Flensburg erprobt Videodolmetschen mit System der österreichischen SAVD GmbH

Videodolmetschen

Eine per Bildschirm zugeschaltete Dolmetscherin sorgt für Verständigung.

Das Einwanderungsbüro der Stadtverwaltung Flensburg erprobt seit Mitte Januar drei Monate lang ein Videodolmetschsystem, um besser mit Ausländern kommunizieren zu können.

Eingesetzt wird die Lösung der österreichischen SAVD GmbH, die nach Abschluss des Pilotprojekts “Videodolmetschen im Gesundheitswesen” (2011) und nach mehrjähriger Testphase im März 2014 gegründet wurde.

Nach Angaben von Kathrin Ove, Sprecherin der Stadtverwaltung, sind die ersten Erfahrungen positiv, wie das Flensburger Tageblatt schreibt:

Man wähle eine Sprache über den Bildschirm an, werde zum Dolmetscher durchgestellt, und das Gespräch kann beginnen. Die Verbindung sei verschlüsselt, betont Kathrin Ove mit Blick auf den Datenschutz. Bei der technischen Lösung verlasse man sich auf den Weltmarktführer Cisco. Die Dolmetscher unterliegen zudem der Schweigepflicht. Für die 15 am häufigsten angefragten Sprachen sei die Erreichbarkeit eines von 950 Dolmetschern binnen zwei Minuten gewährleistet. Für Situationen, „in denen nichts schief gehen darf in der Kommunikation“, stünden aus diesem Pool auch vereidigte Übersetzer zur Verfügung.

Inzwischen haben sich weitere Interessenten dem Projekt angeschlossen: Das Diakonische Werk, das Jobcenter, Pro Familia, die Grundschule Ramsharde und der Bezirkssozialdienst wurden ebenfalls mit einem Tablet-Computer ausgestattet, auf dem die erforderliche Software installiert ist.

Die Grundgebühr pro Monat kostet die Stadt Flensburg 100 Euro. Pro Kontakt kämen dann 30 Euro hinzu, wobei 15 Minuten eingeschlossen sind, sagt die Sprecherin aus dem Büro für Grundsatzangelegenheiten. Für jede weitere Minute werde je ein Euro fällig. Die Hinzuziehung eines vereidigten Dolmetschers koste schließlich 70 Euro pro Stunde.

Zurzeit steht der Service an Wochentagen zwischen 7:00 und 19:00 Uhr zur Verfügung. Ab März soll eine Nutzung rund um die Uhr möglich sein.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Flensburger Tageblatt, 2016-02-09. Bild: Pressebild Pilotprojekt Videodolmetschen.]

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