VHS Mainz startet im November zweiten Kurs „Sprachmittler / Community Interpreter“ mit IHK-Prüfung

Domplatz Mainz

Das beschauliche Rheinland-Pfalz mit seinen 4 Mio. Einwohnern nimmt pro Jahr ebenso viele Flüchtlinge und Asylbewerber auf wie die USA (323 Mio. Einwohner). (Rheinland-Pfalz 2017: annähernd 6.000 pro Monat, also 70.000 pro Jahr; USA 2015 insgesamt: 69.920.) Das Bild zeigt den Domplatz in Mainz.

Die Volkshochschule (VHS) Mainz bietet ab November 2017 bereits zum zweiten Mal einen sechsmonatigen Lehrgang an, der auf eine Tätigkeit als „Sprachmittler / Community Interpreter“ vorbereiten soll.

Zielgruppe sind hauptsächlich mehrsprachige Menschen mit Migrationshintergrund, sehr guten Deutschkenntnissen und hoher Allgemeinbildung, die selbständig (haupt- oder nebenberuflich) als Sprachmittler tätig werden oder die dies als Zusatzqualifikation erwerben wollen. Darüber hinaus wendet sich der Kurs auch an deutsche Muttersprachler, die über Kenntnisse in einer Einwanderersprache verfügen.

Gelehrt wird hauptsächlich das Dolmetschen und Übersetzen für Behörden. Die Teilnehmer erwerben fundiertes Fach- und Hintergrundwissen auf hohem Niveau und wenden dieses im Rahmen von intensiven Praxisübungen an.

Zertifikatslehrgang soll zur Professionalisierung des Laiendolmetschens beitragen

Der Zertifikatslehrgang soll mehrsprachigen Laiendolmetschern das Fachwissen vermitteln, um Einwanderer und Behörden bei der Kommunikation professionell unterstützen können. Er soll zur Professionalisierung und Aufwertung der unverzichtbaren Arbeit der Laiendolmetscher beitragen.

Die Lehrinhalte sind in sieben Module gegliedert, deren Inhalte eng miteinander verzahnt sind. Die Schulung erfolgt praxis- und anwendungsbezogen unter Einbeziehung der bisherigen Erfahrungen und Sichtweisen der Teilnehmer.

  • Modul 1: Einführung in das „Community Interpreting“
  • Modul 2: Institutionenwissen (politische und rechtliche Grundlagen, Verwaltung, mögliche Einsatzgebiete)
  • Modul 3: Erfahrungen von Migration, Integration, Diskriminierung (Selbstreflexionsworkshop)
  • Modul 4: Persönliche Kompetenzen (Kommunikationstraining)
  • Modul 5: Dolmetsch- und Übersetzungstechniken
  • Modul 6: Praxisübungen/ Praxis-Einsätze
  • Modul 7: Begleitung in die freiberufliche Tätigkeit

Kurs kostet 200 Euro und läuft von November 2017 bis Mai 2018

Logo VHS MainzBewerbungen um die 18 Plätze sind ab sofort möglich, Unterrichtsbeginn ist am 24.11.2017, der Kurs läuft bis Mai 2018. Vorgesehen sind 27 Unterrichtstage am Wochenende (freitags und samstags) mit insgesamt rund 180 Unterrichtsstunden.

Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch die Volkshochschule auf Grundlage der Bewerbungsunterlagen, persönlicher Gespräche und evtl. durchgeführter Tests. Die Kosten belaufen sich auf 200 Euro pro Teilnehmer.

Zertifikatsprüfung vor Industrie- und Handelskammer

Kooperationspartner ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinhessen. Nach erfolgreicher Teilnahme an dem 180-stündigen Kurs und Absolvierung der schriftlichen und praktischen Leistungsnachweise erhalten die Teilnehmender das Zertifikat „Sprachmittler/-in (IHK)“.

Hochkarätige Dozenten aus Praxis und Lehre

  • Prof. Dr. Bernd Meyer: Universität Mainz, Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft, Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation
  • Feyza Evrin, M.A.: Universität Mainz, Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft, Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation
  • Haytham Awad, M.A.: Dolmetscher und Übersetzer (Arabisch/Deutsch)
  • Ali Nabhani: Dolmetscher und Übersetzer (Englisch/Arabisch/Persisch)
  • Derya Karadal, M.A. Dolmetscherin und Übersetzerin (Türkisch/Französisch/Deutsch)
  • Nurhayat Canpolat: Diplom-Sozialpädagogin (FH) und Coach
  • Traudel Schönborn, M.A.: Germanistin und Kommunikationstrainerin
  • Dr. Stephan Gutzler: Richter am Landessozialgericht Rheinland-Pfalz
  • Roland Grasshoff: Jurist und Geschäftsführer des Initiativausschusses für MigrationspolitikRheinland-Pfalz
  • Elisabeth Kolz-Josic: Inhaberin von E.G.O. Universal (Beratung und Training für Frauen), Geschäftsführerin E.U.L.E. e.V
  • sowie Referentinnen/Referenten aus Institutionen/Organisationen im Bereich Verwaltung, Soziales, Gesundheit, Bildung und Beratung.

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Weiterführende Informationen

[Text: Richard Schneider. Quelle: VHS Mainz. Bild: pure-life-pictures / Fotolia, VHS Mainz.]

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