Erstmals deutsch-hebräischer Übersetzerpreis verliehen – „Übersetzer wahre Brückenbauer zwischen unseren Kulturen“

Miri Regev, israelische Ministerin für Kultur und Sport, die Preisträgerinnen Nitza Ben-Ari und Ruth Achlama und Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Miri Regev, israelische Ministerin für Kultur und Sport, die Preisträgerinnen Nitza Ben-Ari und Ruth Achlama und Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Im 50. Jubiläumsjahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel haben Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihre israelische Amtskollegin Miri Regev am 08.10.2015 in Berlin erstmals den Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis vergeben. Die Preisträger und ihre Werke wurden am Abend bei einer festlichen Veranstaltung im Jüdischen Museum Berlin vorgestellt.

Ruth Achlama erhält den Preis für die Übersetzung zweier Romane aus dem Hebräischen ins Deutsche: David Vogel: „Eine Wiener Romanze“ und Yoram Kaniuk: „1948“. Der Preis für Übersetzungen ins Hebräische geht zu gleichen Teilen an Nitza Ben-Ari für ihre Übersetzung von Goethes „Hermann und Dorothea“ und an Yirmiyahu Yovel für seine Übersetzung der „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant.

Monika Grütters betonte: „Mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis wollen wir gemeinsam diejenigen fördern, die ganz entscheidend dazu beitragen, dass Israelis und Deutsche einander immer besser kennen und verstehen lernen. Übersetzerinnen und Übersetzer sind wahre Brückenbauer zwischen unseren Kulturen – insofern ist der Preis eine großartige Chance für einen lebendigen Kulturaustausch zwischen unseren Ländern. Es sind nicht zuletzt die Übersetzer, die uns Zugang zum Hintergrund, zu anderen Sprach- und Gedankenwelten eröffnen und es uns auf diese Weise ermöglichen, den Vordergrund zu verstehen.“

Die Kulturstaatsministerin weiter: „70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und 50 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland sind wir von Herzen dankbar, Israel zu unseren engen Partnern und Freunden zählen zu dürfen – im Bewusstsein, dass es niemals ’normale‘ Beziehungen sein werden. Und doch sind in den letzten fünf Jahrzehnten Nähe entstanden und Vertrauen gewachsen. Wir sind nicht nur in Verantwortung und Schmerz aneinander gebunden, sondern fühlen uns auch in Freundschaft und Versöhnung verbunden.“

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis wurde anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland als gemeinsame Initiative der Kulturstaatsministerin Monika Grütters und des israelischen Kulturministeriums ins Leben gerufen.

Er wird künftig alle zwei Jahre verliehen, abwechselnd in Deutschland und Israel. Mit dem Preis werden die Sprach- und Interpretationskunst der Literaturübersetzer sowie ihre Vermittlungsleistung im deutsch-israelischen Verhältnis gewürdigt und sichtbar gemacht.

Bei jeder Vergabe werden zwei Preisträger ausgezeichnet: ein Übersetzer aus dem Hebräischen mit Zielsprache Deutsch, und ein Übersetzer aus dem Deutschen mit Zielsprache Hebräisch. Beide Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Eine deutsche und eine israelische Jury wählen die Preisträger aus.

[Text: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Quelle: Pressemitteilung Bundesregierung, 2015-10-08. Bild: Kugler / Bundesregierung.]

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