Prozess gegen Messerstecher muss ausgesetzt werden – Fullah-Dolmetscher überfordert

Vor dem Dessauer Landgericht musste ein Strafprozess wegen „sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten mit dem Angeklagten“ ausgesetzt werden, wie die Mitteldeutsche Zeitung schreibt. Der Afrikaner spreche mehrere Sprachen nur gebrochen, darunter Kreol, Englisch, Französisch und Deutsch. „Richtig solide“ beherrsche er aber nur seine Muttersprache Fullah. Das Blatt schreibt weiter:

Dem Gericht war es auch gelungen, einen Dolmetscher zu finden, der indes sichtlich überfordert war: Obwohl ihm die Anklage schriftlich vorlag, hatte er gerade den ersten Satz übersetzt, als diese bereits zur Hälfte verlesen war – und diesen ersten Satz, wie eine Nachfrage von ihm zeigte, möglicherweise nicht ganz korrekt.

Das Gericht will nun einen anderen Dolmetscher suchen und das Verfahren in zwei Wochen wieder aufnehmen.

Angeklagt ist ein 22-Jähriger aus Guinea-Bissau, der im Sommer 2016 einen Landsmann im Streit niedergestochen und lebensgefährlich verletzt hatte. Er gehört dem 40-Millionen-Volk der Fulbe an, das sich auf mehrere westafrikanische Staaten verteilt.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 2016-12-01.]

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