Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) feiert 10-jähriges Bestehen

Dolmetscher im EU-Parlament
Simultandolmetscher im Europäischen Parlament

Der Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ hat am 26. Januar 2013 in Dresden sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die 490 Mitglieder decken insgesamt 34 Sprachen – von Albanisch bis Ungarisch – und unterschiedliche Themengebiete ab. Ob Staatsbesuch, EU-Ministertreffen oder Grüne Woche: Zu internationalen Veranstaltungen reisen nicht nur hochrangige Politiker an, sondern jedes Mal auch zahlreiche Konferenzdolmetscher. Viele Mitglieder des Verbands der Konferenzdolmetscher haben sich daher auf den Bereich Politik spezialisiert – und kommen mit vielfältigen Themen und Menschen aus aller Welt in Berührung.

Während ihres Dolmetscherstudiums hat Helle Laskowski im Nebenfach Politikwissenschaften studiert und dabei, wie sie selbst sagt, vor allem die Theorie gelernt. „Jetzt bekomme ich auch viele Einblicke in die Praxis“, erzählt die 36-Jährige, die seit Mai 2009 für das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) arbeitet und ins Deutsche und Englische dolmetscht.

Da das BMELV eines der Ministerien mit der größten thematischen Bandbreite ist, ist die Arbeit interessant. Laut Helle Laskowski ist es sehr spannend mitzuerleben, was hinter den ‚verschlossenen Türen‘ passiert. Als Konferenzdolmetscherin ist sie bei internationalen Fachkonferenzen und Ministergipfeln ebenso im Einsatz wie bei offiziellen Besuchen in anderen Ländern und EU-Treffen in Brüssel. Auch Betriebsbesichtigungen stehen dabei gelegentlich auf dem Programm. Dabei dolmetscht sie nicht nur simultan, sondern häufig auch konsekutiv, das heißt sie überträgt längere Redeabschnitte anhand von Notizen in die andere Sprache – bei Vier-Augen-Gesprächen ebenso wie bei Veranstaltungen mit 500 Teilnehmern.

Als Dolmetscherin muss Helle Laskowski stets über die aktuelle politische Lage muss man informiert sein: Wenn in Brüssel zum Beispiel über die gemeinsame Landwirtschaftspolitik diskutiert wird, dann empfiehlt es sich, auch grob die Position des jeweiligen Gesprächspartners zu kennen. Vieles wird als bekannt vorausgesetzt und nur kurz mit Stichworten angerissen. Diese lassen sich natürlich nicht unbedingt eins-zu-eins übertragen, sondern müssen im Kontext gesehen werden. Eine gründliche Vorbereitung ist für ihre Arbeit daher das A und O: Unterlagen durcharbeiten, Hintergrundwissen anlesen oder Glossare zu erstellen gehört ebenso zum Arbeitsalltag wie das eigentliche Dolmetschen. Die eigenen Referate versorgen die Dolmetscher sehr gut mit Unterlagen versorgt, so die Diplom-Dolmetscherin.

Helle Laskowski ist seit 2008 Mitglied im VKD: „Ich denke, dass wir Dolmetscher als ‚Einzelkämpfer‘ eine gemeinsame Interessenvertretung brauchen“, erläutert sie. „Außerdem erhalte ich viele nützliche Informationen vom VKD und kann das gute Weiterbildungsangebot nutzen.“ Laut Ingrid Körber, stellvertretende Vorsitzende des VKD, ist eine der wichtigsten Aufgaben des VKD, sich für qualifizierte und professionelle Konferenzdolmetscher stark zu machen, da der Zugang zu diesem Beruf bis heute ungeregelt ist. Dazu klärt der VKD über das Berufsbild des Dolmetschers und die Bedeutung des Berufsstandes für Staat und Gesellschaft auf und setzt sich für angemessene Arbeitsbedingungen und Honorare ein. Gleichzeitig bietet er Auftraggebern Hilfestellung und vermittelt Kontakte zu Konferenzdolmetschern. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des VKD sind die Nachwuchsförderung und die Verbesserung des Aus- und Weiterbildungsangebots.

VKDDie Ziele des VKD sind:

  • Aufklärung der Öffentlichkeit über das Berufsbild des Dolmetschers und die Bedeutung des Berufsstandes für Staat und Gesellschaft
  • Hilfestellung für Auftraggeber durch Informationen, Beratung und die Möglichkeit, unter den Mitgliedern des VKD professionelle Konferenzdolmetscher zu finden
  • Verbesserung von Aus- und Weiterbildung durch mehr Praxisbezug und Vermittlung von Fachwissen (siehe auch: Qualität & Qualifikation und Professionalität)
  • Regelung des Berufszugangs

Der VKD bemüht sich um:

  • angemessene Arbeitsbedingungen und Honorare
  • ständige Weiterqualifizierung seiner Mitglieder durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen und Stumme Kabinen
  • größere Beteiligung der Praxis an der Ausbildung
  • Einwirkung auf gesetzgebende Gremien, Behörden, Gerichte sowie Spitzenverbände der Wirtschaft

www.konferenzdolmetscher-bdue.de

[Text: VKD. Quelle: Pressemitteilung VKD, 2013-01-23. Bild: VKD.]

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