Kulturpreis Deutsche Sprache für Peter Härtling

Der mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache geht dieses Jahr an den Schriftsteller Peter Härtling. „Peter Härtling gehört zu den vielfältigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Er hat sich als Journalist, Kritiker und Verleger, aber besonders als Lyriker und Autor für Kinder und Erwachsene verdient gemacht. In Härtlings Romanen und Erzählungen wird deutsche Geschichte fassbar. Seine Gedichte sind von großer Sprachkraft und seine Kinderbücher haben ganzen Generationen von Jugendlichen die Welt der Literatur eröffnet. Härtlings Werk zeigt, mit welcher Hingabe man sich der Sprache und Literatur widmen und sie zum Lebensinhalt machen kann“, so der Bamberger Sprachwissenschaftler und Jurymitglied Helmut Glück. In den vergangenen Jahren erhielten diesen Preis unter anderem Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Nora Gomringer, Frank Schirrmacher, Günther de Bruyn, Paul Kirchhof und Loriot.

Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhält das medizinische  Beratungsprojekt „Was hab’ ich?“ „Wir würdigen damit das Engagement, medizinische Befunde in eine für ratlose Patienten leicht verständliche Sprache zu übersetzen“, begründet die Jury ihre Wahl. Unter www.washabich.de übersetzen nunmehr 600 Medizinstudierende ehrenamtlich ärztliche Diagnosen und Befunde in allgemein verständliche Sprache. Zu den bisherigen Preisträgern des Initiativpreises gehören u. a. die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur der Universität Olmütz, die Schriftstellerin Marica Bodrožić, die Deutsche Bibliothek Helsinki sowie der Philosoph Dieter Schönecker.

Die Redaktion der „Sendung mit der Maus“ wird mit dem undotierten Institutionenpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet. „Die Sendung mit der Maus zeigt Kindern seit 1971, wie man Vorgänge und Sachverhalte anschaulich und klar erklärt. Ihre Sprache ist zum Markenzeichen für Sachbeschreibungen geworden“, erklärt die Jury. Bislang bekamen unter anderem die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Greifswald, die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, der SWR-Sender „DasDing“, das Versandhaus Manufactum und die „Stuttgarter Zeitung“ den Institutionenpreis.

Dies teilten die die Preisstifter, die Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und der Verein Deutsche Sprache e. V. (Dortmund) Mitte Mai mit. Der dreiteilige Preis für besondere Verdienste um die deutsche Sprache wird bereits zum zwölften Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 20. Oktober 2012 in Kassel statt, der Stadt, in der die Brüder Grimm ihre Arbeiten zur deutschen Grammatik und zum deutschen Wörterbuch begannen. Der Preis soll dem Erhalt und der kreativen Entwicklung der deutschen Sprache dienen. Er stellt sich in die Tradition der deutschen Aufklärung und der Brüder Grimm, deren Sprachkritik und Sprachforschung das Deutsche allen Bevölkerungsschichten zugänglich machen wollte.

Die Jury setzt sich folgendermaßen zusammen: Angela Elis (Freiberg), Prof. Dr. Helmut Glück (Sprecher, Bamberg), Dr. Holger Klatte (Geschäftsführung, Dortmund), Prof. Dr. Wolf Peter Klein (Würzburg), Prof. Dr. Walter Krämer (Dortmund), Dipl.-Ing. Eberhard Schöck (Baden-Baden), Prof. Dr. Waltraud Wende (Flensburg)

[Text: Jessica Antosik. Quelle: vds-ev.de, 14.05.2012. Bild: kulturpreisdeutschesprache.de.]

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