Brandenburger Polizeidirektion Nord: Kosten für Dolmetscher in zwei Jahren mehr als verdoppelt

Polizei„Gab die Polizeidirektion Nord (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz) im Jahr 2014 noch rund 121.000 Euro für Übersetzer aus, sind die Kosten im vorigen Jahr auf 176.000 Euro gestiegen. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres liegen die Ausgaben schon bei 132.000 Euro.“ Das schreibt die Märkische Allgemeine in einem Artikel mit der Überschrift: „Oberhavel: Dolmetscher-Kosten für Polizeiarbeit steigen“.

Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord, erläutert, dass dies nicht unbedingt daran liege, dass die Fallzahlen gestiegen seien. Vielmehr müsse man immer mehr Geld für die Anreise der Dolmetscher ausgeben.

„Übersetzer komplizierter Sprachen wie Farsi, Urdu, aber auch einiger Dialekte aus Somalia und Eritrea sind Mangelware“, heißt es in dem Artikel. In der Provinz wie etwa Prignitz müsse man deshalb nicht selten Dolmetscher aus Berlin, Hamburg oder Schwerin bestellen mit entsprechend weiter und langer Anreise.

Die Polizei suche nicht selbst nach Dolmetschern, sondern greife auf eine Liste vereidigter Sprachmittler zurück, die abtelefoniert werde. Gerade am Wochenende sei die Suche oft langwierig und verlaufe nicht selten ergebnislos.

„Ein Dolmetscher bekommt pro Stunde 70 Euro, Hin- und Rückfahrt zur Polizeiwache kann er verrechnen“, heißt es in dem Artikel. Komme es zu einem Strafverfahren, trage der Verurteilte die Dolmetscherkosten. Aber: „Wenn dieser nicht zahlen kann, bleiben sie an der Staatskasse hängen“, so der Polizeisprecher.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Märkische Allgemeine, 2016-07-07. Bild: Gerhard Seybert/Fotolia.]

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