Leipziger Buchmesse 2017: Volles Programm im Übersetzerzentrum – Mentorenmodelle für Literaturübersetzer

Leipziger Buchmesse

Leipzig im Frühjahr und Frankfurt im Herbst: Auf den beiden großen deutschen Buchmessen treffen sich Literaturübersetzer und ihre Auftraggeber.

Ausländische Werke sind oft in den Bestsellerlisten des Buchhandels vertreten, doch selten wird auf die Arbeit der Literaturübersetzer geblickt. Um dem abzuhelfen, gibt es seit 2015 ein Übersetzerzentrum auf der Leipziger Buchmesse, die dieses Jahr vom 23. bis 26. März stattfindet.

Es ist in das Forum International (Halle 4, Stand C500) integriert und bietet einen Ort der Begegnung und des Austauschs für alle Literaturfreunde, die sich mit dem Thema Übersetzen beschäftigen.

In Kooperation mit dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) sowie verschiedenen Institutionen und Vereinen ist erneut ein vielfältiges Programm für Übersetzer, Autoren und Kritiker entstanden:

  • Übersetzerempfang in der Moritzbastei, organisiert vom Literaturübersetzerverband VdÜ
  • Aus Erfahrung schöpfen – Mentorenmodelle für Berufseinsteiger. Einzelne etablierte Mentorenmodelle sollen vorgestellt und die Chancen einer solchen Lernerfahrung und Zusammenarbeit diskutiert werden.
  • Neu übersetzen oder überarbeiten? Zum Umgang mit modernen Klassikern. Der Verleger und Lektor Sebastian Guggolz wird im Gespräch mit den Übersetzern Andrea Ott und Nikolaus Stingl dieser und weiteren Fragen nachgehen.
  • Journalistisches übersetzen. Im Auslandsjournalismus gibt es einen wachsenden Bedarf an journalistischen Übersetzungen, an Stimmen aus dem Land selbst. Mitwirkende: Philipp Lemmerich, Friederike Meltendorf. Moderation: Olga Radetzkaja.
  • Gläserne Übersetzung aus dem Französischen. Tobias Scheffel übersetzt live aus dem Französischen „Sauveur + fils“, ein Jugendbuch von Marie-Aude Murail.
  • Tophoven-Stipendien – ein Erfahrungsbericht. Präsentation mit Lena Müller und Monique Rival.
  • Keiner kennt das Werk eines Autors besser als sein Übersetzer – Claudio Magris auf Deutsch. Ein Gespräch des Autors mit der Übersetzerin Ragni Maria Gschwend und der Lektorin Anna Leube.
  • Wer zählt die Völker, nennt die „Sprachen“? Diskussion zur Rolle der Nationalsprachen in neu bzw. wiedererstandenen Nationalstaaten im östlichen Europa.
  • Vorstellung der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse. Holger Fock und Sabine Müller übersetzten aus dem Französischen von Mathias Enard „Kompass” (Hanser Berlin), Gregor Hens übersetzte aus dem Englischen von Will Self „Shark” (Hoffmann und Campe), Gabriele Leupold übersetzte aus dem Russischen von Andrej Platonow „Die Baugrube” (Suhrkamp), Eva Lüdi Kong übersetzte aus dem Chinesischen „Die Reise in den Westen” (Reclam), Petra Strien übersetzte aus dem Spanischen von Miguel de Cervantes „Die Irrfahrten von Persiles und Sigismunda” (Die Andere Bibliothek).
  • Gutes im Schilde führen. Gespräch zum Thema „Von der Wachheit beim Übersetzen von Autorinnen, die (bewusst?) in einer anderen als ihrer Muttersprache schreiben“.
  • Die Welt im Rücken – Ein Erfahrungsaustausch über das Übersetzen deutscher Literatur. Fünf Teilnehmer des Internationalen Übersetzertreffens im LCB werden über die Resonanz der deutschsprachigen Literatur in ihren Kulturräumen diskutieren und über die Bedingungen, unter denen Übersetzungen heute entstehen.
  • Überraschungsgast (mit Krone). Lesung und Gespräch mit dem Preisträger in der Sparte Übersetzung. Erst am Messedonnerstag steht fest, wer den Preis der Leipziger Buchmesse für herausragende Übersetzungsarbeiten erhalten hat.
  • Schwerpunktland Litauen – Archaische Sprache, junge Literatur. Markus Roduner über das Übersetzen aus dem Litauischen.

Ort und Zeit der Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen finden Sie auf der Website der Leipziger Buchmesse.

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[Text: Richard Schneider mit Material von VdÜ und Leipziger Buchmesse. Quelle: VdÜ, Leipziger Buchmesse. Bild: Presseservice Leipziger Buchmesse.]

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