„Eine große Verantwortung“: Weser-Kurier porträtiert Arabisch-Gerichtsdolmetscher Hanna Kokaly

Justitia Römerberg FrankfurtUnter dem Titel „Zweisprachige Wahrheitsfindung – Aus dem Alltag eines Gerichts-Dolmetschers“ porträtiert der Weser-Kurier den Arabisch-Dolmetscher Hanna Kokaly.

„Jedes Wort kann auf ihre Waage gelegt den Unterschied bedeuten zwischen Freispruch und Haftstrafe. Eine große Verantwortung für diejenigen, die als Dolmetscher vor Gericht agieren“, schreibt die Zeitung. „Angst ist immer dabei“, so der Dolmetscher über die Befürchtung, bei der Arbeit etwas falsch zu machen. Deswegen frage er auch nach, wenn er etwas nicht verstanden habe.

Die Schwierigkeiten beim Dolmetschen lägen darin, dass manche Araber starke Dialekte sprächen. Im Deutschen sei es besonders schwierig, die Erläuterungen von Gutachtern zu übersetzen, die medizinische oder psychologische Fachbegriffe benutzen. Das simultane Dolmetschen zwischen beiden Sprachen werde dadurch erschwert, dass im Arabischen der Satz mit dem Verb beginne, im Deutschen aber häufig damit ende.

Problematisch sei auch, dass einige Angeklagte meinten, in ihm einen Verbündeten zu haben, weil er dieselbe Sprache spreche. Er höre dann Sätze wie „Wir sind doch alle Moslems.“ Darauf könne er jedoch ganz einfach antworten: „Ich nicht.“ Denn der in Bethlehem geborene Kokaly ist arabischer Christ. Daher auch der Vorname Hanna, der sich von Johannes dem Täufer ableite. Das sei kein Mädchenname in seiner Heimat.

Über den Werdegang des Dolmetschers schreibt der Weser-Kurier:

Biologie hat Kokaly in Bremen studiert, es folgte ein Aufbaustudium, ein dreijähriges Studium an einer Sprachfakultät brachte ihm die Möglichkeit, sich als Dolmetscher zu betätigen. Auch einen Lehramt-Abschluss nennt er sein eigen. Darüber hinaus saß er in allerhand Vorlesungen, die gar nicht zu seinem Curriculum gehörten, etwa zur Mineralogie. Durch seine Zeit an der Bremer Universität kam der jetzt 53-Jährige überhaupt an die ersten Dolmetscher-Jobs. […] „Immer, wenn ein Gastdozent kam, haben sie mich angerufen – und ich habe übersetzt.“

Den genannten Artikel können Sie auf der Website des Weser-Kuriers lesen.

[Text: Richard Schneider. Quelle: Weser-Kurier, 2013-09-23. Bild: Richard Schneider.]

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