, europa.eu. Bild: Pressestelle EU-Bürgerbeauftragter.]

Dolmetschen und Übersetzen für Gerichte und Behörden: Magdeburg-Stendal verlängert Anmeldefrist

Hochschule Magdeburg-StendalDie Anmeldefrist für das neue berufsbegleitende Teilzeitstudienprogramm „Dolmetschen und Übersetzen für Gerichte und Behörden“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal wurde bis zum 15. Januar 2012 verlängert.

Die Zertifikatsweiterbildung wurde für Dolmetscher, Übersetzer und Juristen mit Zweitsprachkompetenz entwickelt, die die Qualifikation erwerben möchten, für Gerichte und Behörden als Dolmetscher und Übersetzer zu arbeiten. Die dafür notwendigen Qualifikationen, wie Dolmetsch- und Übersetzungstechniken, juristische Terminologie und relevante juristische Sachkenntnisse, werden im Rahmen des Programms vermittelt. Das Abschlusszertifikat ermöglicht die Beeidigung durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalt, welche deutschlandweit gültig ist. Darüber hinaus dient das Programm bereits tätigen Dolmetschern und Übersetzern auch als Fortbildung.

Das Programm startet im März 2012 und endet mit der letzten Prüfung im Oktober 2012.

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme sind:

  • einwandfreie Deutschkenntnisse
  • eine Hochschulzugangsberechtigung
  • eine mindestens zweijährige berufspraktische Tätigkeit als Dolmetscher oder Übersetzer.

Bewerbung

  • ausgefülltes Anmeldeformular
  • schriftliche Begründung des Teilnahmewunsches
  • tabellarischer Lebenslauf mit Foto
  • Nachweis der beruflichen Tätigkeit und des Spracherwerbs
  • Zeugniskopien (Ausbildung/Studium)

Studiendauer

  • 2 Semester (Februar bis Oktober)
  • insgesamt 100 Unterrichtsstunden
  • berufsbegleitendes Teilzeitstudium

Präsenzphasen

  • 11 Wochenendblöcke
  • die beiden letzten Blöcke (2. schriftliche Prüfung und mündliche Prüfung) sind eintägig

Organisation

  • Die Einteilung der Teilnehmer erfolgt entsprechend der Bewerbungen für eine Sprache mit mindestens fünf Teilnehmern.
  • Die Referenten sind einerseits beeidigte Dolmetscher und Sprachdozenten und zum anderen Richter und Praktiker aus Behörden, Polizei und Notariat.
  • Die Veranstaltungen finden auf dem Hochschulcampus (Haus 4, Raum 2.14) statt.

Teilnahmegebühren

Die Teilnahmegebühren sind vor Kursbeginn zu entrichten. Die Teilnahme an der Prüfung ist nicht obligatorisch.

  • Teilnahmegebühr (vorbehaltlich einer ggf. notwendigen Neukalkulation): 1.990 Euro
  • Prüfungsgebühren (vorbehaltlich einer ggf. notwendigen Neukalkulation): 400 Euro

Weitere Informationen unter: www.hs-magdeburg.de

[Text: Nina Neumann. Quelle: Website Hochschule Magdeburg-Stendal.  Bild: Hochschule Magdeburg-Stendal.]

Anja Röger dolmetscht beim Festival des osteuropäischen Films in Cottbus

Vom 1. bis 6.11.2011 fand die 24. Ausgabe des FilmFestivals Cottbus im Staatstheater Cottbus statt. Über 140 Filme aus 33 Ländern Mittel- und Osteuropas wurden vorgestellt, darunter waren 10 Weltpremieren, 7 internationale und 43 deutsche Erstaufführungen. Präsentiert wurden sie hauptsächlich von den Regisseuren, Schauspielern oder Produzenten persönlich.

Anja Röger, seit 1995 freiberufliche Diplom-Dolmetscherin und -Übersetzerin für Französisch und Englisch, war eine von elf Dolmetschern, die dafür sorgten, dass auch Besucher die Filme des Festivals verstanden, die nicht der slowenischen, russischen oder englischen Sprache mächtig waren. Dabei schlüpfte sie in verschiedene Rollen und dolmetschte simultan. Die 40-Jährige saß während der Filmvorstellung in der Sprecherkabine und übersetzte den englischen Text aus ihren Unterlagen passend zur Handlung. In der Stadthalle konnte sie von der Kammer aus durch eine Scheibe auf die Leinwand schauen. Lediglich eine Tischlampe spendete Licht in dem kleinen schwarzen Raum.

