Friesisch soll Weltkulturerbe werden

Die friesische Sprache soll als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt werden. So lautet die Forderung der deutschen und niederländischen Friesen. Ihre politischen Parteien, der deutsche Südschleswigsche Wählerverband (SSW) und die niederländische Fryske Nasjonale Partij (FNP) erklärten Ende November im schleswig-holsteinischen Schlüttsiel, die Geschichte ihrer Volksgruppe reiche bis in die Antike und sei Teil der gemeinsamen europäischen Geschichte. Aus diesem Grund sei eine Anerkennung der friesischen Sprache und Kultur als Welterbe sowohl sinnvoll als auch möglich. Die deutschen und niederländischen Minderheitenvertreter wollen nun zunächst auf nationaler Ebene ihr Vorhaben der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

Die Friesen leben entlang der Nordseeküste – die Nord- und Ostfriesen in Deutschland, die Westfriesen in den Niederlanden. Sie haben eine gemeinsame Kultur. Bei Friesisch handelt es sich um eine eigenständige Sprache. In Deutschland sind die Friesen als nationale Minderheit anerkannt. SSW und FNP sind momentan auf Landes- beziehungsweise Provinzebene an Regierungen beteiligt.

Die UNESCO verleiht den Titel „Welterbe“ („Weltkulturerbe“ und „Weltnaturerbe“) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Neben Natur- und Baudenkmälern kann die UNESCO auch Traditionen, Sitten, Bräuche und Sprachen als schützenswerte Kulturgüter der Menschheit deklarieren.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: bild.de, 30.11.2012. Bild: Markus Jastroch, Lizenz: CC-BY-SA-2.0.]

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