Sind Dolmetschübungen für Übersetzer sinnvoll? „Auf jeden Fall“, meint Heike Jüngst

Neu ist dieses Thema nicht. Ganz im Gegenteil: Es wird immer wieder aufgerollt. Und man kann nur zu leicht Fachleute in heftige Diskussionen darüber verwickeln, ohne auch nur auf Hönigs provokante Frage zurückzugreifen, ob Dolmetscher nicht auch die besseren Übersetzer seien (Hönig 1995, passim).

 

In der Lehre hat sich für mich in den letzten Semestern gezeigt, dass das Thema nicht nur die Lehrenden, sondern vor allem auch die Studierenden beschäftigt. Studierende im Studiengang Übersetzen klagen zunehmend darüber, wie unfair sie es finden, dass sie im Studium dolmetschen müssen. “Das will ich doch später nie machen!”, lautet die Begründung für die Klage. Einige entwickeln regelrechte Angstzustände angesichts der Dolmetschübungen.

So beginnt ein Aufsatz von Prof. Heike Jüngst. Die Dozentin an der Fachhochschule Würzburg meint: „Dolmetschen ist auch für Übersetzer eine nützliche Übung. Für diese Ansicht gibt es eine Reihe von Gründen. Dass Übersetzer im Studium dolmetschen sollen, heißt nicht, dass sie später als Dolmetscher arbeiten sollen.“ Ihrer Ansicht nach profitieren Studierende im Fach Übersetzen von Dolmetschübungen, und zwar nicht nur im Hinblick auf Dolmetschkompetenzen.

Jüngst hat das Thema in einem Beitrag für trans-kom, der wissenschaftlichen Zeitschrift für Translation und Fachkommunikation, eingehender untersucht und beschreibt ihre Ergebnisse in einem 7-seitigen Aufsatz.

Der Titel: „Dolmetschen für Übersetzer? Ja, bitte! – Beobachtungen und Überlegungen“. Die Zwischenüberschriften lauten: Relevanz des Themas, Arbeitsweise und berufsbefähigende Kompetenzen, Zeitmanagement, Umgang mit Stress, Voraus-Recherche, Gesprochene Sprache, Vom-Blatt-Dolmetschen, Psychologische Faktoren, Berufsgerechtes Auftreten, Abenteuer Kabine, Das Selbstbewusstseinsproblem der Übersetzer.

Der vollständige Aufsatz kann unter dem folgenden Link als PDF-Datei eingesehen oder heruntergeladen werden:

Die Autorin

Heike Elisabeth Jüngst ist Professorin im Studiengang Fachübersetzen an der Fachhochschule Würzburg. Ihre Forschungs- und Lehrgebiete sind audiovisuelle Übersetzung und experimentelle Übersetzungsforschung. Sie arbeitet außerdem freiberuflich als Übersetzerin, Untertitlerin und Dolmetscherin.

Die Zeitschrift trans-kom

trans-kom, die wissenschaftliche Zeitschrift für Translation und Fachkommunikation, präsentiert sich auf der folgenden Website:

www.trans-kom.eu

[Text: Richard Schneider. Quelle: trans-kom.]

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