Bereits zum 13. Mal ist sie beim Cottbusser Filmfestival dabei. „In den ersten Jahren saß ich noch im Gladhouse zwischen den Zuschauern, um mich herum nur ein Vorhang. Ich durfte nicht zu laut sprechen, das haben ja alle gehört.“ Mittlerweile sei alles, abgesehen von ein paar technischen Problemen, gut organisiert.

Einige Tage vor dem Festival erhielt Anja Röger das Material, zumeist ein englisches Manuskript und die Film-DVDs. Damit bereitete sie sich auf ihren Dolmetscheinsatz vor. Es kam auch schon vor, dass sie drei unterschiedliche Texte pro Film bekam, die sie selbst zusammenordnen musste.

Nicht immer ist es so, dass Übersetzungen abwechslungsreich sind. Oftmals ist genau das Gegenteil der Fall. „Ich bin immer wieder überrascht, dass die Leute das so ertragen. Denn wir sind verwöhnt von perfekt synchronisierten Filmen“, so Röger. Dies könnte das Filmfestival allerdings nicht finanzieren. „Die Filme vorab zu übersetzen und synchronisieren ist zu teuer“, erklärt Karin Fritzsche, Festival-Kuratorin und Verantwortliche für die Dolmetscher. Tagessätze wie bei Konferenzen kann sie nicht zahlen. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute für uns arbeiten, weil es ihnen Spaß macht.“

Abschließend sagte Anja Röger einige Worte zu den Tücken des Simultandolmetschens: „Bei langen verschachtelten Sätzen oder wenn die Schauspieler alle durcheinanderreden, kommt man ganz schön ins Schwitzen“, erzählt Röger. Hustenanfälle, Lachkrämpfe oder andere Geräuschkulissen irritieren den Zuhörer. „Einmal musste ich bei einem sehr traurigen Film fast losheulen“, erinnert sich Röger.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: lr-online.de, 05.11.2011. Bild: tu-cottbus.de.]

Online-Sprachdienstleister myGengo erhält 5,25 Mio. USD von Risikokapitalgebern

myGengomyGengo, ein Online-Anbieter von Übersetzungsdienstleistungen, erhält 5,25 Millionen US-Dollar von Risikokapitalgebern. Die Finanzierung wird von der in London ansässigen Venture-Capital-Firma Atomico getragen, die von Skype-Mitgründer Niklas Zennström geführt wird, sowie von dem US-amerikanischen Seed-Fund-Unternehmen 500 Startups. Atomico-Gesellschafter Hiro Tamura tritt dem Vorstand von myGengo bei.

myGengo bietet Übersetzungen für Unternehmen an, die international agieren. Die Übersetzungen erfolgen einfach, schnell und preisgünstig durch ein wachsendes Netzwerk von über 3.000 professionellen Übersetzern und Muttersprachlern auf der ganzen Welt. Ein freies Lokalisierungstool unterstützt das Arbeiten in verschiedenen Sprachen und an verschiedenen Orten und die umfangreichen API-Schnittstellen von myGengo ermöglichen Entwicklern, den Übersetzungsservice in jede Webseite oder Applikation zu integrieren.

Die neuen Finanzmittel werden verwendet, um die Marketing-, Vertriebs- und Engineering-Abteilungen in den USA zu erweitern sowie das weltweite Übersetzer-Netzwerk auszubauen und so der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Der Umsatz von myGengo stieg in den letzten zwölf Monaten um 1000 Prozent und das Unternehmen übersetzte im ersten Quartal des Jahres 2011 mehr Textvolumen als in der gesamten bisherigen Unternehmensgeschichte.

Seit der Firmengründung im Jahr 2008 hat myGengo weltweit Unternehmen geholfen, global tätig zu werden und so neue Märkte für sich zu gewinnen. Zu den Kunden gehören VW und Audi Financial Services, Evernote, Japan Tourist Bureau, Pulse, Greplin sowie Elecom. myGengo bietet derzeit Übersetzungen in 15 Sprachen an und hat vor kurzem Arabisch hinzugefügt.

