BlackBerry KEYone: Neues Smartphone mit Hardware-Tastatur für Textarbeiter

Am Vorabend der Fachmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona haben BlackBerry (zuständig für die Software) und BlackBerry Mobile (Hardware) am 25.02.2017 vor Ort ein neues Mobiltelefon vorgestellt: das KEYone, das in der Entwicklungsphase als „Mercury“ bezeichnet wurde.

Es verfügt wieder über eine Hardware-Tastatur, die im Vergleich zu Fulltouch-Modellen ein schnelleres, tippfehlerfreieres und für Geübte sogar blindes Schreiben ermöglicht. Ideal für alle Berufe mit E-Mail-basiertem Geschäftsmodell und Textarbeiter wie etwa freiberuflich tätige Übersetzer.

Leistungsmerkmale im Überblick

  • Betriebssystem: Android Nougat 7.1, dadurch Zugang zu mehr als 1 Million Apps auf Google Play
  • 4,5-Zoll-Display im Seitenverhältnis 3:2
  • Beliebig belegbare Taste auf der rechten Seite (Convenience Key)
  • Kamera: 12 Megapixel, Selfie-Kamera: 8 Megapixel (mit Blitz)
  • Fingerabdrucksensor (in Leertaste integriert)
  • Akku: 3.505 mAh, Schnellladefunktion
  • BlackBerry Security Software DTEK
  • Das Tastenfeld ist wie schon bei den Modellen Passport und Priv berührungsempfindlich und kann als Touchpad zum Scrollen und Positionieren des Cursors genutzt werden.
  • Die Leuchtdiode, die über den Eingang neuer E-Mails und sonstiger Nachrichten informiert, blinkt jetzt nicht mehr nur rot, sondern kann jede Farbe annehmen (z.B. Rot für neue E-Mails, Blau für neue SMS-Nachrichten, Gelb für entgangene Telefonate).
  • Die Rückseite ist nicht glatt, sondern griffig, damit das Telefon nicht aus der Hand gleitet.

Buchstabentasten doppelt belegbar für 52 Schnellstart- und Kurzwahlfunktionen

Die Tasten sind als Schnellzugriffstasten mit Funktionen wie etwa Programmstarts belegbar. Und zwar zweifach: für kurzen und langen Tastendruck. T startet dann zum Beispiel Twitter, G Google, N einen Notizblock und S wählt die Telefonnummer von Schatzi.

Auf diese Weise können sage und schreibe 52 Schnellstart-, Kurzwahl- und Funktionstasten eingerichtet werden. Das spart im Berufsalltag Zeit.

Sicherstes Android-Smartphone

Wie immer bei BlackBerry stehen darüber hinaus Sicherheitsaspekte im Mittelpunkt. Das KEYone ist das zurzeit sicherste Android-Mobiltelefon.

Hard- und Software sind miteinander verknüpft und gegen Manipulationen geschützt. Die Betriebssystem-Software wird von BlackBerry zuverlässig jeden Monat aktualisiert. Das machen andere Anbieter – wenn überhaupt – nur in unregelmäßigen Abständen.

Das Design: unverkennbar BlackBerry

Das KEYone ist das dritte von TCL entwickelte BlackBerry-Telefon. Bei den Vorgängern DTEK50 und DTEK60 hatte TCL einfach Modelle aus der Alcatel-Idol-Baureihe Software-mäßig auf BlackBerry getrimmt. Die Fulltouch-Geräte funktionierten zwar wie ein BlackBerry, aber sie sahen nicht so aus.

Jetzt hingegen hat man sich der Designelemente des erfolgreichen Modells Passport bedient, sodass das KeyOne auch aus fünf Metern Entfernung auf den ersten Blick als BlackBerry erkennbar ist.

Das BlackBerry KEYone kommt im April 2017 auf den Markt und wird als Premium-Gerät zu einem Premium-Preis angeboten: 599 Euro (499 GBP, 549 USD). Zielgruppe sind berufliche Anwender und Unternehmen.

BlackBerry KEYone

Das neueste BlackBerry-Modell KEYone sieht wieder aus wie ein richtiges BlackBerry.

