Uni Innsbruck: Zweiter Fortbildungskurs für Community Interpreter erfolgreich abgeschlossen

Uni Innsbruck, Community Interpreting

Die Teilnehmer des Fortbildungskurses nach der Vergabe der Zertifikate in der Claudiana.

Dolmetschleistungen sind auch im sozialen, medizinischen und kommunalen Bereich gefragt, können aber nicht immer von Profis übernommen werden. Um Laiendolmetscher zu professionalisieren, bietet die Universität Innsbruck seit dem Frühjahr 2014 Fortbildungskurse an. Im Dezember 2014 fand der feierliche Abschluss des bereits zweiten Kurses statt.

„Community Interpreting“ bezeichnet eine spezielle Art des Dolmetschens: „Zwei- oder mehrsprachige Personen dolmetschen beispielsweise bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Klinikaufenthalten, meist ohne dafür eine spezielle Ausbildung zu haben“, erklären die Dolmetscherinnen und Kursleiterinnen Dipl.-Dolm. Elvira Iannone und MMag. Katharina Redl.

Professionelle Dolmetscher wären nicht nur mit wesentlich höheren Kosten verbunden, die sich z. B. Beratungsstellen oft nicht leisten können, sondern können vor allem das erforderliche vielfältige Sprachenspektrum nicht immer abdecken.

„Gerade im Asylbereich ändert sich der Sprachbedarf sehr schnell. Für viele Sprachen gibt es daher keine professionellen Dolmetschleistungen, da die jeweiligen Sprachen nicht an Universitäten gelehrt werden“, verdeutlichen die Kursleiterinnen. Die Arbeit der Community Interpreter ist daher gerade im sozialen, medizinischen und kommunalen Bereich von großer Bedeutung.

„Wir wollen mit dieser Fortbildungsmöglichkeit den Laiendolmetschern zentrale Dolmetschtechniken und ein berufsethisches Verhalten vermitteln“, schildern die Expertinnen Iannone und Redl die Ziele der berufsbegleitenden Fortbildung.

An sechs Wochenenden werden Dolmetschkompetenzen vermittelt

An insgesamt sechs Wochenend-Blockterminen erhielten die 20 Teilnehmer aus Tirol und Vorarlberg Einblicke in die Geschichte des Dolmetschens, Dolmetschstrategien oder Recherchemöglichkeiten.

Wichtig ist Iannone und Redl auch eine Stärkung des Rollenbewusstseins: „Viele Laiendolmetscher sind sich ihrer Rolle nicht bewusst und übernehmen häufig Funktionen, die eigentlich nicht zu ihren Aufgabengebieten zählen und was für sie emotional sehr belastend sein kann.“

Im Rahmen der Fortbildung werden daher die Betätigungsfelder der Community Interpreter möglichst genau abgesteckt und eine Vernetzung der Teilnehmer auch über die Dauer des Kurses hinaus angestrebt.

Darüber hinaus informierten externe Referenten die Laiendolmetscher über Herausforderungen und Spezifika des Dolmetschens bei der Polizei, im Asylwesen, bei der Kinder- und Jugendhilfe, in der Psychotherapie oder im Krankenhaus.

„Export“ nach Ostösterreich

In Anwesenheit von Roland Psenner (Vizerektor für Lehre und Studierende), Gerhard Pisek (Studiendekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät), Hannes Gstir (JUFF-Fachbereich Integration des Landes Tirol), Lilit Lebküchner (Österreichischer Integrationsfonds) und Christiane Reichardt (Universitäre Weiterbildung der Uni Innsbruck) fand am 18.12.2014 die feierliche Übergabe der Zertifikate in der Claudiana statt.

Alle Teilnehmer konnten den Fortbildungskurs, der mit einer mündlichen Prüfung abschließt, erfolgreich beenden.

Der nächste Kurs an der Uni Innsbruck wird im Wintersemester 2015/2016 durchgeführt werden. Im Sommer wird es allerdings keine Pause geben, sondern die Kursleiterinnen „verlagern“ die Durchführung des Kurses nach Wels, wo sie auch dieses Semester schon aktiv sind.

„Das Büro für Frauen, Gleichbehandlung und Integration des Stadtmagistrats in Wels hat von diesem Angebot an der Uni Innsbruck erfahren und sofort großes Interesse an einer Durchführung vor Ort bekundet“, erklärt Daniela Genser, Leiterin der Koordinationsstelle für universitäre Weiterbildung an der Uni Innsbruck.

Die Nachfrage an der Fortbildung ist weiterhin groß, auch für den dritten Universitätskurs „Community Interpreting – Professionalisierung von LaiendolmetscherInnen im sozialen, medizinischen, psychotherapeutischen und kommunalen Bereich“ im kommenden Herbst gibt es bereits eine Warteliste.

www.uibk.ac.at/weiterbildung/universitaetskurse/community-interpreting

Links zum Thema

2014-08-10: Uni Innsbruck: erster Fortbildungskurs Community Interpreting erfolgreich abgeschlossen

[Text: Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Kulturservice der Universität Innsbruck. Quelle: Pressemitteilung Uni Innsbruck, 2015-01-23. Bild: Uni Innsbruck.]

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