Robert Laing„Diese Investition wird es uns ermöglichen, Tausende von neuen Kunden zu erreichen und dazu beitragen, myGengo zur Nummer-1-Lösung zu machen, wenn es um Übersetzungsdienste für Webseiten, Applikationen und mehr geht“, so Robert Laing (Bild), Gründer und CEO von myGengo. „Atomico passt perfekt zu uns. Sie verstehen das Potenzial des globalen Marktes und die vielschichtigen Bedürfnisse der weltweiten Kunden.“

„myGengo erlaubt Privatpersonen und Unternehmen, Sprachbarrieren einfach und effektiv zu überwinden. Das Unternehmen hat bemerkenswertes Potenzial“, so Hiro Tamura, Partner bei Atomico, der bei myGengo dem Vorstand beitritt. „Die internationale Ausrichtung des Unternehmens und seiner Gründer hat uns beeindruckt, genauso wie ihre Entschlossenheit, weltweit Marktführer zu werden.“

Die neue Finanzierungsrunde folgt einer Anschubfinanzierung von 1,75 Millionen USD, die durch das Unternehmen 500 Startups und eine Gruppe von zwölf internationalen Business Angels und Risikokapitalgebern wie Mitch Kapor, Team Europe Ventures und Point Nine gewährt wurde.

myGengo wurde Ende 2008 von Robert Laing und Matthew Romaine in Tokio gegründet. Gengo ist Japanisch und bedeutet „Sprache“. Laing wurde in Australien geboren und lebte für kurze Zeit in Großbritannien und Belgien, bevor er vor vier Jahren als Webdesigner nach Japan ging. Dort hatte er die Geschäftsidee für einen benutzerfreundlichen Online-Dienst für Übersetzungen. In einem Interview mit Japan Today erklärte er im Juni 2011:

At that time, I didn’t have any connections and didn’t know what I would do. Then I got the idea for an online translation site. I came at it from the customer’s side and I wanted it to be as easy as downloading an app. […] The website went live at the end of 2008 and the company was formed a few months later. It was tough at first getting clients. We were a start-up, so it was all about bringing people to the website. Fortunately, at the beginning of 2010, we got some investment from the U.S. and Japan. We did little things to get PR, mainly using social media. […]

If you are an individual or a small business and you’ve got a word document to translate, you visit our website, upload your document and you get an instant quote 24 hour s day, seven days a week. It goes into the system where translators can see the available jobs. A translator will pick it up and have it done within a couple of hours. The customer gets an email saying the job is done. The jobs go to our translators on a first come first served based. It is not a question of us contacting a specific translator for a job. […]

All translators are tested by us. They have to take two tests and usually, only one out of 10 passes. […] We use two tests for translators. The first one is a multiple choice test. That is designed to weed out people who aren’t very good. For example, it will be an English sentence with five possible Japanese translations. If you pass that, you get the standard test, which is a news article to translate into your native language. Then you get the score.

www.mygengo.com

[Text: markengold PR GmbH. Quelle: Pressemitteilung myGengo, 2011-11-23; Japan Today, 2011-06-20. Bild: myGengo.]

Umberto Eco lobt Exaktheit seiner Übersetzer

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat Dirk Schümer in Mailand mit Umberto Eco gesprochen – unter anderem über seinen aktuellen Roman Der Friedhof in Prag. Der 79-jährige Semiotik-Professor an der Universität Bologna ist als Freund der Übersetzer bekannt. Auf vielen Übersetzer-Websites prangt sein Ausspruch „Die Sprache Europas ist die Übersetzung“. Im Lauf des Gesprächs lobt Eco einmal mehr die Arbeit seiner Übersetzer:

Gerade, so erzählt er, hat sich die lettische (oder war es die estnische?) Übersetzerin gemeldet: Er hat irgendeinen Tag des Jahres 1864 zu einem Montag gemacht, doch nach dem ewigen Kalender war es ein Dienstag. Ewiger Kalender? Da muss man erst mal drauf kommen. Ecos Hochachtung vor der Exaktheit seiner Übersetzer und Ausleger (zumal der baltischen) ist schwer zu überbieten, seit er im Vorjahr eine überarbeitete Version von „Der Name der Rose“ herausbrachte. „Stellen Sie sich vor, da kommt ein Kürbis vor. Aber Kürbisse gab es im Mittelalter in Europa nicht.“ Was er an Stelle des Kürbisses eingesetzt hat? Gestrichen hat er das neumodische Gemüse. Basta.

[…] da kommt der portugiesische (oder war es der katalanische?) Übersetzer des frischen Romans und weist nach, dass die Straße, in der Ecos Erzähler sein Unwesen treibt, damals anders hieß. […] Jetzt muss er auf der ersten Seite eine Rue d’Amboise einfügen, damit die Geographie stimmt.

[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ, 2011-08-01.]

