AIIC-Veranstaltung in Nürnberg: „Zwischen den Fronten – Dolmetscher in Krisengebieten“

Dolmetscher Afghanistan

Ein afghanischer Dolmetscher der Amerikaner befragt einen Jungen, während Soldaten der U.S. Marines ein Gebäude im Süden des Bezirks Garmsir durchsuchen. Wie auf diesem Foto vermummen sich viele Dolmetscher bei Fronteinsätzen, um unerkannt zu bleiben und Repressalien für sich und ihre Familie zu vermeiden. Das Foto wurde am 03.02.2012 von Cpl. Reece Lodder aufgenommen und von der Pressestelle der Marines zur Veröffentlichung freigegeben.

Der Abzug der internationalen Truppen aus dem Irak und Afghanistan rückt das Schicksal der lokalen Dolmetscher ins Licht. Wie gestaltet sich die Tätigkeit von Dolmetschern in Krisen- und Kriegsgebieten, für deren Schutz und rechtliche Anerkennung sich die AIIC-Arbeitsgruppe „Interpreters in Conflict Zones“ einsetzt?

Neben den Risiken des Einsatzes in einem Konfliktgebiet stellt sich die Frage nach ihrer persönlicher Situation: Einreisevisa in die USA oder EU-Staaten werden kaum vergeben, ihre persönliche Sicherheitssituation in den Heimatländern ist meist überaus kritisch.

Der internationale Konferenzdolmetscherverband AIIC hat zu diesem Thema eine Veranstaltung mit hochkarätigen Referenten organisiert, bei der unter anderem ein afghanischer Dolmetscher der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe der NATO (ISAF) aus erster Hand berichtet.

Moderation: Dr. Rainer Huhle, Nürnberger Menschenrechtszentrum NMRZ.

Referenten:

  • Linda Fitchett, AIIC-Präsidentin, Gründerin der AIIC-Arbeitsgruppe „Interpreters in Conflict Zones“.
  • Alain Boy, Dolmetscher am Eurokorps Hauptquartier, Straßburg; 2004 Leiter des afghanischen Übersetzerteams der ISAF in Kabul, Afghanistan (Chief of the Linguistic Service of the International Security Assistance Force ISAF).
  • Oberstleutnant der Bundeswehr a. D. Bertram Hacker, Afghanistan-Einsätze in den Jahren 2002, 2003 und 2006 als Stabsoffizier für Infrastruktur in Kabul, Kunduz und Masar-i-Sharif.

Ort und Zeit der Veranstaltung

Sonntag, 7. Juli 2013, 18.30 Uhr, Schwurgerichtssaal, Bärenschanzstraße 72, Nürnberg.

Der Eintritt ist frei. Kostenlose Platzkarten sind an der Kasse des „Memoriums Nürnberger Prozesse“ erhältlich oder können unter Telefon 0911 321-79372 reserviert werden. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abgeholt werden. Einlass ist um 18 Uhr.

Ausstellung „Wer waren die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen?“

Zusätzlich stellt die AIIC vom 04.-07. Juli 2013 im Caritas-Pirckheimer-Haus die Ausstellung „Wer waren die Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen?“ vor. CPH-Nürnberg, Königstr. 64, Saal S05; 04.-07. Juli 2013, jeweils 11.00-17.00h; Der Eintritt ist frei!

Veranstaltungsreihe „Ein Prozess – vier Sprachen“

„Ein Prozess – vier Sprachen“ ist eine Veranstaltungsreihe des Memoriums Nürnberger Prozesse und des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC unter Beteiligung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer und der European Legal Interpreters and Translators Association (EULITA).

Nächste Veranstaltung: Sonntag, 6. Oktober 2013 „Das Recht auf Verständigung – Gerichtsdolmetschen heute“.

Eine Übersicht über das Gesamtprogramm der Veranstaltungsreihe bietet der als PDF-Datei abrufbare Prospekt “Ein Prozess – vier Sprachen: Der Durchbruch des Simultandolmetschens und die Folgen“. Siehe auch uepo-Artikel “Ein Prozess – vier Sprachen”: AIIC-Veranstaltungsreihe zum Durchbruch des Simultandolmetschens.

www.memorium-nuernberg.de
www.aiic.de

[Text: AIIC. Quelle: AIIC. Bild: Pressestelle der US Marines.]

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