Dolmetscherpool Wittlich: DRK empfiehlt ehrenamtlichen Helfern, Distanz zu wahren

Seit März 2015 spricht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Wittlich an der Mosel gezielt Einwanderer an, die bereits gut Deutsch sprechen, um ehrenamtliche Dolmetscher zu rekrutieren. Der Trierische Volksfreund schreibt:

Bisher waren es 24 Freiwillige, die 25 verschiedene Sprachen sprechen, darunter Kabardinisch (eine kaukasische Sprache), Dari (wird im Iran gesprochen) oder Tamil (aus Südindien und Sri Lanka). Die Liste mit den Namen der Sprachhelfer wurde an Ärzte und Behörden weitergegeben. […] Besonders Mediziner haben die Dolmetscher angefragt. […]

 

Bei Gerichtsterminen und Beurkundungen dürfen die ehrenamtlichen Dolmetscher nicht eingesetzt werden, da braucht es zertifizierte Übersetzer.

Ursprünglich sei der Dolmetscherpool ins Leben gerufen worden, um Kindergärten eine Unterstützung bei Elterngesprächen zu geben. Bei einer Umfrage habe sich aber herausgestellt, dass dies nicht erforderlich ist. „Dort hilft man sich offensichtlich untereinander“, sagt DRK-Mitarbeiterin Marlene Merkes, die den Dolmetscherpool betreut. Trotzdem habe man die Idee weiterverfolgt, denn Bedarf gebe es auf anderen Gebieten.

Distanz wahren, keine privaten Telefonnummern herausgeben

Auf den Dolmetschertreffen beim DRK werden auch praktische Tipps gegeben. So wird den Freiwilligen empfohlen, ihre private Telefonnummer nicht weiterzugeben und eine gewisse Distanz zu den Einwanderern zu wahren.

Eine der Dolmetscherinnen hatte die Erfahrung gemacht, dass man die Hilfesuchenden sonst nicht mehr los wird und als privater Freund und Helfer betrachtet wird: „Eine Familie, bei der ich übersetzt habe, hat mich nachts um 24 Uhr auf meinem privaten Telefonanschluss angerufen. Das war nicht besonders gut, denn ich kann nicht immer und den ganzen Tag und nachts helfen.“

[Text: Richard Schneider. Quelle: Trierischer Volksfreund, 2015-10-15.]

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