“Bibel in der Sprache lesen, in der man träumt”: Fritz Goerling über die Bibelübersetzung

Im Jahre 1934 gründete der Amerikaner Cameron Townsend das Missionswerk “Wycliff”. Der Name “Wycliff” ist auf John Wycliff zurückführen. Er ist das Vorbild des Missionswerks, da er der erste Übersetzer der Bibel in die englische Sprache war. Weltweit verfügt die Organisation “Wycliff” über 6.000 Mitarbeiter. Ihr Ziel ist es, die Bibel auch unter kleinen Volks-Minderheiten zu verbreiten. Zurzeit arbeitet Wycliff in über 1.300 Volksgruppen daran, dass die Bibel für jeden verständlich ist. Allerdings gibt es oftmals für die Sprachen dieser Gruppen keine Schrift. In diesem Fall erarbeitet das Missionswerk eine Schrift sowie Schreibregeln und organisiert Leseunterricht. Es arbeitet eng mit einheimischen Kirchen, Universitäten und Einrichtungen zusammen.

Wycliff selbst betont die Wichtigkeit der Bibelübersetzung folgendermaßen:

So wie Jesus Christus in die Welt kam, so verteilen sich seine Nachfolger über die Welt, um die Gute Nachricht von dem einen Gott zu verbreiten, der sich selbst “übersetzt” hat, damit wir ihn verstehen können. Im Zentrum dieser Guten Nachricht steht, dass erlöste Menschen aus allen Völkern und Sprachen durch ganz unterschiedliche Kulturen das Evangelium zum Ausdruck bringen und zusammen eine Symphonie des Lobpreises für unseren Gott erklingen lassen. Die Übersetzung der Bibel ist dafür ganz wesentlich. Übersetzung ist nicht nur eine Art, die Botschaft zu vermitteln –  Übersetzung ist die Botschaft.

Fritz Goerling, Mitarbeiter des Missionswerks Wycliff und Diplom-Übersetzer für Englisch und Französisch (Abschluss an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim) war an über 30 Übersetzungen des Neuen Testaments beteiligt. Er studierte in Paris die westafrikanische Sprache Jula, weil er einen Ruf bekommen hatte, als Bibelübersetzer unter den Julas an der Elfenbeinküste zu arbeiten. 1986 begannen das Jula-Team, zwei afrikanische Übersetzer und Goerling sowie ein Amerikaner mit der Übersetzung des Neuen Testaments ins Jula. Dies nahm insgesamt acht Jahre in Anspruch. Da die Nachfrage nach der Übersetzung enorm war, entschlossen sich die Wycliff-Übersetzer, auch das Neue Testament ins Jula zu übertragen. 2012 soll die Übersetzung in Druck gehen. In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet Goerling über die Bibelübersetzung. “Die Herausforderung ist, genau zu übersetzen, auch wenn die Wortschätze der Sprachen nicht übereinstimmen.” Er hat auch mitgeholfen, eine Schrift für Jula zu entwickeln. Goerling sagt zudem : “Die Menschen sollen die Bibel in der Sprache lesen können, in der sie träumen.” Ferner äußerte er sich in einem früheren Interview wie folgt: “Wir wollten die Leute mit der Muttersprache erreichen, da die Muttersprache die Sprache des Herzens ist.”

Stand der Bibelübersetzung (Februar 2011)
Ganze Bibel: 471 Sprachen
Neues Testament (+ weitere Teile): 1.223 Sprachen
nur Bibelteile: 1002 Sprachen
Gesamt: 2.696 Sprachen

Zahlen zu den Sprachen der Welt und Wycliff
Weltbevölkerung: 7 Mrd.
Derzeit weltweit gesprochene Sprachen: ca. 6.800
Sprachen, die möglicherweise noch eine eigene Bibelübersetzung benötigen: ca. 2.040
Neues Testament und ganze Bibeln, die ganz oder wesentlich durch Wycliff erstellt wurden: 781
Mitarbeiter bei Wycliff weltweit im Einsatz: > 7.000
Sprachen, in denen zurzeit in Bibelübersetzung, Alphabetisierung und/oder sprachwissenschaftlichen Projekten gearbeitet wird (alle Organisationen): 1.976
Davon Projekte mit Wycliff-Beteiligung: 1.476
Länder, in denen Wycliff-Mitarbeiter tätig sind: 98 (einschließlich der Arbeit unter Menschen, die außerhalb ihrer Herkunftsländer leben)
Wycliff-Mitarbeiter aus Deutschland: 145
Übersetzungen des Neuen Testaments, an denen deutsche Mitarbeiter wesentlich beteiligt waren: 32

[Text: Jessica Antosik. Quelle: wycliff.de; pro-medienmagazin.de, 03.12.2011; lr-online.de, 09.03.2011; christliche-gemeinde-nes.de. Bild: Raul654 (Wikipedia).]