Literaturübersetzerverband VdÜ wählt Patricia Klobusiczky zur neuen 1. Vorsitzenden

Die Berliner Übersetzerin und Lektorin Patricia Klobusiczky ist neue 1. Vorsitzende des VdÜ. Sie löst Hinrich Schmidt-Henkel ab, der den Literaturübersetzerverband seit 2008 leitete. Schmidt-Henkel gehört jetzt dem Beirat an.

Diese und weitere Personalentscheidungen wurden auf der Mitgliederversammlung des „Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V./Bundessparte Übersetzer im VS in Verdi“, wie der VdÜ offiziell heißt, getroffen, die am 04.-05.03.2017 im Literarischen Colloquium Berlin stattfand.

Die weiteren Mitglieder des für vier Jahre gewählten Übersetzer-Vorstandes sind jetzt: 2. Vorsitzende: Maria Hummitzsch, Leipzig; Schatzmeisterin: Marieke Heimburger, Tönder; Schriftführerin: Martina Tichy, Grafing; Beisitzerinnen: Elke Link, Berg; Hinrich Schmidt-Henkel, Berlin; Katrin Segerer, Düsseldorf.

Klobusiczky: „Verlage und Übersetzer sind Partner, nicht Gegner“

Klobusiczky sagte nach der Wahl: „Ich profitiere seit bald 25 Jahren von der Wirksamkeit der Verbandsarbeit und werde nun gern meinen Teil dazu beitragen. Das tue ich umso lieber, als so viele erfahrene Mitglieder des Vorstands und anderer wichtiger Gremien sich nach langem, fruchtbarem Engagement weiterhin aktiv einbringen.“

Patricia Klobusiczky äußerte sich grundsätzlich zu ihren Positionen: „Erfreulicherweise haben in den letzten Jahren schon einige wichtige Akteure die 2014 aufgestellten Gemeinsamen Vergütungsregeln angenommen, andere setzen die Vorgaben des BGH ohne Abstriche um, und/oder sie beteiligen ihre Übersetzerinnen und Übersetzer bei allen deutschen Erstausgaben im gleichen Maße, ob bei Hardcover oder Taschenbuch – ein Beispiel, das Schule machen sollte. Der VdÜ wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Übersetzungen in allen Sparten und Formaten fair vergütet werden. Das bedeutet u.a., auf steigende Normseitenhonorare hinzuwirken und gegen widerrechtliche Vertragspraktiken vorzugehen.“

Sie sehe Verlage und Übersetzer als Partner, nicht als Gegner, so Klobusiczky: „Das entspricht meiner langjährigen Tätigkeit in Berufen auf beiden Seiten, und ich möchte es in die immer wieder zu leistende Überzeugungsarbeit einbringen.“

1968 in Berlin geboren, wuchs Patricia Klobusiczky in Frankreich und verschiedenen Orten Deutschlands auf. Sie studierte Literaturübersetzung in Düsseldorf, war 1996-2000 im Rowohlt Taschenbuch Verlag und 2000-2005 bei Rowohlt Berlin als Lektorin tätig und arbeitet seit 2006 wieder als freie Übersetzerin aus dem Französischen und Englischen für kleine Verlage bis hin zu Verlagsgruppen und in vielen literarischen Genres (Autoren u.a. William Boyd, Marie Darrieussecq, Petina Gappah, Lorrie Moore, Henri-Pierre Roché). Seit 2016 leitet sie für drei Jahre das von verschiedenen deutschen und französischen Institutionen getragene Georges-Arthur-Goldschmidt-Programm für junge LiteraturübersetzerInnen aus beiden Sprachen.

Honorarkommission soll Normvertrag erneuern – Appell an VG Wort

Auf der Mitgliederversammlung wurde der Plan gebilligt, die neue Honorarkommission solle zunächst auf einen erneuerten Normvertrag hinarbeiten.

In Sachen VG Wort verabschiedete die Mitgliederversammlung einen Appell an die Gremien der VG Wort:

„Die Mitgliederversammlung des VdÜ e.V./der Bundessparte Übersetzer im VS in verdi vom 5. März 2017 spricht sich für den Erhalt der VG Wort als gemeinschaftlicher Institution von Urhebern und Verlagen aus. Nachdem höchstrichterlich festgestellt wurde, dass eigentlich die Ausschüttungen der VG Wort allein den Urhebern zustehen, gleichzeitig aber die Möglichkeit eröffnet wurde, Teile davon an die Verlage abzutreten, erwarten wir, dass der künftige Verteilungsplan die Urheber besser stellt als bisher. Außerdem regen wir eine Gleichstellung von Urhebern wissenschaftlicher Texte und belletristischer Texte bei der Verteilung an.“

[Text: VdÜ. Quelle: Pressemitteilung VdÜ, 2017-03-06. Bild: VdÜ.]

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