Gebärdensprachdolmetscher Daniel Meixner: „Schreit jemand, werden die Gebärden sehr ausladend“

Einmal pro Woche hat man bei der Berliner Zeitung die Möglichkeit, seinen Beruf vorzustellen. Vor kurzem tat dies Daniel Meixner. Der 42-jährige Gebärdensprachdolmetscher beschrieb zunächst die wichtigsten Voraussetzungen für den Beruf: Konzentrationsfähigkeit spiele eine außerordentlich bedeutsame Rolle, da beim Gebärdensprachdolmetschen gleichzeitig mit den Augen und Ohren wahrgenommen werde. Innerhalb von wenigen Sekunden müsse man nämlich in der Lage sein, zu dolmetschen.

Mit aktivem Dolmetschen verbringe ich etwas mehr als die Hälfte meiner Arbeitszeit, die übrige brauche ich für Vorbereitung, Nachbereitung und Verwaltung. Außerdem dolmetsche ich ehrenamtlich, zum Beispiel für Projekte zur HIV-Prävention. Meine Woche ist immer anders: Als Selbstständiger habe ich keinen Nine-To-Five-Job. Mal gibt es am Tag nur einen Einsatz, dann wieder zwei bis drei. Die letzten waren meist bei Weihnachtsfeiern, aber auch bei Arztbesuchen, es ist Erkältungszeit.

Ende Dezember 2012 dolmetschte Meixner zusammen mit einer Kollegin das Theaterstück „Happy Reincarnation!“ im Theaterforum Kreuzberg (Berlin). Dabei mussten sie die Aussagen von sieben Schauspielern dolmetschen. Eine der Schwierigkeiten dabei bestehe darin, dass die Zuschauer immer wissen müssen, wer gerade spreche.

Für uns bedeutet das, dass wir auch die einzelnen Charaktere mit ihren Eigenarten in Gebärden umsetzen müssen. Redet eine Figur sehr leise, werden unsere Gebärden kleiner. Schreit jemand, werden die Gebärden sehr ausladend.

Den kompletten Artikel können Sie auf der Website der Berliner Zeitung nachlesen.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: berliner-zeitung.de, 23.12.2012.]

WordPress theme: Kippis 1.15