„Schreibraum Köln“ für Autoren und Literaturübersetzer eröffnet – Gemeinschaftsbüro für 30 Euro pro Monat

Kölner Dom bei Nacht

Der Kölner Dom ist auch in kalten, verregneten Herbstnächten eine beeindruckende Erscheinung.

Kölner Autoren und Literaturübersetzer haben seit Oktober 2017 einen neuen Schaffensort: Der Schreibraum Köln im Pantaleonsviertel (Altstadt-Süd) ist bundesweit erst das zweite Coworking-Angebot für Literaturschaffende.

Die Büros in der Steinstraße beherbergen derzeit 16 Autoren und Übersetzer, die auf gut 200 Quadratmetern an neuen Projekten arbeiten.

Professionell arbeitende Literaturschaffende können sich im „Schreibraum Köln“ nach Abschluss einer Nutzungsvereinbarung für 30 Euro pro Monat einmieten.

Momentan stehen zehn Arbeitsplätze zur Verfügung, bis zu 40 Nutzer werden aufgenommen.

Künftig soll das Angebot um Veranstaltungen und Workshops erweitert werden.

Schreibraum Köln bundesweit erst zweite Einrichtung dieser Art

Die Einrichtung ist deutschlandweit erst die zweite ihrer Art. In Hamburg existiert mit dem writers‘ room (www.writersroom.de) seit 1995 lediglich ein weiteres ähnliches Modell. Dieses wendet sich allerdings ausschließlich an Autoren und Schriftsteller, während in Köln auch ausdrücklich Literaturübersetzer angesprochen werden.

Als das Kulturamt Köln im November 2016 den Wunsch Kölner Autoren nach einem Produktionsraum aufgriff, wurde der Geschäftsführer der Hamburger Einrichtung zur Beratung ins Kölner Literaturhaus eingeladen. Die Erfahrungen, die man in der Hansestadt in 22 Jahren gesammelt hat, waren eine wichtige Hilfe bei der Konzeption des „Schreibraums Köln“.

So konnte ein Jahr später der zweite öffentlich geförderte Coworking-Space für Literaturschaffende eröffnet werden. Er soll gleichermaßen als Ort für ungestörte Produktion wie für Vernetzung und Austausch dienen.

Die Initiatoren erhoffen sich damit eine Förderung des Literaturstandortes Köln und eine Stärkung der Szene. Darüber hinaus will das Projekt Anknüpfungspunkte für die neugeschaffenen Schreibstudiengänge an der Kunsthochschule für Medien (KHM) und der Universität bieten.

Kulturamt, Literaturhaus und zwei Stiftungen finanzieren das Projekt

In Nordrhein-Westfalen spiele die Kölner Literaturszene eine besondere Rolle, betont Kulturamtsleiterin Barbara Foerster. Sie erläutert:

Hier leben die meisten Autorinnen und Autoren. Köln beherbergt allein 35 Prozent der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW, wie die Zahlen des aktuellen Datenreportes der Kultur- und Kreativwirtschaft Köln belegen. Das ist eine Szene, auf die wir als Stadt stolz sein können, die aber auch von uns unterstützt und gefördert werden muss.

 

Bisher fehlte es in der Literaturszene an Produktionsorten, in denen Autorinnen und Autoren oder Übersetzer in Ruhe arbeiten und sich austauschen können. Diese Förderung haben wir mit der Szene und in Kooperation mit dem Literaturhaus Köln entwickelt. Die Politik hat dies finanziell möglich gemacht.

Die Räumlichkeiten wurden mit Mitteln des Kulturamts der Stadt Köln und unter Trägerschaft des Literaturhauses Köln angemietet und eingerichtet. Die Ingrid-und-Sigurd-Greven-Stiftung sowie die RheinEnergieStiftung Kultur unterstützten den Schreibraum Köln mit Spenden. Weitere Unterstützer oder Fördermitglieder werden gesucht.

Interessierte Übersetzer und Autoren sollten sich für weitere Informationen mit Anja Fröhlich in Verbindung setzen (anja-froehlich@gmx.de).

[Text: Nadine Müseler/Stadt Köln, leicht überarbeitet von Richard Schneider. Quelle: Pressemitteilung Stadt Köln, 2017-11-23. Bild: Richard Schneider.]

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