25 Jahre Expolingua – Interview mit Initiatorin Rebecca Stromeyer

Die Expolingua feierte 2012 ihr 25. Jubiläum.

Die Expolingua findet dieses Jahr von 15.-17. November 2013 in Berlin statt. Im vergangenen Jahr feierte die Messe ihr 25. Jubiläum. Aus diesem Anlass führte die ICWE GmbH ein Gespräch mit der Initiatorin der internationalen Messe für Sprachen und Kulturen, Rebecca Stromeyer, das wir nachfolgend wiedergeben.

Stromeyer selbst ist bestes Beispiel für die sprachliche Vielfalt, die sich auf der Expolingua wiederfindet. Nach ihrer Muttersprache Englisch lernte sie Französisch, Arabisch und Deutsch, um sich schließlich noch Kenntnisse in Italienisch und Russisch anzueignen. Heute kommuniziert sie zumeist bilingual auf Englisch und Deutsch.

Frau Stromeyer, Sie selbst haben Kenntnisse in sechs Sprachen. Welche Sprachen möchten Sie gerne noch lernen oder vertiefen und warum?
Arabisch. Ich liebe den Klang dieser Sprache und es ist die erste Fremdsprache, die ich als Kind gelernt habe. Ich konnte sehr gut Arabisch und es ist deshalb umso ärgerlicher nicht mehr in der Lage zu sein, diese schöne Sprache zu sprechen. Ich habe das Gefühl, durch den Verlust der Sprachkenntnisse auch einen Teil meiner Kultur verloren zu haben.
Zudem ist Swahili eine interessante Sprache mit einer faszinierenden Vergangenheit, die ich gerne noch lernen möchte. Swahili vereint verschiedenste Einflüsse in sich: Arabische, Persische, Deutsche, Portugiesische, Englische und Französische Wörter finden sich in ihr wieder.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die erste in Berlin stattfindende Expolingua 1992 denken?
Die Expolingua 1992 war nicht nur das erste Mal in Berlin, sondern es war auch meine erste Messe, die ich noch von meinem WG-Zimmer aus mit organisiert habe. Spannende Aussteller, viele Sprachen – damals wie heute ist es das, was die Expolingua ausmacht.

Was war denn der Anlass, diese Messe ins Leben zu rufen?
Ich habe damals im Verlagswesen mit Schwerpunkt Sprachen gearbeitet. Mich faszinierte die Idee Europas und seiner Mehrsprachigkeit. Wir wollten für den deutschsprachigen Raum eine Veranstaltung schaffen, die einen großen Marktplatz für Sprachenvielfalt, Sprachberufe und Kultur bietet. Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen steht die Welt offen, das wollten wir fördern. Deshalb begannen wir 1987, eine eigene Messe zu gestalten, zunächst in Frankfurt, später, nach dem Fall der Mauer, in Berlin.

Wie hat sich die Expolingua Berlin über die Jahre gewandelt?
Dass die Expolingua Berlin ein unverwechselbares Profil erhält, war von Anfang an unser Ziel. Unser Publikum ist anspruchsvoll und so setzen wir immer wieder neue Akzente, um innovativ und spannend zu bleiben. Neben den großen Weltsprachen – Englisch und Spanisch etwa, neuerdings auch Chinesisch – sollten bei uns auch die nicht so bekannten, kleineren oder gefährdeten Sprachgruppen eine Plattform erhalten. Dies hat über die Jahre zu einer sehr reizvollen Mischung geführt – inzwischen sind es über 25 Länder, die ihre Angebote hier vorstellen. Nischenanbieter sind auch immer mit dabei: zum Beispiel waren Aussteller zu indigenen Sprachen und Kulturen, Mongolisch, Sorbisch und Esperanto zu Gast auf der Expolingua Berlin.
Eines ist über die Jahre gleich geblieben: Auch in Zeiten des Internets lässt sich der persönliche Kontakt, den eine Messe bietet, durch nichts ersetzen. Die Möglichkeiten des direkten Austauschs und der Konversation, wie sie auf allen Marktplätzen der Welt stattfindet, machen die Expolingua Berlin aus. Tipps, Anregungen und Unterstützung zugeschnitten auf eigene Bedürfnisse und von Experten beantwortet, sind eine weitere Besonderheit der Sprachenmesse.

Auf der Expolingua Berlin können sie nicht nur viele Aussteller treffen, in Mini-Sprachkursen können Sprachen auch direkt ausprobiert werden. Wie kommen diese praktischen Sprachangebote an?
Jedes Jahr wieder hervorragend, denn unser Vortragsprogramm ist in der Tat ein elementarer Baustein der Expolingua Berlin. Die Besucher sollen hier Antworten auf ihre Fragen erhalten – von versierten Fachleuten, die etwas von ihrer Sache verstehen. Und sie sollen in etwas Neues hineinschnuppern können, schnell ein paar Vokabeln Chinesisch lernen oder witzige Lernformen kennen lernen.

Welche Neuigkeiten erwarten den Besucher in diesem Jahr? Wo liegen die Schwerpunkte?
Zum 25-jährigen Jubiläum der Expolingua liegt der Schwerpunkt nicht auf einem Land, sondern auf der Vielfalt der Sprachen und Kulturen. Für alle Altersklassen und Interessen ist etwas dabei: vom frühkindlichen Fremdsprachenerwerb über Rap bis zum Gedächtnistraining, von Arabisch bis Thailändisch. Schon immer war die Präsentation neuester Lernmethoden Teil des Expolingua Vortragsprogrammes. Auch in diesem Jahr stellen wir multimediale Sprachlernmethoden für den iPod, das Smartphone oder den Tablet-PC vor.

www.expolingua.com

[Text: ICWE GmbH. Quelle: ICWE GmbH, 2012. Bild: David Ausserhofer / ICWE GmbH.]

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