Über BlackBerry Mobile

Die Hardware des KEYone stammt von BlackBerry Mobile, einem Geschäftsbereich des Herstellers TCL Communication, der seinen Hauptsitz in Hongkong hat. TCL gehört zu den 10 größten Smartphone-Herstellern der Welt und verkauft seine Produkte der Marken TCL, Alcatel und BlackBerry in mehr als 160 Ländern. TCL Communication betreibt neun Zentren für Forschung und Entwicklung auf der ganzen Welt und beschäftigt mehr als 13.500 Mitarbeiter.

www.blackberrymobile.com

Über BlackBerry

BlackBerry? Gibt es die Firma überhaupt noch? Sind die nicht pleite?

BlackBerry gibt es noch. Der ehemals größte Smartphone-Hersteller der Welt hat sich neu ausgerichtet: weg von der Hardware, hin zu Software und Services („Software is the new BlackBerry“).

Diesen schwierigen, langwierigen und riskanten, letztlich aber erfolgreichen Wandlungsprozess haben die meisten Journalisten nicht verfolgt und nicht verstanden und dadurch überwiegend falsch dargestellt. Deshalb hier noch einmal ein kurzer Abriss der Firmengeschichte:

Das kanadische Unternehmen BlackBerry wurde 1984 als RIM (Research in Motion) gegründet und brachte 1999 das erste Smartphone auf den Markt. Es gilt als Erfinder dieses Segments der Mobiltelefone und war bis 2006 dessen Marktführer.

Beim Aufkommen großer, berührungsempfindlicher Displays – vor allem mit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 – verpasste BlackBerry den Anschluss an diese Entwicklung. Das Unternehmen hatte bis dahin ausschließlich Geräte mit vollständiger Hardware-Tastatur entwickelt und konnte sich nur schwer von diesem Konzept lösen.

Das BlackBerry-eigene Betriebssystem war zwar sicherer als die Konkurrenzprodukte von Android und iOS und auch funktionell besser als Android, aber weil der Marktanteil von ehemals 20 auf unter 1 Prozent absackte, wurden kaum noch Apps für BlackBerry entwickelt („App Gap“), was eine Abwärtsspirale in Gang setzte.

In einem drei Jahre dauernden Prozess der Neuausrichtung und wirtschaftlichen Sanierung wurde letztendlich 2016 entschieden, das Hardware-Geschäft in Lizenz an TCL zu vergeben und damit vollständig auszulagern.

Der TCL-Geschäftsbereich „BlackBerry Mobile“ will in enger Kooperation mit BlackBerry auch in den kommenden Jahren weitere BlackBerry-Smartphones auf den Markt bringen – allerdings ausschließlich mit Android-Betriebssystem.

BlackBerry konzentriert sich heute auf die eigene Kernkompetenz im Bereich Hardware-übergreifender mobiler Sicherheitslösungen und das Geschäft mit Software und Services. Dort sind höhere Gewinnmargen durchsetzbar als im inzwischen gesättigten Smartphone-Markt. Das Motto lautet: „Software is the new BlackBerry“.

Im Bereich Smartphones hat man sich der Aufgabe verschrieben, das von der Grundkonstruktion her offene und damit unsichere Betriebssystem Android sicher zu machen, damit es auch von beruflichen Anwendern und in sicherheitsrelevanten Branchen eingesetzt werden kann. Viele revolutionäre Konzepte wie der BlackBerry Hub als Nachrichtenzentrale des Mobiltelefons werden nun als App auch für Android- und iOS-Smartphones angeboten.

Im Zuge der Neuausrichtung hat BlackBerry in den vergangenen Jahren andere Anbieter von Sicherheitslösungen für Unternehmen und Behörden übernommen. Hierzu gehören AtHoc (vernetzte Krisenkommunikation bei Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Militär), Good Technologies (Sicherheitslösungen für mobile Geräte), WatchDox (jetzt BlackBerry Workplaces, Plattform für unternehmensweite Dateiverwaltung und Betriebssystem-unabhängige Synchronisation) und QNX (Betriebssystem für Automobile, Maschinen, medizinische Geräte).

www.blackberry.de

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[Text: Richard Schneider. Bild: BlackBerry.]

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