Nach dreimonatigem Testlauf: Baden-Württemberg will Videodolmetschen in allen Gefängnissen einführen

JVA Stuttgart-Stammheim

Die JVA in Stuttgart-Stammheim gehört zu den Gefängnissen, die an dem Pilotversuch teilgenommen haben.

Bereits nach drei Monaten des ursprünglich auf ein halbes Jahr angelegten Testlaufs in sechs Gefängnissen hat der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) entschieden, das Ferndolmetschsystem der österreichischen SAVD Videodolmetschen GmbH künftig in allen 17 Justizvollzugsanstalten des Landes und den dazugehörigen 19 Außenstellen einzuführen. Gegenüber der Presse erklärte er am 21.08.2017:

Das Modellprojekt Video-Dolmetschen ist ein Erfolg und wird von den Justizvollzugsanstalten, in denen es getestet wird, sehr gut angenommen. Deshalb wollen wir noch in diesem Jahr in allen Justizvollzugsanstalten des Landes das Video-Dolmetschen einführen.

Die Pilotsysteme in Stuttgart-Stammheim, Bruchsal, Karlsruhe, Rottenburg, Hechingen (Außenstelle von Rottweil) und im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg seien pro Anstalt und Monat durchschnittlich 40 Mal genutzt worden.

Der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Alexander Schmid, begrüßte die Maßnahme als „absolut sinnvoll“. Der Anteil ausländischer Verbrecher in den Gefängnissen liegt in Baden-Württemberg bei 46 Prozent.

Die laufenden Kosten nach der landesweiten Einführung des Systems werden auf 100.000 Euro pro Jahr veranschlagt.

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[Text: Richard Schneider. Quelle: Focus, 2017-08-22; Heilbronner Stimme, 2017-08-22. Bild: Andrzey Estko / Fotolia; Justizministerium Baden-Württemberg.]

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