Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung an György Buda und Jose Antonio Palma Caetano

Das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) vergibt jährlich einen Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche sowie einen Staatspreis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache. Die Auszeichnungen für das Jahr 2012 gehen an György Buda aus Ungarn und an den in Wien lebenden Portugiesen José Antonio Palma Caetano.

Während mit György Buda ein unermüdlicher Sprachmittler und Literaturübersetzer aus dem Ungarischen ausgezeichnet wird, entschied sich die Jury für José Antonio Palma Caetano wegen seines Engagements für die Verbreitung der österreichischen Literatur wie von Peter Handke, Heimito von Doderer, Thomas Bernhard und Hugo von Hofmannsthal in Portugal.

Kulturministerin Dr. Claudia Schmied erklärte Anfang Dezember bei der Bekanntgabe der Preisträger:

Die diesjährigen Staatspreise für Übersetzungen zentraler Werke der ungarischen Literatur ins Deutsche bzw. der Werke bedeutender österreichischer Autoren ins Portugiesische zeigen, dass auf die literarischen Übersetzerinnen und Übersetzer Verlass ist, wenn es darum geht, die kulturelle Identität Europas zu stärken. Der Beitrag einer authentischen transkulturellen Arbeit, wie sie von den beiden Preisträgern geleistet wird, zu einem besseren Verständnis für die Bedeutung der Literaturen im europäischen Integrationsprozess kann gar nicht hoch genug bewertet werden.

Die Staatspreise werden im Rahmen eines Festakts anlässlich der Veranstaltung „Translatio“ im Rahmen des Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs am 30. Juni 2013 in Klagenfurt überreicht. Sie sind mit jeweils 8.000 Euro dotiert und werden auf Empfehlung einer unabhängigen Fachjury verliehen.

Die Preisträger

György Buda
Geboren 1945 in Hutthurm (Bayern), Schulen in Ungarn, Österreich und Deutschland, Studium der Geologie und Abschluß der Übersetzer- und Dolmetscherausbildung in Wien. Übersetzungen zahlreicher Werke der ungarischen Literatur der Moderne (u. a. Gyula Krúdy, Zsigmond Móricz und Sándor Márai) und der ungarischen Gegenwartsliteratur (insbesondere Imre Kertész und Péter Esterházy). Zudem Übersetzung von Werken ungarischer Autoren aus der Slowakischen Republik, aus Rumänien und Serbien. Auszeichnungen: Übersetzerpreis der Stadt Wien sowie mehrfach Übersetzerprämie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.

José Antonio Palma Caetano
Jahrgang 1931, langjähriger Portugiesisch-Lektor an den Universitäten Wien und Graz. Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst. Gilt in Portugal als ausgewiesener Thomas-Bernhard-Kenner und arbeitet derzeit an einer portugiesischen Ausgabe der fünfbändigen Autobiografie Thomas Bernhards. Für seine Übersetzung der Extinҁão/Auslöschung wurde ihm vom P.E.N.-Club sowie vom Portugiesischen Übersetzerverband der Große Übersetzerpreis verliehen.

Neben den beiden Staatspreisen werden jedes Jahr Prämien zwischen 800 und 2.200 Euro für besonders gelungene literarische Übersetzungen zuerkannt. Im Jahr 2012 vergab das BMUKK insgesamt 52 Prämien im Gesamtwert von 71.000 Euro für exzellente Übersetzungen. 2011 wurden 40 Übersetzer bzw. Übersetzergruppen mit Prämien in Höhe von 61.600 Euro gewürdigt.

Der Staatspreis für literarische Übersetzung
Der Staatspreis für literarische Übersetzung, auch Translatio genannt, ist einer der Staatspreise der Republik Österreich. Der Staatspreis wird seit 1985 von der Sektion Literatur des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur jährlich für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung in zwei Kategorien vergeben und ist mit 8.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird die Übersetzung zeitgenössischer österreichischer belletristischer Literatur (vor allem Werke lebender Autoren) in eine Fremdsprache und die Übersetzung eines fremdsprachigen Werks der zeitgenössischen Literatur in die deutsche Sprache. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury nominiert. Die Übersetzungen sollten während der letzten fünf Jahre in Buchform erschienen sein. Der Preis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache wird unabhängig von Wohnsitz und Staatsbürgerschaft der Übersetzer verliehen, jener für die Übersetzung ins Deutsche erfordert entweder die österreichische Staatsbürgerschaft oder einen ständigen Wohnsitz in Österreich.

Mehr zum Thema auf uepo.de
„Translatio“ für Ljubomir Iliev und Leopold Federmair

[Text: Jessica Antosik. Quelle: bmukk.gv.at, 5.12.2012; transvienna.univie.ac.at.]

WordPress theme: Kippis 1.15