Berliner Start-up Aprilando präsentiert Dolmetschsystem „BabSi“ auf tekom-Tagung und ADÜ-Nord-Tagen

BabSi von Aprilando

Formschön, praktisch und nachhaltig: Die Hardware-Komponente „BabSi-Stick“ besitzt einen Borstenkopf, der sich jedem Gehörgang optimal anpasst. Im Stiel ist die Bluetooth-Antenne versteckt.

In den vergangenen Monaten wurden in den USA mit „Pilot“ von Waverly Labs, in Großbritannien mit „Clik“ von Mymanu, in Japan mit „ili“ von Logbar Inc. und in den Niederlanden mit „Travis“ Systeme vorgestellt, die zumindest für den touristischen Gebrauch maschinell dolmetschen können sollen.

Jetzt kann auch Deutschland eine vergleichbare Lösung vorweisen. Das Berliner Start-up Aprilando hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken ein „BabSi“ genanntes Dolmetschsystem entwickelt, das in der Anschaffung deutlich preisgünstiger als die bisherigen Angebote sein soll.

Florian von Münchhausen ist Marketingmanager und Co-Geschäftsführer der Aprilando GmbH i.G. (in Gründung). Er hat per E-Mail einige Fragen von Uepo.de beantwortet:

Sie nennen Ihr Gerät „BabSi“. Hat das eine Bedeutung?

„BabSi“ ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern „Babel“ und „Si“ und steht für ein klares Ja zur Mehrsprachigkeit – und deren Überwindung.

Sie sind nicht die ersten, die mit einem solchen System auf den Markt kommen …

Dass Dolmetschsysteme derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen, ist kein Wunder. Die Zeit ist reif dafür, denn die benötigte Technik ist jetzt so weit entwickelt, dass ihr Einsatz praktikabel erscheint. Im Grunde werden dabei nur verschiedene bereits existierende Komponenten miteinander verknüpft:

 

– Software zur Spracherkennung

– Schnurlose Ohrhörer

– Bluetooth-Koppelung der Ohrhörer mit dem Mobiltelefon

– Internet-Anbindung des Mobiltelefons per WLAN oder über die Mobilfunknetze

– Anbindung an Systeme für maschinelle Übersetzung im Internet (z. B. Google Translate)

– Software zur Sprachsynthese, also der Sprachausgabe der maschinellen Übersetzung

Wie haben Sie die Entwicklung finanziert? Was soll BabSi kosten?

Ähnlicher Funktionsumfang wie „BabSi“, aber mit ca. 250 Euro mehr als doppelt so teuer: der „Pilot“ von Waverly Labs.

Den Prototyp (Hardware und App) haben wir in Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich „Multilinguale Technologien“ des DFKI Saarbrücken entwickelt, das dafür Projektgelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nutzen konnte.

 

Geholfen haben auch Fördergelder des Bundesministeriums für Umwelt, dem die Nachhaltigkeit unserer Hardware gefallen hat. Als Gehäuse verwenden wir das Produkt eines großen deutschen Herstellers für Dentalhygiene. Das spart Kosten und Entwicklungszeit. Dadurch können wir BabSi deutlich günstiger als alle Mitbewerber anbieten. Angedacht ist ein Ladenpreis von 99 Euro.

 

Für die derzeit anlaufende Produktion und Markteinführung suchen wir noch Investoren.

Welche Sprachkombinationen werden angeboten? Wann kommt das Produkt auf den Markt?

Die Anzahl der Sprachkombinationen hängt nicht von BabSi, sondern von dem angebundenen System für maschinelle Übersetzung ab. Das sind zum Beispiel bei Google Translate in Verbindung mit Deutsch mehr als 100 Fremdsprachen.

 

Auf der tekom-Frühjahrstagung, die in der kommenden Woche in Kassel stattfindet, wird unser Chefentwickler Sergej das System in einem Fachvortrag vorstellen.

 

Und im Mai sind wir mit einem Stand auf den ADÜ-Nord-Tagen in Hamburg vertreten. Gerne können die dort versammelten Berufsdolmetscher dann die ersten einsatzfähigen Vorseriengeräte auf Herz und Nieren testen.

 

Der Verkaufsstart von BabSi ist für Oktober 2017 geplant (Android-Version). Die Variante für Apples iOS folgt dann pünktlich zum Weihnachtsgeschäft Anfang Dezember.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Pressemitteilung Aprilando, 2017-04-01; DFKI Saarbrücken. Bild: Aprilando.]

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